Akquisos

Glossar

Von A wie Antragsfrist bis Z wie Zuwendungsbescheinigung

28.11.2017
Im Akquisos-Glossar werden Begriffe aus dem Themenbereich Fundraising kurz und verständlich erklärt. Das Glossar befindet sich im kontinuierlichen Aufbau. Mit jeder Akquisos-Ausgabe werden Begriffe ergänzt.

Anlassspende

Anlassspenden sind Spenden, die zu einem besonderen Ereignis (=Anlass) getätigt werden. Dies kann ein Geburtstag, eine Hochzeit, ein Jubiläum oder auch ein Trauerfall sein. Menschen wünschen sich dann anstelle eines Geschenks eine Spende an eine Organisation, manchmal auch für ein spezifisches Projekt ihrer Wahl. Viele gemeinnützige Organisationen stellen den Jubilar/-innen bzw. Hinterbliebenen zu diesem Zweck Flyer, Infomaterial, Spendenboxen oder Überweisungsträger zur Verfügung. Meist wird für solche Zwecke ein spezielles Kennwort vereinbart, so dass die Spenden zugeordnet werden können. Üblicherweise wird den Jubilar/-innen oder Hinterbliebenen anschließend eine Liste mit allen Spender/-innen sowie Informationen über den Gesamtbetrag zugesandt.

Weiterführende Informationen:
Marita Haibach: Handbuch Fundraising: Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis. Campus Verlag, 2012.
Artikel "Anlassspenden Best Practice": http://sozialmarketing.de/anlassspenden-best-practice/

Antragsfrist

Öffentliche Geldgeber oder Stiftungen vergeben Fördergelder häufig im Rahmen von Förderprogrammen mit bestimmten inhaltlichen Schwerpunkten. Um Fördermittel zu erhalten, ist es fast immer notwendig, einen Antrag zu stellen, meist in einer vorgegebenen Form und bis zu einem festgelegten Zeitpunkt. Diese sogenannten Antragsfristen sind unbedingt einzuhalten, da sonst der Antrag nicht in die Auswahl der Entscheidungsgremien aufgenommen wird. Manche Geldgeber haben 1-2 Antragsfristen pro Jahr, für manche Förderprogramme gibt es überhaupt nur eine einzige Antragsfrist. Es ist also unbedingt erforderlich, stets auf dem Laufenden zu sein, welche Förderprogramme für ein Projekt infrage kommen und wann die Antragsfristen sind, denn ein Antrag will gut vorbereitet sein und braucht Zeit.

Weiterführende Informationen
Checkliste zur Konzeption eines Antragskonzepts: www.bpb.de/125239
Money for nothing? www.bpb.de/partner/akquisos/125227/money-for-nothing

Basar

Im deutschen Sprachgebrauch meint das Wort Basar meist den Verkauf von Waren für einen wohltätigen Zweck. Bei "Abgabebasaren" stiften Menschen Waren, die sie zuvor beim Veranstalter, zum Beispiel einem Bildungsträger, abgeben. Dieser kontrolliert die Waren auf Eignung, sortiert sie und verkauft sie am Basartag. Die Preise sind im Vorfeld festgelegt und der Erlös wandert direkt in die Kasse des Veranstalters. Beim "Selbstverkäuferbasar"(Flohmarkt) bauen die Verkäuferinnen und Verkäufer einen eigenen Stand auf und sind für die Waren, die Preisgestaltung, Auf- und Abbau etc. selbst verantwortlich. Der Veranstalter erhält als Spende z.B. eine Standgebühr oder einen Teil des Verkaufserlöses.
Weiterführende Informationen: www.bpb.de/216661
Praxisbeispiele: www.bpb.de/216666/

Bußgeldfundraising

(auch: Geldauflagenmarketing). Im Rahmen von Bewährungsauflagen und bei Einstellung von Strafverfahren können Richter/-innen und Staatsanwälte veranlassen, dass die Bußgelder gemeinnützigen Organisationen zugutekommen. Die Richter/-innen entscheiden allein, wem sie das Geld zuweisen. Wollen gemeinnützige Organisationen mit Zuweisungen bedacht werden, müssen sie sich in einem Verzeichnis beim zuständigen Oberlandesgericht eintragen lassen. Um die Chancen bedacht zu werden zu erhöhen, ist es sinnvoll, dass Organisationen die Ansprechpartner/-innen regelmäßig kontaktieren und über ihre Arbeit informieren.

Weiterführende Informationen
Akquisos "Bußgelder für Bildungsprojekte": www.bpb.de/partner/akquisos/207862

Bürgerstiftung

Bürgerstiftungen sind gemeinnützige Stiftungen von Bürger/-innen für Bürger/-innen. Sie engagieren sich nachhaltig und dauerhaft für das Gemeinwesen in einer bestimmten Region oder Gemeinde. Sie sind in der Regel fördernd und operativ tätig. Mit ihrer Arbeit unterstützen sie bürgerschaftliches Engagement. Bürgerstiftungen sind bestrebt, ihr Stiftungsvermögen kontinuierlich zu steigern. Auch kleinere Zustiftungen sind möglich. Zum Selbstverständnis von Bürgerstiftungen gehört in der Regel die völlige Unabhängigkeit von staatlichen, kommunalen oder Unternehmensstrukturen. Sie werden von einer Vielzahl und Vielfalt von Stiftern errichtet und getragen. Der Arbeitskreis Bürgerstiftungen stellte im Jahr 2000 "10 Merkmale einer Bürgerstiftung" zusammen und entwickelte ein Gütesiegel. Es gibt derzeit (2016) etwa 400 Bürgerstiftungen in Deutschland.

Weiterführende Informationen:
www.buergerstiftungen.org
www.aktive-buergerschaft.de/buergerstiftungen
10 Merkmale einer Bürgerstiftung:
www.buergerstiftungen.org/de/ueber-buergerstiftungen/die-10-merkmale.html

Call-to-Action

Im Marketing und Fundraising bezeichnet ein Call-to-Action (CTA) eine konkrete Handlungsaufforderung an die angesprochenen Personen. Der CTA gibt kurz und prägnant vor, was nach dem Lesen, Hören oder Sehen der Werbe-/Spendenbotschaft getan werden soll. Ein CTA steht daher meist am Ende der Botschaft. Manchmal jedoch bereits ganz am Anfang, um klarzustellen, was erwartet wird. Er ist grafisch oder lautmalerisch besonders hervorgehoben, damit er in jedem Fall wahrgenommen wird. Es empfiehlt sich, nur einen CTA zu verwenden, damit sich verschiedene Handlungsaufforderungen nicht gegenseitig neutralisieren. Ein CTA ist konkret, auffordernd (Imperativ) und spricht die potenziell Handelnden direkt an. Er ist aber keinesfalls bevormundend. Letztlich soll er nur den letzten Impuls geben.

