Familienhaushalte nach Ländern und Familienform
14.6.2008
Während zwischen 1996 und 2006 die Zahl der Ehepaare mit Kindern um 16 Prozent auf 6,5 Millionen zurückging, stieg die der alternativen Familienformen um 30 Prozent auf 2,3 Millionen.
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Im Jahr 2006 gab es in Deutschland insgesamt 8,8 Millionen Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind. Während zwischen 1996 und 2006 die Zahl der Ehepaare mit Kindern um 16 Prozent auf 6,5 Millionen zurückging, stieg die der alternativen Familienformen – also Alleinerziehende und Lebensgemeinschaften mit Kindern – um 30 Prozent auf 2,3 Millionen. Trotz der wachsenden Bedeutung alternativer Familienformen machten Ehepaare mit Kindern immer noch knapp drei Viertel (73,9 Prozent) der Familien in Deutschland aus. Ihr Anteil an allen Familien variierte in den Ländern von 53,0 Prozent in Berlin bis 80,1 Prozent in Baden-Württemberg.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatten alternative Familienformen in Ostdeutschland im Jahr 2006 einen Anteil von 42,3 Prozent an den Familien insgesamt. Dabei waren 16,9 Prozent Lebensgemeinschaften mit Kindern und 25,4 Prozent Alleinerziehenden-Haushalte. In Westdeutschland lag der Anteil alternativer Familienformen bei lediglich 22,5 Prozent – 5,5 Prozent waren Lebensgemeinschaften mit Kindern, 16,9 Prozent Alleinerziehenden-Haushalte.
Auf Länderebene war der Anteil der Lebensgemeinschaften mit Kindern an allen Familien im Jahr 2006 in den ostdeutschen Ländern am größten: Thüringen hatte dabei mit 13,9 Prozent den niedrigsten und Sachsen mit 19,4 Prozent den höchsten Wert. In Westdeutschland lag der entsprechende Anteil zwischen 5,1 Prozent in Baden-Württemberg und 7,7 Prozent in Schleswig-Holstein.
Der Anteil der Alleinerziehenden-Haushalte an allen Familienhaushalten in Deutschland war im Jahr 2006 in den Stadtstaaten sowie in den ostdeutschen Ländern auffällig hoch. Während der Anteil in Hamburg (25,6 Prozent) und Bremen (27,3 Prozent) bei über einem Viertel und in Berlin bei fast einem Drittel (32,1 Prozent) lag, lag er in Ostdeutschland zwischen 22,2 Prozent in Sachsen und 25,1 in Mecklenburg-Vorpommern.
Bereits 1996 war der Anteil alternativer Familienformen an allen Familien in Berlin mit 34 Prozent am höchsten. Am niedrigsten war er mit 15 Prozent in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung,
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushaltsbefragung in Europa. Als Familien gelten hier ausschließlich Eltern-Kind-Gemeinschaften mit mindestens einem minderjährigen und gegebenenfalls weiteren minder- oder volljährigen Kindern im Haushalt. Die hier gemachten Angaben beziehen sich auf die Zahl der Haushalte und nicht auf die Anzahl der Familienmitglieder.
Grundlage für die Darstellung ist hier die Bevölkerung in Familien/Lebensformen am Hauptwohnsitz.
Tabelle: Familienhaushalte nach Ländern und Familienform
Anteile an allen Familienhaushalten der Länder in Prozent, 2006
| Ehepaare | Lebens- gemeinschaften |
Allein- erziehende |
|
| Baden-Württemberg | 80,1 | 5,1 | 14,8 |
| Nordrhein-Westfalen | 77,9 | 5,4 | 16,6 |
| Bayern | 77,8 | 5,5 | 16,7 |
| Rheinland-Pfalz | 76,8 | 6,5 | 16,7 |
| Niedersachsen | 77,3 | 5,6 | 17,0 |
| Hessen | 77,5 | 5,2 | 17,2 |
| Schleswig-Holstein | 73,2 | 7,7 | 19,0 |
| Saarland | 77,3 | –* | 19,1 |
| Sachsen | 58,4 | 19,4 | 22,2 |
| Brandenburg | 59,4 | 17,3 | 22,8 |
| Sachsen-Anhalt | 58,4 | 17,3 | 24,2 |
| Thüringen | 61,4 | 13,9 | 24,2 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 56,1 | 18,1 | 25,1 |
| Hamburg | 68,0 | 6,4 | 25,6 |
| Bremen | 66,7 | –* | 27,3 |
| Berlin | 53,0 | 14,5 | 32,1 |
| Deutschland | 73,9 | 7,6 | 18,5 |
| Westdeutschland, ohne Berlin | 77,5 | 5,5 | 16,9 |
| Ostdeutschland, mit Berlin | 57,7 | 16,9 | 25,4 |
* keine Angaben, da Zahlenwert nicht sicher genug
Quelle: Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung, Familien in Deutschland
