Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

24.11.2017 | Von:
Martina Susanne Ortner

Heimatliebe, Nationalstolz und Rassismus – Einzelmeinungen oder Trend?

Über extrem rechte Einstellungen unter Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland ist bisher relativ wenig Konkretes bekannt. Im Rahmen eines vierjährigen Projekts führte die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus in München (firm) Tiefeninterviews mit Münchnern nicht-deutscher Herkunft. Martina Ortner stellt die Ergebnisse vor

Nasser El-Ahmad organisiert gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg am 12. April 2015 in Berlin die Demonstration "Wir haben das Recht, so zu leben wie wir sind" gegen Homophobie, Gewalt und ZwangsverheiratungUnter dem Motto "Wir haben das Recht, so zu leben wie wir sind" organisiert Nasser El-Ahmad gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg am 12. April 2015 in Berlin eine Demonstration gegen Homophobie, Gewalt und Zwangsverheiratung. Der junge Libanese ist homosexuell und war deswegen von seiner Familie bedroht und verschleppt worden. (© picture-alliance/dpa)

Spricht hierzulande jemand von "Rechtsextremismus" werden damit üblicherweise Einstellungsmuster und Verhaltensweisen von Deutschen ohne Migrationshintergrund assoziiert. Wenig Beachtung findet bislang, wie verbreitet solche Einstellungen und Verhaltensweisen bei Migrantinnen und Migranten sind. Differenzierte Recherchen gibt es vor allem über die sogenannten "Grauen Wölfe"[1]. Einen weiteren Beitrag leistete die 2010 herausgegebene Broschüre "Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft"[2] des Netzwerks "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Eine repräsentative Untersuchungen über die Verbreitung extrem rechter Einstellungen unter Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, einen Vergleich verschiedener extrem rechter Organisationen, die verschiedene Migranten-Gruppen ansprechen (z.B. italienisch-, griechisch-, türkisch-, kroatisch-stämmig) und eine Beobachtung ihrer Entwicklung fanden wir in den Jahren bis 2009 nicht.[3]

Wenn wir in Diskussionen fragten, warum dies so ist, wurden wir – das Team der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus in München (firm)[4] – immer wieder mit Ablehnung konfrontiert: Menschen mit Migrationshintergrund[5] müssten sich mit so vielen Ausgrenzungen, Zurückweisungen und Anfeindungen auseinandersetzen, jetzt kämen wir noch mit diesem Thema daher. Dennoch wollten wir einen Beitrag zur Klärung liefern und führten von 2009 bis 2013 ein Projekt mit dem Titel "Heimatliebe, Nationalstolz und Rassismus – Einzelmeinungen oder Trend? Extrem rechte politische Weltanschauungen von Migrant_innen (in München)" durch.

Insgesamt interviewten wir in fünf Gruppen- und sieben leitfadengestützten Einzelinterviews 19 Männer und 17 Frauen im Alter von 16 bis Mitte 50 und mit verschiedenem Migrationshintergrund.[6] Unsere Forschungsfrage war, wie sich Rechtsextremismus von Menschen mit Migrationshintergrund zeigt. Wir wollten herausfinden, welche Einflüsse die Sozialisation im Herkunftsland, die Migration oder auch Erfahrungen und Erlebnisse in Deutschland auf die politische Weltanschauung haben.

Heimatliebe, Patriotismus und Nationalismus

In den Gesprächen wollten wir unter anderem die Verwendung sensibler Begriffe wie Heimat(liebe), Patriotismus und Nationalismus erkunden. Heimatliebe, so stellten es die Interviewpartner mehrfach dar, beziehe sich auf persönliche Gefühle. Es gehe um individuelle Erinnerungen, Rituale, das eigene kulturelle Gedächtnis, beispielsweise um den Geruch und den Geschmack der Heimat sowie um das Geborgenheitsgefühl. Dabei sei Heimat bezogen auf einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Stadt im Herkunftsland und – je nach Länge des Aufenthaltes in Deutschland – auch auf die Stadt München

Demgegenüber verschwimmt der Begriff "Patriotismus" etwas. Die Befragten gestanden in der Regel jedem Menschen zu, patriotisch zu sein. Dann aber begannen die Differenzierungen. Während die einen betonten, "patriotisch" könne man unabhängig von den politischen Entwicklungen im Herkunftsland sein, bestritten dies die anderen. Unterschiede gab es auch bei der Frage, ob man "Patriotismus" nur für ein Land fühlen kann, in dem man auch lebt oder dies zumindest anstrebt – oder ob man "patriotisch" sein kann, ohne im entsprechenden Land zu leben, also eine Art "Abstammungspatriotismus" pflegen kann.

