"Vor uns liegt noch viel Arbeit"

Interview mit Edward Serotta auf httpasts://digitalmemoryonthenet

Interview mit Edward Serotta am 15.04.2011 auf der internationalen Konferenz httpasts://digitalmemoryonthenet in Berlin. Die Erinnerungsplattform Centropa widmet sich mit Interviews, Videos und Audioslideshows dem Leben der europäischen Juden des 20. Jahrhunderts. Dabei liege der Schwerpunkt nicht auf dem Holocaust, betont Edward Serotta, der Gründer des Projekts.

Inhalt

Edward Serotta ist der Gründer des Interviewprojekts Centropa. In den vergangenen Jahren haben er und seine Mitarbeiter rund 1400 Juden befragt, die den Holocaust überlebt haben. Aus Interviews und Familienfotos entwickeln die Centropa-Mitarbeiter persönliche Filme, die im Internet zur Verfügung stehen. "Wir wollen eine Datenbank von Familienerinnerungen schaffen und das gesamte Leben der europäischen Juden im 20. Jahrhundert abbilden", sagt Edward Serotta. Dafür nehmen sich die Interviewer von Centropa viel Zeit: Sie besuchen ihre Gesprächspartner mehrmals, verbringen viele Stunden mit Gesprächen. Den Zeitzeugen liege viel an einer Veröffentlichung des Materials. Auch um ihren Nachkommen einen Eindruck ihres Lebens zu hinterlassen. Rechtliche oder moralische Bedenken, Interviews mit Zeitzeugen im Internet zugänglich zu machen, hat Edward Serotta nicht. "Viele Leute haben Angst vor Webseiten mit antisemitischen und neonazistischen Gedankengut. Meine Antwort darauf ist: Lasst uns Inhalte anbieten, die besser sind!" Centropa stellt seine Filme auch Lehrern und Schülern zur Verfügung – mit dem Wunsch, dass sie selber Videos über das jüdische Leben in ihren Heimatorten anfertigen.
Zum Dossier Gerettete Geschichten

Weitere Informationen

  • Kamera: Oleg Stepanov

  • Schnitt: Oleg Stepanov

  • Redaktion: Julia Rosch/ Hanna Huhtasaari

  • Produktion: 16.04.2011

  • Spieldauer: 00:13:17

  • hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung

 
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