Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Rechtsextreme Szenen und Medien

Internet, Musik, Literatur: Die Medienlandschaft bietet zahlreiche Kanäle um rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten. Manchmal ist der Hintergrund dieser Angebote offensichtlich, teilweise erkennt man ihn erst auf den zweiten Blick. Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die verschiedenen Gesichter des Rechtsextremismus, welcher Medien sich Rechtsextreme bedienen, und wie Medien sich mit Rechtsextremismus auseinandersetzen können.

  (© Bundeszentrale für politische Bildung)

Beweismaterial gegen das bayerische Neonazi-Netzwerk "Freies Netz Süd" (FNS). Ein Mitarbeiter des bayerischen Innenministeriums trägt nach einer Pressekonferenz im Juli 2013 ein großformatiges Foto, welches während einer Razzia bei einem führenden Rechtsextremisten aufgenommen wurde.

Michael Klarmann

Kameradschaften als Strategieelement

"Kameradschaften" waren fast zwei Jahrzehnte lang eine Strategie, die Rechtsextreme vor Verboten oder dem Ausheben ihrer Netzwerke schützen sollte. Nach dem Aufdecken des NSU gingen Behörden verstärkt gegen solche "Freien Kräfte" vor. Heute sind die Kameradschaften nur noch eine unter mehreren Organisationsformen. Weiter...

Titelblatt einer Ausgabe der "Nationalzeitung"

Schwerpunkt

Was liest der rechte Rand?

Geschichtsrevisionismus, völkischer Nationalismus, Antimuslimismus: Am rechten Rand der Medienlandschaft in Deutschland erscheinen viele Publikationen mit rechtsextremer Stoßrichtung, so z.B. die NPD-Parteizeitung "Deutsche Stimme". Daneben gibt es aber auch Erzeugnisse, die ihr Publikum in Sprache und Inhalt gemäßigter ansprechen. In Printmedien und im Netz transportiert die Szene Themen und Agitation. Weiter...

Die Ausgaben von "Mein Kampf" in verschiedenen Sprachen.

Schwerpunkt

"Mein Kampf"

In bemerkenswerter Offenheit gibt Hitler schon in "Mein Kampf" einen Ausblick auf die rassistische Vernichtungspolitik der Nazis. Ab dem 1.1.2016 kann die Propagandaschrift neu veröffentlicht werden. Heißt das, dass das Buch jetzt jedermann vertreiben und erwerben darf? Ist die Beschäftigung mit ihr überhaupt sinnvoll? Oder gehört sie auf den Müllhaufen der Geschichte? Weiter...

Ein mit dem Wort "Lügner" beschmierter Zeitungsautomat mit der Kölner Boulevard-Zeitung "Express" steht am 17.04.2016 auf einem Gehweg in Köln.

Schwerpunkt

Rechtsextremismus und Presse

Wie umgehen mit Rechtsextremisten im Interview? Gibt es auch Ratgeber für die 'richtige' Formulierung, zum Beispiel was fremdenfeindlich, was rassistisch ist? Und existieren eigentlich auch aktuelle wissenschaftliche Studien über die Wechselwirkung von rechtsextremem Aktionismus und Sensationsberichterstattung? Weiter...

Neonazis in Bad Nenndorf im November 2013.

Schwerpunkt

Männer

Warum sind insbesondere Männer im Rechtsextremismus aktiv? Das Rollenangebot und das Versprechen "wahrer Männlichkeit" scheinen für junge Männer nach wie vor anziehend zu sein. Weiter...

NPD-Anhängerinnen bei einer Neonazi-Kundgebung in Berlin. Links im Bild Marianne Pastörs – rechte Aktivistin und Ehefrau des Schweriner NPD-Abgeordneten Udo Pastörs.

Schwerpunkt

Frauen in der rechtsextremen Szene

Weiblich, jung, rechtsextrem: Bislang machen Frauen zwar nur einen kleinen Teil der rechtsextremen Szene aus, aber ihre Zahl wächst. In der NPD stellen sie bereits ein Fünftel der Mitglieder. Häufig bleibt ihre Rolle jedoch beschränkt – als Helferin und Mutter. Weiter...

Eine Demonstrantin bei einer Kundgebung der NPD am 1. Mai 2012 im schleswig-holsteinischen Neumünster.

Schwerpunkt

Wenn Neonazis Kinder kriegen...

Familienleben unter Rechtsextremen: Gibt es am rechten Rand Platz für Vielfalt und nonkonforme Lebensentwürfe? Je radikaler die Abschottung gegen die sie umgebende Gesellschaft, desto schwieriger wird es für die Kinder von Neonazieltern, das starre Korsett rechtsextremer Erziehung zu durchbrechen. Weiter...

Neonaziveranstaltung am 05.09.2009 in Dortmund, Nordrhein-Westfalen. Ein Teilnehmer des sogenannten "Antikriegstages" trägt einen Pullover mit der Aufschrift "Braune Musik Fraktion".

Schwerpunkt

Rechtsextreme Musikszene

Sie heißen "Landser", "Stahlgewitter" oder "Kraftschlag", und sie verkaufen Hass: braune Musik ist Einstiegsdroge Nummer 1. Neonazis versuchen hiermit gezielt, vor allem Jugendliche zu ködern. Und machen mit Konzerten und CDs ein Millionengeschäft. Weiter...

Ein Screenshot des Blogs der Freien Nationalisten Esslingen vom 03.03.2014 (http://fnesslingen.wordpress.com/) zeigt die Ankündigung einer Demonstration gegen Flüchtlingsunterkünfte in Ludwigshafen

Schwerpunkt

Neonazis im Netz

Das Propaganda-Potential des Internets hat die rechtsextreme Szene schon vor Jahren erkannt. Tausende rechtsextreme Inhalte finden sich im Netz, viele davon amateurhaft und unattraktiv. Doch es gibt auch Experten in der Szene, die hochprofessionell und erfolgreich im Netz agieren. Weiter...

Kameradschaft aus Unterfranken bei Aufmarsch in Dresden im Februar 2006.

Schwerpunkt

Rechtsextreme Jugendkultur

Rechtsextremisten ködern vor allem unter Jugendlichen ihren Nachwuchs. Das typische Einstiegsalter liegt zwischen 12 und 15, als Einstiegdroge Nummer eins gilt Musik von Nazibands wie "Landser" oder "Stahlgewitter". Aber auch Faktoren wie Kameradschaft und Abenteuertum, Geltungsdrang und Protest spielen eine große Rolle bei der jugendlichen Zielgruppe. In manchen Orten hat der Rechtsextremismus bereits die Vorherrschaft in den Jugendmilieus erobert und ist zur prägenden Ideologie geworden – über die Grenzen von Subkulturen hinaus. Weiter...