Typische Bespiele sind: Spenden Sie jetzt! Besuchen Sie unsere Webseite. Informieren Sie sich vor Ort. Melden Sie sich direkt hier an. Nutzen Sie unser praktisches Online-Formular. Werden Sie Mitglied. Unterzeichnen Sie die Petition am besten sofort. (Hier) Klicken und anmelden. Unterstützen Sie uns mit Ihrer Stimme.

Charity Shopping

Beim Charity Shopping spenden Kundinnen und Kunden "nebenbei", wenn sie etwas einkaufen. Ein kleiner Teil des Kaufbetrages für ein Produkt fließt dabei an gemeinnützige Organisationen. Charity Shopping findet in der Regel bei Online-Käufen statt. Online-Verkaufs- oder Vergleichsportale geben dabei einen Teil ihrer Vermittlungsprovision oder ihres Gewinns an gemeinnützige Organisationen weiter. Vorteil für die Kundinnen und Kunden: Sie können sich bei den Portalen eine Organisation aussuchen (sofern diese am Programm teilnimmt) und an diese spenden, ohne dafür ein Spendenformular ausfüllen oder zusätzliches Geld für die Spende ausgeben zu müssen. Die Spende ist im Kaufpreis des Produkts, das sie ohnehin erwerben wollten, bereits enthalten (Ausnahme: Bücher, da aufgrund der Buchpreisbindung keine Provision ausgeschüttet werden darf). Für die Portale ist Charity Shopping eine Vertriebsmethode. Sie werben damit für die Nutzung ihrer Dienstleistung und geben sich ein wohltätiges Image. Gemeinnützige Organisationen nehmen zusätzliche Spenden ein. Nachteile für die Organisationen: Sie erhalten meist keine Kontaktmöglichkeit zu den Spender/-innen. Die gespendeten Einzelbeträge sind oftmals sehr gering und lohnen sich erst in der Summe vieler Einkäufe. Die Organisation muss meist selbst dafür werben.

Crowdfunding

Anstatt für ein einzelnes Projekt wenige Menschen zu suchen, die viel Geld geben, wird beim Crowdfunding eine große Masse (=crowd) gewonnen, die das Projekt mit vielen kleineren Beträgen (=funds) unterstützt. Dies geschieht üblicherweise mit einer zeitlich befristeten Kampagne über eine Online-Plattform. Falls das Finanzierungsziel mit Ablauf des Kampagnenzeitraums nicht erreicht wurde, erhalten die Unterstützer/-innen ihr Geld zurück. Unabhängig davon erhalten sie in der Regel noch eine Gegenleistung in Form eines "Dankeschöns", das sich nach der Unterstützungssumme richtet.

Weiterführende Informationen
Crowdfunding – Eine Einführung: www.bpb.de/partner/akquisos/186040/einfuehrung Praxistipps für Crowdfunding-Projekte im Bereich politische Bildung: www.bpb.de/partner/akquisos/186069/praxistipps-fuer-crowdfunding-projekte

Drittmittel

Der Begriff Drittmittel wird meist im Zusammenhang mit Hochschulen oder anderen Bildungsträgern verwendet. Deren laufende Haushaltsmittel und Investitionen (Grundausstattung) werden vor allem staatlich finanziert. Drittmittel sind diejenigen finanziellen Mittel, die den Einrichtungen oder einzelnen Wissenschaftlern/-innen zusätzlich von dritter Seite für bestimmte Projekte oder Bereiche zufließen. Häufig sind vor allem die privaten Drittmittel gemeint, die bei Wirtschaftsunternehmen oder Stiftungen eingeworben werden. Auch Schulen und andere Bildungsträger werben mittels Fundraising Drittmittel ein, etwa über Spenden und Sponsorenleistungen, meist bei Fördervereinen, Stiftungen, Unternehmen und Privatleuten. In den Hochschul- und Schulgesetzen der Länder ist geregelt, unter welchen Bedingungen die Einwerbung von Drittmitteln zulässig ist. Die Einwerbung von privaten Drittmitteln bei Bildungsträgern steht immer wieder in der Kritik, weil z.B. Einflussnahmen der Wirtschaftsunternehmen auf Forschungsinhalte und Lehre befürchtet werden.

Weiterführende Informationen
www.bpb.de/gesellschaft/kultur/zukunft-bildung/205534/

Dritter Sektor

Der Dritte Sektor umfasst Organisationen, die weder dem idealtypischen Pol des Marktes noch dem des Staates zugeordnet werden können. Sie sind also nicht gewinnorientiert und staatsunabhängig. Sie agieren in einer Mischung aus Fürsorge, Vorsorge und Solidarität. Die Ausprägungen und Formen variieren dabei: Non-Profit-Organisationen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Vereine, Stiftungen, Genossenschaften usw. 2007 wies der Dritte Sektor 2,3 Mio. Voll- und Teilzeitbeschäftige auf*. Die meisten im Sozial- und Gesundheitswesen. Bei den ehrenamtlich Engagierten liegen Sportvereine vorne. Ehrenamtliche in der Jugendarbeit und Erwachsenenbildung finden sich seltener. Der Anteil steigt aber stetig an. Um den Dritten Sektor von dem in der Volkswirtschaftslehre ebenfalls so betitelten Dienstleistungssektor zu unterscheiden, hat sich der Name Non-Profit-Sektor synonym etabliert.

Weiterführende Informationen:
Annette Zimmer: Fundraising und der Dritte Sektor. (S. 93-105)
*Eckhard Priller: Umfang und Struktur des gemeinnützigen Sektors. (S. 106-123)
beide in: Fundraising Akademie (Hrsg.): Fundraising. Handbuch für Grundlagen, Strategien und Methoden. (5. Aufl.). Wiesbaden: Springer Gabler 2016.
Siehe auch: www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17369/dritter-sektor

Ein-Cent-Überweisung

Wenn Spenderinnen und Spender einer Organisation Geld überweisen ohne ihre Adresse anzugeben, besteht die Möglichkeit einer Rücküberweisung, um mit ihnen in Kontakt zu treten. Ein Cent ist der kleinste Betrag, der für solch eine Überweisung benötigt wird. Entsprechend kostengünstig ist die Kontaktaufnahme. Der Verwendungszweck wird zur Nachrichtenübermittlung genutzt. In der Regel dankt die Organisation für die Spende und bittet darum, die Adresse durchzugeben, um eine Spendenbescheinigung versenden zu können. Die Adresse kann dann auch für zukünftige Spenderbindungsmaßnahmen und Spendenwerbung genutzt werden. Datenschutzrechtlich ist diese Form der Kontaktaufnahme umstritten, aber gerichtlich bisher (Stand 2016) nicht eindeutig entschieden.

