Zahlen und Fakten: Europa

Bildungsausgaben

12.5.2012
Der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag in der EU-27 im Jahr 2008 nach Schätzungen von Eurostat bei 5,07 Prozent, das entspricht etwa 627 Milliarden Euro.

BildungsausgabenKlicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten



Bildung ist nicht nur bei der Persönlichkeitsentwicklung von großer Bedeutung, sie ist auch eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine aktive Teilnahme am Erwerbsleben. Sowohl für die Europäische Union insgesamt als auch für alle EU-Mitgliedstaaten ist ein klarer Zusammenhang zwischen der Höhe des Bildungsstandes und der Höhe der Erwerbstätigenquote festzustellen – und dies gilt wiederum sowohl für die Gesamtbevölkerung als auch für eine gesonderte Betrachtung von Männern und Frauen. Auch das Risiko von Armut und/oder Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, wird eindeutig vom Bildungsstand beeinflusst.

Der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag in der EU-27 im Jahr 2008 nach Schätzungen von Eurostat bei 5,07 Prozent, das entspricht etwa 627 Milliarden Euro. In den Jahren seit 1999 hat sich dieser Wert nur leicht verändert. Zwischen 1999 und 2003 erhöhte sich der Anteil der Bildungsausgaben am BIP von 4,86 auf 5,14 Prozent, um dann bis zum Jahr 2007 auf 4,96 Prozent zu sinken. Bezogen auf die 27 Mitgliedstaaten der EU sowie auf Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz entsprachen die öffentlichen Ausgaben für Bildung im Jahr 2008 in acht Staaten mindestens 6 Prozent des BIP. Am höchsten waren die Bildungsausgaben in Dänemark (7,75 Prozent des BIP), Island (7,57 Prozent), Zypern (7,41 Prozent), Schweden (6,74 Prozent) und Norwegen (6,51 Prozent). Hingegen hatten die Bildungsausgaben in Liechtenstein (2,11 Prozent), Luxemburg (2007: 3,15 Prozent), der Slowakei (3,59 Prozent), Griechenland (2005: 4,04 Prozent) und der Tschechischen Republik (4,08 Prozent) einen vergleichsweise geringen Anteil am jeweiligen BIP. Insgesamt verteilen sich sowohl die Staaten, die der EU seit 2004 beigetreten sind, als auch die hier betrachteten Nicht-EU-Staaten über die gesamte Skala.

In Deutschland entsprachen die öffentlichen Bildungsausgaben 4,55 Prozent des BIP. Unter den 32 hier betrachteten Staaten belegte Deutschland damit den 25. Rang. Allerdings ist der Anteil der Bildungsausgaben am BIP nur einer von mehreren Indikatoren, die Auskunft über den Bildungsstand eines Landes geben. Abgesehen davon, dass dieser Wert, die konkrete Verwendung der Mittel außer Acht lässt, kann der Bildungsstand auch dann hoch sein, wenn der Anteil der Bildungsausgaben am BIP relativ niedrig ist. Dies gilt vor allem dann, wenn das BIP pro Kopf vergleichsweise hoch ist. So betrug beispielsweise der Anteil der Bildungsausgaben am BIP in Luxemburg im Jahr 2008 lediglich 3,15 Prozent. Gleichzeitig gehört Luxemburg zu den Staaten mit den höchsten öffentlichen Bildungsausgaben pro Kopf: Unter Berücksichtigung der Kaufkraft waren die Bildungsausgaben in Luxemburg mit einem Indexwert von 170 im Jahr 2008 deutlich höher als die durchschnittlichen Ausgaben auf EU-Ebene (EU-27 = 100).

Bezogen auf die 27 Mitgliedstaaten der EU sowie auf Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz waren die Bildungsausgaben pro Kopf nur in Norwegen (247), Dänemark (186) und Island (184) höher als in Luxemburg. Darauf folgten Schweden (165), Irland (153) und die Schweiz (152). In Deutschland lagen die kaufkraftgewichteten Bildungsausgaben pro Kopf mit einem Indexwert von 104 nur leicht über dem EU-Durchschnitt. Deutschland belegte damit den 16. Rang unter den 32 hier betrachteten Staaten. Am Ende der Skala standen Rumänien (2007: 35), Bulgarien (38), die Slowakei (52), Kroatien (53) sowie Polen (57). Auch unter den fünf Staaten mit den nächsthöheren Werten waren vier, die der EU seit 2004 beigetreten sind – damit belegten acht dieser Staaten einen der zehn letzten Ränge.

