Zahlen und Fakten: Europa

Handelspartner der EU-27

7.9.2011
Bezogen auf den Warenwert und den Handel mit Staaten außerhalb der EU – also den Extra-EU-Handel – verdoppelte sich der Warenexport der EU-27-Staaten zwischen 1999 und 2010 von 683 auf 1.349 Mrd. Euro und der Warenimport von 743 auf 1.502 Mrd. Euro.

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Fakten



Bezogen auf den Warenwert und den Handel mit Staaten außerhalb der EU – also den Extra-EU-Handel – verdoppelte sich der Warenexport der EU-27-Staaten zwischen 1999 und 2010 von 683,1 auf 1.348,8 Milliarden Euro (plus 97,5 Prozent) und der Warenimport von 743,3 auf 1.501,8 Milliarden Euro (plus 102,0 Prozent).

Beim Extra-EU-Export waren im Jahr 2010 die USA (17,9 Prozent aller EU-27-Exporte), China (8,4 Prozent), die Schweiz (7,8 Prozent), Russland (6,4 Prozent) und die Türkei (4,5 Prozent) die wichtigsten Absatzmärkte der 27 EU-Staaten – 45,1 Prozent aller Ausfuhren der EU-27 entfielen auf diese fünf Staaten. Auf die hier abgebildeten 20 wichtigsten Handelspartner bei den Exporten entfielen im Jahr 2010 drei Viertel aller Ausfuhren der EU-27 (75,5 Prozent).

Auf der anderen Seite importierte die EU-27 die meisten Waren aus China (18,8 Prozent aller EU-27-Importe), den USA (11,3 Prozent), Russland (10,5 Prozent), der Schweiz (5,6 Prozent) sowie aus Norwegen (5,3 Prozent) – damit stammte 2010 mehr als die Hälfte aller Importe der EU-27 aus lediglich fünf Staaten (51,5 Prozent). Auf die 20 wichtigsten Handelspartner bei den Importen entfielen im Jahr 2010 sogar mehr als drei Viertel aller Einfuhren der EU-27 (78,9 Prozent).

Im Jahr 2010 lag der Wert der Waren des Extra-EU-Imports insgesamt höher als der Wert der Waren, die die EU exportierte. Entsprechend ergab sich ein Handelsbilanzdefizit der EU-27-Staaten gegenüber dem Rest der Welt, das bei 152,98 Milliarden Euro lag. Bezogen auf die einzelnen Staaten entstand beim Handel mit China mit einem Minus von 168,9 Milliarden Euro das mit Abstand höchste Handelsbilanzdefizit der EU. Darauf folgten die Defizite gegenüber Russland (minus 71,9 Mrd. Euro), Norwegen (minus 37,3 Mrd. Euro), Libyen (minus 22,0 Mrd. Euro) und Japan (minus 21,2 Mrd. Euro). Beim Handel mit Südkorea, Kasachstan, Malaysia, Taiwan, Aserbaidschan, Indonesien und Thailand entstanden im Jahr 2010 Handelsbilanzdefizite zwischen 10,7 und 7,2 Milliarden Euro.

Ein Teil dieser Handelsbilanzdefizite wird durch Handelsbilanzüberschüsse gegenüber anderen Staaten ausgeglichen. Die größten Handelsbilanzüberschüsse erzielte die EU-27 im Jahr 2010 gegenüber den USA (plus 72,6 Mrd. Euro), den Vereinigten Arabischen Emiraten (plus 22,0 Mrd. Euro), der Schweiz (plus 21,3 Mrd. Euro), der Türkei (plus 19,1 Mrd. Euro) und Australien (plus 16,9 Mrd. Euro). Beim Handel mit Hongkong (als Teil von China), Mexiko, Ägypten und Saudi-Arabien lagen die Handelsbilanzüberschüsse im selben Jahr zwischen 16,3 und 7,1 Milliarden Euro.

Bezogen auf den Handel mit Staaten außerhalb der EU waren auf der Ebene der einzelnen EU-Mitgliedstaaten Deutschland (379 Mrd. Euro), Frankreich (154 Mrd. Euro), Italien (144 Mrd. Euro), Großbritannien (141 Mrd. Euro) und die Niederlande (99 Mrd. Euro) die größten Exporteure im Jahr 2010. Bei den Importen ändert sich lediglich die Reihenfolge der Staaten. Zwar war Deutschland mit Einfuhren in Höhe von 292 Milliarden Euro auch der größte Importeur, darauf folgen aber zunächst die Niederlande (208 Mrd. Euro) und erst dann kamen Großbritannien (205 Mrd. Euro), Italien (165 Mrd. Euro) und Frankreich (145 Mrd. Euro). Zusammen entfielen auf diese fünf Staaten 68,0 Prozent des Extra-EU-Exports und 67,6 Prozent des Extra-EU-Imports.

Auf der Ebene der Mitgliedstaaten der EU und bezogen auf den Extra-EU-Handel hatten im Jahr 2010 Deutschland (plus 86,5 Mrd. Euro), Irland (plus 22,0 Mrd. Euro) und Schweden (plus 14,1 Mrd. Euro) die höchsten Handelsbilanzüberschüsse. Auf der anderen Seite hatten im selben Jahr die Niederlande (minus 108,5 Mrd. Euro), Großbritannien (minus 64,1 Mrd. Euro) und Spanien (minus 40,9 Mrd. Euro) die höchsten Handelsbilanzdefizite. Das Hohe Defizit der Niederlande lässt sich zum Teil damit erklären, dass die Niederlande als Handelsumschlagsplatz zahlreiche Güter importieren, um sie verarbeitet oder unverarbeitet in andere EU-Mitgliedstaaten zu exportieren. Entsprechend steht dem Defizit beim Extra-EU-Handel ein Handelsbilanzüberschuss beim Intra-EU-Handel in Höhe von 151,1 Milliarden Euro gegenüber – der größte Überschuss des Jahres 2010 (Deutschland: plus 65,9 Mrd. Euro).

Datenquelle



Eurostat: Online-Datenbank: Extra-Handel der EU-27, Extra-EU-Handel nach Partner (Stand: 06/2011)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Die Handelsbilanz ist auf einen Zeitraum bezogen und gibt den Saldo der Warenausfuhren und -einfuhren eines Staates oder einer Staatengruppe an. Bei einem Handelsbilanzüberschuss bzw. -defizit erhöht sich die Gläubiger- bzw. Schuldnerposition gegenüber dem Ausland. Da die Handelsbilanz eine Teilbilanz der Leistungsbilanz ist, kann ein Ungleichgewicht der Handelsbilanz durch die Salden anderer Teilbilanzen ausgeglichen werden.

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