Zur Kontroverse bzgl. der Ein-Cent-Überweisungen:
Stellungnahme des Deutschen Fundraising Verbandes zur Kritik: http://fundraisingverband.de/information/news/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2011-und-früher/1-cent-überweisungen.html
Kritik des Verbraucherschutzzentrums NRW: www.verbraucherzentrale.nrw/1-Cent

Datenschutzrechtliche Einordnung: Christian Schmoll: Datenschutzrecht (S. 957-971) in: Fundraising Akademie (Hrsg.): Fundraising. Handbuch für Grundlagen, Strategien und Methoden. (5. Aufl.). Wiesbaden: Springer Gabler 2016.

Face-to-Face Fundraising

Ein Fundraisinginstrument, das auf den direkten Kontakt zwischen Spender/-in und Anwerber/-in setzt, ist das so genannte Face-to-Face (=von Angesicht zu Angesicht) Fundraising, kurz: F2F-Fundraising. In der Regel wird es als Straßenwerbung in Fußgängerzonen an Infoständen, vor Supermärkten oder als Haustürsammlung durchgeführt. F2F-Fundraising ist ein Instrument der Neuspender(-innen)gewinnung und setzt – in Abgrenzung zum "Persönlichen Gespräch" – auf die Kaltakquise. Auch wenn im Einzelkontakt weniger Menschen erreicht werden als mit einem schriftlichen Mailing, bringt es den Vorteil, dass im Dialog Fragen individuell geklärt und Informationen an den persönlichen Bedarf der Spender/-innen angepasst werden. Dadurch gewinnen F2F-Fundraiser/-innen gleich im ersten Gespräch Dauerspender/-innen durch unmittelbare Abschlüsse von (Förder-) Mitgliedschaften oder Patenschaften. F2F-Fundraiser/-innen sind nicht immer Mitarbeiter/-innen der Organisation. Oft werden auf F2F-Fundraising spezialisierte Agenturen beauftragt.

Weiterführende Informationen
Mehr zum Thema: http://sozialmarketing.de/face2face-fundraising-zwischen-schwarzen-schafen-und-profis-i/

Fördermitgliedschaft

Viele gemeinnützige Organisationen haben als Rechtsform den eingetragenen Verein (e.V.) gewählt und können Mitglieder aufnehmen. Die Fördermitgliedschaft ist daher ein beliebtes Instrument zur Gewinnung von Dauerspender/-innen. Für die meisten gemeinnützigen Fördermitgliedschaften gilt: Der festgesetzte (Mindest-)Mitgliedsbeitrag ist in regelmäßigen Abständen, z.B. monatlich, fällig, und die Mitgliedschaft wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen, wobei jederzeit ein Kündigungsrecht besteht*. Fördermitglieder drücken durch den finanziellen Beitrag ihre Verbundenheit aus und "fördern die gute Sache". Im Gegensatz zu ordentlichen Mitgliedern, die die Geschicke und Inhalte des Vereines mitbestimmen können, haben sie meist weder ein (aktives und/oder passives) Wahl- noch Stimmrecht*. Sie sind jedoch ein wichtiger Teil des Vereins und sollten entsprechend betreut werden. Viele Vereine veröffentlichen z.B. (Förder-) Mitgliederzeitschriften oder veranstalten spezielle Veranstaltungen und Feste für Mitglieder.

* Näheres und Ausnahmen regelt die jeweilige Satzung

Förderprogramm(e)

Förderprogramme (ugs. auch "Fördertöpfe" genannt) sind Rahmenbedingungen für begrenzte Mittel aus dem Haushalt einer Förderinstitution, die für einen bestimmten Förderzweck vorgesehen sind. Förderinstitutionen sind zumeist die öffentliche Verwaltung (z.B. auf Bundes-, Landes- oder EU-Ebene), spezielle Institutionen (z.B. KfW, Förderbanken etc.) oder Stiftungen. Förderprogramme setzen die Bedingungen für die Beantragung von Fördergeldern bei der jeweiligen Institution für Projekte im ausgeschriebenen Gebiet. Sie beinhalten verbindliche Angaben zu den Förderzwecken, -voraussetzungen und -bedingungen. Beispiele für nationale Förderprogramme im Bildungsbereich sind die Studienstiftung des deutschen Volkes zur Begabtenförderung oder die Deutsche Forschungsgemeinschaft zur Forschungsförderung. Die Förderlandschaft ist sehr vielfältig und unübersichtlich. Es gibt spezielle Angebote zur Recherche geeigneter Förderprogramme, z.B.

Recherche von Förderprogrammen auf Bundes- Landes- und EU-Ebene www.foerderdatenbank.de
Recherche von Förderprogrammen bei Stiftungen: www.stiftungen.org
Rechercheinstrument des Fundraiser Magazins www.fundraiser-magazin.de/dossier/hier-finden-sie-die-passenden-foerdermittel.html

Freianzeige

Freianzeigen (auch: Füllanzeigen) sind eine kostengünstige Möglichkeit für gemeinnützige Organisationen, um für ihr Anliegen in der Öffentlichkeit zu werben. Die Schaltung der Anzeige ist kostenfrei, denn sie erfolgt auf Initiative des schaltenden Printmediums. Die Mediengestalter/-innen einer Zeitschrift oder Zeitung profitieren davon, vorgefertigte Anzeigen von gemeinnützigen Organisationen nutzen zu können, um kurz vor Druck "weiße" Lücken auf einer Seite zu vermeiden. Um in den Genuss einer Freianzeige zu kommen, müssen vorab Anzeigenvorlagen in verschiedenen Formaten, Größen, Farbigkeiten und ggf. Motiven vorliegen, damit die Anzeige kurzfristig in die entstandene Lücke eingefügt werden kann. Diese Vorlagen sollten leicht und frei zugänglich sein, z.B. über einen Download im Pressebereich der Organisationswebseite. Die Mediengestalter/-innen müssen zusätzlich über das Vorhandensein von Freianzeigenvorlagen informiert werden.

Fundraising

Der Begriff Fundraising stammt aus den USA und setzt sich aus den beiden Worten "fund" (=Mittel, Gelder, Kapital) und "to raise" (=beschaffen) zusammen. Daher liest man im Deutschen häufig den Begriff "Mittelbeschaffung". Mit Mitteln sind dabei sämtliche Ressourcen gemeint, die eine gemeinnützige Organisation zur Erfüllung ihres Satzungszweckes benötigt. Dies betrifft neben Geld- auch Sach- und Zeitspenden. Eine adäquate Übersetzung für "Fundraising" gibt es im Deutschen jedoch nicht. Der Begriff bezeichnet das gesamte Konzept der systematischen Analyse, Planung, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten im Rahmen der Mittelakquise. Darüber hinaus beinhaltet er den Beziehungsaspekt zwischen Fund-Raiser und Fund-Giver: So ist es Aufgabe der ersten, das Anliegen der Organisation zum Anliegen der Unterstützer/-innen zu machen.

Gemeinnützigkeit

Ein Verhalten von Personen oder Körperschaften, das dem Gemeinwohl dient, wird als gemeinnützig bezeichnet. Die Tätigkeit muss darauf gerichtet sein, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Gemeinwohl wird als Gegenbegriff zu Einzel- oder Gruppeninteressen verstanden. Das Verhalten darf also nicht einem eng definierten, in der Anzahl dauerhaft kleinen Personenkreis zugutekommen. In Abgrenzung dazu ist die Mildtätigkeit zu sehen, die sich an (einzelne) Personen richtet, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Einnahmen für gemeinnützige Zwecke werden nach § 52 der Abgabenordnung steuerbegünstigt. Ein Verein wird als gemeinnützig anerkannt, wenn er nach der Satzung und nach seiner tatsächlichen Geschäftsführung steuerbegünstigte Zwecke fördert. Darunter fallen u.a. Förderung von Wissenschaft und Forschung, Erziehung, Kunst und Kultur, der Religion, der Völkerverständigung, der Entwicklungshilfe, des Umwelt- und Denkmalschutzes, der Jugendhilfe, der Altenhilfe sowie die allgemeine Förderung des demokratischen Staatswesens in der Bundesrepublik Deutschland (vollständige Auflistung in § 52 AO).

Weiterführende Informationen
§ 52 AO: www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__52.html
Merkblatt zur Gemeinnützigkeit und zum Spendenrecht: www.ofd.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=17514&article_id=67744&_psmand=110

Großspende

Eine Großspende bezeichnet eine überdurchschnittlich hohe Spende einer einzelnen Person oder eines Unternehmens zugunsten einer gemeinnützigen Organisation oder einer Partei. Da die Durchschnittsspende von Organisation zu Organisation variiert, ist eine Großspende unterschiedlich definiert. Kleinere Organisationen sprechen bereits ab 500 oder 1.000 Euro von einer Großspende, andere Organisationen ziehen die Grenze erst ab 10.000 oder 50.000 Euro. Eine Großspende muss nicht auf einmal getätigt werden, sondern kann sich aus der Kumulation eines definierten Zeitraums ergeben, z.B. innerhalb von zwölf Monaten. Sobald eine Großspende getätigt wurde, wird die/der Spender/-in fortan als Großspender/-in (engl. Major Donor) geführt und idealerweise in ein Großspendenprogramm aufgenommen. Unabhängig von der Höhe der Folgespenden erfahren Großspender/-innen darin fortan eine gesonderte Behandlung. Großspenden an politische Parteien müssen ab 10.000 Euro im Rechenschaftsbericht ausgewiesen, ab 50.000 Euro unverzüglich der/m Bundestagspräsidenten/-in angezeigt und anschließend veröffentlicht werden.

Weiterführende Informationen
Dossier "Großspenden Fundraising" des Fundraiser-Magazins: www.fundraiser-magazin.de/dossier/gross-spenden.html
Veröffentlichte Parteiengroßspenden ab 2002: www.bundestag.de/bundestag/parteienfinanzierung

Hausliste

Die Hausliste ist der Datenschatz jeder Spenden sammelnden Organisation. Sie umfasst die Adressen und Kontaktdaten von bestehenden und ehemaligen Spender/-innen sowie Interessent/-innen. Eine gepflegte, d.h. stets aktuell gehaltene Hausliste ist das wichtigste Werkzeug des Fundraising. Mit ihr werden Spender/-innen gewonnen, gebunden und entwickelt (s. Spenderpyramide). Spendenaufrufe an die Hausliste erzielen höhere Rückläufe als an eine Fremdliste. Fremdlisten bestehen aus (z.B. angekauften) Adressen von Personen, die bisher noch nicht in Kontakt mit der Organisation standen. Sie werden für die Kaltakquise genutzt, um neue Spender/-innen zu finden und die Hausliste zu erweitern.

Weiterführende Gedanken zum Wert einer Hausliste:
http://fundraising-knigge.de/was-ist-ihre-spenderliste-wert/

Incentives (Mailingbeigaben)

Der Begriff Incentive (engl. für Anreiz, Antrieb oder Ansporn) steht im Fundraising üblicherweise für Geschenke, die einem Spendenmailing beigelegt werden, um die angeschriebenen Personen zu einer Spende zu motivieren. Diese Vorabgeschenke reichen von personalisierten Adressaufklebern oder Postkarten über "handgeknüpfte" Freundschaftsbändchen oder kleine Stifte bis hin zu Musik-CDs oder Schutzdecken. Sie werden insbesondere zur Neuspendergewinnung eingesetzt. Spendenaufrufe mit Beigaben erzielen in der Regel einen (zum Teil deutlich) höheren Spendenrücklauf. Ziel ist es, dass die Höhe der Spenden die Kosten der Geschenke übertreffen. Auch wenn dies oft gelingt, stehen Incentives in der Kritik. Zum einen aus ökologischen Gesichtspunkten, da die meisten (ggf. bereits unökologisch produzierten) Beigaben weggeworfen werden. Zum anderen aus ethischem Blickwinkel, da sich viele Angeschriebene - insbesondere bei teureren Beigaben - verpflichtet fühlen, das Geschenk mit einer Spende zu beantworten. Zudem ist umstritten, ob die so geworbenen Spender/-innen in der Folge noch spenden, wenn weitere Anreize ausbleiben. Von Incentives abzugrenzen sind kleine Dank-Geschenke für bereits geleistete Spenden, zum Beispiel an langjährig aktive Spender/-innen.

Mailings

Mailings bzw. Spendenbriefe gelten als Klassiker der Fundraisinginstrumente. Sie spielen nach wie vor im Fundraising-Mix die bedeutendste Rolle. Zwar sind die Zahlen der persönlich adressierten Mailings insgesamt rückläufig und die Responsequote von 1% bei Fremdadressen erscheint mager, dennoch stellen Spendenbriefe nach wie vor den wichtigsten Spendenanstoß dar (24,7% im Jahr 2015 lt. Dt. Spendenrat). Ein Spendenmailing besteht normalerweise aus vier Teilen: Umschlag, Anschreiben, Zahlungsträger und Beilagen, die über den Spendenzweck Auskunft geben. Um wirkungsvoll zu sein, braucht ein Mailing eine Geschichte, die die potenziellen Spender anspricht. Viele Spenderinnen und Spender wurden überhaupt erst durch einen Spendenbrief auf die Organisation aufmerksam und so zu Erst- und Folgespendern. Ein Briefmailing ist eines der persönlichsten Fundraising-Instrumente, mit dem dennoch viele Menschen gleichzeitig erreicht werden. Ein persönlicher Absender, das Blatt in der Hand, der Umschlag im eigenen Postkasten, der aufwändigere Versandweg, das macht ihn aus Sicht der Empfängerinnen und Empfänger persönlicher als z.B. eine E-Mail. Dadurch hat der Spendenbrief einen hohen Bindungsfaktor.