Datenquelle



Eurostat: Online-Datenbank: Öffentliche Ausgaben für Bildung, Öffentliche Gesamtsausgaben für Bildung, Bevölkerung am 1. Januar nach Alter und Geschlecht (Stand: 11/2011)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Üblicherweise finanziert die öffentliche Hand das Bildungswesen. Entweder durch direkte Übernahme der laufenden und investiven Ausgaben der Bildungseinrichtungen oder durch Unterstützung von Studierenden und deren Familien mittels Stipendien und staatlichen Darlehen sowie durch den Transfer von staatlichen Beihilfen für die Erbringung von Bildungsleistungen an private Unternehmen oder Organisationen ohne Erwerbscharakter. Beide Arten von Transaktionen zusammengenommen sind hier als öffentliche Bildungsausgaben ausgewiesen.

Informationen zum Thema "Bildung und Erwerbstätigkeit" erhalten Sie »hier...«

Informationen zum Thema "Bildung und Armut" erhalten Sie »hier...«

Informationen zum Thema "Bildung und Arbeitslosigkeit" erhalten Sie »hier...«

Tabelle: Bildungsausgaben



In Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und in Kaufkraftstandards (KKS),
Index (EU-27 = 100), ausgewählte europäische Staaten, 2008

  in Prozent
des BIP
in KKS, Index
(EU-27 = 100)
Europäische Union (EU)* 5,07 100
Dänemark 7,75 186
Island 7,57 184
Zypern 7,41 142
Schweden 6,74 165
Norwegen 6,51 247
Belgien 6,46 149
Finnland 6,13 143
Malta 6,01 91
Lettland 5,71 65
Estland 5,67 76
Irland 5,62 153
Frankreich 5,58 124
Niederlande 5,46 146
Österreich 5,46 135
Schweiz 5,37 152
Großbritannien 5,36 121
Slowenien 5,22 95
Ungarn 5,10 65
Polen 5,09 57
Litauen 4,91 60
Portugal 4,89 76
Spanien 4,62 95
Bulgarien 4,61 38
Italien 4,58 93
Deutschland 4,55 104
Kroatien 4,33 53
Rumänien** 4,25 35
Tschechische Republik 4,08 66
Griechenland*** 4,04 66
Slowakei 3,59 52
Luxemburg** 3,15 170
Liechtenstein 2,11 126

* Schätzung
** 2007
*** 2005


Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Öffentliche Ausgaben für Bildung, Öffentliche Gesamtsausgaben für Bildung, Bevölkerung am 1. Januar nach Alter und Geschlecht (Stand: 11/2011)


Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/de/

counter
 

CD-ROM

Zahlen und Fakten: Europa

Die CD "Zahlen und Fakten: Europa" enthält rund 90 Grafiken zu den Themen Wirtschaft und Finanzen, Soziales, Bildung und Forschung sowie Energie. Sie liefern wichtige Hintergrundinformation, um aktuelle Entwicklungen und Debatten in Europa zu verstehen. Weiter... 

Die Staaten EuropasZahlen und Fakten: Europa

Die Staaten/ Gebiete Europas

Welche Staaten und Gebiete werden von den verschiedenen Institutionen zu Europa gezählt? Hier finden Sie eine Übersicht. Weiter... 

Zahlen und Fakten - Europa: QuizZahlen und Fakten

Quiz

Beim "Zahlen und Fakten: Europa"-Quiz können Sie Ihr Wissen zu den verschiedenen Themenbereichen des Online-Angebots testen und vertiefen. Weiter... 

zum Fragebogen >

Ihre Meinung ist uns wichtig


Vielen Dank für Ihren Besuch von bpb.de!

Wir wollen unseren Internetauftritt verbessern - und zwar mit Ihrer Hilfe. Dazu laden wir Sie herzlich zu einer kurzen Befragung ein. Sie dauert etwa 10 Minuten. Die Befragung führt das unabhängige Marktforschungsinstitut SKOPOS für uns durch.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Teilnahme. Ihre Meinung ist uns sehr wichtig!

Ihre Bundeszentrale für politische Bildung

Information zum Datenschutz und zur Datensicherheit


Als unabhängiges Marktforschungsinstitut führt SKOPOS Institut für Markt- und Kommunikationsforschung GmbH & Co. KG im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung diese Befragung durch.

Zur Durchführung der Befragung erhebt SKOPOS Ihre IP-Adresse. Diese wird umgehend anonymisiert und getrennt von den Befragungsdaten verarbeitet, deshalb ist eine Identifizierung von Personen nicht möglich. Weitere personenbeziehbare oder personenbezogene Daten werden nicht erhoben.

Die Befragung entspricht den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz und den Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. sowie der Europäischen Gesellschaft für Meinungs- und Marketingforschung. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte.

Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier.