Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland
1.4.2018

Zuzug von (Spät-)Aussiedlern und ihren Familienangehörigen

In absoluten Zahlen, nach Herkunftsgebieten, 1950 bis 2016

Quelle: Bundesverwaltungsamt: www.bva.bund.de
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Im Jahr 2016 lebten 3,2 Millionen (Spät-)Aussiedler in Deutschland. Die meisten stammen aus Polen (642.000), Kasachstan (582.000), Russland (580.000) und Rumänien (223.000). Dabei erreichte die Zuwanderung in den Jahren 1989/1990 mit 377.000 bzw. 397.000 Zuzügen ihren Höhepunkt. Aber auch in den Folgejahren (bis 1999) wanderten jedes Jahr mehr als 100.000 Personen als (Spät-)Aussiedler ein. 2016 lag die Zahl bei 6.588. Während in dem Zeitraum 1950 bis 1989 die meisten (Spät-)Aussiedler aus Polen stammten, wandern seit 1990 die meisten (Spät-)Aussiedler aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion ein.

Fakten

Zwischen 1950 und 2016 wanderten mehr als viereinhalb Millionen Menschen im Rahmen des (Spät-)Aussiedlerzuzugs nach Deutschland ein (4.529.758) – davon zweieinhalb Millionen seit 1990. Im Mikrozensus 2016 gaben 3,2 Millionen zugewanderte Deutsche (einschließlich zeitgleich eingereister Ehegatten und Kinder) an, mit dem Aussiedler- bzw. Spätaussiedlerstatus nach Deutschland eingereist zu sein. Die meisten (Spät-)Aussiedler kommen aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion (2016: 1,5 Mio.) – darunter vor allem aus Kasachstan (582.000) und aus Russland (580.000). Daneben sind Polen (642.000) und Rumänien (223.000) wichtige Herkunftsländer.

Nachdem die Zuwanderung von Personen, die entweder als Aussiedler oder Spätaussiedler einschließlich ihrer Angehörigen nach Deutschland kamen, in den Jahren 1989/1990 ihren Höhepunkt erreichte (377.000 bzw. 397.000), sind die Zuzugszahlen in den Folgejahren kontinuierlich zurückgegangen. Im Jahr 2000 sank der Zuzug erstmals seit Ende der 1980er-Jahre auf unter 100.000 Personen. 2012 wurde mit 1.817 Personen der niedrigste (Spät-)Aussiedlerzuzug seit Beginn der Aussiedleraufnahme im Jahr 1950 registriert. Seitdem sind die Zuzugszahlen langsam aber stetig gestiegen – auf zuletzt 6.588 im Jahr 2016. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nennt mehrere Gründe für den Rückgang der (Spät-)Aussiedlerzahlen: Die Abnahme des Zuzugspotenzials, die Änderung der Aufnahmevoraussetzungen (zum Beispiel die Einführung von Sprachstandstests) sowie auch die Beseitigung der Ursachen für die Auswanderung.

Nicht nur die Größenordnung, sondern auch die Zusammensetzung des (Spät-) Aussiedlerzuzuges nach Herkunftsgebieten hat sich seit Beginn der 1990er-Jahre stark verändert. In den Jahren 1950 bis 1959 kamen noch zwei Drittel aller Aussiedler aus Polen (66,7 Prozent der 438.000 Aussiedler) und auch in den drei folgenden Jahrzehnten war es mindestens die Hälfte. Zudem stammte im Zeitraum 1960 und 1969 jeder vierte Aussiedler aus der ehemaligen Tschechoslowakei (25,2 Prozent der 222.000 Aussiedler) und in den Jahren 1970 bis 1979 jeder Fünfte aus Rumänien (20,1 Prozent der 355.000 Aussiedler). Kamen im Zeitraum 1980 bis 1989 noch 633.000 der 984.000 Aussiedler aus Polen (64,3 Prozent), stammen seit 1990 die meisten (Spät-)Aussiedler aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Bezogen auf den Zeitraum 1992 bis 2016 stammten 95,8 Prozent der 1,9 Millionen (Spät-)Aussiedler aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Die meisten Personen kamen dabei aus Kasachstan (935.000), Russland (712.000), Kirgisistan (74.000), der Ukraine (44.000) sowie aus Usbekistan (27.000).