Weiterführende Informationen:
Akquisos-Ausgabe Mailings: www.bpb.de/partner/akquisos/163071/im-fokus-mailings

Matching-Fund

Mit Hilfe eines Matching-Funds koppeln öffentliche Institutionen, Stiftungen, Privatpersonen oder Unternehmen ihren Zuschuss an durch die Organisation eigenständig eingeworbene Mittel. Die Bedingungen können dabei variieren: (A) So kann ein fixer Betrag, z.B. 5.000€, zugesichert werden, wenn private Mittel in einem bestimmten Verhältnis (1:2, 1:3) gewonnen werden (also 10.000€, 15.000€). Oder (B): Jeder eingeworbene Euro wird durch den Geldgeber 1:1 oder 1:2 aufgestockt. Diese Zuschüsse können an Mindesteinnahmen gebunden oder nach oben gedeckelt werden. Vorteile dieser komplementären Finanzierungsart: Die öffentliche Hand leistet die Anschubfinanzierung, spart aber insgesamt Zuschüsse ein (A). Matching-Funds sind Ansporn für private Spenderinnen und Spender, da ihre Spende mehr Wert bekommt (insb. bei B und ohne Deckelung).

Weitere Varianten: www.fundraising-evangelisch.info/sites/default/files/images/Download_Matching_Fund.pdf

Nachlass-Fundraising, Erbschaften und Legate

Das Nachlass-Fundraising bezeichnet das systematische Planen und Durchführen von Aktivitäten zur Mittelbeschaffung durch Nachlässe. Zu unterscheiden sind aus Sicht der Organisation Erbschaften und Vermächtnisse (auch: Legate). Bei einer Erbschaft wird die Organisation Rechtsnachfolgerin des Erblassers – mit allen Rechten und Pflichten. Bei einem Vermächtnis werden die Erben im Testament verpflichtet, der Organisation einen definierten Erbteil zu überlassen. Es kommt vor, dass das Legat bei den Erben eingeklagt werden muss. Vielfach wird das Nachlass-Fundraising in den Organisationen dem Großspenden-Fundraising zugeordnet, doch unterscheiden sich beide strukturell und inhaltlich. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass ein besonderes Vertrauensverhältnis und eine Verbundenheit mit der Organisation aufgebaut werden muss. Vorbereitend für den Nachlass bieten viele Organisationen Unterstützung und Beratung rund um die Themen "Testamente" und "Vererben" an. Dieses sensible Thema wird zurückhaltend, oft nur auf Anfrage bearbeitet.

NGO und NPO

Die Abkürzungen NGO für Non-governmental Organisation und NPO für Non-Profit-Organisation werden häufig synonym verwendet. Eine exakte und einheitliche Abgrenzung der Begriffe findet sich weder im alltagssprachlichen Gebrauch noch in der Fachliteratur. Viele NGOs sind NPOs und umgekehrt. Bei Verwendung des Begriffs NGO ist der Fokus stärker auf die staatliche Unabhängigkeit gerichtet. NGOs werden aus der Zivilgesellschaft heraus gegründet, um staatlich-politische Aufgaben zu übernehmen. Sie verfolgen Ziele zu Themen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, Humanitären Hilfe, Menschenrechte sowie Umwelt/Ökologie und sind meist demokratisch organisiert. Der Begriff NPO umfasst sehr breit alle Organisationen, die nicht aus wirtschaftlichen, sondern ideellen Zwecken gegründet wurden. Bestehendes Vermögen und erwirtschafte Mittel werden nicht an die Mitglieder ausgeschüttet, sondern vollständig in die Gründungszwecke reinvestiert. Dies trifft auf Vereine, Verbände, Gewerkschaften, gemeinnützige Gesellschaften (gGmbH, gUG oder gAG), Genossenschaften oder Stiftungen zu. Auch viele NPOs übernehmen staatliche Aufgaben, z.B. im Sozial- und Gesundheitsbereich.

Online-Fundraising

Online-Fundraising bezeichnet im weitesten Sinne sämtliche Aktivitäten, bei den das Internet zur Mittelbschaffung genutzt wird. Das wären zum Beispiel: Gewinnung von Neuspender/-innen, Online-Zahlungen und Spendenformulare, Crowdfunding-Kampagnen, Spendenbitten an bestehende Förderer, Fördererbindung, zum Dank und zur Bereitstellung von Informationen für (potenzielle) Spender/-innen. Der zentrale Faktor ist eine gut und ansprechend gestaltete nutzerfreundliche Webseite, die ständig aktualisiert wird. Weitere Instrumente des Online-Marketings wie Mailings (per E-Mail), Social Media Aktivitäten (auf Facebook, Twitter, Youtube und Co), Suchmaschinenmarketing oder Banner nehmen üblicherweise auf die Webseite Bezug. Eine wichtige Funktion der Internetpräsenz ist es, Vertrauen aufzubauen mit übersichtlichen Informationen, einem Impressum nach gesetzlicher Vorschrift und direkten Kontaktaufnahmemöglichkeiten. Online-Fundraising dient nicht nur der Ressourcenbeschaffung, sondern ist Teil des Beziehungsmanagements zu den (potenziellen) Unterstützer/-innen und sollte wie alle Kommunikationsformen einer Organisation strategisch geplant und mit allen anderen Aktivitäten abgestimmt sein.

Öffentlichkeitsarbeit

Öffentlichkeitsarbeit, gleichbedeutend mit Public Relations (kurz PR), ist ein weit gefasster Begriff für das Management der öffentlichen Kommunikation von Organisationen (intern und extern). Als Ziele von Öffentlichkeitsarbeit gelten der Aufbau von Bekanntheit der Organisation und das Schaffen von Vertrauen sowie eines positiven und unverwechselbaren Images. Zu den operativen Kommunikationsinstrumenten der PR gehören zum Beispiel Pressearbeit, Publikationen und Eventkommunikation. Sowohl Öffentlichkeitsarbeit als auch Fundraising sollten Teil einer kohärenten und systematischen Kommunikationsstrategie einer Organisation sein. Die Übergänge zwischen den Bereichen sind fließend. Sie sollten aufeinander abgestimmt sein, jedoch nicht miteinander verwechselt werden. Während bei der Öffentlichkeitsarbeit die Steigerung des Bekanntheitsgrades einer Organisation und ihrer Anliegen im Mittelpunkt steht, hat Fundraising zum Ziel, Menschen zu einer direkten Reaktion, zum Handeln bzw. zum Spenden zu bewegen.

