Einkommensquellen
20.11.2008
Häufig wird die Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung mit dem gesamten Alterseinkommen gleichgesetzt. Allerdings beziehen auch ältere Menschen ihr Einkommen aus unterschiedlichen Quellen.
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Häufig wird die Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung mit dem gesamten Alterseinkommen gleichgesetzt. Allerdings beziehen auch ältere Menschen ihr Einkommen aus unterschiedlichen Quellen. Niedrige Renten in der Statistik der Versicherungsträger bilden das Gesamteinkommen der Rentner häufig nur unzureichend ab. Zudem sollte das jeweilige Wohlstandsniveau nur unter Berücksichtigung des Haushaltseinkommens beurteilt werden.
In der Bevölkerungsgruppe ab 65 Jahren verfügten nach Angaben der repräsentativen Studie "Alterssicherung in Deutschland" (ASiD) Ehepaare in Westdeutschland im Jahr 2003 über ein monatliches Nettoeinkommen von 2.211 Euro je Monat (2007: 2.350 Euro). Bei alleinstehenden Männern lag das Einkommen bei 1.515 Euro und bei alleinstehenden Frauen bei 1.181 Euro im Monat (2007: 1.568 bzw. 1.201 Euro). In Ostdeutschland verfügten Ehepaare im selben Jahr über ein Nettoeinkommen von durchschnittlich 1.938 Euro (2007: 1.937 Euro), bei alleinstehenden Männern bzw. Frauen waren es 1.284 bzw. 1.128 Euro im Monat (2007: 1.188 Euro; 1.152 Euro).
Im Durchschnitt stammten dabei 66 Prozent (2007: 65 Prozent) des Bruttoeinkommensvolumens der 65-jährigen und älteren Personen aus der gesetzlichen Rentenversicherung und 21 Prozent (2007: 19 Prozent) aus anderen Alterssicherungssystemen (zum Beispiel Betriebsrenten, Pensionen). 4 Prozent gingen auf Erwerbstätigkeit und 7 Prozent auf Zinsen, Einnahmen aus Vermietung sowie Lebensversicherungen zurück. Ein Prozent des Bruttoeinkommens waren Wohngeld-, Sozialhilfe- oder Grundsicherungszahlungen.
Allerdings unterscheidet sich die Zusammensetzung des Bruttoeinkommens zwischen den Geschlechtern, zwischen Ost- und Westdeutschland sowie je nach Familienstand. So ist beispielsweise der Anteil des Einkommens aus der gesetzlichen Rentenversicherung in Ostdeutschland wesentlich höher als in Westdeutschland. Auch ergibt sich bei alleinstehenden Frauen ein höherer Anteil als bei alleinstehenden Männern oder Ehepaaren.
Weiter gibt es eine nicht unerhebliche Anzahl von Kleinstrenten, bei denen die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung keinen Rückschluss auf die Einkommenssituation ihrer Bezieher erlauben. Nach Angaben der Studie ASiD'07 bezogen sowohl bei Ehepaaren als auch bei alleinstehenden Personen jeweils 3 bis 4 Prozent der Haushalte Renten unter 250 Euro monatlich. Bei Ehepaaren machten diese Kleinstrenten aber nur 5 Prozent des gesamten Haushaltsbruttoeinkommens aus. Bei alleinstehenden Männern mit Renten unter 250 Euro lag der Anteil der gesetzlichen Renten am Gesamteinkommen bei 9 Prozent. In beiden Fällen führten die weiteren Einkünfte sogar zu einem überdurchschnittlich hohen Bruttoeinkommen (2.755 bzw. 1.729 Euro).
Lediglich bei alleinstehenden Frauen mit Kleinstrenten lag das Bruttoeinkommen (1.230 Euro) leicht unter dem Durchschnitt. Der Anteil der gesetzlichen Rentenversicherung am Gesamteinkommen war mit 12 Prozent nur etwas höher als bei Ehepaaren bzw. alleinstehenden Männern.
Niedrige Renten sind demnach nicht unmittelbar mit einer schlechten Einkommensposition gleichzusetzen. Viele Bezieher von Kleinstrenten sind ehemalige Selbstständige mit privater Absicherung oder Beamte mit Pensionen sowie über den Ehepartner abgesicherte Personen.
Datenquelle
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS):
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Die repräsentative Studie "Alterssicherung in Deutschland (ASiD)" wird seit 1986 in mehrjährigem Turnus von TNS Infratest Sozialforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) durchgeführt.
Tabelle:
Die wichtigsten Einkommensquellen der Bevölkerung ab 65 Jahren
In Prozent des Bruttoeinkommensvolumens, 2003
| Bevölkerung ab 65 Jahren |
Ehepaare | ||
| West- Deutschland |
Ost- Deutschland |
||
| gesetzliche Rentenversicherung | 66 | 57 | 89 |
| andere Alterssicherungssysteme | 21 | 26 | 2 |
| Erwerbstätigkeit | 4 | 7 | 5 |
| Zinsen, Vermietung, Lebensversicherung u.a. | 7 | 9 | 3 |
| Wohngeld/ Sozialhilfe/ Grundsicherung |
1 | 0 | 0 |
| insgesamt* | 100 | 100 | 100 |
| alleinstehende Männer | ||
| West- Deutschland |
Ost- Deutschland |
|
| gesetzliche Rentenversicherung | 60 | 87 |
| andere Alterssicherungssysteme | 26 | 5 |
| Erwerbstätigkeit | 3 | 1 |
| Zinsen, Vermietung, Lebensversicherung u.a. | 9 | 6 |
| Wohngeld/ Sozialhilfe/ Grundsicherung |
1 | 1 |
| insgesamt* | 100 | 100 |
| alleinstehende Frauen | ||
| West- Deutschland |
Ost- Deutschland |
|
| gesetzliche Rentenversicherung | 68 | 95 |
| andere Alterssicherungssysteme | 22 | 2 |
| Erwerbstätigkeit | 1 | 0 |
| Zinsen, Vermietung, Lebensversicherung u.a. | 6 | 2 |
| Wohngeld/ Sozialhilfe/ Grundsicherung |
1 | 1 |
| insgesamt* | 100 | 100 |
* Abweichungen sind rundungsbedingt
Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Rentenversicherungsbericht 2007, ASiD'03
