Zahlen und Fakten: Europa

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30.10.2011

Einkommensungleichheit

In der Europäischen Union war im Jahr 2008 das Einkommen des Fünftels der Bevölkerung mit den höchsten Einkommen 4,9-mal höher als das des Fünftels der Bevölkerung mit den niedrigsten Einkommen.

EinkommensungleichheitKlicken Sie auf die Grafik, um die PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten

Die Ungleichheit bei der Einkommensverteilung wird hier als Verhältnis zwischen der Bevölkerung im oberen Fünftel und im unteren Fünftel der Einkommensverteilung dargestellt. In der Europäischen Union (EU) war im Jahr 2008 das Einkommen des Fünftels der Bevölkerung mit den höchsten Einkommen 4,9-mal höher als das des Fünftels der Bevölkerung mit den niedrigsten Einkommen (2006: 4,9 / 2007: 5,0). Im Euroraum (17 Länder) lag der entsprechende Faktor im selben Jahr bei 4,8 und war damit nur unwesentlich kleiner.

Die Einkommensungleichheit war 2008 in Lettland (Faktor 7,3), Rumänien (6,7), Litauen (6,3) sowie in Spanien und Portugal (jeweils 6,0) am stärksten ausgeprägt. Hingegen hatten Slowenien (Faktor 3,2), die Tschechische Republik und Ungarn (jeweils 3,5), die Slowakei (3,6) sowie Finnland, Österreich und Schweden (3,7) die niedrigsten Werte bei der Einkommensungleichheit. In Deutschland war das Einkommen der einkommensstärksten 20 Prozent der Bevölkerung 4,5-mal so hoch wie das der einkommensschwächsten 20 Prozent. In den Nicht-EU-Staaten, für die Eurostat Daten zur Verfügung stellt, war die Einkommensungleichheit schwächer ausgeprägt als im EU-Durchschnitt. So in Norwegen (Faktor 3,5), Island (4,2), Kroatien (4,3) und der Schweiz (4,6).

Laut Eurostat gibt es eine Verbindung zwischen dem Ausmaß der Einkommensungleichheit und der Anzahl der Personen, die armutsgefährdet sind. Beispielsweise weist kein EU-Staat, in dem mittlere oder große Einkommensungleichheit herrscht, gleichzeitig eine niedrige Armutsgefährdungsquote auf. Auch für Deutschland ist diese Korrelation festzustellen: In den Jahren 2004/2005 war das Einkommen des Fünftels der Bevölkerung Deutschlands mit den höchsten Einkommen 3,8- bzw. 4,1-mal höher als das des Fünftels der Bevölkerung mit den niedrigsten Einkommen. Bis 2006/2007 stieg der entsprechende Faktor auf 4,9 bzw. 4,8. Parallel zu dieser Erhöhung der Einkommensungleichheit stieg die Armutsgefährdungsquote von 12,2/12,5 Prozent in den Jahren 2004/2005 auf 15,2 Prozent 2006/2007.

Auch daraus schließt Eurostat, dass zu einer erfolgreichen Reduzierung der Einkommensarmut eine Reduzierung der Einkommensungleichheit gehört. Zumindest verfolgt kein EU-Mitglied eine Strategie, bei der versucht wird, eine geringe Armutsgefährdung mit einer hohen Einkommensungleichheit zu kombinieren.

Datenquelle

Eurostat: Online-Datenbank: Einkommensquintilverhältnis (S80/S20) (Stand: 07/2011); Eurostat: Income and living conditions in Europe, 2010

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Das Einkommensquintilverhältnis ist das Verhältnis des Gesamteinkommens von den 20 Prozent der Bevölkerung mit den höchsten Einkommen (oberstes Quintil) zum Gesamteinkommen von den 20 Prozent der Bevölkerung mit den niedrigsten Einkommen (unterstes Quintil). Unter Einkommen wird das verfügbare Äquivalenzeinkommen verstanden. Das Einkommensquintilverhältnis für die EU-27 wird durch den nach der Bevölkerung gewichteten Mittelwert berechnet.

Informationen zur "Berechnung des Äquivalenzeinkommens und der Armutsgefährdungsquote" erhalten Sie hier...

Mitglieder des Euroraums im Jahr 2011: Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern.

Tabelle: Einkommensungleichheit

Verhältnis zwischen den Einkommen der Bevölkerung im oberen und unteren Fünftel der Einkommensverteilung als Faktor*, ausgewählte europäische Staaten, 2008

  Einkommens-
verhältnis*
Europäische Union (EU) 4,9
Euroraum (17 Länder) 4,8
Lettland 7,3
Rumänien 6,7
Litauen 6,3
Spanien 6,0
Portugal 6,0
Bulgarien 5,9
Griechenland 5,8
Italien 5,2
Großbritannien 5,2
Estland 5,0
Polen 5,0
Dänemark 4,6
Schweiz 4,6
Deutschland 4,5
Frankreich 4,4
Luxemburg 4,3
Kroatien 4,3
Irland 4,2
Zypern 4,2
Island 4,2
Malta 4,1
Niederlande 4,0
Belgien 3,9
Österreich 3,7
Finnland 3,7
Schweden 3,7
Slowakei 3,6
Tschechische Republik 3,5
Ungarn 3,5
Norwegen 3,5
Slowenien 3,2

* Verhältnis des Gesamteinkommens von den 20 Prozent der Bevölkerung mit den höchsten Einkommen (oberstes Quintil) zum Gesamteinkommen von den 20 Prozent der Bevölkerung mit den niedrigsten Einkommen (unterstes Quintil). Unter Einkommen wird das verfügbare Äquivalenzeinkommen verstanden.
Lesebeispiel: In Deutschland war im Jahr 2008 das Einkommen des Fünftels der Bevölkerung mit den höchsten Einkommen 4,5-mal höher als das Einkommen des Fünftels der Bevölkerung mit den niedrigsten Einkommen.


Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Einkommensquintilverhältnis (S80/S20) (Stand: 07/2011)

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