Weiterführende Informationen: Deutsche Public Relations Gesellschaft e.V.: www.dprg.de/_Verband.aspx

Patenschaft

Verschiedene Modelle von Patenschaft haben erfolgreich Einzug in das Fundraising gefunden. Sie setzen eine persönliche Identifikation und ein Verantwortungsgefühl für das Patenkind oder das Patenobjekt voraus. Dies zu schaffen und aufrecht zu erhalten, erfordert jedoch einen hohen Betreuungs- und Verwaltungsaufwand seitens der Organisation. Patenschaften haben den Vorteil, dass Spender/-innen langfristig gebunden werden können. Man kann unterscheiden zwischen Patenschaften als Bindungselement (z.B. Patenschaften für benachteiligte Kinder), Namens- und Objektpatenschaften (z.B. im Museum) und Mentoringprogrammen (zum Beispiel in der Nachwuchsförderung von Parteien).

Weiterführende Informationen:
Akquisos "Paten für die politische Bildung gesucht":
www.bpb.de/partner/akquisos/197347

Reaktivierung

Personen, deren letzte Spende an eine Organisation länger als (je nach organisationsinterner Definition) 12, 24 oder bis zu 60 Monate zurückliegt, gelten als inaktiv. Da sie die Arbeit der Organisation bereits mindestens einmal aktiv unterstützt haben, ist es Erfolg versprechender, diese Personen zu re-aktivieren, also zu einer weiteren Spende aufzufordern, als neue Spender/-innen anzuwerben. Zudem ist es kostengünstiger, da die Adressen vorhanden sind und nicht eingekauft werden müssen. Spezielle Reaktivierungsprogramme wenden sich mit einer gesonderten Ansprache im Mailing oder per Telefon an die (ehemaligen) Spender/-innen. Sie sind erfolgversprechender, wenn die Organisation nicht bis zur völligen Einstellung der Spendenaktivität wartet, sondern bereits ansetzt, wenn jemand die Spendenfrequenz oder -höhe signifikant herabsenkt.

Response-Quote

Die Response (=Reaktion/Resonanz)-Quote bezeichnet das Verhältnis zwischen der Anzahl von Antworten zur Anzahl der angesprochenen Personen. Da der Begriff aus dem Direktmarketing stammt, bezieht er sich in der Regel auf Mailings und daraus resultierende intendierte Reaktionen.

Beispiel: Bei einem Versand von Spendenaufrufen an 10.000 Adressen entsprechen 500 Spenderinnen und Spendern - einer Response-Quote von 2%. Es fließen keine Personen ein, die Informationsmaterial anfordern oder ihre Adressdaten ändern lassen. Auch wenn dies wünschenswerte Reaktionen sind, waren sie nicht Ziel der Maßnahme. Response-Quoten werden durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst: u.a. Adressauswahl (Fremdadressen vs. Hausliste), Bekanntheit des Absenders, Bindung der angeschriebenen Personen (aktive Spender vs. Interessierte), Responseziel (Kleinspende, Fördermitgliedschaft, Teilnahme an Umfrage), Zeitpunkt des Versands (Urlaubszeit vs. Weihnachten), beiliegendes Responsemittel (Überweisungsträger, Antwortkarte/Rückumschlag, Telefonnummer), Verstärker (Gewinnspiele, Geschenke). Daher können Response-Quoten zwischen 0,3% und 50% schwanken. Die Quote allein sagt nichts über den Erfolg der Maßnahme aus, sie ist aber ein Indikator und ermöglicht Vergleiche.

Richtlinienförderung (der bpb)

Bildungseinrichtungen, die bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Fördermittel für Bildungsmaßnahmen beantragen möchten, müssen zuvor als Bildungsträger von der bpb anerkannt worden sein. Die Förderrichtlinien legen die Bedingungen fest, unter denen ein Projekt unterstützt werden kann. Dazu gehört zum Beispiel, dass politische Bildung im Zentrum des Projektes steht, dass Kontroversen angemessen darzustellen sind und dass die Veranstaltungen allgemein zugänglich sein müssen.

Weiterführende Informationen
Richtlinienförderung: www.bpb.de/partner/foerderung/140003/richtlinienfoerderung

Sachspende

Neben Geld- und Zeitspenden sind Sachspenden eine wichtige Form im Spendenwesen. Bei Sachspenden handelt es sich um neue oder gebrauchte Gegenstände, die einer Organisation unentgeltlich überlassen werden. Dies können z.B. Kleidung, Haushaltsgegenstände oder Spielzeug für Bedürftige sein, aber auch Büroausstattung oder technische Geräte für das Vereinsbüro. Privatpersonen erwarten häufig keine Zuwendungsbescheinigung für Sachspenden, Unternehmen schon eher. Hier entsteht das Problem der Wertangabe, vor allem bei gebrauchten Gegenständen. Denn bei neuen Gegenständen gilt der Kaufbeleg oder ein nachgewiesener aktueller Verkaufspreis. Bei gebrauchten Gegenständen muss der aktuelle Wert geschätzt werden bzw. gilt bei Unternehmen, die etwas aus dem Betriebsvermögen entnehmen, der Buchwert. Das Unternehmen muss jedoch Umsatzsteuer auf den Wiederbeschaffungswert abführen. Es ist wichtig, sich gut zu informieren, bevor man eine Zuwendungsbescheinigung für gebrauchte Gegenstände ausstellt, ein Verein haftet ggf. für falsche Angaben.

Weitere Informationen: www.vereinswelt.de/vereinswissen/details/article/sachspenden.html

Sammlungserlaubnis

Sammlungsgesetze regeln in Deutschland, wer auf öffentlichen Plätzen Gelder einwerben darf. Besteht ein Sammlungsgesetz, so ist eine behördlich genehmigte Sammlungserlaubnis einzuholen. Wird die rechtmäßige Verwendung der Spenden durch die sammelnde Organisation nicht nachgewiesen, so kann ein Sammlungsverbot ausgesprochen werden. Im Rahmen von Bürokratieabbau haben mittlerweile 13 Bundesländer die Sammlungsgesetze abgeschafft. Damit darf dort jede Person öffentlich an jedem Ort, zu jeder Zeit und für jeden Zweck Gelder sammeln. 2013 hob Baden-Württemberg als vorerst letztes Bundesland sein Sammlungsgesetz mit der Begründung auf, dass Bürger/-innen durch die neuen Medien (Internet) nicht mehr vor unseriösen Organisationen geschützt werden könnten und müssten. Vielmehr sollen sie "frei und eigenverantwortlich entscheiden […], ob und wem sie eine Spende geben wollen." * Sammlungsgesetze bestehen noch in Thüringen, dem Saarland und in Rheinland-Pfalz. In letzterem spricht die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) als besonders aktives Kontrollorgan jährlich mehrere Sammlungsverbote aus. Diese gelten jedoch ausschließlich für das eigene Bundesland. Dennoch sind sie wichtige Hinweise an Bürger-/innen aus Bundesländern ohne Sammlungsgesetze.

