Zahlen und Fakten: Europa

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23.7.2011

Migranten

Mitte 2010 lag der Anteil der Migranten an der Bevölkerung Europas bei 9,5 Prozent und damit deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Von den weltweit 214 Mio. Migranten lebten mit 70 Mio. die meisten in Europa.

Migranten, 2010.Klicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten

Nach Angaben des Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) lebten Mitte 2010 weltweit 213,9 Millionen Menschen in Staaten, in denen sie nicht geboren sind. Damit hatten Migranten einen Anteil von 3,1 Prozent an der Weltbevölkerung. In Europa lag der Anteil der Migranten an der Bevölkerung mit 9,5 Prozent deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Bezogen auf die europäischen Staaten mit mehr als 150.000 Einwohnern war der Anteil der Migranten an der Bevölkerung in Luxemburg mit 35,2 Prozent am höchsten. Darauf folgten die Schweiz (23,2 Prozent), Irland (19,6 Prozent), Zypern (17,5 Prozent) und Kroatien (15,9 Prozent). Am niedrigsten war der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung im Jahr 2010 in Rumänien (0,6 Prozent), Bosnien und Herzegowina (0,7 Prozent), Bulgarien (1,4 Prozent), in der Türkei (1,9 Prozent) sowie in Polen (2,2 Prozent). Deutschland belegte mit einem entsprechenden Anteil von 13,1 Prozent den 9. Rang innerhalb der Europäischen Union (EU).

Von den weltweit 213,9 Millionen Migranten lebten mit 69,8 Millionen die meisten in Europa. Das entspricht einem Anteil von 32,6 Prozent. Darauf folgten Asien mit 28,7 und Nordamerika mit 23,4 Prozent. Europa und Nordamerika sind zudem die beiden Regionen, in denen sich in den Jahren 2000 bis 2010 die Zahl der Migranten sowohl absolut (plus 12,2 bzw. 9,6 Mio.) als auch relativ am stärksten erhöhte (plus 21,1 bzw. 23,9 Prozent).

Von den zehn Staaten, in denen weltweit 2010 die meisten Migranten lebten, gehörten vier zur Europäischen Union: Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. In Deutschland, das weltweit auf dem dritten Rang steht, lebten 2010 rund 5 Prozent aller Migranten – insgesamt 10,8 Millionen Personen. Allerdings sind die Staaten, in denen absolut die meisten Migranten leben, nur selten auch die Staaten, in denen der Anteil der Migranten an der Bevölkerung am höchsten ist. Unter den zehn Staaten mit dem höchsten Migrantenanteil befindet sich kein europäischer Staat.

Datenquelle

United Nations – Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA): Trends in International Migrant Stock: The 2008 Revision, United Nations, New York 2009; Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2010; UN/DESA: Online-Datenbank: Trends in International Migrant Stock: The 2008 Revision (Stand: Februar 2011)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Eine Übersicht der 48 Staaten/Gebiete, die das Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) zu Europa zählt, finden Sie hier...
Das Statistische Bundesamt erweitert Europa noch um Grönland, die Türkei und Zypern.

Tabelle: Migranten

Im Ausland geborener Bevölkerungsanteil in Prozent, europäische Staaten, 2010*

Vatikanstadt 100,0
Monaco 71,6
Andorra 64,4
Insel Man 54,6
Kanalinseln** 49,8
San Marino 37,0
Luxemburg 35,2
Liechtenstein 34,6
Gibraltar 29,8
Schweiz 23,2
Irland 19,6
Zypern 17,5
Kroatien 15,9
Österreich 15,6
Lettland 15,0
Schweden 14,1
Spanien 14,1
Estland 13,6
Deutschland 13,1
Ukraine 11,6
Belarus 11,4
Moldau, Republik 11,4
Island 11,3
Frankreich 10,7
Niederlande 10,5
Großbritannien 10,4
Grönland 10,2
Griechenland 10,1
Norwegen*** 10,0
Belgien 9,1
Dänemark 8,8
Russland 8,7
Portugal 8,6
Slowenien 8,1
Italien 7,4
Färöer 6,5
Mazedonien, ehem. j.R. 6,3
Tschechische Republik 4,4
Finnland**** 4,2
Litauen 4,0
Malta 3,8
Ungarn 3,7
Albanien 2,8
Slowakei 2,4
Polen 2,2
Türkei 1,9
Bulgarien 1,4
Bosnien und Herzegowina 0,7
Rumänien 0,6
Montenegro
Serbien

* Angaben auf Basis der im Jahr 2008 zur Verfügung stehenden Daten
** bezieht sich auf Guernsey und Jersey
*** einschließlich Svålbard und Jan Mayen Inseln
**** einschließlich Åland Inseln


Quelle: United Nations – Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA): Trends in International Migrant Stock: The 2008 Revision, United Nations, New York 2009; Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2010

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