Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

1.7.2013
Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zwischen 1992 und 2005 an Bedeutung verloren und zwischen 2005 und 2012 an Bedeutung gewonnen.

Sozialversicherungspflichtig BeschäftigteKlicken Sie auf die Grafik, um das PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten



Innerhalb der Gruppe der Erwerbstätigen spielen die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine besondere Rolle: Einerseits tragen sie maßgeblich zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme bei, andererseits erwerben sie über ihre Beitragszahlungen auch Leistungsansprüche.

Während zwischen 1992 und 2012 die Erwerbstätigenzahl in Deutschland um 9,0 Prozent stieg, ging die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 1,4 Prozent zurück. Allerdings bestehen in diesem Zusammenhang nicht nur große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, sondern es müssen auch zwei Phasen unterschieden werden: Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zwischen 1992 und 2005 an Bedeutung verloren und zwischen 2005 und 2012 an Bedeutung gewonnen.

In Westdeutschland stieg die Erwerbstätigenzahl zwischen 1992 und 2005 um 4,1 Prozent. Parallel sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 6,4 Prozent. Im Zeitraum 2005 bis 2012 nahm die Erwerbstätigenzahl nochmals um 7,0 Prozent zu, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wuchs mit einem Plus von 10,6 Prozent aber deutlich stärker. Entsprechend fiel der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an allen Erwerbstätigen zwischen 1992 und 2005 von 74,1 auf 66,7 Prozent und erhöhte sich bis zum Jahr 2012 auf 68,9 Prozent. Der Anstieg der Erwerbstätigkeit in den Jahren 2011 und 2012 wurde überwiegend vom Aufbau voll sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungen getragen.

Auch für Ostdeutschland lässt sich die zunächst ab- und dann wieder zunehmende Bedeutung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung feststellen. Der Unterschied zu Westdeutschland besteht darin, dass der Rückgang in den Jahren 1992 bis 2005 erheblich größer ausfiel: Während in diesem Zeitraum die Erwerbstätigenzahl um 6,0 Prozent sank, ging parallel die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 25,6 Prozent zurück. Zwischen 2005 und 2012 nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dann stärker zu als die Zahl der Erwerbstätigen (9,9 gegenüber 5,7 Prozent). Der Rückgang zwischen 1992 und 2005 konnte dadurch jedoch nicht kompensiert werden: Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an allen Erwerbstätigen fiel zwischen 1992 und 2005 von 87,5 auf 69,3 Prozent und erhöhte sich bis zum Jahr 2012 nur noch auf 72,1 Prozent.

Im Jahr 2012 gingen in Deutschland 28,92 Millionen Personen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach – davon 23,46 Millionen in Westdeutschland (81,1 Prozent) und 5,46 Millionen in Ostdeutschland (18,9 Prozent). 1992 entfielen lediglich 77,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf Westdeutschland. Weiter waren im Jahr 2012 15,63 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte männlich (54,0 Prozent) und 13,29 Millionen weiblich (46,0 Prozent). 4,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten waren Auszubildende – insgesamt 1,38 Millionen. Die Zahl der ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag 2012 bei 2,23 Millionen – darunter 511.329 Personen aus der Türkei (22,9 Prozent), 198.101 aus Italien (8,9 Prozent), 178.544 aus Polen (8,0 Prozent), 101.091 aus Griechenland (4,5 Prozent) und 85.553 aus Kroatien (3,8 Prozent). 43,7 Prozent aller ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stammten aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union.

Mehr als ein Fünftel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeitete 2012 im Verarbeitenden Gewerbe (22,5 Prozent), 14,4 Prozent entfielen auf den Bereich "Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen" und 12,7 Prozent waren im Gesundheits- und Sozialwesen beschäftigt.

Datenquelle



Bundesagentur für Arbeit (BA): Arbeitsmarkt 2011, Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Staatsangehörigkeiten und Geschlecht; Statistisches Bundesamt: www.destatis.de

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte umfassen alle Arbeitnehmer, die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung sind oder für die Beitragsanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung oder nach dem Recht der Arbeitsförderung zu zahlen sind; dazu gehören auch insbesondere Auszubildende, Altersteilzeitbeschäftigte, Praktikanten, Werkstudenten und Personen, die aus einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis zur Ableistung von gesetzlichen Dienstpflichten (zum Beispiel Wehrübung) einberufen werden. Nicht einbezogen sind dagegen Beamte, Selbstständige, mithelfende Familienangehörige, Berufs- und Zeitsoldaten, Wehr- und Zivildienstleistende sowie ausschließlich geringfügig entlohnte Beschäftigte.

Informationen zum Thema "atypische Beschäftigung/Normalarbeitsverhältnis" erhalten Sie hier...

Tabelle: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte



In absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 1992 bis 2012*

  Deutschland Westdeutschland Ostdeutschland
in Tsd.
1992 29.325 22.646 6.679
1993 28.596 22.242 6.354
1994 28.238 21.897 6.341
1995 28.118 21.763 6.355
1996 27.739 21.536 6.203
1997 27.280 21.321 5.959
1998 27.208 21.330 5.878
1999 27.483 21.646 5.837
2000 27.826 22.098 5.727
2001 27.817 22.267 5.550
2002 27.571 22.183 5.389
2003 26.955 21.730 5.224
2004 26.524 21.412 5.112
2005 26.178 21.206 4.972
2006 26.354 21.340 5.014
2007 26.855 21.737 5.117
2008 27.458 22.239 5.219
2009 27.380 22.164 5.216
2010 27.710 22.414 5.297
2011 28.381 22.989 5.392
2012 28.921 23.458 5.463

 

  Anteile an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, in Prozent Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an allen Erwerbstätigen,
in Prozent
Westdeutschland Ostdeutschland Westdeutschland Ostdeutschland
1992 77,2 22,8 74,1 87,5
1993 77,8 22,2 73,6 85,0
1994 77,5 22,5 72,9 83,2
1995 77,4 22,6 72,4 81,9
1996 77,6 22,4 71,6 80,7
1997 78,2 21,8 70,7 78,8
1998 78,4 21,6 69,7 77,8
1999 78,8 21,2 69,5 77,0
2000 79,4 20,6 69,4 75,9
2001 80,0 20,0 69,4 74,8
2002 80,5 19,5 69,4 73,9
2003 80,6 19,4 68,5 72,5
2004 80,7 19,3 67,3 70,8
2005 81,0 19,0 66,7 69,3
2006 81,0 19,0 66,8 69,3
2007 80,9 19,1 66,9 69,6
2008 81,0 19,0 67,5 70,4
2009 80,9 19,1 67,3 70,2
2010 80,9 19,1 67,7 70,9
2011 81,0 19,0 68,4 71,9
2012 81,1 18,9 68,9 72,1

* jeweils Ende Juni, Inlandskonzept

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA): Arbeitsmarkt 2011; Statistisches Bundesamt: www.destatis.de


Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/de/

counter