Weiterführende Informationen:
DZI-Spendentipps "Sammlungsgesetze"
www.dzi.de/wp-content/pdfs_Spendentipps/Sammlungsgesetze.pdf
ADD: Sammlungsrecht in Rheinland-Pfalz, inkl. Sammlungsverbote seit 2002:
https://add.rlp.de/de/themen/staat-und-gesellschaft/ordnung/sammlungen/

* Land Baden-Württemberg "Sammlungsgesetz wird zum Jahreswechsel aufgehoben": www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/sammlungsgesetz-wird-zum-jahreswechsel-aufgehoben/

Shopping-Liste

Ein kurzer Katalog mit Spenden-Beispielen wird "Shopping-Liste" genannt. Sie veranschaulicht die mögliche Wirkung einer Spende. Dazu werden einzelnen Spendensummen konkrete Bedarfe zugeordnet: "Mit 20 Euro können wir einen Monat lang…". In der Regel werden 2-4 Beispiele angeführt. Diese Beispiele bieten Orientierung und die Möglichkeit, Menschen zu etwas höheren Spenden zu bewegen. Sie begrenzen aber zugleich. Entscheidend ist daher, die vorgegebenen Spendensummen nicht zu hoch oder zu niedrig anzusetzen. Wichtig ist außerdem, den Beispielcharakter hervorzuheben, um eine Zweckbindung zu vermeiden. Dies gilt insbesondere für umfangreichere Online-Spenden-Kataloge, bei denen aus einer Vielzahl von Beispielen ausgewählt werden kann und die Spende virtuell in einen Warenkorb gelegt wird. In seltenen Fällen werden "echte" Kataloge erstellt, aus denen Spenderinnen und Spender tatsächlich benötigte Komponenten auswählen können. Dies bietet sich bei der Finanzierung von in sich geschlossenen Projekten mit einer fixen Finanzierungssumme an. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Der Vorteil besteht aber darin, dass sich die Spenderinnen und Spender aus einer großen Bandbreite an Spendensummen aussuchen können und genau wissen, was sie beigetragen haben.

Spendensiegel

Da Spender/-innen die Wirksamkeit einer Spende und den ordnungsgemäßen Einsatz der Gelder kaum selbst überprüfen können, verleihen verschiedene Institutionen Spendensiegel als Gütezeichen für die korrekte Verwendung der Mittel. Spendensiegel sind daher Vertrauensverstärker. Vergeben werden sie entweder von Kontrollinstitutionen, die stellvertretend für die Spender/-innen die Einhaltung bestimmter Standards nach definierten Kriterien prüfen. Die bekannteste deutsche Kontrollstelle ist das nicht-staatliche Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Es prüft jedoch nicht alle spendensammelnden Organisationen, sondern nur solche, die die kostenpflichtige Prüfung eigenständig beantragen. Alternativ vergeben beispielsweise der Deutsche Spendenrat oder die „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ (Transparency International Deutschland e.V.) Siegel an ihre Mitglieder, die sich zur Einhaltung gewisser Standards selbstverpflichtet haben.

Weiterführende Informationen:
Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI):
www.dzi.de
Deutscher Spendenrat:
www.spendenrat.de
Initiative Transparente Zivilgesellschaft:
www.transparency.de/Initiative-Transparente-Zivilg.1612.0.html

Spenderpyramide

Die Spenderpyramide beschreibt eines der bekanntesten Modelle des Fundraisings und wurde 1991 von Joan Flanagan beschrieben. Sie bildet einerseits die Anzahl von Spender/-innen und andererseits die Höhe der Spenden ab. Marita Haibach fügte 2002 als unterste und zahlenmäßig breiteste Stufe die Gruppe der Interessenten hinzu, die (zunächst) nichts spenden. Auf den nächsten Stufen folgen Erstspender, Mehrfachspender, Dauerspender, Großspender und Erblasser. Die Anzahl der Personen nimmt ab, die Höhe der Spenden zu. Daraus ergibt sich eine Pyramidenform, die ein systematisches Verteilungsbild der Spender/-innen darstellen soll. Mit Hilfe - meist beziehungsbasierter - Upgrading- (=Beförderungs) Maßnahmen versuchen Fundraiser, die Spender Stufe um Stufe nach oben zu hieven. Kritik an der Pyramide bezieht sich darauf, dass sie zu abstrakt sei und in der Realität so idealtypisch selten vorkomme sowie dass sie nicht-monetäre Gaben (Sach- und Zeitspenden) außer Acht lässt.

Weiterführende Literatur
Joan Flanagan: Successful Fundraising. A Complete Handbook for Volunteers and Professionals. McGraw-Hill Contemporary, Chicago, 1991.
Marita Haibach: Handbuch Fundraising: Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis. Campus Verlag, 2002.

Stiftungen

Eine Stiftung ist eine Einrichtung, die mit Hilfe eines Vermögens einen vom Stifter oder der Stifterin festgelegten Zweck verfolgt. Bei Stiftungen wird in der Regel das Vermögen auf Dauer erhalten, die Erträge werden für den Stiftungszweck eingesetzt. Stiftungen können in verschiedenen rechtlichen Formen (privatrechtlich oder öffentlich-rechtlich) und zu jedem legalen Zweck errichtet werden. In Deutschland werden 95% der Stiftungen in privatrechtlicher Form errichtet und dienen gemeinnützigen Zwecken. Man unterscheidet Förderstiftungen, die Tätigkeiten Dritter finanziell fördern, und operative Stiftungen, die zur Erfüllung der Stiftungszwecke selbst Projekte durchführen. Seit den 1990er-Jahren ist in Deutschland ein regelrechter Stiftungsboom zu verzeichnen. Rechtliche Änderungen, das Anwachsen von Vermögenswerten, Möglichkeiten zur Steuereinsparung und das Wiedererstarken der Idee des Bürgerengagements sind Gründe dafür. Neben privaten Stifterpersönlichkeiten treten vermehrt auch Unternehmen, Vereine, Verbände oder Kommunen als Stifter auf.

Weiterführende Literatur
Bundesverband Deutscher Stiftungen: www.stiftungen.org

Tombola

Bei einer Tombola erwerben die Teilnehmenden Lose, von denen einige etwas gewinnen, andere gehen leer aus. Sie unterscheidet sich von Lotterien dadurch, dass Sachpreise statt Geld ausgespielt werden. Eine Tombola ist oft mit karitativem Ansinnen verknüpft. Die Preise sind in der Regel gestiftet und der Erlös, der durch den Verkauf der Lose entsteht, kommt einem guten Zweck zugute. Tombolas lassen sich gut in bestehende Veranstaltungen integrieren und können thematisch ausgerichtet werden. Es sind viele Varianten denkbar, die auch Erlebnischarakter haben können (z.B. „Entenrennen“). Zu beachten ist, dass es sich bei Tombolas im rechtlichen Sinn um Glücksspiele handelt. Sie müssen somit vom zuständigen Ordnungsamt zwingend genehmigt werden. Auch ist zu klären, ob und wie die Einnahmen des Losverkaufs zu versteuern sind.

