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Zahlen und Fakten: Europa
7.7.2019

Arbeitslosigkeit 2018

Ausgewählte europäische Staaten, Arbeitslosenquote im Jahr 2018 in Prozent, Veränderung der Arbeitslosenquote 2017/2018 in Prozentpunkten

Arbeitslosigkeit 2018

Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Arbeitslosendaten nach Geschlecht und Alter – Jahresdurchschnitte (Stand: 04/2019)
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Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gehören nach wie vor zu den großen sozialen Problemen der Europäischen Union. Im Jahr 2018 waren 16,9 Millionen Personen arbeitslos, darunter 3,4 Millionen unter 25-Jährige bzw. 7,2 Millionen Langzeitarbeitslose. Hinzu kommen 8,3 Millionen Teilzeitbeschäftigte, die gern mehr Stunden arbeiten würden, und weitere 9,9 Millionen Personen der sogenannten Stillen Reserve (Nichterwerbspersonen mit einer gewissen Bindung an den Arbeitsmarkt). Insbesondere die globale Finanz- und Wirtschaftskrise bzw. die sich anschließende Staatsschuldenkrise in Europa haben die Arbeitslosenquote der EU von 7,0 im Jahr 2008 auf 10,9 im Jahr 2013 steigen lassen. Seitdem ist die Quote allerdings fünf Jahre in Folge gesunken (2018: 6,8 Prozent). Von 2017 auf 2018 reduzierte sich die Arbeitslosenquote in allen EU-Staaten – wie auch schon von 2016 auf 2017.

Fakten

Zwischen 2004 und 2008 reduzierte sich die Arbeitslosenquote der Europäischen Union (EU-28) viermal in Folge und sank von 9,3 auf 7,0 Prozent. Durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise wurde diese Entwicklung jedoch schlagartig beendet: 2009 lag die Arbeitslosenquote bei 9,0 Prozent und stieg dann weiter auf 10,9 Prozent im Jahr 2013. Dabei erhöhte sich sowohl die Arbeitslosenquote der Männer von 9,0 auf 10,8 Prozent als auch die der Frauen von 8,9 auf 10,9 Prozent. 2018 sank die Arbeitslosenquote der EU-28 das fünfte Jahr in Folge – auf 6,8 Prozent (Männer: 6,6 Prozent / Frauen: 7,1 Prozent).

Insgesamt waren im Jahr 2018 in der EU 16,9 Millionen Personen arbeitslos. Das waren deutlich weniger als 2013 (26,3 Mio.) und nur leicht mehr als 2008 (16,8 Mio.) – dem Jahr, in dem die aufkommende globale Finanz- und Wirtschaftskrise noch keine größeren Auswirkungen auf den europäischen Arbeitsmarkt hatte. Zwischen 2008 und 2013 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 57,0 Prozent. Zwischen 2013 und 2018 sank sie um 35,9 Prozent.

2018 gehörten 7,2 Millionen Menschen zur Gruppe der Langzeitarbeitslosen (12 Monate oder mehr), 2017 waren es noch 8,3 Millionen und 2013 sogar 12,3 Millionen Menschen. Die Langzeitarbeitslosenquote lag 2018 bei 2,9 Prozent, der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen lag bei 43,0 Prozent. 2008 waren die Werte mit 2,6 beziehungsweise 36,9 Prozent noch niedriger, 2014 lagen sie mit 5,0 beziehungsweise 49,3 Prozent aber klar über den Werten von 2018.

Die Arbeitslosenquote der EU-28 setzt sich aus den unterschiedlichen Quoten der EU-Mitgliedstaaten zusammen. In Zypern und Tschechien reduzierte sich die Arbeitslosenquote von 2017 auf 2018 um knapp ein Viertel (von 11,1 auf 8,4 Prozent bzw. von 2,9 auf 2,2 Prozent). Und auch in Kroatien und Slowenien (minus 22,7 Prozent), den Niederlanden (minus 22,4 Prozent), Portugal (minus 22,2 Prozent) sowie Polen (minus 20,4 Prozent) lag der Rückgang der Quote bei mehr als 20 Prozent. Von 2017 auf 2018 reduzierte sich die Arbeitslosenquote in allen EU-Staaten – wie auch schon von 2016 auf 2017. Von 2015 auf 2016 hatte die Quote in lediglich zwei EU-Staaten zugenommen – jeweils moderat in Estland und Österreich.

