Akquisos

7.12.2012

„Eine Gedenkstättenfahrt bedarf fundierte Vor- und Nachbereitung.“

Für die schulische und außerschulische Jugendbildung erhält Aktion Sühnezeichen Gelder zur Bezuschussung von Gedenkstättenfahrten. Diese kommen von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V., die als Zentralstelle des Deutsch-Polnischen Jugendwerks fungiert und Ansprechpartnerin für schulische Gedenkstättenfahrten ist.

Marta Mituta war bis 2011 bei ASF Ansprechpartnerin für Gedenkstättenfahrten, inzwischen ist Anne Wanitschek zuständig. Weitere Informationen: www.asf-ev.de/de/friedensdienste/gedenkstaettenfahrten.html

Akquisos: Sie wirken bei der Förderung von Gedenkstättenfahrten als Zentralstelle für das Deutsch-Polnische-Jugendwerk (DPJW). Welches sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Kriterien, die über die Güte eines Antrags entscheiden?
Marta Mituta: Ausschlaggebend für die Bewilligung eines DPJW-Zuschusses sind die Qualität und die Dauer des Programms. Die Projektbeschreibung sollte pädagogische Methoden, Informationen zur Motivation der Gruppe für die Gedenkstättenfahrt nach Polen und zur Vor- und Nachbereitung beinhalten. Die Mindestdauer für die Fahrt liegt bei vier Programmtagen und die Programmpunkte sollten überwiegend am Ort der Gedenkstätte stattfinden bzw. einen inhaltlichen Bezug zum Gedenkstättenprogramm aufweisen.

Akquisos: Und wo sehen Sie die wesentlichen Schwierigkeiten bei den Anträgen, die Ihnen vorliegen?
M.M.: Die Schwierigkeiten ergeben sich meistens bei zu knappen Programmen oder Vorhaben, die eher touristischen Charakter haben. Touristische Maßnahmen oder Maßnahmen der Freizeit und Erholung werden nicht gefördert. Darüber hinaus werden teilweise Kosten- und Finanzierungspläne eingereicht, bei denen Ausgaben und Einnahmen unausgeglichen sind. Das ist aber zunächst kein Ausschlusskriterium und in solchen Fragen stehen wir dem Antragsteller immer für Fragen und Beratung zur Verfügung.

Akquisos: Was würden Sie darüber hinaus – im Hinblick auf die inhaltliche Durchführung, aber auch im Hinblick auf das Fundraising – Organisationen, die eine Gedenkstättenfahrt durchführen, empfehlen? M.M.: Eine Gedenkstättenfahrt für Jugendliche bedarf fundierte inhaltliche Vor- und Nachbereitung sowohl für den Besuch in der Gedenkstätte als auch für die Begegnung mit dem Land Polen. Die Vorbereitung sollte sehr früh erfolgen, um Termine zu vereinbaren und den Kontakt mit dem pädagogischen Personal vor Ort aufzunehmen. Wichtig ist auch, die Jugendlichen selbst bei der Planung und Durchführung der Gedenkstättenfahrt einzubeziehen. Für weitere finanzielle Unterstützung kann bei den Landesjugendämtern, Stiftungen oder auch bei Vereinen (z.B. Förderverein der Schule) vor Ort angefragt werden. Hin und wieder haben wir auch erfahren, dass Banken oder lokale Unternehmen solche Fahrten unterstützen.

Akquisos: Herzlichen Dank für das Gespräch