Mehr unter: www.bpb.de/216663

Praxisbeispiele: www.bpb.de/216666/

Upgrade

Ziel eines Upgrade (=Höherstufung) ist es, ein/e Spender/-in zu zusätzlichen oder erhöhten Spenden zu bewegen, um die Jahres- oder Lebensspendensumme dieser Person zu steigern. Upgrademaßnahmen setzen bei bestehenden Spender/-innen an, die bereits durch erste Spenden gezeigt haben, dass sie der Organisation nahe stehen und über deren Arbeit informiert wurden. Sie werden gezielt angesprochen und um eine Anhebung des Spendensatzes gebeten. Das Upgrade kann zwischen den Stufen der Spenderpyramide ansetzen (z.B. Mehrfachspenden in regelmäßige Dauerspenden umwandeln, Großspender/-innen zur Begünstigung der Organisation im Testament auffordern) oder innerhalb einer Stufe der Pyramide (z.B. Erhöhung der monatlichen Dauerspende von 10 auf 20 Euro).

Verwaltungskosten

§ 55 Nr. 1 und 3 der Abgabenordnung (AO) stellt fest, dass ein spendenfinanzierter Verein nur dann als "selbstlos" gilt, wenn er seine Mittel "in erster Linie" für satzungsmäßige Zwecke verwendet. Andernfalls droht die Entziehung der steuerbegünstigten Gemeinnützigkeit. Satzungsfremde Kosten werden gemeinhin als Verwaltungskosten (VK) bezeichnet. Hierzu zählen insbesondere, aber nicht abschließend: Personalkosten, Miete, Kosten für Büro und Kommunikation, Reisekosten, Werbeausgaben für Spendergewinnung und -betreuung. Eine genaue Grenze über die Höhe der VK schreibt das Gesetz nicht vor. Die Formulierung "in erster Linie" legt eine Marke von 50% nahe. Dies wird jedoch im Einzelfall geprüft und entschieden. So darf es in den Gründungsjahren eines Vereins mehr sein. Gleichzeitig kann die Gemeinnützigkeit auch bei einem prozentual eher geringen Verwaltungskostenanteil entzogen werden, wenn Kosten wirtschaftlich nicht sinnvoll oder der Leistung nicht angemessen sind (z.B. überhöhte Honorare). Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) vergibt sein Siegel nur, wenn die Verwaltungskosten maximal 30% betragen. In der Realität liegen die meisten Organisationen darunter (durchschnittlich 14% VK bei Organisationen mit DZI-Siegel*).

Weiterführende Informationen:
§ 55 der Abgabeordnung www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__55.html
Richtlinien zum DZI-Siegel (S. 17): www.dzi.de/wp-content/pdfs_Spenderberatung/SpS-Leitlinien.pdf
Infodienst Gemeinnützigkeit: http://infodienst.ewnw.de/?p=991

* Quelle: www.dzi.de/spenderberatung/das-spenden-siegel/so-wird-das-spenden-siegel-vergeben/

Zeitspende

Wer ehrenamtlich oder pro bono für eine Organisation arbeitet, ohne dafür entlohnt zu werden, leistet eine Zeitspende. Der Begriff verdeutlicht, dass es sich auch bei diesen Tätigkeiten um eine Form des Spendens (neben Sach- oder Geldspenden) handelt. Viele Menschen (besonders im Rentenalter oder Jugendliche/Studierende) arbeiten ehrenamtlich, um ihre freie Zeit sinnvoll zu nutzen und eine gemeinnützige Sache zu unterstützen. Von pro bono-Tätigkeit spricht man bei fachlich hochqualifizierter Arbeit, die unentgeltlich für das Gemeinwohl geleistet wird, etwa Beratungstätigkeiten oder juristische Vertretung. Wer in Deutschland aufgrund bestimmter Tätigkeiten einen Anspruch auf Zahlung von Aufwandsentschädigungen erwirbt, darauf aber verzichtet und sich eine Spendenquittung ausstellen lässt, kann diese Beträge unter bestimmten Bedingungen von der Steuer absetzen ("Aufwandsspende").

Weitere Informationen: www.vereinsknowhow.de/kurzinfos/aufwandspenden-bmf.htm

Zuwendungsbescheinigung

Eine Zuwendungsbescheinigung oder -bestätigung (auch: Spendenbescheinigung) wird von einer als gemeinnützig, mildtätig oder kirchlich anerkannten Organisation ausgestellt, um den Empfang einer Geld- oder Sachspende zu bestätigen. Der/Die Spender/-in kann damit den gespendeten Betrag steuerlich geltend machen. Zuwendungsbestätigungen können für Einzelspenden oder als Sammelbescheinigung bspw. für einen Jahreszeitraum ausgestellt werden. Die Anforderungen an eine Zuwendungsbestätigung regelt das Bundesministerium der Finanzen (BMF). Für Spenden bis 200€ gilt als Vereinfachter Zuwendungsnachweis der Kontoauszug, Bareinzahlungsbeleg, Überweisungsbeleg oder Lastschrifteinzugsbeleg in bestimmten Fällen aus. Näheres regelt § 50 Abs. 2 EStDV.

Weiterführende Informationen
§ 50 EStDV: www.gesetze-im-internet.de/estdv_1955/__50.html
Muster des BMF für Zuwendungsbestätigungen: www.formulare-bfinv.de/ffw/content.do

Zweckbindung

Der Begriff Zweckbindung meint, dass bestimmte Geldmittel (oder Sachleistungen) nur zu gesetzlich oder vertraglich genau bestimmten Zwecken eingesetzt werden dürfen. Bei Spenden erfolgt eine Zweckbindung in der Regel bereits mit dem Spendenaufruf. Spendenempfängerinnen und -empfänger sind an die von den Spendenden ausgesprochene Zweckbindung gebunden. Verwenden die Empfängerinnen und Empfänger die erhaltene Spende nicht vereinbarungsgemäß, können die Spender/-innen ihre finanzielle Zuwendung zurückfordern. Spendenempfängerinnen und -empfänger bestimmen daher häufig den Zweck nicht zu eng oder lassen ihn offen (so genannte „freie Spenden“), um eventuelle Rückzahlungsforderungen zu vermeiden. Manchmal findet sich im Spendenaufruf ein Passus, dass bei Erreichen des Spendenziels die überschüssigen Mittel auch für andere Zwecke eingesetzt werden können.

Weiterführende Informationen:
www.vereinsknowhow.de/kurzinfos/zweckbindung-spende.htm



 

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