Akquisos

19.12.2016

Öffentliche Fördermöglichkeiten

Neben dem Bund fördern die Länder Fahrten zu Gedenkstätten durch teils sehr unterschiedliche Strukturen und Programme. Internationale Begegnungsprojekte werden vorrangig durch die internationalen Jugendwerke gefördert, aber auch eine Förderung durch die Europäische Union ist im Kontext größerer Projekte möglich.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Förderung auf Länderebene
  2. Nichtschulische Gedenkstättenfahrten
  3. Bundesweite Fördermöglichkeiten
  4. Bilaterale Fördermittel
  5. EU-Förderung
In sämtlichen Bereichen der Bildungsförderung in Deutschland – so auch im Bereich der Förderung von Gedenkstättenfahrten – dominieren nach wie vor öffentliche, antragsbasierte Fördermittel. Meist wird unterschieden zwischen multi- bzw. bilateralen Fördermitteln (beispielsweise EUFörderung oder das Deutsch-Polnische Jugendwerk), nationaler Förderung (Bundeszentrale für politische Bildung/bpb) und landesweiter (Landeszentralen für politische Bildungsarbeit) oder regionaler und kommunaler Förderung. Daneben können Bildungseinrichtungen Fördermittel bei Stiftungen beantragen (z.B. der Robert Bosch Stiftung oder der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft). Im Idealfall lassen sich diese Fördermittel durch eine gezielte Spendenakquise ergänzen und zu einem „Fördermix“ kombinieren.
Für die zivilgesellschaftlichen Akteure im Bereich der Bildungsarbeit – egal ob etabliert oder neu – ist es dabei wichtig, ein effektives Antragsmanagement aufzubauen. Hierzu gehört neben professionellem Projektmanagement die systematische Beobachtung und Auswertung der bestehenden antragsbasierten Fördermittel. Je professioneller die Einrichtung hier aufgestellt ist, desto erfolgreicher wird die Mittelbeschaffung ausfallen. Es gilt, Standards und Routinen zu entwickeln, die den Zeitaufwand erheblich reduzieren können. Gerade für Projekte der politischen und kulturellen Bildung hat sich ein „bottom-up“ basiertes Vorgehen bewährt. Eine Checkliste zur Entwicklung eines Antragskonzepts finden Sie unter www.bpb.de/themen/ULYBK2

Förderung auf Länderebene



Die Förderung von Fahrten zu Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus ist in den 16 Bundesländern sehr unterschiedlich organisiert. Ebenso wie die zugrundeliegenden Richtlinien individuelle Schwerpunkte ausprägen, kann man auch keine übergreifende Regel bei möglichen Ansprechpartnern oder Geschäftsbereichen feststellen. Daher empfiehlt es sich, vor der tatsächlichen Kontaktaufnahme die jeweils gültige Fördergrundlage konkret zu recherchieren. Nicht berücksichtigt werden im unten stehenden Katalog die Möglichkeiten kommunaler Förderung. Die Möglichkeiten, in denen die Landesbehörden als Zentralstellen für bundesweite Förderprogramme (internationaler Jugendaustausch, Kinder- und Jugendplan usw.) agieren, sind hier ebenfalls nicht dargestellt. Angesichts der Fülle und Verschiedenheit der Förderprogramme und Kriterien besteht trotz intensiver Recherche (Stand: 2017) kein Anspruch auf Vollständigkeit oder Gewähr auf Korrektheit der Angaben.

Baden-Württemberg
Informationen und Antragstellung:
www.gedenkstaetten-bw.de/foerderung_fahrten.html

Berlin
Informationen unter „Gedenkstättenfahrten“:
https://www.berlin.de/sen/bildung/schule/gute-schule/schuelerfahrten/

Brandenburg
Informationen unter „Gedenkstättenfahrten nach Polen“:
https://mbjs.brandenburg.de/bildung/gute-schule/internationale-zusammenarbeit.html

Info-Flyer zur Förderung von Gedenkstättenfahrten nach Polen:
http://www.erinnern-ermoeglichen.org/wp-content/uploads/2017/04/Foerderung_Gedenkstaettenfahrten_Brandenburg.pdf