Bei der Verwendung des Begriffes "Nationalismus" näherten sich die Befragten mit ihren Beschreibungen wieder an. Der Begriff ist eindeutig negativ besetzt, er umfasst für sie auch Ungleichwertigkeitsvorstellungen. Bernd, einer der Befragten, bringt es auf den Punkt:

"Patriotismus ist für mich [...] vielmehr Heimatliebe. So betrachte ich das. Nationalistisch ist viel mehr so die eigene Nation über die anderen zu stellen. [...] Das ist viel mehr ausgeprägt. Das ist auch bei allen Nationalitäten. Auch bei Türken oder Kurden oder bei Afrikanern oder was weiß ich, genauso. Dass sie sich als was Besseres, als besseres Volk fühlen. Das meine ich halt. Das ist ihre Kompensation zu ihren Minderwertigkeitsgefühlen. Wenn sie sofort integriert wären, z.B. Wahlrecht, was weiß ich, Verein, wäre das wahrscheinlich nicht so stark."

Bernd beschreibt den Prozess, den Experten als Selbstethnisierung kennen. Sie erfolgt als Reaktion auf Ablehnungserfahrungen und eine Exklusion, die Menschen mit Migrationshintergrund am neuen Wohnort erfahren. Sie entwickeln dann oft eine nationalistische Gesinnung in Bezug auf ihr Herkunftsland. Mit diesem übersteigerten Nationalismus gehen Vorstellungen von Volksgemeinschaft und Rassismus einher. Benedict Anderson hat in seinem Standardwerk "Die Erfindung der Nation" (1996) bereits darauf hingewiesen, dass sich Nationalismus nicht auf eine reale, sondern auf eine "vorgestellte politische Gemeinschaft" bezieht. Im vorliegenden Kontext bekommt diese Beschreibung noch eine weitere Bedeutung, weil die so Denkenden nicht in dem Land leben, dessen imaginierter Gemeinschaft sie sich zugehörig fühlen. Eine so konstruierte Nation beinhaltet daher schon immer die Gefahr der Übersteigerung und damit Ungleichwertigkeitsvorstellungen anderen gegenüber, die nicht dieser Nation angehören.[7] Hier wird also das Mobilisierungspotenzial einer konstruierten sozialen Kategorie zu Vergesellschaftungsbestrebungen genutzt. Zu Fragen ist daher nach den genauen Mechanismen ihrer Wirksamkeit. Es geht um eine Konstruktion, oftmals verbunden mit Mythen, die an familiäre Blutsbande anknüpfen (vgl. z. B. Arslan 2009: 37), bzw. als ein Ersatz für sie dienen.

Rassismus

Die Interviewpassagen zur Dimension "Rassismus" waren in der Regel sehr emotional – und eventuell rassistische Einstellungen bei sich selbst waren kein Thema. Für einige war im Herkunftsland erlebter Rassismus ein Grund zu migrieren. Meist aber stand im Vordergrund, wie in Deutschland mit Menschen mit Migrationshintergrund umgegangen wird. Den Befragten ging es hier nicht nur um Fälle tödlicher rassistischer Angriffe wie in Mölln und Hoyerswerda, sondern sie berichteten vom alltäglich erlebten Rassismus, von Anspielungen oder Beschimpfungen in der U-Bahn oder an der Supermarktkasse.

Die Befragten bezeichneten solche Erlebnisse- unabhängig davon, ob sie im Herkunftsland oder in Deutschland erlebt werden – als "Ausländerfeindlichkeit". Beide Male verwendeten sie auch die Beschreibung "Menschen zweiter Klasse". Der Begriff "Rassismus" wurde in Bezug auf Deutschland für die Beschreibung von körperlichen Gewalttaten gegenüber "Ausländerinnen und Ausländern" und in Bezug auf die Herkunftsregion auf Gewalttaten gegenüber ethnischen Minderheiten verwendet.

