Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Muslimfeindlichkeit

"Der" Islam und "die" Muslime tauchen immer wieder auf in Debatten rund um Themen wie Zuwanderung und Integration. Die Grenze zwischen dem, was noch Islamkritik ist und dem, was man als Muslimfeindlichkeit bezeichnen kann, sind dabei fließend. Eine Tatsache, die sich auch Rechtsextreme zunutze machen. Sie übernehmen lautstark die Führung bei Protesten gegen Moscheebauten oder versuchen, Debatten um Flüchtlingsunterkünfte u.a. ihren Stempel aufzudrücken. Ihre antimuslimische Agitation ist allerdings nichts anderes als ein neu verpackter Hass auf Migranten. Nur die Sprache hat sich geändert: Aus "den Ausländern" sind "die Muslime" bzw. "der Islam" geworden.

Donnerstag, 23. Dezember 2004: Im Gebetsraum der Ahmadiyya-Moschee in Usingen sichern Ermittler Spuren eines Brandanschlages, der in der Nacht zuvor verübt wurde.

Armin Pfahl-Traughber

Islamfeindlichkeit, Islamophobie, Islamkritik – ein Wegweiser durch den Begriffsdschungel

Welcher Begriff ist eigentlich der richtige, wenn über Vorbehalte oder Ressentiments gegenüber dem Islam und seinen Anhängern gesprochen oder Kritik an der Religion geübt wird? Der Politologe Armin Pfahl-Traughber führt durch den Begriffsdschungel – und plädiert dafür, den Begriff "Muslimenfeindlichkeit" als Typusbegriff zu verwenden, wenn Muslime aufgrund ihres Glaubens ausgeschlossen und benachteiligt werden sollen oder gegen sie als Muslime gehetzt und agitiert wird.

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Kundgebungsteilnehmer von pro Deutschland halten am 13.01.2013 in Berlin islamfeindliche Schilder

Farid Hafez

Wo endet Islamkritik und beginnt Islamfeindlichkeit?

Wenn über den Islam gesprochen wird, heißt es oft, er sei rückständig und totalitär, frauenfeindlich und mit Demokratie nicht vereinbar. Solche Aussagen, erklärt der Wiener Politologe Farid Hafez, seien bereits islamfeindlich. Aber er sagt auch: "Eine Sensibilität für Islamfeindlichkeit darf nicht dazu führen, dass man die Muslime ständig gegen alle Kritik in Schutz nimmt."

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Steven Geyer

Virtuelle Kreuzritter

Das Weblog "Politically Incorrect" ist das Leitmedium der deutschen Islamhasser – aber auch eine gut vernetzte Organisation mit Ortsgruppen in ganz Deutschland, die sich politisch und auf der Straße gegen Muslime und Zuwanderer einsetzen.

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Alexander Häusler

Muslimfeindlichkeit als rechtsextremes Einfallstor

Mit muslimfeindlichen Kampagnen gewinnen rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien in Europa an Einfluss. Auch in Deutschland versuchen sie so, in die gesellschaftliche Mitte vorzudringen.

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Am 19.08.2012 ziehen Anhänger von pro Deutschland durch Berlin. Ein Kundgebungsteilnehmer hält sich beim Singen der Nationalhymne die Hand an die Brust.

Thorsten Gerald Schneiders

Konkurrenz der Leidtragenden

Darf man Antisemitismus und Islamfeindlichkeit in ein Verhältnis zueinander setzen, gar in einem Atemzug nennen? Diese Frage hat in den Medien und in der Wissenschaft vor ein paar Jahren eine heftige Debatte ausgelöst. Der Islam- und Politikwissenschaftler Thorsten Gerald Schneiders hat die Argumente beider Seiten herausgearbeitet und kritisch beleuchtet.

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Demonstration in London gegen die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen.

Jochen Müller

Die Islamophobie und was sie vom Antisemitismus unterscheidet

Kann man "Islamophobie" und Antisemitismus vergleichen? Darum kreiste 2010 eine teilweise hitzig geführte Debatte. Jochen Müller erklärt einführend die Hintergründe und zeigt, wie sich Islamfeindschaft und Antisemitismus unterscheiden.

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Islamfeindlichkeit

Quellentext: Islamfeindlichkeit und Antisemitismus ähneln einander

Mit seiner These, dass in den Quellschriften des Antisemitismus aus dem 19. Jahrhundert ähnliche Argumentationslinien und Schuldzuweisungen zu finden seien, wie sie heute Islamfeinde nutzen, löste Wolfgang Benz, ehemaliger Leiter des Zentrums für Antisemitismusfoschung, in der Wissenschaft und in den Medien eine heftige Debatte aus. Für seinen vergleichenden Blick auf Islamfeindlichkeit und Antisemitismus erntete er sehr viel Kritik, zum Teil aber auch Unterstützung. Um die Kontroverse nachvollziehbar zu machen, erscheint hier als Quellentext ein Auszug aus seinem Buch "Wir oder Scharia – Islamfeindliche Kampagnen im Rechtsextremismus" (Wochenschau-Verlag 2011), in dem Benz seine These näher erläutert.

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