Zahlen und Fakten: Europa

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

23.7.2011
Im Jahr 2010 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der EU laut Eurostat bei 12.279 Milliarden Euro. Auf lediglich drei Staaten – Deutschland, Frankreich und Großbritannien – entfiel dabei die Hälfte des BIP der EU.

Bruttoinlandsprodukt (BIP), 2010.Klicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten



Im Jahr 2010 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union (EU) laut Eurostat bei 12.279 Milliarden Euro. Auf lediglich drei Staaten – Deutschland, Frankreich und Großbritannien – entfiel dabei die Hälfte des BIP der EU. Werden noch Italien und Spanien hinzugerechnet erhöht sich der Anteil auf 71 Prozent. Der Anteil der zehn Staaten mit dem niedrigsten BIP innerhalb der EU lag hingegen bei knapp drei Prozent.

Ohne die Veränderung der Kaufkraft zu berücksichtigen, ist das BIP der EU zwischen 1995 und 2008 stetig gestiegen. Im Vergleich zum jeweils vorangehenden Quartal war bis einschließlich dem ersten Quartal 2008 in jedem Quartal ein Wachstum zu verbuchen. Auf die darauf folgenden fünf Quartale entfallen die ersten negativen Veränderungsraten seit Beginn der Reihe im Jahr 1995. Dabei war die negative Entwicklung im vierten Quartal 2008 (minus 1,9 Prozent) und im ersten Quartal 2009 (minus 2,4 Prozent) besonders ausgeprägt. Im Vergleich zum Vorjahr entfielen die höchsten Negativwerte auf das erste und zweite Quartal 2009 (jeweils minus 5,1 Prozent). Laut Eurostat "herrscht weitgehend Einvernehmen darüber, dass es sich um die schwerste weltweite Rezession seit den 1930er-Jahren handelt."

Von 2008 auf 2009 verringerte sich das BIP in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise insgesamt um 5,7 Prozent. Trotz positiver Wachstumsraten seit dem dritten Quartal 2009 lag das BIP auch 2010 noch unter dem Niveau des Jahres 2007. Mittelfristig erhöhte sich das BIP der EU zwischen 2001 und 2010 um 28,1 Prozent. Das stärkste Wachstum entfiel dabei auf die östlichen Staaten Europas. Die Slowakei, Rumänien, Bulgarien, die Tschechische Republik, Estland und Litauen konnten ihr BIP sogar mehr als verdoppeln. In Großbritannien, Deutschland und Italien stieg das BIP im selben Zeitraum um weniger als ein Viertel.

Nach Angaben der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) hatte die Europäische Union im Jahr 2009 einen Anteil von 28,2 Prozent am weltweiten Bruttoinlandsprodukt. Werden zur EU noch die zwölf Staaten/Gebiete hinzugerechnet, die nach der Definition der UNCTAD zu Europa gehören, steigt der Anteil auf 29,7 Prozent. Keine andere Region der Welt hatte im Jahr 2009 einen höheren Anteil am Welt-BIP – weder Nordamerika mit 26,8 noch Asien mit 25,1 Prozent. Allerdings reduzierte sich der Anteil Europas am Welt-BIP zwischen 1980 und 2009 von 33,4 auf 29,7 Prozent – wobei parallel auch der Anteil der Bevölkerung Europas an der Weltbevölkerung von 10,4 auf 7,5 Prozent sank .

Weltweit waren von den 25 Staaten mit dem höchsten BIP 2009 zwölf aus Europa. Das BIP einzelner europäischer Staaten übersteigt das BIP ganzer Regionen. So lag das BIP Deutschlands im Jahr 2009 deutlich über dem Südamerikas. Frankreichs BIP überstieg das aller Staaten des Nahen und Mittleren Ostens. Das BIP Großbritanniens und auch das von Italien lag höher als das der Region "Süd-Osteuropa und GUS", in der auch Russland enthalten ist. Schließlich war das BIP Spaniens im Jahr 2009 höher als das BIP aller Staaten Afrikas.

Datenquelle



Eurostat: Online-Datenbank: Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen (06/2011); United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Handbook of Statistics 2010

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen (Wertschöpfung), soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Das BIP ist gegenwärtig das wichtigste gesamtwirtschaftliche Produktionsmaß.

Von den 48 Staaten/Gebieten, die das Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) zu Europa zählt, ordnet die United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) zehn Staaten der Region "Süd-Osteuropa und GUS" zu (Albanien, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien (ehem. j.R.), die Republik Moldau, Montenegro, Russland, Serbien und die Ukraine). Im Gegensatz zum UN/DESA zählt die UNCTAD als 39. Staat noch Zypern zu Europa.

Eine Übersicht der 48 Staaten/Gebiete, die das UN/DESA zu Europa zählt, finden Sie hier...

Tabelle: Bruttoinlandsprodukt (BIP)



In Millionen Euro, europäische Staaten, 2010

Europäische Union 12.279.033
Euroraum (17 Länder) 9.203.348
 
Deutschland 2.498.800
Frankreich 1.932.802
Großbritannien 1.694.507
Italien 1.548.816
Spanien 1.062.591
Niederlande 591.477
Türkei 553.519
Schweiz 395.744
Polen 353.665
Belgien 352.941
Schweden 346.667
Norwegen 311.855
Österreich 284.002
Dänemark 234.413
Griechenland* 230.173
Finnland 180.295
Portugal* 172.546
Irland 153.939
Tschechische Republik** 145.142
Rumänien 121.941
Ungarn 98.446
Slowakei 65.906
Kroatien* 45.899
Luxemburg 41.597
Slowenien 36.061
Bulgarien 36.034
Litauen 27.410
Lettland 17.971
Zypern 17.465
Estland 14.501
Island 9.510
Mazedonien, ehem. j.R.** 6.922
Malta 6.246
Liechtenstein*** 3.457

* vorläufiger Wert
** Prognose
*** 2009


Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen (Stand: 06/2011)


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