Als in den Interviews rassistische Einstellungen unter Menschen mit Migrationshintergrund zur Sprache kam, wurden diese oft auf die Herkunftsländer zurückgeführt. So wurde zum Beispiel die Meinung vertreten, wer in der Herkunftsregion eine Gruppe abgelehnt habe, tendiere auch in Deutschland dazu, sofern er oder sie diese Haltung nicht bearbeite. Wichtig sei auch die politische Situation im Herkunftsland. Sei dort Krieg, werde Hass geschürt, und das fördere Rassismus. Wenn dort eine bestimmte ethnische Gruppe sich eben als solche definiere und an der Macht sei, auch andere etikettiere und abwerte, dann sei das und fördere das Rassismus.

Keiner der Befragten sagte über sich, selbst rassistisch zu sein – doch manche dokumentierten es unfreiwillig während der Interviews. So wurde der Interviewerin zum Beispiel geduldig versucht zu erläutern, warum bestimmte ethnische Gruppen nicht in bestimmten Regionen beheimatet seien, sich seltsam benähmen, Lügen über ihre Behandlung verbreiteten etc. Mit Blick auf sein Herkunftsland Afghanistan führte ein Interviewpartner aus, welche ethnischen Gruppen nicht im Land leben sollten, welche kriminell und welche minderwertig seien.

Bei den Berichten über die rassistische Angriffe deutscher Rechsextremer wie in Hoyerswerda und Solingen wurde die Sorge geäußert, Deutsche könnten jederzeit wieder in ein Verhalten wie zur Zeit des Nationalsozialismus verfallen, türkische Gesprächspartner verglichen die eigene Gruppe bisweilen mit den Juden nach 1933. Die Anschläge wurden als Ursache für eine Radikalisierung in der türkeistämmigen Bevölkerung ausgemacht: Extrem rechte Gruppen hätten als Reaktion enormen Zulauf gehabt, denn sie sollten dazu dienen, sich zu schützen und zu wehren.

Antisemitismus

Antisemitische Äußerungen und Gewalthandlungen wurden von den Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmern lediglich für die Herkunftsregionen beschrieben (etwa Friedhofsschändungen in Italien). Kam die Sprache auf in München lebende Menschen mit Migrationshintergrund , schien durch, dass auch bei ihnen Antisemitismus vermutet wird, konkrete Beispiele hierfür wurden aber nicht genannt. Insgesamt wurde der Begriff Antisemitismus überwiegend im Zusammenhang mit Gewalthandlungen verwendet.

Im Laufe der Gespräche kamen teils deutlich antisemitische Einstellungen zum Vorschein. Beispielsweise wurde geäußert, Deutsche würden sehr schnell überreagieren und etwas als Antisemitismus bezeichnen, was gar keiner sei, wie zum Beispiel Judenwitze. Allen Befragten waren der Völkermord an den Juden und die Rolle von Deutschen als Täter klar, eine Beteiligung von Menschen in den jeweiligen Herkunftsländern am Holocaust hingegen war nie Thema. Deutlich wurde, dass antisemitische Einstellungen bei Befragten nicht persönlicher Kontakte mit Jüdinnen und Juden bedurften, sondern auf der Weitergabe von Vorurteilen durch Erzählungen beruhten. Manche bezogen sich auf die längst als Fälschung entlarvten "Protokolle der Weisen von Zion". Daneben gab es Äußerungen von religiösem Antisemitismus, denen aber andere Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer widersprachen.

Das Tabu Homosexualität und gelebter Sexismus

In einer Gruppendiskussion wurde explizit nach Homosexuellenfeindlichkeit gefragt. Die erste Reaktion war ein Vorwurf: Warum werde die Frage überhaupt gestellt – wo doch Homosexuelle in Deutschland erst seit wenigen Jahren Rechte hätten. Zur (Selbst-)Verteidigung hieß es auch, andere Länder und Gesellschaften hätten eben andere Wertvorstellungen.

