Verteilung der nachgewiesenen Kohle-Reserven
8.10.2010
Weltweit stieg der Verbrauch von Primärenergie zwischen 1980 und 2008 von 6.650 auf 11.300 Mio. t Öläquivalent. Nach Öl ist Kohle dabei durchgehend der wichtigste Energieträger – vor Erdgas, Wasserkraft und Kernenergie.
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Nach Angaben des Energiekonzerns British Petroleum (BP) stieg der weltweite Verbrauch von Primärenergie zwischen 1980 und 2008 von knapp 6.650 auf rund 11.300 Millionen Tonnen Öläquivalent. Nach Öl ist Kohle dabei durchgehend der wichtigste Energieträger – noch vor Erdgas, Wasserkraft und Kernenergie. Im Jahr 2008 hatte Kohle einen Anteil von 29,2 Prozent am gesamten Primärenergie-Verbrauch.
Regional ist die Bedeutung der Kohle teilweise noch höher: Die Region Asien-Pazifik deckte 2008 mehr als die Hälfte ihres Primärenergiebedarfs durch Kohle ab (51,0 Prozent). In keiner anderen Region war der Anteil eines einzelnen Energieträgers höher. Zudem lag der Anteil der Region Asien-Pazifik am weltweiten Kohleverbrauch bei 61,5 Prozent – keine andere Region hat einen vergleichbar hohen Anteil am Verbrauch eines einzelnen Energieträgers. Allein China war im Jahr 2008 für 42,6 Prozent des weltweiten Kohleverbrauchs verantwortlich. Mit deutlichem Abstand folgten die USA (17,1 Prozent) und Indien (7,0 Prozent).
Nachdem der Kohleverbrauch zwischen 1980 und 1990 um 23,5 Prozent gestiegen war (Gas: plus 36,5 Prozent, Öl: plus 5,7 Prozent), erhöhte er sich von 1990 bis 2000 um lediglich 4,7 Prozent (Gas: plus 23,6 Prozent, Öl: plus 12,8 Prozent). Danach setzte allerdings eine rasante Steigerung des Kohleverbrauchs ein: Zwischen 2000 und 2008 nahm der Verbrauch um 41,3 Prozent zu (Gas: plus 24,6 Prozent, Öl: plus 10,6 Prozent). Entsprechend stieg der Anteil der Kohle am weltweiten Primärenergie-Verbrauch zwischen 2000 und 2008 um 4,0 Prozentpunkte auf 29,2 Prozent. Einen höheren Anteil am Primärenergie-Verbrauch hatte die Kohle zuletzt Anfang der 1970er-Jahre.
Die weltweit nachgewiesenen Kohle-Reserven reduzierten sich zwischen 2004 und 2008 von 909 auf 826 Milliarden Tonnen – das entsprach einem Minus von 9,1 Prozent. Im asiatisch-pazifischen Raum war der absolute Rückgang mit 37,6 Milliarden Tonnen am höchsten (minus 12,7 Prozent). Es folgten Afrika mit 18,3 Milliarden Tonnen (minus 36,4 Prozent) und Europa und Eurasien mit 14,8 Milliarden Tonnen (minus 5,2 Prozent). Die einzige Region, in der sich die Reserven erhöhten, war der Nahe Osten (plus 230,8 Prozent) – allerdings war das Ausgangsniveau mit 0,4 Milliarden Tonnen sehr niedrig.
Laut Berechnungen von BP, bei denen die Kohle-Reserven des Jahres 2008 auf die jährliche Produktion bezogen werden, dauert es unter sonst gleichbleibenden Bedingungen und ohne eine Veränderung der Reserven noch etwa 122 Jahre bis die Kohle-Reserven komplett aufgebraucht sind. 2006 lag dieser Wert noch bei 147 Jahren, 2004 noch bei 164 Jahren. Diese massiven Veränderungen in wenigen Jahren zeigen, dass längerfristig auch Kohle nicht die Endlichkeit von Erdöl und Erdgas kompensieren kann. Zudem stellt auch sie keine klimapolitische Alternative dar.
Datenquelle
British Petroleum (BP): Statistical Review of World Energy, verschiedene Jahrgänge
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Zu den nachgewiesenen Kohle-Reserven zählen im Allgemeinen Mengen, die nach geologischen und ingenieurtechnischen Informationen aller Wahrscheinlichkeit nach aus den heute bekannten Vorkommen und unter den derzeitigen wirtschaftlichen und technischen Bedingungen künftig gefördert werden können.
Von den Reserven sind grundsätzlich die Ressourcen zu unterscheiden. Ressourcen sind zum einen die nachgewiesenen, aber derzeit technisch und/oder wirtschaftlich nicht gewinnbaren Mengen an Energierohstoffen, zum anderen die nicht nachgewiesenen, aber geologisch möglichen, künftig gewinnbaren Mengen an Energierohstoffen.
Informationen zur Knappheit erschöpfbarer Ressourcen finden Sie »hier...«
Primärenergie ist die von noch nicht weiterbearbeiteten Energieträgern stammende Energie. Primärenergieträger sind zum Beispiel Steinkohle, Braunkohle, Erdöl, Erdgas, Wasser, Wind, Kernbrennstoffe, Solarstrahlung und so weiter. Aus der Primärenergie wird durch Aufbereitung zum Beispiel in Kraftwerken oder Raffinerien die Endenergie (Sekundärenergie). Die Form der Energie, in der sie tatsächlich vom Anwender verwendet wird, wird Nutzenergie genannt. Ein Beispiel: Rohöl (Primärenergie) wird zu Heizöl (Endenergie/Sekundärenergie) wird zu Wärme (Nutzenergie).
Die hier gemachten Angaben zum Verbrauch von Primärenergie beziehen sich ausschließlich auf Öl, Kohle, Erdgas, Wasserkraft und Kernenergie. Brennstoffe wie Holz, Torf oder tierische Abfälle sowie Windenergie, Geothermie und Solarenergie gehören ebenfalls zur Primärenergie, sie wurden hier aber nicht statistisch erfasst.
Um den Verbrauch von Öl, Kohle, Erdgas, Wasserkraft und Kernenergie vergleichbar zu machen, wird der jeweilige Verbrauch auf den wichtigsten Brennstoff Öl bezogen und äquivalent (gleichwertig) in "Mio. Tonnen Öl" umgerechnet.
Tabelle: Verteilung der nachgewiesenen Kohle-Reserven
In absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 2004 und 2008*
| Kohle-Reserven, in Mrd. Tonnen |
||
| 2004 | 2008 | |
| Welt | 909,1 | 826,0 |
| Europa und Eurasien | 287,1 | 272,2 |
| asiatisch-pazifischer Raum | 296,9 | 259,3 |
| Nordamerika | 254,4 | 246,1 |
| Afrika | 50,3 | 32,0 |
| Mittel- und Südamerika | 19,9 | 15,0 |
| Naher Osten | 0,4 | 1,4 |
|
||
| Anteile an den weltweiten Reserven, in Prozent |
||
| 2004 | 2008 | |
| Welt | 100,0 | 100,0 |
| Europa und Eurasien | 31,6 | 33,0 |
| asiatisch-pazifischer Raum | 32,7 | 31,4 |
| Nordamerika | 28,0 | 29,8 |
| Afrika | 5,5 | 3,9 |
| Mittel- und Südamerika | 2,2 | 1,8 |
| Naher Osten | 0,05 | 0,17 |
* jeweils Jahresende
Quelle: British Petroleum (BP): Statistical Review of World Energy 2005, 2009
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