Zahlen und Fakten: Globalisierung

UN Friedenseinsätze

Laufende und vergangene Einsätze, uniformiertes Personal in absoluten Zahlen, Stand: März 2017

UN Friedenseinsätze

Quelle: United Nations: http://www.un.org/en/peacekeeping/
Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

1.10.2017
Die Friedenseinsätze der Vereinten Nationen (United Nations – UN) haben sich zu einem wichtigen Instrument des UN-Sicherheitsrats bei der Wahrnehmung seiner Verantwortung für den Frieden entwickelt. Seit 1948 wurden 71 Friedenseinsätze beschlossen. Anfang 2017 wurden 16 Einsätze durchgeführt. Dabei waren 82.700 Soldaten, 12.000 Polizisten, 1.800 Militärbeobachter sowie 17.000 Zivilpersonen im Einsatz. Anfang 2017 stellten 126 verschiedene Staaten das uniformierte Personal der Friedenseinsätze – die meisten stammten aus Äthiopien, Indien, Pakistan, Bangladesch und Ruanda. Das für die Friedenseinsätze veranschlagte Budget für den Zeitraum Juli 2016 bis Juni 2017 liegt bei 7,87 Milliarden US-Dollar. Rund drei Viertel der Kosten der Friedenseinsätze entfallen auf Einsätze in Afrika. 2016 hatten die zehn größten Beitragszahler einen Anteil von 80,2 Prozent an den finanziellen Aufwendungen – allein der Anteil der USA lag bei 28,6 Prozent.

Fakten



Bei einem klassischen Friedenseinsatz der Vereinten Nationen (United Nations – UN) werden leicht bewaffnete Soldaten oder unbewaffnete Militärbeobachter durch den Sicherheitsrat entsendet, um Waffenstillstandsabkommen zu überwachen und eine Pufferzone zwischen Konfliktparteien zu schaffen. Beim multidimensionalen Ansatz haben zivile Maßnahmen der Konfliktprävention und der Friedenskonsolidierung eine höhere Bedeutung. So zum Beispiel die Stabilisierung von Friedensvereinbarungen in der Übergangsphase nach Konflikten, die Unterstützung beim Aufbau demokratischer Institutionen, die Überwachung von Wahlen, die Rückführung von Flüchtlingen oder auch die Entwaffnung der Konfliktparteien. Neben dem militärischen Personal werden dann Polizisten und zivile Mitarbeiter (zum Beispiel im Bereich der Verwaltung) eingesetzt.

Das Scheitern der Friedenseinsätze der UN in Somalia, dem ehemaligen Jugoslawien und Ruanda führte nicht nur zu neuen Strategien bei den Friedenseinsätzen: Inzwischen ist bei den meisten Einsätzen die Anwendung militärischer Gewalt auch zur Verteidigung des Mandats (zum Beispiel zum Schutz der Zivilbevölkerung) und nicht nur zur Selbstverteidigung erlaubt.

Anfang 2017 führte das Department of Peacekeeping Operations (DPKO) 16 unterschiedliche Einsätze durch – davon neun in Afrika, drei im Mittleren Osten, zwei in Europa, jeweils eine in Amerika und in der Region Asien-Pazifik. Der erste Friedenseinsatz startete im Mai 1948 (UNTSO im Mittleren Osten). Seitdem wurden 71 Friedenseinsätze beschlossen. Bis März 2017 kamen bei den Friedenseinsätzen und -missionen sowie bei den politischen Missionen 3.553 Personen, die für die UN im Einsatz waren, ums Leben.

Ende 2016 lag die Zahl der Personen, die im Rahmen der 16 Friedenseinsätze im Einsatz waren, auf einem sehr hohen Niveau: 96.477 Uniformierte (82.712 Soldaten, 11.944 Polizisten und 1.821 Militärbeobachter) sowie 16.917 Zivilpersonen – zusammen 113.394 Personen. Im Februar 2017 stellten 126 verschiedene Staaten das uniformierte Personal der Friedenseinsätze. Die meisten Soldaten, Polizisten und Militärbeobachter stammten dabei aus Äthiopien (8.321), Indien (7.606), Pakistan (7.128), Bangladesch (6.900), Ruanda (6.137), Nepal (5.212), Burkina Faso (2.993), Indonesien (2.871), dem Senegal (2.837) sowie aus Ghana (2.794) – allein diese zehn Staaten stellten mit 53,9 Prozent mehr als die Hälfte des uniformierten Personals.

Die Einsätze werden von allen UN-Mitgliedern finanziert. Die Generalversammlung legt den genauen Finanzierungsschlüssel fest. Prinzipiell bestimmen ökonomische Faktoren wie zum Beispiel das Bruttonationaleinkommen und die Schuldenlast die Höhe des Beitrags der einzelnen Staaten. Statistisch werden dabei Zeiträume von bis zu sechs Jahren erfasst. Staaten mit einem niedrigen Pro-Kopf-Einkommen erhalten Abschläge und Staaten mit einem hohen Pro-Kopf-Einkommen Zuschläge auf den Beitragssatz. Zudem beteiligen sich die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats, wegen ihrer Gesamtverantwortung im UN-System, stärker an der Finanzierung.

Das für die Friedenseinsätze veranschlagte Budget für den Zeitraum Juli 2016 bis Juni 2017 liegt bei 7,87 Milliarden US-Dollar. Rund drei Viertel der Kosten der Friedenseinsätze entfallen auf Afrika, insbesondere auf die Einsätze in der Demokratischen Republik Kongo, im Südsudan und Sudan, in Mali sowie in der Zentralafrikanischen Republik (Anteil Top 5: 66,2 Prozent).

