Interview

Daten auswerten

4.1.2012
Die Auswertung der Daten bildet in den meisten Fällen das eigentliche Ziel einer Befragungsaktion. Neben Gestaltungsaspekten geht es bei der Auswertung in erster Linie um Erkenntnisse und Aussagen, die aus dem Datenmaterial gewonnen werden können. Mit GrafStat bekommen Sie einfachen Zugang zu vielfältigen Auswertungsvarianten, Sie können Merkmale kombinieren, koppeln, filtern und gruppieren und anschließend ansprechend in Grafiken oder ganzen Präsentationen darstellen.

Aufgrund der Fülle an Daten und Möglichkeiten zur Auswertungs besteht jedoch auch die Gefahr, den Überblick zu verlieren, was letztlich an sozialwissenschaftlichen Aussagen überhaupt erforscht werden soll. Um dies zu verhindern empfiehlt es sich, eine hypothesenorentierte Datenauswertung vorzunehemen, die mit einer ziel- und ergebnisorientierten Vorgehensweise schneller zu aussagekräftigen Ergebnissen kommt.

Neu: Grundauswertung



In der Version GrafStat 2004 ist erstmals eine automatische Grundauswertung über alle Fragen möglich. Auf Mausklick wird das komplette Datenmaterial ausgezählt und ein Text erzeugt, der die Werte für alle Merkmale zeigt. Neben absoluten und prozentualen Werten werden auch die Summen und die Anzahl der Datensätze ohne Antwort genannt. Bei den verschiedenen Fragetypen werden zusätzlich noch statistische Kennwerte berechnet (Skalenfragen: Mittelwert und Median; Maßzahlfragen: Minimum, Maximum und Mittelwert). Die Grundauswertung wird als RTF-Datei erzeugt und kann anschließend mit einer Textverarbeitung geöffnet und weiter bearbeitet werden.

Einfache Auswertungen



Mit GrafStat bekommen Sie einfachen Zugang zu vielfältigen Auswertungsvarianten, Sie können Merkmale kombinieren und filtern, Sie können Grafikformen per Mausklick wählen und Farben zuordnen. GrafStat ermöglicht Ihnen die Kommentierung der Grafiken, das Speichern der Grafik in verschiedenen Größen und Formaten und sogar das Speichern und Nachbearbeiten der Auswertungseinstellungen selbst.

Gruppierung und Klassenbildung



Neben der einfachen Häufigkeitsauszählung erlaubt diese GrafStat-Funktion die Bildung von Gruppen bei Auswahlfragen oder Skalenfragen. Bei Antwortvorgaben in Maßzahlen sind Klassenbildungen möglich.

Kreuztabellen



GrafStat bietet mit der Auszählung in Kreuztabellen ein mächtiges Instrument zur Auswertung in zwei Dimensionen. So lassen sich beispielsweise geschlechtsspezifische Auswertungen einfach und schnell erstellen.

Filterungen und Kopplungen



Soll das Datenmaterial unter speziellen Aspekten untersucht werden, so bieten sich Filter an. Filter können in GrafStat in beliebiger Anzahl kombiniert werden und schränken die Auswertungen auf die gewählten Filtersetzungen ein. Bei einer Kopplung werden mehrere Merkmale einer Befragung zusammengefasst und in einer gemeinsamen Grafik dargestellt. Eine Kopplung ermöglicht einfache visuelle Vergleiche zwischen gleich strukturierten Merkmalen.

Sie können die Auswertung der Befragung unter verschiedenen Zielsetzungen angehen, selbstverständlich auch in Kombination verschiedener Zielsetzungen:
  • Darstellende Statistik (Präsentationsgrafik);
  • Manipulationen mit Statistik (verfälschende Darstellung);
  • Messende Statistik;
  • Beurteilende Statistik (hypothesenorientierte Datenauswertung);
  • Prognostizierende Statistik.

Darstellende Statistik (Präsentationsgrafik)



Mit Jugendlichen wird man sich häufig auf eine quantitative Auswertung der Daten mit Schwerpunkt auf der grafischen Gestaltung konzentrieren. Bei dieser Zielsetzung entstehen Diagramme in unterschiedlichen Formen, die die ermittelten Häufigkeiten als absolute oder relative Werte darstellen. Die Grafiken können mit der Hand koloriert oder farbig ausgedruckt werden. Zur Steigerung der Aussagekraft können Sie zudem Kommentare formulieren.

Manipulationen mit Statistik (verfälschende Darstellung)



Bei dieser Zielrichtung erfährt man ganz praktisch, auf welche Weise mit optischen Tricks gearbeitet wird. Durch geschickte Wahl grafischer Eigenschaften wird eine gewünschte Aussage erzielt oder zumindest hervorgehoben. Hier zwei Beispiele:
  • Schlanke Säulendiagramme wirken höher als breite.
  • Ein hochgelegter Skalenanfang hebt Unterschiede hervor (Achsenschnitt).
Auf der anderen Seite trägt eine schlechte Wahl der grafischen Eigenschaften zur Verwischung von Aussagen bei oder macht eine Grafik trotz bestechender Optik fast unlesbar. An dreidimensionalen Darstellungen kann dieser Effekt sehr gut veranschaulicht werden.

Beschreibende Statistik



Hier geht es eher um mathematische Begriffe aus der Statistik. Absolute und relative Häufigkeiten, Mittelwert, Median und mittlere Abweichung können thematisiert werden. Vergleiche der statistischen Kennwerte am realen Datenmaterial ermöglichen interessante Gespräche und das Erarbeiten wichtiger Erkenntnisse über die Bedeutung dieser Werte für den konkreten Fall.

Beurteilende Statistik (hypothesenorientierte Datenauswertung)



Bei dieser Zielrichtung werden Sie versuchen, Zusammenhänge aufzudecken. Eine unabdingbare Voraussetzung hierzu sind Hypothesen (auf niedrigerem Niveau Vermutungen oder Behauptungen über Zusammenhänge), die im Idealfall schon bei der Konzeption des Fragebogens aufgestellt werden sollen.

Prognostizierende Statistik



Diese Zielsetzung erfordert die meiste Planung bei der Anlage der Stichprobe. Da die erhobenen Daten repräsentativ sein sollen, ist es wichtig, anhand ausgewählter Merkmale (z.B. Alter, Geschlecht) die Übereinstimmung mit der amtlichen Sozialstatistik zu überprüfen. Eine nachträgliche Gewichtung der erhobenen Daten kann die Abstimmung mit der amtlichen Statistik verbessern. GrafStat stellt besondere Funktionen für diesen Zweck bereit.

Erfahrungen mit dieser Zielrichtung wurden vor allem in den Wahlprojekten an der Universität Münster gesammelt und können im begleitenden Unterrichtsmaterial nachgelesen werden. Zu den Wahlterminen finden regelmäßig groß angelegte Projekte statt.



 

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