Homosexuellenfeindlichkeit ist, so zeigten die Interviews, bei allen Gruppen von Menschen mit Migrationshintergrund vertreten. Sie fanden sich gleichermaßen bei Menschen mit lateinamerikanischem, irakischem und türkischem Hintergrund, wobei von Letzteren zum Beispiel ergänzt wurde, dass in der Türkei medienpräsente homosexuelle Künstler geduldet würden. Eine aus Polen stammende Interviewpartnerin vertrat die Position der dortigen katholischen Kirche, Homosexualität sei eine Krankheit. Die vielen angesprochenen Facetten in den Interviews verdeutlichen, dass es vielerlei Formen und Begründungen für Homosexuellenfeindlichkeit gab und sie breite Akzeptanz oder zumindest Duldung auch bei Personen findet, die nicht extrem rechts sind.

Sexismus gegenüber Frauen kam in den Interviews mehrfach zur Sprache. Etliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer vertraten ein Rollenbild der Frau als Mutter und Ehepartnerin, die ihren Mann zu unterstützen habe und von ihm beschützt werde. Am deutlichsten wurde Sexismus von Otto geschildert, allerdings als er das Verhalten anderer (lateinamerikanischer) Männer gegenüber Frauen auf der Tanzfläche einer Diskothek beschrieb:

"Otto: ... [Bei Musikveranstaltungen] da fällt mir oft auf, wie nah die Situationen fast an Vergewaltigungen, auf jeden Fall großartige Frauenbelästigungen sind. Da kann man nichts sagen. Ok man kann das sagen, aber wenn man in einer deutschen Disko sagen würde, Alter verpiss dich, würde er das vielleicht besser verstehen als ein Latino. (…)."

Bettina und Marita schilderten ähnliches aus russischen Diskotheken. Die beiden jungen Frauen berichteten auch, dass sie nicht nur von Landsleuten als verfügbar betrachtet würden, vor allem wenn diese alkoholisiert seien, sondern auch andere ihnen gegenüber sexistisches Verhalten zeigten, zum Beispiel Türsteher.

In der Migrations- und der feministischen Forschung wird immer wieder aufgezeigt, wie Männer ihre Verunsicherung durch die Migration durch stärkere Kontrolle der eigenen Familie auszugleichen versuchen, wenn ihnen die Integration Schwierigkeiten bereitet. Die Demonstration von Macht gibt ihnen Stabilität (vgl. Rommelspacher 1995, Winkler und Degeler 2007).

Demokratie

Wir gingen bei der Interviewplanung davon aus, dass sich kein Interviewpartner von sich aus negativ über Demokratie äußern würde. Es bestätigte sich, dass das demokratische System in Deutschland durchweg bejaht, die Demokratie allgemein als etwas Besonderes gewertschätzt wird. Dies zeigte sich besonders stark bei Personen, die aus Ländern stammen, in denen aktuell Krieg ist, ein autoritäres Regime regiert oder das Land vormals sozialistisch war.

Zwiespältig wurde das Bild, als es konkret um die Demokratie als Verfahrensordnung ging. Als positives Beispiel hoben die Befragten ebenfalls Deutschland hervor, benannt wurden hier insbesondere Rechtsstaatlichkeit allgemein und Meinungsfreiheit. In Bezug auf die Herkunftsländer jedoch wurde bereits von Demokratie gesprochen, wenn überhaupt Wahlen möglich sind und eine Mehrheit Entscheidungen trifft (sogar wo dies auf Kosten von ethnischen Minderheiten geht).

Das Befürworten einer "rechtsautoritären Diktatur“ gilt in der Sozialforschung als ein Merkmal von Rechtsextremisten, eine solche Einstellung zeigte in unseren Interviews niemand. Doch mehrfach zeigte sich, dass rechtsextreme Organisationen oder Protagonisten im jeweiligen Herkunftsland (zum Beispiel in Kroatien) verharmlost wurden, wenn es etwa hieß, sie hätten sich mittlerweile geändert und würden sich auch an den Regeln der Demokratie orientieren, bräuchten dafür aber noch etwas Zeit.

Zusammenfassung

Auch wenn sich die von uns befragten Menschen mit Migrationshintergrund teils deutlich von der extremen Rechten distanzierten, trafen wir bei ihnen häufig auf Ungleichwertigkeitsvorstellungen. Allerdings möchten wir dem Dortmunder Sozialwissenschaftler Kemal Bozay folgen und nicht von Rechtsextremismus sprechen, sondern von "ethnischem Nationalismus". Dieser Begriff, den Bozay für deutsch-türkische Einwanderergruppen verwendete, vereint Nationalismus, Rassismus und Ungleichwertigkeit – alles Punkte, die wir bei Befragten eindeutig erkennen konnten.

