Zahlen und Fakten: Globalisierung

Erderwärmung

Differenz zwischen der globalen erdnahen Temperatur und der Durchschnittstemperatur der Jahre 1961 bis 1990 in °C, 1960 bis 2015

Quelle: Climatic Research Unit (CRU), University of East Anglia (UEA): www.cru.uea.ac.uk
Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

1.9.2017
Die zwanzig Jahre mit der höchsten Durchschnittstemperatur in den letzten 150 Jahren entfallen alle auf den Zeitraum 1990 bis 2015. Und wahrscheinlich waren die Jahre 1983 bis 2012 die wärmste 30-Jahr-Periode der Nordhemisphäre der letzten 1400 Jahre. Die Mehrheit der Wissenschaftler geht davon aus, dass die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen der Hauptgrund für die anhaltende Erderwärmung sind. Infolge der Temperaturerhöhung kommt es zum Klimawandel, der sich in der Erwärmung der Atmosphäre und des Ozeans, in Veränderungen des globalen Wasserkreislaufs, in der Abnahme von Schnee und Eis, im Anstieg des Meeresspiegels und in Veränderungen einiger Klimaextreme äußert.

Fakten



Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich die globale erdnahe Temperatur um etwa ein Grad erhöht. Während der natürliche Treibhauseffekt eine Abkühlung der Erde verhindert, geht die Mehrheit der Wissenschaftler davon aus, dass die anhaltende Temperaturerhöhung vorwiegend Folge menschlicher Aktivitäten ist. Vor allem der Ausstoß von Treibhausgasen gilt in diesem Zusammenhang als problematisch. In einem Beitrag zum Fünften Sachstandsbericht des zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) wird festgestellt, dass die "anthropogenen", also vom Menschen verursachten, "Treibhausgasemissionen […] höher sind als jemals zuvor. […] Ihre Auswirkungen wurden […] im gesamten Klimasystem nachgewiesen und es ist äußerst wahrscheinlich, dass sie die Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind."

Die einzelnen Treibhausgase – darunter Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O) und Halogenkohlenwasserstoffe (z.B. Fluorchlorkohlenwasserstoff – FCKW) – unterscheiden sich in der Stärke des Treibhauseffektes sowie in der Dauer, in der sie in der Atmosphäre wirken. Den Hauptanteil am anthropogenen Treibhauseffekt hat das Kohlendioxid. Es wird durch die Verbrennung fossiler Energieträger, Waldrodungen, Bodenerosion sowie Holzverbrennung freigesetzt. Methan entsteht primär in der Landwirtschaft und durch Massentierhaltung.

Wie außergewöhnlich die Temperaturerhöhung der letzten Jahrzehnte ist, wird deutlich, wenn die Verteilung der wärmsten Jahre betrachtet wird: Die zwanzig Jahre mit der höchsten Durchschnittstemperatur in den letzten 150 Jahren entfallen alle auf den Zeitraum 1990 bis 2015, darunter alle Jahre seit 2001. Nach einem Beitrag zum Fünften IPCC-Sachstandsbericht war "jedes der letzten drei Jahrzehnte […] an der Erdoberfläche sukzessive wärmer als alle vorangehenden Jahrzehnte seit 1850." Unter Vorbehalt wird ergänzt, dass in der Nordhemisphäre "1983 bis 2012 wahrscheinlich die wärmste 30-Jahr-Periode der letzten 1400 Jahre" war. Infolge der Temperaturerhöhung kommt es zum Klimawandel, der sich nicht nur "in der Erwärmung der Atmosphäre und des Ozeans“ äußert, sondern sich auch “in Veränderungen des globalen Wasserkreislaufs, in der Abnahme von Schnee und Eis" – zum Beispiel in der Arktis und bei der Mehrheit der Gletscher –, "im Anstieg des mittleren globalen Meeresspiegels und in Veränderungen einiger Klimaextreme" erkennen lässt. Das Deutsche Klimarechenzentrum (DKRZ) stellt in diesem Zusammenhang fest, dass nicht überall dieselben Folgen des Klimawandels zu beobachten sein werden: "In manchen Gebieten regnet es zukünftig mehr, in anderen weniger." Ebenso wird es "zu regional unterschiedlichen Änderungen des Meeresspiegels" kommen.

Das DKRZ weist zudem noch auf ein weiteres Problem hin: Die Ozeanversauerung. Seit mehr als zwei Millionen Jahren bietet das Oberflächenwasser des Ozeans unzähligen Arten von Organismen einen Lebensraum – unter nahezu konstanten chemischen Bedingungen. Die chemische Zusammensetzung des Meerwassers begünstigt jedoch die Aufnahme von CO2. Durch den hohen vom Menschen verursachten CO2-Ausstoß – allein 2014 gelangten 32,4 Milliarden Tonnen des Gases in die Atmosphäre – versauern die Meere (die etwa ein Drittel des anthropogenen CO2-Ausstoßes aufgenommen haben) schrittweise. Dies schädigt wiederum kalkbildende Organismen wie Muscheln, Schnecken, Korallen und gefährdet die Fischbestände der Weltmeere.

