Zahlen und Fakten: Die soziale Situation in Deutschland

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9.11.2013

Beschäftigte im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen zählt zu den wichtigsten Beschäftigungszweigen in Deutschland. 2011 arbeiteten 12,0 Prozent aller Erwerbstätigen in diesem Sektor – zwölfmal so viele wie beispielsweise in der Chemischen Industrie.

Beschäftigte im Gesundheitswesen.Klicken Sie auf die Grafik, um das PDF zu öffnen. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Fakten

Das Gesundheitswesen zählt zu den wichtigsten Beschäftigungszweigen in Deutschland. 2011 arbeiteten 12,0 Prozent aller Erwerbstätigen in diesem Sektor – zwölfmal so viele wie beispielsweise in der Chemischen Industrie. Zwischen 2000 und 2011 nahm die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen von 4,12 auf 4,92 Millionen zu (plus 19,6 Prozent). Da sich parallel die Zahl der Teilzeitbeschäftigten in diesem Bereich von 1,07 auf 1,59 Millionen erhöhte (plus 48,7 Prozent), nahm die in Vollzeitäquivalenten bezifferte Beschäftigtenzahl lediglich um 418.000 beziehungsweise um 12,7 Prozent zu. Anders ausgedrückt nimmt die Zahl der im Gesundheitswesen Beschäftigten zwar absolut zu, die Beschäftigten arbeiten aber im Durchschnitt weniger Stunden. In der Folge erhöht sich das Arbeitsvolumen langsamer als die Steigerung der Beschäftigungszahlen vermuten lässt.

Im Jahr 2011 arbeiteten 2,16 Millionen Personen beziehungsweise 43,9 Prozent des gesamten Gesundheitspersonals in ambulanten Einrichtungen (zum Beispiel in Arzt- und Zahnarztpraxen, im Bereich der ambulanten Pflege sowie in Apotheken). In stationären und teilstationären Einrichtungen (Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, stationäre und teilstationäre Pflege) arbeiteten im selben Jahr 1,97 Millionen Personen (40,0 Prozent des Gesundheitspersonals). 6,4 Prozent des Gesundheitspersonals entfielen auf die Vorleistungsindustrien (darunter die medizintechnische/augenoptische sowie die pharmazeutische Industrie), 4,0 Prozent arbeiteten 2011 im Bereich der Verwaltung, 1,1 Prozent bei Rettungsdiensten und 0,8 Prozent beim Gesundheitsschutz (zum Beispiel bei Gesundheitsämtern, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder auf Länderebene im Bereich der Lebensmittelkontrolle). 3,8 Prozent des Gesundheitspersonals entfielen auf sonstige Einrichtungen.

Von den 4,92 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen arbeiteten die meisten als Gesundheits- beziehungsweise Krankenpfleger (826.000 Personen bzw. 16,8 Prozent). Altenpfleger/Altenpflegehelfer (9,0 Prozent), medizinische Fachangestellte (8,1 Prozent), Ärzte (7,0 Prozent), Gesundheits- und Krankenpflegehelfer (5,6 Prozent) sowie zahnmedizinische Fachangestellte (5,1 Prozent) hatten ebenfalls einen hohen Anteil an den Beschäftigten. Weiter arbeiteten beispielsweise rund 136.000 Personen als Physiotherapeuten, 69.000 als Zahnärzte und 67.000 als Zahntechniker, 61.000 als Apotheker, 49.000 als Augenoptiker, 36.000 als Psychotherapeuten, 35.000 als Heilpraktiker, 21.000 als Hebammen und 14.000 Personen als Diätassistenten.

Im Jahr 2011 waren drei Viertel aller Beschäftigten im Gesundheitswesen Frauen (74,0 Prozent). Bei den Teilzeitbeschäftigten lag der Anteil sogar bei 90,3 Prozent. Die höchsten Frauenanteile fanden sich in Einrichtungen der ambulanten sowie der stationären und teilstationären Gesundheitsversorgung (78,8 bzw. 79,0 Prozent) – wobei der Anteil im Pflegebereich jeweils bei 85 und mehr Prozent lag. Die niedrigsten Frauenanteile hatten die Rettungsdienste (30,9 Prozent), die Verwaltung (39,8 Prozent) sowie die Vorleistungsindustrien (46,1 Prozent). Bezogen auf die beschäftigungsintensiven Berufe war der Frauenanteil bei den medizinischen/zahnmedizinischen Fachangestellten (98,8 Prozent), den Altenpflegern/Altenpflegehelfern (86,3 Prozent) sowie bei den Gesundheits- und Krankenpflegern (85,5 Prozent) überdurchschnittlich hoch. Bei den Ärzten lag der Frauenanteil hingegen bei lediglich 43,9 Prozent.