2016 hatten die zehn größten Beitragszahler einen Anteil von 80,2 Prozent an den finanziellen Aufwendungen: USA (28,6 Prozent), China (10,3 Prozent), Japan (9,7 Prozent), Deutschland (6,4 Prozent), Frankreich (6,3 Prozent), das Vereinigte Königreich (5,8 Prozent), Russland (4,0 Prozent), Italien (3,7 Prozent), Kanada (2,9 Prozent) und Spanien (2,4 Prozent). Zusätzlich zu den finanziellen Aufwendungen unterstützen viele Staaten die Friedenseinsätze auch mit Leistungen, die über ihre festgelegten Verpflichtungen hinausgehen (zum Beispiel Transportleistungen, Materialaufwendungen und Personal).

Datenquelle



United Nations: http://www.un.org/en/peacekeeping/

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Der UN-Sicherheitsrat kann als einziges Gremium für alle UN-Mitglieder bindende Beschlüsse fassen. Der Sicherheitsrat hat 15 Mitglieder: Fünf ständige Mitglieder (China, Frankreich, Russland, die USA und das Vereinigte Königreich) und zehn weitere Mitglieder, die von der Generalversammlung für jeweils zwei Jahre gewählt werden. Weitere Informationen zu den Vereinten Nationen/United Nations und zum Sicherheitsrat erhalten Sie hier...

Das Bruttonationaleinkommen (BNE, früher BSP) wird berechnet, indem vom Bruttoinlandsprodukt die an das Ausland fließenden Löhne und Gewinne (Faktoreinkommen) abgezogen und entsprechend die vom Ausland ans Inland fließenden Faktoreinkommen addiert werden.

Internationale Verträge – Klimaschutz

Klimarahmenkonvention, Übereinkommen von Paris, Stand: 29.08.2017

Ratifizierung der
Klimarahmenkonvention und
des Übereinkommens von Paris1
Ratifizierung der
Klimarahmenkonvention2
Andorra Angola
Antigua und Barbuda Äquatorialguinea
Argentinien Bhutan
Armenien Burundi
Aserbaidschan Cabo Verde
Äthiopien Demokratische Republik Kongo
Australien Dominikanische Republik
Bahamas Ecuador
Bahrain Eritrea
Bangladesch Guinea-Bissau
Barbados Irak
Belarus Iran
Belgien Jemen
Belize Kirgisistan
Benin Kolumbien
Bolivien Kuwait
Bosnien und Herzegowina Libanon
Botsuana Liberia
Brasilien Libyen
Brunei Darussalam Liechtenstein
Bulgarien Mazedonien, ehem. j.R.
Burkina Faso Montenegro
Chile Mosambik
China Myanmar
Albanien Nicaragua
Cookinseln Oman
Costa Rica Russland
Côte d'Ivoire San Marino
Dänemark Schweiz
Deutschland Südsudan
Dominica Suriname
Algerien Syrien
Dschibuti Tansania
El Salvador Trinidad und Tobago
Estland Tschechische Republik
Europäische Union (EU) Türkei
Fidschi Usbekistan
Afghanistan
Ägypten
Finnland
Frankreich
Gabun
Gambia
Georgien
Ghana
Grenada
Griechenland
Guatemala
Guinea
Guyana
Haiti
Honduras
Indien
Indonesien
Irland
Island
Israel
Italien
Jamaika
Japan
Jordanien
Kambodscha
Kamerun
Kanada
Kasachstan
Katar
Kenia
Kiribati
Komoren
Kongo
Kroatien
Kuba
Laos
Lesotho
Lettland
Litauen
Luxemburg
Madagaskar
Malawi
Malaysia
Malediven
Mali
Malta
Marokko
Marshallinseln
Mauretanien
Mauritius
Mexiko
Mikronesien
Monaco
Mongolei
Namibia
Nauru
Nepal
Neuseeland
Niederlande
Niger
Nigeria
Niue
Nordkorea
Norwegen
Österreich
Pakistan
Palästina
Palau
Panama
Papua-Neuguinea
Paraguay
Peru
Philippinen
Polen
Portugal
Republik Moldau
Ruanda
Rumänien
Salomonen
Sambia
Samoa
São Tomé und Príncipe
Saudi-Arabien
Schweden
Senegal
Serbien
Seychellen
Sierra Leone
Simbabwe
Singapur
Slowakei
Slowenien
Somalia
Spanien
Sri Lanka
St. Kitts und Nevis
St. Lucia
St. Vincent und die Grenadinen
Südafrika
Sudan
Südkorea
Swasiland
Tadschikistan
Thailand
Timor-Leste
Togo
Tonga
Tschad
Tunesien
Turkmenistan
Tuvalu
Uganda
Ukraine
Ungarn
Uruguay
USA
Vanuatu
Venezuela
Vereinigte Arabische Emirate
Vereinigtes Königreich
Vietnam
Zentralafrikanische Republik
Zypern

1 Klimarahmenkonvention – United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC)

2 mit Ausnahme von Nicaragua und Syrien haben alle aufgeführten Staaten das Übereinkommens von Paris unterzeichnet, jedoch noch nicht ratifiziert / Klimarahmenkonvention – United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC).


Quelle: United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC): www.unfccc.int


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