Datenquelle

Bundesverwaltungsamt: www.bva.bund.de; Statistisches Bundesamt: Mikrozensus – Bevölkerung mit Migrationshintergrund

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

(Spät-)Aussiedler/innen: Spätaussiedler sind im amtlichen Sprachgebrauch seit dem 1. Januar 1993 Menschen, die im Rahmen eines Aufnahmeverfahrens als deutsche Volkszugehörige nach Deutschland übergesiedelt sind. Vorher wurden sie nach dem Bundesvertriebenengesetz als Aussiedler bezeichnet. Der Begriff umfasst vor allem die Angehörigen von deutschen Minderheiten, deren Familien teilweise seit Generationen in Ostmitteleuropa, Osteuropa, Südosteuropa und teilweise in Asien gelebt haben und die verstärkt seit 1989 in die Bundesrepublik Deutschland eingereist sind. Die statistische Erfassung der (Spät-)Aussiedleraufnahme findet personenbezogen beim Bundesverwaltungsamt statt.

Für weitere Informationen siehe § 4 des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG): https://www.gesetze-im-internet.de/bvfg/__4.html

Zuzug von (Spät-)Aussiedlern und ihren Familienangehörigen

Nach Herkunftsgebieten, in absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 1950 bis 2016

1

insgesamt ehem.
Sowjetunion
Polen Rumänien
in abs. Zahlen
1950-2016 4.529.758 2.382.174 1.445.210 430.330
 
2010-2016 27.097 26.838 135 115
2000-2009 474.276 469.906 2.701 1.535
1990-1999 2.029.176 1.630.107 204.078 186.354
1980-1989 984.087 176.565 632.803 151.161
1970-1979 355.381 56.583 202.718 71.417
1960-1969 221.516 8.571 110.618 16.294
1950-1959 438.225 13.604 292.157 3.454
insgesamt ehem.
Sowjetunion
Polen Rumänien
Anteile, in Prozent
1950-2016 100,0 52,6 31,9 9,5
 
2010-2016 100,0 99,0 0,5 0,4
2000-2009 100,0 99,1 0,6 0,3
1990-1999 100,0 80,3 10,1 9,2
1980-1989 100,0 17,9 64,3 15,4
1970-1979 100,0 15,9 57,0 20,1
1960-1969 100,0 3,9 49,9 7,4
1950-1959 100,0 3,1 66,7 0,8

1

ehem.
Tschecho-
slowakei
ehem.
Jugoslawien
Ungarn sonstige
in abs. Zahlen
1950-2016 104.627 90.370 21.419 55.628
 
2010-2016 7 0 0 2
2000-2009 69 36 23 6
1990-1999 3.452 2.222 2.802 161
1980-1989 12.727 3.282 6.622 927
1970-1979 12.278 6.205 3.757 2.423
1960-1969 55.733 21.108 3.815 5.377
1950-1959 20.361 57.517 4.400 46.732
ehem.
Tschecho-
slowakei
ehem.
Jugoslawien
Ungarn sonstige
Anteile, in Prozent
1950-2016 2,3 2,0 0,5 1,2
 
2010-2016 0,0 0,0 0,0 0,0
2000-2009 0,0 0,0 0,0 0,0
1990-1999 0,2 0,1 0,1 0,0
1980-1989 1,3 0,3 0,7 0,1
1970-1979 3,5 1,7 1,1 0,7
1960-1969 25,2 9,5 1,7 2,4
1950-1959 4,6 13,1 1,0 10,7

Quelle: Bundesverwaltungsamt: www.bva.bund.de


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