Bremen
Informationen zu Gedenkstättenbesuchen nach Bergen-Belsen, Neuengamme und Sandbostel
http://www.lzpb-bremen.de/jugendliche/besuche_von_gedenkstaetten-2117

Hamburg
Informationen zu Zuwendungen im Bereich der politischen Bildung in Hamburg:
http://www.hamburg.de/zuwendungen/71272/zuwendungen/

Antragsformular für Zuwendungen im Bereich der politischen Bildung in Hamburg:
http://www.hamburg.de/zuwendungen/4664172/antragsformular-projekt/

Hessen
Informationen zu Gedenkstättenfahrten:
http://www.hlz.hessen.de/?id=ref_iii

Mecklenburg-Vorpommern
Informationen zur Förderung von Gedenkstättenfahrten:
https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/bm/F%C3%B6rderungen/F%C3%B6rderungen-von-Gedenkst%C3%A4ttenfahrten/

Niedersachsen
Informationen zur Projektförderung und Förderung von Gedenkstättenfahrten für schulische und nicht-schulische politische Bildungsarbeit in Niedersachsen:
http://gedenkstaettenfoerderung.stiftung-ng.de/de/finanzielle-foerderung/

Nordrhein-Westfalen
Förderkriterien und Antragsstellung für die Förderung von Gedenkstättenfahrten in NRW:
http://www.erinnern-ermoeglichen.org/?page_id=92

Rheinland-Pfalz
Informations-Flyer zur Förderung von Gedenkstättenfahrten in Rheinland-Pfalz:
http://www.erinnern-ermoeglichen.org/wp-content/uploads/2017/04/Flyer-Rheinland-Pfalz.pdf

Sachsen
Informationen zur Projektförderung der Stiftung Sächsische Gedenkstätten:
https://www.stsg.de/cms/foerderung

Saarland
Grundlagen für die Förderung von Bildungsmaßnahmen in der Kinder- und Jugendarbeit im Saarland:
http://sl.juris.de/cgi-bin/landesrecht.py?d=http://sl.juris.de/sl/gesamt/KJHGAG_SL_2.htm#KJHGAG_SL_2_rahmen

Sachsen-Anhalt
Informationen zur Förderung von Gedenkstättenfahrten in Sachsen-Anhalt:
https://lpb.sachsen-anhalt.de/service/gedenkstaettenfahrten/

Schleswig-Holstein
Informationen zur Förderung von Gedenkstättenfahrten in Schleswig-Holstein durch die Bethe-Stiftung:
https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/III/Service/Broschueren/Bildung/gedenkstaetten.html

Informationen zur Förderung von Internationaler Jugendarbeit des Landes Schleswig-Holstein:
https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/K/kinderJugendhilfe/Jugendarbeitsozialarbeit_InternationaleJugendarbeit.html

Thüringen
Informationen zu schulischen Gedenkstättenfahrten in Thüringen:
http://www.thueringen.de/th2/tmbjs/aktuell/medienservice/mi/100163/index.aspx



Nichtschulische Gedenkstättenfahrten



Informationen zur Förderung von nicht-schulischen Gedenkstättenfahrten:
https://ibb-d.de/erinnern/foerderung-gedenkstaettenfahrten/


Bundesweite Fördermöglichkeiten



Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb fördert Projekte und Aktivitäten der politischen Bildungsarbeit und des zivilgesellschaftlichen Engagements. Hierzu zählen auch Gedenkstättenfahrten im In- und Ausland. Voraussetzung für eine Förderung durch die bpb ist die Anerkennung als Träger der politischen Erwachsenenbildung sowie der Nachweis eines bundesweiten Interesses. Entsprechende Einrichtungen können einen Antrag auf Anerkennung als Förderpartner bei der bpb stellen. Gedenkstättenfahrten von Schulen werden nicht gefördert. Bei bilateralen Besuchen oder Fahrten fördern vorrangig die entsprechenden Jugendwerke. Weitere Kriterien der Förderung sind:
  • Gruppengröße: Mindestens 10 Teilnehmer/innen.
  • Alter: Ab 16 Jahre.
  • Förderbetrag: Als Festbetrag zwischen 26,- und 34,- Euro pro Teilnehmer/in und Tag abhängig von der wirtschaftlichen Lage des Bildungsträgers.
  • Abgabefristen: Bis zu 3 Wochen vor der Fahrt. Mitglieder von Dachverbänden wenden sich an diesen als zuständige Zentralstelle.
Weitere Informationen und Kontakt: www.bpb.de/partner/foerderung


