Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

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3.6.2013

Arbeitslosigkeit nach Ländern

Von dem Problem der Arbeitslosigkeit sind die einzelnen Bundesländer sehr unterschiedlich betroffen. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2012 zwischen 4,2 Prozent in Bayern und 14,5 Prozent in Berlin.

Arbeitslosigkeit nach LändernKlicken Sie auf die Grafik, um das PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten

Von dem Problem der Arbeitslosigkeit sind die einzelnen Bundesländer sehr unterschiedlich betroffen. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen – lag im Jahr 2012 zwischen 4,2 Prozent in Bayern und 14,5 Prozent in Berlin. In den ostdeutschen Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen sowie im Stadtstaat Bremen lag die Arbeitslosenquote ebenfalls bei mehr als 10 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Ostdeutschland lag im Jahr 2012 bei 11,9 Prozent und war damit fast doppelt so hoch wie in Westdeutschland (6,6 Prozent). Unter den Flächenstaaten in Westdeutschland hatte im selben Jahr Nordrhein-Westfalen mit 8,9 Prozent die höchste Arbeitslosenquote. Von den insgesamt 2,90 Millionen Arbeitslosen in Deutschland waren 31,0 Prozent in Ostdeutschland und 69,0 Prozent in Westdeutschland gemeldet.

Mit 4,86 Millionen erreichte die Zahl der Arbeitslosen im Jahr 2005 bundesweit ihren höchsten Stand. Seitdem ist sie nicht nur deutschlandweit, sondern auch in allen Bundesländern erheblich gesunken. Relativ am stärksten sanken die absoluten Zahlen der Arbeitslosen zwischen 2005 und 2012 in Thüringen (minus 52,7 Prozent), Bayern (minus 50,7 Prozent) und Sachsen (minus 48,3 Prozent). Am niedrigsten – dabei aber immer noch hoch – war der Rückgang der absoluten Arbeitslosenzahlen in Hamburg (minus 28,3 Prozent), Nordrhein-Westfalen (minus 30,7 Prozent) und Bremen (minus 30,8 Prozent). Bundesweit reduzierte sich die Arbeitslosenzahl um 40,4 Prozent, wobei der Rückgang in Ostdeutschland (minus 44,4 Prozent) über dem in Westdeutschland lag (minus 38,4 Prozent).

Ebenfalls auf den Zeitraum 2005 bis 2012 bezogen, machten die Arbeitslosenquoten der ostdeutschen Länder die größten Sprünge: In Sachsen-Anhalt verringerte sich die Quote von 21,7 auf 12,4 Prozent, also um 9,3 Prozentpunkte. Auch in Thüringen (minus 9,2 Prozentpunkte), Sachsen (minus 9,1 Prozentpunkte), Mecklenburg-Vorpommern (minus 8,9 Prozentpunkte) sowie Brandenburg (minus 8,6 Prozentpunkte) war der Rückgang überdurchschnittlich hoch. Der relative Rückgang der Arbeitslosenquote war in Bayern (minus 52,8 Prozent), Thüringen (minus 49,5 Prozent) und Sachsen (minus 45,5 Prozent) am höchsten.

Die Höhe der Arbeitslosenquote fällt nicht nur zwischen den Ländern unterschiedlich aus, auch innerhalb der Länder bestehen zum Teil erhebliche regionale Unterschiede. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag beispielsweise im Jahr 2012 die Arbeitslosenquote in den Arbeitsagenturen der Regionaldirektion Nord zwischen 5,0 und 14,7 Prozent (Bad Oldesloe bzw. Neubrandenburg). Auch in Nordrhein-Westfalen – wo rund ein Viertel aller Arbeitslosen gemeldet sind – lag die Arbeitslosenquote bei den Agenturen für Arbeit zwischen 3,8 und 13,1 Prozent (Coesfeld bzw. Dortmund).

Die höchste Arbeitslosenquote entfiel im Jahr 2012 mit 14,7 Prozent auf den Agenturbezirk Neubrandenburg in der Regionaldirektion Nord, gefolgt von Sangerhausen (14,0 Prozent) und Weißenfels (13,4 Prozent) in der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen sowie Dortmund (13,1 Prozent) in Nordrhein-Westfalen. Auf der anderen Seite lag die Arbeitslosenquote in den Agenturbezirken Freising und Ingolstadt in Bayern bei lediglich 2,2 Prozent. Und auch in den bayerischen Agenturbezirken Donauwörth, Ansbach und Regensburg lag die Quote bei weniger als 3 Prozent.

Datenquelle

Bundesagentur für Arbeit (BA): Arbeitslosigkeit im Zeitverlauf 2012, Arbeitslosigkeit im Zeitverlauf 02/2013

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Arbeitslose sind nach § 16 SGB III Personen, die
- vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen oder nur eine weniger als 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung ausüben,
- eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung suchen,
- den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters zur Verfügung stehen, also arbeitsfähig und -bereit sind,
- in der Bundesrepublik Deutschland wohnen,
- nicht jünger als 15 Jahre sind und die Altersgrenze für den Renteneintritt noch nicht erreicht haben,
- sich persönlich bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter arbeitslos gemeldet haben.

Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gelten nicht als arbeitslos.

Die Arbeitslosenquote entspricht dem prozentualen Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen. Die Erwerbspersonen setzen sich aus den Erwerbstätigen und den Arbeitslosen zusammen. Je nach Definition werden die Arbeitslosen auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen oder auf alle zivilen Erwerbspersonen bezogen.

Alle abhängigen zivilen Erwerbspersonen ergeben sich aus der Summe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (einschließlich Auszubildender), der geringfügig Beschäftigten, der Beamten (ohne Soldaten und Soldatinnen), der Personen in Arbeitsgelegenheiten (Mehraufwandvariante), der Grenzpendler sowie der Arbeitslosen. Diese Art der Quotenberechnung hat in Deutschland die längere Tradition.

Alle zivilen Erwerbspersonen ergeben sich aus der Summe der abhängigen zivilen Erwerbspersonen sowie der Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen.

Tabelle: Arbeitslosigkeit nach Ländern

Arbeitslose in absoluten Zahlen und Arbeitslosenquoten in Prozent, 2012

  Arbeitslose Anteil der
Arbeitslosen an den abhängigen zivilen Erwerbspersonen,
in Prozent
Anteil der
Arbeitslosen an
allen zivilen Erwerbspersonen,
in Prozent
Berlin 215.353 14,5 12,3
Mecklenburg-Vorpommern 101.891 13,2 12,0
Sachsen-Anhalt 136.678 12,4 11,5
Bremen 36.826 12,3 11,2
Brandenburg 136.115 11,3 10,2
Sachsen 207.796 10,9 9,8
Thüringen 99.316 9,4 8,5
Nordrhein-Westfalen 733.276 8,9 8,1
Hamburg 70.435 8,6 7,5
Schleswig-Holstein 100.048 7,7 6,9
Niedersachsen 264.533 7,3 6,6
Saarland 34.283 7,3 6,7
Hessen 178.320 6,4 5,7
Rheinland-Pfalz 111.079 5,9 5,3
Baden-Württemberg 222.196 4,4 3,9
Bayern 248.840 4,2 3,7
 
Deutschland 2.896.985 7,6 6,8
Westdeutschland 1.999.837 6,6 5,9
Ostdeutschland 897.148 11,9 10,7

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA): Arbeitslosigkeit im Zeitverlauf 2012

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