Datenquelle



Climatic Research Unit (CRU), University of East Anglia (UEA): www.cru.uea.ac.uk; IPCC 2014: Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger, in: Klimaänderung 2014: Synthesebericht. Beitrag der Arbeitsgruppen I, II und III zum Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen; IPCC 2013: Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger, in: Klimaänderung 2013: Wissenschaftliche Grundlagen. Beitrag der Arbeitsgruppe I zum Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen; Deutsches Klimarechenzentrum (DKRZ): www.dkrz.de; World Glacier Monitoring Service (WGMS): http://wgms.ch/latest-glacier-mass-balance-data

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change (Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen)

Um die Veränderung der globalen Durchschnittstemperatur zu ermitteln, existieren unterschiedliche Verfahren. Bei den hier verwendeten Daten wurden sowohl die bei den Landstationen gemessenen Lufttemperaturen als auch die von Schiffen und Bojen ermittelten Temperaturen der Meeresoberfläche kombiniert. Genauere Angaben zu den verschiedenen Messmethoden und die neusten Daten erhalten Sie unter: www.cru.uea.ac.uk/cru/data/temperature

Um Verzerrungen zu vermeiden, wurde als Bezugspunkt für die Schwankungsbreite die Durchschnittstemperatur der Jahre 1961 bis 1990 (14°C) gewählt. Auf diesen Zeitraum, in dem die Messungen überdurchschnittlich umfangreich waren und abgesichert sind, werden die Messungen der einzelnen Jahre bezogen und hier als Differenz dargestellt.

Erderwärmung

Differenz zwischen der globalen erdnahen Temperatur und der Durchschnittstemperatur der Jahre 1961 bis 1990 in °C, 1850 bis 2015

Jahr Differenz in °C Jahr Differenz in °C Jahr Differenz in °C
2015 0,746 1950 -0,172 1900 -0,200
2014 0,567 1949 -0,071 1899 -0,291
2013 0,499 1948 -0,037 1898 -0,416
2012 0,470 1947 -0,040 1897 -0,211
2011 0,422 1946 -0,070 1896 -0,189
2010 0,559 1945 0,030 1895 -0,393
2009 0,506 1944 0,152 1894 -0,406
2008 0,395 1943 0,001 1893 -0,474
2007 0,493 1942 -0,023 1892 -0,457
2006 0,505 1941 0,021 1891 -0,338
2005 0,544 1940 0,020 1890 -0,419
2004 0,450 1939 -0,047 1889 -0,173
2003 0,509 1938 -0,003 1888 -0,312
2002 0,496 1937 -0,024 1887 -0,419
2001 0,440 1936 -0,141 1886 -0,369
2000 0,295 1935 -0,173 1885 -0,391
1999 0,307 1934 -0,126 1884 -0,408
1998 0,536 1933 -0,269 1883 -0,295
1997 0,389 1932 -0,134 1882 -0,215
1996 0,182 1931 -0,083 1881 -0,206
1995 0,321 1930 -0,136 1880 -0,229
1994 0,206 1929 -0,350 1879 -0,232
1993 0,145 1928 -0,208 1878 0,035
1992 0,105 1927 -0,210 1877 -0,076
1991 0,254 1926 -0,106 1876 -0,380
1990 0,297 1925 -0,213 1875 -0,397
1989 0,121 1924 -0,293 1874 -0,374
1988 0,201 1923 -0,272 1873 -0,303
1987 0,191 1922 -0,302 1872 -0,227
1986 0,046 1921 -0,187 1871 -0,333
1985 -0,029 1920 -0,246 1870 -0,275
1984 -0,013 1919 -0,275 1869 -0,262
1983 0,193 1918 -0,335 1868 -0,231
1982 0,012 1917 -0,467 1867 -0,314
1981 0,140 1916 -0,388 1866 -0,245
1980 0,092 1915 -0,151 1865 -0,270
1979 0,056 1914 -0,248 1864 -0,490
1978 -0,063 1913 -0,428 1863 -0,276
1977 0,045 1912 -0,440 1862 -0,522
1976 -0,240 1911 -0,547 1861 -0,409
1975 -0,146 1910 -0,494 1860 -0,346
1974 -0,212 1909 -0,530 1859 -0,286
1973 0,064 1908 -0,516 1858 -0,466
1972 -0,068 1907 -0,470 1857 -0,460
1971 -0,186 1906 -0,288 1856 -0,352
1970 -0,027 1905 -0,382 1855 -0,271
1969 0,030 1904 -0,526 1854 -0,246
1968 -0,113 1903 -0,485 1853 -0,271
1967 -0,076 1902 -0,407 1852 -0,224
1966 -0,070 1901 -0,265 1851 -0,223
1965 -0,141 1850 -0,375
1964 -0,222
1963 0,048
1962 0,016
1961 0,039
1960 -0,049
1959 0,016
1958 0,046
1957 -0,005
1956 -0,265
1955 -0,190
1954 -0,132
1953 0,097
1952 0,030
1951 -0,052

Quelle: Climatic Research Unit (CRU), University of East Anglia (UEA): www.cru.uea.ac.uk


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