Im Jahr 2018 lagen innerhalb der EU die Arbeitslosenquoten in Griechenland (19,3 Prozent), Spanien (15,3 Prozent), Italien (10,6 Prozent) und Frankreich (9,1 Prozent) bei mehr als neun Prozent. Tschechien (2,2 Prozent), Deutschland (3,4 Prozent), Malta und Ungarn (3,7 Prozent), die Niederlande (3,8 Prozent) sowie Polen (3,9 Prozent) hatten im selben Jahr die niedrigsten Arbeitslosenquoten mit Werten von weniger als vier Prozent.

Im Jahr 2018 waren in der EU 3,4 Millionen 15- bis unter 25-Jährige arbeitslos – rund 1,9 Millionen Männer und 1,5 Millionen Frauen. Die Jugendarbeitslosenquote – also der Anteil der Arbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung bei den 15- bis unter 25-Jährigen – lag 2018 EU-weit bei 15,2 Prozent. Die höchste Quote innerhalb der EU verzeichnete auch hier Griechenland (39,9 Prozent). In Spanien und Italien war im selben Jahr rund jeder dritte Jugendliche aus der Erwerbsbevölkerung arbeitslos (34,3 bzw. 32,2 Prozent), in Kroatien war es knapp jeder Vierte (23,8 Prozent). Darauf folgten Frankreich (20,7 Prozent), Portugal (20,3 Prozent) und Zypern (20,2 Prozent). Auf der anderen Seite hatte Deutschland mit 6,2 Prozent die niedrigste Jugendarbeitslosenquote, gefolgt von Tschechien (6,7 Prozent), den Niederlanden (7,2 Prozent) und Slowenien (8,8 Prozent).

Zur Beurteilung der Arbeitsmarktsituation sollte neben der Arbeitslosigkeit auch die Unterbeschäftigung betrachtet werden. Im Jahr 2018 waren in den 28 EU-Mitgliedstaaten 45,9 Millionen Personen teilzeitbeschäftigt. Nach Angaben von Eurostat würden 18,0 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten gern mehr Stunden arbeiten und wären dafür auch verfügbar. Die höchsten Anteile von teilzeitbeschäftigten Personen, die den Wunsch haben, mehr Stunden zu arbeiten und dafür auch verfügbar wären, fanden sich in Griechenland (69,9 Prozent), Zypern (50,7 Prozent), Spanien (45,1 Prozent) und Portugal (37,4). Auf der anderen Seite der Skala standen Tschechien (4,9 Prozent), Estland (8,5 Prozent), die Niederlande (8,6 Prozent), Luxemburg (10,0 Prozent) und Deutschland (10,4 Prozent).

Neben den unterbeschäftigten Teilzeitbeschäftigten zählt Eurostat auch die "Stille Reserve" zu den Unterbeschäftigten. Die Stille Reserve, also das Potential an zusätzlichen Erwerbspersonen, bestand 2018 aus 2,2 Millionen 15- bis unter 75-jährigen Personen, die Arbeit suchen, jedoch dem Arbeitsmarkt nicht kurzfristig zur Verfügung stehen (beispielsweise Studierende, die einen Arbeitsplatz für die Zeit nach ihrem Abschluss suchen) und 7,6 Millionen Personen, die für eine Arbeit verfügbar sind, jedoch nicht nach Arbeit suchen (beispielsweise Personen, die sich entmutigt von der Suche auf dem Arbeitsmarkt zurückgezogen haben).

Laut Eurostat handelt es sich bei beiden Gruppen um Nichterwerbspersonen, die trotzdem eine "gewisse Bindung an den Arbeitsmarkt" haben. Zusammengenommen bildeten diese zwei Gruppen 2018 eine Stille Reserve von 9,9 Millionen Personen. Gemessen an der Erwerbsbevölkerung der EU-28 entsprach das einem zusätzlichen Erwerbspersonen-Potential von 4,0 Prozent. Zwischen den Mitgliedstaaten variiert dieser Prozentsatz erheblich und reichte 2018 von 0,9 Prozent in Tschechien bis 11,6 Prozent in Italien (Deutschland: 2,1 Prozent). Dabei umfasst die Stille Reserve in allen EU-Mitgliedstaaten außer in Litauen und Schweden in erster Linie Personen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, aber keine Arbeit suchen. In 21 von 25 EU-Staaten, für die Eurostat Daten bereithält, stellten Frauen den größten Anteil an der Stillen Reserve – am höchsten war ihr Anteil in Griechenland (70,1 Prozent) und Spanien (65,1 Prozent). In Deutschland (49,6 Prozent), Dänemark (48,4 Prozent), Finnland (47,7 Prozent) und Bulgarien (47,0 Prozent) stellten Frauen etwas weniger als die Hälfte der Stillen Reserve.

