Zahlen und Fakten: Europa

Europa – Übersicht

13.7.2012
Die Grenzen Europas sind nicht starr, sondern Veränderungen und unterschiedlichen Interpretationen unterworfen. Entsprechend existieren mehrere Definitionen des Begriffs "Europa" nebeneinander.

Mitgliedsstaaten der Europäischen UnionKlicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten



Die Grenzen Europas sind nicht starr, sondern sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart Veränderungen und unterschiedlichen Interpretationen unterworfen. Entsprechend existieren mehrere Definitionen des Begriffs "Europa" nebeneinander. Zum Beispiel unterscheidet die Europäische Kommission zwischen den "EU-Mitgliedstaaten", "Bewerberländern" und "weiteren Ländern in Europa" – zusammen 49 Staaten. Hinzu kommen die Färöer und Grönland als Teile von Dänemark, die Insel Man und die Kanalinseln, die zwar unmittelbar der englischen Krone unterstehen, aber nicht zum Vereinigten Königreich gehören sowie die Kolonie Gibraltar, die von Spanien beansprucht wird, und Kosovo im Sinne der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats.

Auf UN-Ebene zählt das Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) 49 Staaten/Gebiete zu Europa – im Gegensatz zur Europäischen Kommission werden Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Grönland, die Türkei und Zypern nicht zu Europa gezählt. Wiederum ergänzt das Statistische Bundesamt die Liste des UN/DESA um Grönland, die Türkei und Zypern.

Die Europäische Union (EU) hat 27 Mitgliedstaaten. Nach der Gründung durch sechs Staaten (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande) traten im Laufe der Jahre 21 neue Mitgliedstaaten der Union bei:
  • 1973: Dänemark, Großbritannien und Irland;
  • 1981: Griechenland;
  • 1986: Portugal und Spanien;
  • 1995: Finnland, Österreich und Schweden;
  • 2004: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Slowakei, Slowenien, die Tschechische Republik, Ungarn und Zypern;
  • 2007: Bulgarien und Rumänien.
Den Status von EU-Beitrittskandidaten haben Island (seit 2010), Kroatien (2004), die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (2005), Montenegro (2010), Serbien (2012) und die Türkei (1999). Mit Kroatien und der Türkei wurden im Oktober 2005 die Beitrittsverhandlungen eröffnet. Kroatien soll Mitte 2013 als 28. Mitgliedstaat in die EU aufgenommen werden. Seit Juli 2010 verhandelt die EU auch mit Island offiziell über einen Beitritt. Island ist weitgehend in den europäischen Binnenmarkt eingebunden und sowohl Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) als auch des Schengen-Raums. Die Beitrittsverhandlungen mit Montenegro wurden Ende Juni 2012 eröffnet. Mit Serbien und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien wurden bisher keine Beitrittsverhandlungen aufgenommen.

Zu den "weiteren Ländern in Europa" gehören laut der Europäischen Kommission zunächst Albanien, Bosnien und Herzegowina sowie Kosovo im Sinne der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats. Diese am Stabilisierungs- und Assoziierungsprozess beteiligten westlichen Balkanländer sind potenzielle Kandidaten für einen Beitritt zur EU. Zudem zählt die Europäische Kommission zu den weiteren Ländern in Europa Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Liechtenstein, die Republik Moldau, Monaco, Norwegen, Russland, San Marino, die Schweiz, die Ukraine und die Vatikanstadt.

Auch bei einer zukünftigen Erweiterung der EU werden die innereuropäische Friedenssicherung, die Wahrung und Förderung der kulturellen Einheit sowie die Stärkung der europäischen Wirtschaftskraft eine wichtige Rolle spielen. Zudem treiben einzelne Staaten die Integration voran, um die eigene Position auf europäischer Ebene zu stärken bzw. um die eigenen Interessen auf globaler Ebene durch Kooperation mit anderen EU-Staaten besser durchsetzen zu können.

Datenquelle



Europäische Union: http://europa.eu

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Der Stabilisierungs- und Assozierungsprozess (SAP) ist der Bezugsrahmen der EU für die Länder des westlichen Balkans bis zu ihrem möglichen Beitritt. Dabei verfolgt der SAP drei Ziele: die Stabilisierung und den schnellen Wechsel zu einer funktionierenden Marktwirtschaft, die Förderung von regionaler Kooperation und die Aussicht auf eine Mitgliedschaft in der EU. Er hilft den Ländern dieser Region dabei, europäische und internationale Normen zu übernehmen und zu implementieren.

Im Rahmen des SAP bietet die EU sowohl Handelszugeständnisse als auch eine wirtschaftliche, finanzielle und vertragliche Bindung an (Stabilisierungs- und Assozierungsabkommen). In jährlichen Berichten wird der Fortschritt der westlichen Balkanländer in Richtung möglicher EU-Mitgliedschaft bewertet.

UN-Resolution 1244 PDF-Icon (PDF-Version: 25 KB)

Tabelle: Europa



Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), Bewerberländer und weitere Länder Europas, Stand: Juli 2012

EU-Mitgliedstaaten Bewerberländer weitere Länder
in Europa
Belgien (1951/57)* Island Albanien**
Bulgarien (2007) Kroatien Andorra
Dänemark (1973) Mazedonien, ehem. j.R. Armenien
Deutschland (1951/57)* Montenegro Aserbaidschan
Estland (2004) Serbien Belarus
Finnland (1995) Türkei Bosnien und Herzegowina**
Frankreich (1951/57)*   Georgien
Griechenland (1981)   (Kosovo**)
Großbritannien (1973)   Liechtenstein
Irland (1973)   Republik Moldau
Italien (1951/57)*   Monaco
Lettland (2004)   Norwegen
Litauen (2004)   Russland
Luxemburg (1951/57)*   San Marino
Malta (2004)   Schweiz
Niederlande (1951/57)*   Ukraine
Österreich (1995)   Vatikanstadt
Polen (2004)    
Portugal (1986)    
Rumänien (2007)    
Schweden (1995)    
Slowakei (2004)    
Slowenien (2004)    
Spanien (1986)    
Tschechische Republik (2004)    
Ungarn (2004)    
Zypern (2004)    

* 1951: Unterzeichnung des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl – EGKS; 1957: Unterzeichnung der "Römischen Verträge" (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft – EWG / Europäische Atomgemeinschaft – EURATOM)
** potenzielle Anwärter auf einen Beitritt zur EU; Kosovo im Sinne der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats


Quelle: Europäische Union: http://europa.eu


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