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28.7.2014

M 02.04 Rechtsextreme Einstellungen: Ausländerfeindlichkeit und Fremdenfeindlichkeit

Definition Ausländerfeindlichkeit
Mit dem Begriff der Ausländerfeindlichkeit wird eine ablehnende Haltung dem gegenüber bezeichnet, was einem selbst fremd erscheint und anders ist als die eigenen Lebensumstände. Heute spricht man in Deutschland eher von Fremdenfeindlichkeit, weil sich die Ablehnung eben nicht nur gegen Ausländer, sondern zum Beispiel auch gegen hier geborene Menschen mit Migrationshintergrund richtet.

Aus: Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: http://www.politische-bildung-brandenburg.de/lexikon/ausl%C3%A4nderfeindlichkeit (31.10.13).

Definition Fremdenfeindlichkeit
Fremdenfeindlichkeit (Xenophobie) ist eine ablehnende Haltung dem gegenüber, was einem selbst fremd erscheint und anders ist als die eigenen Lebensumstände. Fremdenfeindlichkeit bezieht sich meist auf Menschen, die „fremd“ aussehen (z. B. eine andere Hautfarbe haben als man selbst), sich „anders“ verhalten (z. B. eine andere Sprache sprechen als man selbst) oder etwas anderes glauben als man selbst (z. B. dem Islam oder Judentum angehören).

Fremdenfeindlichkeit kann sich als Ausgrenzung, tätlicher Angriff, systematische Vertreibung bis hin zur Ermordung angeblich Fremder äußern. Fremdenfeindlichkeit ist Bestandteil des rechtsextremen Weltbildes, sie ist aber auch in weiten Teilen der Bevölkerung vertreten, die nicht dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind. In der rechtsextremen Szene koppeln sich fremdenfeindliche Ideen und Verhaltensweisen mit einem Bekenntnis zur rechtsautoritären Diktatur, Antisemitismus, Chauvinismus, Sozialdarwinismus und mit einer Verharmlosung des Nationalsozialismus.

Was fremd erscheint, entscheidet der, der Fremdes ablehnt. Das Fremdsein ist also keine Eigenschaft, die jemand tatsächlich trägt. Eine deutsche Staatsbürgerschaft schützt nicht vor Fremdenfeindlichkeit. Deswegen sind die Begriffe Fremden- und Ausländerfeindlichkeit auch mit Vorsicht zu benutzen, da sie die Fremdheit dem Opfer anheften, durch Wiederholung dauerhaft machen und so dem Täter die Entscheidung darüber überlassen, wer fremd ist und wer nicht.

Im Juli 2013 stellte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung fest, dass die Bereitschaft der Deutschen sinkt, Vielfalt in ihrem Land zu akzeptieren. Die Forscher sahen vor allem in wachsenden Vorbehalten gegenüber Einwanderern ein "Risiko für den Zusammenhalt" der Gesellschaft.

Aus: Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: http://www.politische-bildung-brandenburg.de/lexikon/fremdenfeindlichkeit (31.10.13).

Arbeitsaufträge

Einzelarbeit
  1. Lies den Text und erarbeite dabei die wesentlichen Merkmale der Begriffe Ausländerfeindlichkeit und Fremdenfeindlichkeit.
Gruppenarbeit in Expertengruppen
  1. Besprecht eure Ergebnisse und ergänzt gegebenenfalls eure Aufzeichnungen.
  2. Legt fest, welche Aspekte eures Themas auf dem Plakat vorhanden sein müssen.
Gruppenarbeit in Stammgruppen
  1. Erstellt ein Plakat mit allen erarbeiteten Einstellungen und gestaltet dieses.


Das Arbeitsmaterial ist PDF-Icon hier als PDF-Dokument abrufbar.


Das Auffliegen der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat gezeigt: In Deutschland sind Strukturen entstanden, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Aber nicht nur im Untergrund oder am Rand der Gesellschaft gibt es rechtsextreme Einstellungen wie Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und den Glauben an einen starken Führer.

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