Datenquelle

Eurostat: Online-Datenbank: Arbeitslosendaten nach Geschlecht und Alter – Jahresdurchschnitte, Long-term unemployment by sex, Supplementary indicators to unemployment, Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung nach Geschlecht, Alter und Bildungsabschluss (Stand: 04/2019)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Informationen zur Arbeitslosigkeit nach der Finanz- und Wirtschaftskrise erhalten Sie hier...

Informationen zu dem Thema Arbeitslosenquoten nach Bildungsstand erhalten Sie hier...

Informationen zu dem Thema Arbeitslosenquoten nach Staatsangehörigkeit erhalten Sie hier...

Die Arbeitslosenquote entspricht dem prozentualen Anteil der Arbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung. Die Erwerbsbevölkerung setzt sich aus den Erwerbstätigen und den Arbeitslosen zusammen. Zu den Arbeitslosen zählen hier alle Personen von 15 bis 74 Jahren,
  • die während der Berichtswoche ohne Arbeit waren,
  • die in den zwei auf die Berichtswoche folgenden Wochen für eine abhängige Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit verfügbar waren und
  • die innerhalb der letzten vier Wochen (einschließlich der Berichtswoche) spezifische Schritte unternommen haben, um eine abhängige Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit zu finden oder die einen Arbeitsplatz gefunden haben, die Beschäftigung aber erst später, das heißt innerhalb eines Zeitraums von höchstens drei Monaten aufnehmen.
Erwerbstätige sind Personen im Alter von mindestens 15 Jahren, die in der Berichtswoche (der EU-Arbeitskräfteerhebung) gegen Entgelt, zur Gewinnerzielung oder zur Mehrung des Familieneinkommens mindestens eine Stunde gearbeitet haben oder nicht gearbeitet haben, jedoch einen Arbeitsplatz hatten, von dem sie vorübergehend abwesend waren (zum Beispiel aufgrund von Krankheit, Urlaub, Streik, Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen).

In der Arbeitskräfteerhebung basiert die Unterscheidung zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung auf den Eigenangaben der Befragten.

Personen, die Arbeit suchen, jedoch dem Arbeitsmarkt nicht kurzfristig zur Verfügung stehen, sind Personen im Alter von 15 bis unter 75 Jahren, die weder erwerbstätig noch erwerbslos sind und die in den vergangenen 4 Wochen aktiv nach Arbeit gesucht haben, jedoch in den nächsten 2 Wochen keine Arbeit aufnehmen können. Zur Vervollständigung umfasst diese Kategorie ebenfalls drei kleinere Personengruppen:
  • diejenigen, die eine Arbeit gefunden haben, welche sie in weniger als 3 Monaten aufnehmen werden, und in den nächsten 2 Wochen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen;
  • diejenigen, die eine Arbeit gefunden haben und diese in 3 Monaten oder später aufnehmen werden sowie
  • diejenigen, die in den letzten 4 Wochen passiv Arbeit gesucht haben und in den nächsten 2 Wochen eine Arbeit aufnehmen könnten. Passive Arbeitssuche liegt beispielsweise vor, wenn auf das Ergebnis eines Vorstellungsgespräches gewartet wird.
Personen, die für eine Arbeit verfügbar sind, jedoch nicht nach Arbeit suchen, sind Personen im Alter von 15 bis unter 75 Jahren, die weder erwerbstätig noch erwerbslos sind und die arbeiten wollen, in den nächsten 2 Wochen eine Arbeit aufnehmen könnten, jedoch nicht nach Arbeit suchen. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Personen, die durch Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen nicht als arbeitslos gelten oder Personen, die sich entmutigt von der Suche auf dem Arbeitsmarkt zurückgezogen haben, weil sie nach langer Arbeitslosigkeit keinen Arbeitsplatz gefunden haben.