Dieser "ethnische Nationalismus" unter Menschen mit Migrationshintergrund kann sich sowohl auf einen realen Staat beziehen als auch auf eine vorgestellte Gemeinschaft (Anderson). Um dieser Ideologie anzuhängen ist es nicht erforderlich, in einem Staat oder einer Gemeinschaft zu leben, dem bzw. der man sich zugehörig fühlt. Ethnischer Nationalismus, so eine Erkenntnis aus unserem Projekt, funktioniert als Identitätsangebot und fällt vor allem dort auf fruchtbaren Boden, wo Zuwanderer von der Mehrheitsgesellschaft strukturell und sozial ausgegrenzt werden und gleichzeitig Angebote von ethnischen Nationalisten vorfinden, die innerhalb der Community mindestens toleriert und von der Mehrheitsgesellschaft entweder ignoriert oder gar gefördert werden.


Literaturverzeichnis Amadeu Antonio Stiftung (2008): „Die Juden sind schuld“. Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft am Beispiel muslimisch sozialisierter Milieus. Potsdam. Anderson, Benedict (1996): Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts. Frankfurt u.a. Arslan, Emre (2009): Der Mythos der Nation im transnationalen Raum. Türkische Graue Wölfe in Deutschland. Wiesbaden. Aslan, Fikret/Bozay, Kemal (³2000): Graue Wölfe heulen wieder: Türkische Faschisten und ihre Vernetzung in der BRD. Münster. Berger, Peter L./Luckmann, Thomas (1972³): Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie. Frankfurt am Main. Bozay, Kemal (22009): „... ich bin stolz, Türke zu sein!“ Zur Ethnisierung gesellschaftlicher Konflikte im Zeichen der Globalisierung. Schwalbach. Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (2010): Rechtsextremis-mus in der Einwanderungsgesellschaft. Berlin. Decker, Oliver/Brähler, Elmar (Hg.) (2006): Vom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung. Decker, Oliver/Brähler, Elmar (Hg.) (2008): Bewegung in der Mitte. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2008. Berlin. Esser, Hartmut (1999): Die Konstitution des Sinns. In: Anne Honer, Ronald Kurt, Jo Reichertz (Hg.): Diesseitsreligion. Zur Deutung der Bedeutung moderner Kultur. Konstanz. S. 135-150. Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (2010): Heimatliebe, Nationalstolz und Rassismus – Einzelmeinungen oder Trend? Extrem rechte politische Weltanschauungen von Migrant_innen (in München). Teil 1 Begriffe und Phänomene. München. Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (2011): Heimatliebe, Nationalstolz und Rassismus – Einzelmeinungen oder Trend? Extrem rechte politische Weltanschauungen von Migrant_innen (in München). Teil 2 Dokumentation der Fachtagung vom 18. und 29. Oktober 2010. München. Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (2012): Heimatliebe, Nationalstolz und Rassismus – Einzelmeinungen oder Trend? Extrem rechte politische Weltanschauungen von Migrant_innen (in München). Teil 3 Beispiele ethnisch nationalistischer und rechtspopulistischer Gruppen von Migrant_innen in München. München. Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (2013): Goldene Morgenröte für Europas extreme Rechte? Der transnationale Einfluss der griechischen Chrysi Avgi. München. Friedrich Ebert Stiftung (2006): Vom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellung und ihre Einflussfaktoren in Deutschland. Berlin. Gläser, Jochen/Laudel, Grit (2004): Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse. Wiesbaden. Heckmann, Friedrich (1992): Ethnische Minderheiten, Volk und Nation. Soziologie inter-ethnischer Beziehungen. Stuttgart. Jäggi, Christian J. (1993): Nationalismus und ethnische Minderheiten. Zürich. Lamnek, Siegfried (1998): Gruppendiskussion. Theorie und Praxis. Weinheim. Landeshauptstadt München, Stelle für interkulturelle Arbeit (2008): Interkulturelles Integrationskonzept. Grundsätze und Strukturen der Integrationspolitik der Landeshauptstadt München. www.muenchen.info/soz/pub/pdf/241_int_konzept_grundsatz.pdf Ortner, Martina (2010): Heimatliebe, Nationalstolz und Rassismus - Einzelmeinungen oder Trend? : extrem rechte politische Weltanschauungen von MigrantInnen (in München). In: Migration und Soziale Arbeit Jg. 32, 2010, Nr. 3/4, S. 167-170 : Lit. Ortner, Martina Susanne (2008): Ausländische MitbürgerInnen (in München) zwischen Selbstorganisation und Fremdunterstützung. Sozialwissenschaftliche und sozialethische Überlegungen zur zivilgesellschaftlichen Solidarität über nationalstaatliche Grenzen hinweg. München. Ortner Martina (2017): Heimatliebe, Nationalstolz und Rassismus – Einzelmeinungen oder Trend? In: Kemal Bozay, Dierk Borstel (Hg.): Ungleichwertigkeitsideologien in der Einwanderungsgesellschaft. Wiesbaden. Rommelspacher, Birgit (1995): Dominanzkultur. Texte zur Fremdheit und Macht. Berlin. Srubar, Ilja (1999): Woher kommt ‚das Politische‘? Zum Problem der Transzendenz in der Lebenswelt. In: Anne Honer, Ronald Kurt, Jo Reichertz (Hg.): Diesseitsreligion. Zur Deutung der Bedeutung moderner Kultur. Konstanz. S. 17-38. Stöss, Richard (2007): Rechtsextremismus im Wandel. Friedrich-Ebert-Stiftung. Berlin. Wicker, Hans-Rudolf (1998): Einführung: Nationalstaatlichkeit, Globalisierung und Ethnisierung der Politik. In:, H.-R. Wicker (Hg.): Nationalismus, Multikulturalismus und Ethnizität. Beiträge zur Deutung sozialer und politischer Einbindung und Ausgrenzung. Bern u.a. S. 9-38. Winkler, Gabriele/Degele, Nina (2007): Intersektionalität als Mehrebenenanalyse. www.feministisches-institut.de/intersektionalitaet. (Zugriff 13.09.2010).