Bilaterale Fördermittel



Deutsch-Polnisches Jugendwerk (DPJW)
http://www.dpjw.de/

Tandem – Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch
http://www.tandem-org.de/foerderung.html

Deutsch-Französisches Jugendwerk
https://www.dfjw.org/

ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch
http://www.conact-org.de/foerderung/


EU-Förderung



Im Rahmen des Förderprogramms „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ werden Organisationen und Projekte gefördert, die sich mit der Geschichte der Europäischen Union befassen, das Bewusstsein für die Herausbildung der europäischen Demokratien schärfen und wichtige Meilensteine auf dem Wege dorthin in Erinnerung rufen, um für die Zukunft zu lernen. Dazu gehört auch das Gedenken an die Opfer des Holocaust und des Stalinismus sowie die Auseinandersetzung mit totalitären Regimen generell (Förderbereich 1). Antragsberechtigt sind nicht-gewinnorientierte Organisationen und Einrichtungen (u.a. Gedenkstätten, Museen, Archive, Vereine, Verbände, Stiftungen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, kirchliche, soziale und andere zivilgesellschaftliche Organisationen) sowie Kommunen.

Förderung: Gefördert werden Veranstaltungen (Treffen, Konferenzen, Workshop, Exkursionen etc.) und die zugehörige Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation. Der Förderbetrag der EU errechnet sich auf der Grundlage von Pauschalen, die sich an der Anzahl der beteiligten Länder, der Anzahl der Teilnehmer/innen und der Anzahl der durchgeführten Veranstaltungen innerhalb eines Projekts bemisst. Der EU-Zuschuss beträgt max. 100.000,- Euro.

Abgabefrist: Pro Jahr gibt es eine Antragsrunde, Einreichfrist ist der 1. März für Projekte, die zwischen dem 1. August und dem 31. Januar des Folgejahres beginnen. Die Projektlaufzeit kann bis zu 18 Monate betragen.
http://www.kontaktstelle-efbb.de/ziele-des-programms/foerderbereich-1/projektfoerderung/


Dossier

Ravensbrück – Überlebende erzählen

Im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück hatten die Nazis zwischen 1939 und 1945 rund 132.000 Frauen, Kinder und Männer inhaftiert – und Zehntausende ermordet. Im audiovisuellen Projekt erzählen 16 Überlebende von ihrer Inhaftierung, ihren Erinnerungen und ihrem Leid.

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Datenbank

Erinnerungsorte

Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale, Online-Angebote - zahlreiche Einrichtungen und Initiativen erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, bieten Bildungsangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und engagieren sich für Überlebende und Jugendbegegnungen. Wo Sie welche Erinnerungsorte mit welchem pädagogischen Angebot finden, erfahren Sie hier:

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Dossier

Geschichte und Erinnerung

Wird die DDR-Diktatur verharmlost? Und warum begann die intensive Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit erst so spät? Die Deutung von Geschichte ist oft umstritten - und nicht selten ein Politikum.

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Webdocumentary

Auschwitz heute - dzisiaj - today

Auschwitz – Ort und Symbol der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie. Der Name der südpolnischen Stadt steht für den millionenfachen Mord an Juden, Sinti und Roma und Menschen, die nach der NS-Rassenideologie nicht zur "Volksgemeinschaft" gehörten. Der Bombay Flying Club hat dazu eine Webdocumentary für die bpb umgesetzt - in deutscher, englischer und polnischer Sprache.

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