Arbeitslosigkeit 2018

Arbeitslosenquote im Jahr 2018 in Prozent, Veränderung der Arbeitslosenquote 2017/2018, 2008/2009 und 2009/2018 in Prozent und in Prozentpunkten, ausgewählte europäische Staaten

Arbeitslosenquote
2018
Veränderung der
Arbeitslosenquote
2017/2018
in Prozent in Prozent in Prozent-
punkten
Europäische Union (28 Länder) 6,8 -10,5 -0,8
Euroraum (19 Länder) 8,2 -9,9 -0,9
Griechenland 19,3 -10,2 -2,2
Spanien 15,3 -11,0 -1,9
Türkei 11,0 0,9 0,1
Italien 10,6 -5,4 -0,6
Frankreich 9,1 -3,2 -0,3
Kroatien 8,5 -22,7 -2,5
Zypern 8,4 -24,3 -2,7
Lettland 7,4 -14,9 -1,3
Finnland 7,4 -14,0 -1,2
Portugal 7,0 -22,2 -2,0
Slowakei 6,5 -19,8 -1,6
Schweden 6,3 -6,0 -0,4
Litauen 6,2 -12,7 -0,9
Belgien 6,0 -15,5 -1,1
Irland 5,8 -13,4 -0,9
Estland 5,4 -6,9 -0,4
Luxemburg 5,4 -3,6 -0,2
Bulgarien 5,2 -16,1 -1,0
Slowenien 5,1 -22,7 -1,5
Dänemark 5,0 -12,3 -0,7
Österreich 4,9 -10,9 -0,6
Rumänien 4,2 -14,3 -0,7
Vereinigtes Königreich 4,0 -9,1 -0,4
Polen 3,9 -20,4 -1,0
Norwegen 3,9 -7,1 -0,3
Niederlande 3,8 -22,4 -1,1
Ungarn 3,7 -11,9 -0,5
Malta 3,7 -7,5 -0,3
Deutschland 3,4 -10,5 -0,4
Island 2,7 -3,6 -0,1
Tschechien 2,2 -24,1 -0,7
Veränderung der
Arbeitslosenquote
2008/2009
Veränderung der
Arbeitslosenquote
2009/2018
in Prozent in Prozent-
punkten
in Prozent in Prozent-
punkten
Europäische Union (28 Länder) 28,6 2,0 -24,4 -2,2
Euroraum (19 Länder) 26,3 2,0 -14,6 -1,4
Griechenland 23,1 1,8 101,0 9,7
Spanien 58,4 6,6 -14,5 -2,6
Türkei 30,0 3,0 -15,4 -2,0
Italien 14,9 1,0 37,7 2,9
Frankreich 23,0 1,7 0,0 0,0
Kroatien 8,1 0,7 -8,6 -0,8
Zypern 45,9 1,7 55,6 3,0
Lettland 127,3 9,8 -57,7 -10,1
Finnland 28,1 1,8 -9,8 -0,8
Portugal 21,6 1,9 -34,6 -3,7
Slowakei 26,0 2,5 -46,3 -5,6
Schweden 33,9 2,1 -24,1 -2,0
Litauen 137,9 8,0 -55,1 -7,6
Belgien 12,9 0,9 -24,1 -1,9
Irland 85,3 5,8 -54,0 -6,8
Estland 145,5 8,0 -60,0 -8,1
Luxemburg 4,1 0,2 5,9 0,3
Bulgarien 21,4 1,2 -23,5 -1,6
Slowenien 34,1 1,5 -13,6 -0,8
Dänemark 76,5 2,6 -16,7 -1,0
Österreich 29,3 1,2 -7,5 -0,4
Rumänien 16,1 0,9 -35,4 -2,3
Vereinigtes Königreich 35,7 2,0 -47,4 -3,6
Polen 14,1 1,0 -51,9 -4,2
Norwegen 22,2 0,6 18,2 0,6
Niederlande 18,9 0,7 -13,6 -0,6
Ungarn 28,2 2,2 -63,0 -6,3
Malta 15,0 0,9 -46,4 -3,2
Deutschland 2,7 0,2 -55,3 -4,2
Island 140,0 4,2 -62,5 -4,5
Tschechien 52,3 2,3 -67,2 -4,5

Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Arbeitslosendaten nach Geschlecht und Alter – Jahresdurchschnitte (Stand: 04/2019)


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