Fußnoten

1.
Kemal Bozay (2005), Emre Arslan (2009) und Fikret Aslan (³2012).
2.
http://www.schule-ohne-rassismus.org/was-wir-tun/themenfelder/rechtsextremismus-in-der-einwanderungsgesellschaft/
3.
Zwischenzeitlich ist ein wissenschaftlicher Sammelband zum Themenfeld erschienen: Bozay, Kemal/Borstel, Dierk: Ungleichwertigkeitsideologien in der Einwanderungsgesellschaft. Edition Centaurus – Jugend, Migration und Diversity, Wiesbaden (Springer Fachmedien) 2017. Dieses Buch enthält auch eine längere Fassung des vorliegenden Beitrags.
4.
Firm wird städtisch gefördert und ist Teil des kommunalen Netzwerkes gegen Rechts.
5.
In unserer Arbeit stützten wir uns auf die Definition der Stelle für interkulturelle Arbeit der Münchner Stadtverwaltung: "Der Begriff 'Migrantin / Migrant' ist der Überbegriff für alle Menschen, die zugewandert sind, sei es durch Aus- und Übersiedlung, Arbeitsmigration, Familiennachzug oder Flucht. Der Begriff 'Menschen mit Migrationshintergrund' umfasst sowohl Migrantinnen und Migranten als auch Menschen, deren Eltern zugewandert sind, als auch Kinder aus binationalen Ehen." (LH München 2008: 19).
6.
Zehn der Personen hatten einen türkischen Hintergrund, je drei einen kosovarischen und einen kurdischen, je zwei einen afghanischen, griechischen, kroatischen und russischen sowie je eine einen brasilianischen, französischen, irakischen, iranischen, marokkanischen, polnischen, thailändischen, ukrainischen und ungarischen Hintergrund. Außerdem nahmen drei Deutsche ohne Migrationshintergrund teil. Der methodische Schwerpunkt unserer Untersuchung lag in der Gruppendiskussion. Bei allen Befragten war vorher nicht bekannt, welche politische Einstellung sie haben. Die Ergebnisse der Diskussionen waren Grundlage für die Einzelinterviews. Für diese erfolgte die Auswahl der Personen nach den größtmöglichen Gegensätzen in den politischen Einstellungen und den Migrationserfahrungen.
7.
Zur Debatte um die Konstruktion von Ethnizität siehe auch Heckmann 1992: 37-38.
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