Von den Beschäftigten im Gesundheitswesen im Jahr 2011 waren 31,8 Prozent jünger als 35 Jahre (bei den Frauen 33,5 Prozent, bei den Männern 27,2 Prozent). Die Gruppe der 35- bis unter 50-Jährigen hatte einen Anteil von 38,9 Prozent (Frauen: 39,2 Prozent; Männer: 38,2 Prozent). Schließlich waren 29,2 Prozent der Beschäftigten 50 Jahre oder älter (Frauen: 27,3 Prozent; Männer: 34,6 Prozent).

Datenquelle

Statistisches Bundesamt: Gesundheit – Personal

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Medizinische/zahnmedizinische Fachangestellte assistieren bei Untersuchungen und Behandlungen sowie bei kleineren Eingriffen am Patienten. Einfache Behandlungen nehmen sie auf ärztliche/zahnärztliche Anweisung selbst vor. Sie organisieren den Praxisablauf und erledigen Verwaltungs- und Abrechnungsarbeiten.

Vollzeitäquivalente geben die Anzahl der auf die volle tarifliche Arbeitszeit umgerechneten Beschäftigten an. Ein Vollzeitäquivalent entspricht dabei einem Vollzeitbeschäftigten.

Tabelle: Beschäftigte im Gesundheitswesen

Nach Einrichtungen und Geschlecht, in absoluten Zahlen, 2011

Beschäftigte darunter: Teilzeitbeschäftigte
insgesamt Männer Frauen insgesamt Männer Frauen
in Tsd.
insgesamt 4.920 1.278 3.641 1.593 155 1.438
davon:
ambulante Einrichtungen 2.159 458 1.701 677 54 623
davon:
Arztpraxen 692 120 573 201 11 190
Zahnarztpraxen 355 55 300 102 4 97
Praxen sonstiger medizinischer Berufe 397 93 304 126 14 112
Apotheken 180 40 140 53 3 50
Gesundheitshandwerk/-einzelhandel 167 95 72 28 7 21
ambulante Pflege 291 36 255 143 11 132
sonstige ambulante Einrichtungen 76 20 57 24 3 21
stationäre und teilstationäre Einrichtungen 1.968 414 1.554 741 61 680
davon:
Krankenhäuser 1.137 273 864 345 26 319
Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen 170 41 128 53 5 47
stationäre und teilstationäre Pflege 661 99 562 343 30 313
Verwaltung 196 117 78 40 12 28
Rettungsdienste 55 38 17 12 4 7
Gesundheitsschutz 41 13 27 11 2 10
sonstige Einrichtungen 185 67 118 50 7 43
Vorleistungsindustrien 317 171 146 62 15 47
davon:
pharmazeutische Industrie 106 52 54 22 5 17
medizintechnische/
augenoptische Industrie
126 72 55 23 6 17
medizinische Laboratorien und Großhandel 84 47 37 17 5 13

 

Vollzeitäquivalente
insgesamt Männer Frauen
in Tsd.
insgesamt 3.708 1.102 2.606
davon:
ambulante Einrichtungen 1.633 403 1.231
davon:
Arztpraxen 531 107 424
Zahnarztpraxen 275 52 223
Praxen sonstiger medizinischer Berufe 295 79 216
Apotheken 138 35 103
Gesundheitshandwerk/-einzelhandel 142 86 56
ambulante Pflege 193 26 167
sonstige ambulante Einrichtungen 59 17 42
stationäre und teilstationäre Einrichtungen 1.436 345 1.090
davon:
Krankenhäuser 826 231 595
Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen 130 36 94
stationäre und teilstationäre Pflege 480 78 401
Verwaltung 159 102 57
Rettungsdienste 45 32 12
Gesundheitsschutz 34 11 23
sonstige Einrichtungen 143 57 87
Vorleistungsindustrien 259 152 107
davon:
pharmazeutische Industrie 85 46 39
medizintechnische/
augenoptische Industrie
105 64 41
medizinische Laboratorien und Großhandel 69 42 27

Quelle: Statistisches Bundesamt: Gesundheit – Personal

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