Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

24.11.2017 | Von:
Kemal Bozay

Graue Wölfe – die größte rechtsextreme Organisation in Deutschland

Seit mehr als fünf Jahrzehnten existiert in der Türkei eine ultranationalistische, rassistische und gewalttätige Bewegung, deren Traditionen weit in die Geschichte zurückreichen. Mit zahlreichen Vereinen und mehreren Dachverbänden ist sie auch in Deutschland präsent. Die sogenannten "Grauen Wölfe" verstärken Spannungen unter türkeistämmigen Menschen und richten sich gegen das im Grundgesetz formulierte Prinzip der Menschenwürde – in den vergangenen Jahren haben sie ihre Aktivitäten verstärkt.

Der Teilnehmer einer Demonstration in Frankfurt am Main trägt ein Stirnband der rechtsextremen türkischen Partei "Graue Wölfe".Der Teilnehmer einer Demonstration in Frankfurt am Main trägt ein Stirnband der rechtsextremen türkischen Partei "Graue Wölfe". Am 10. November 2007 demonstrierten etwa 1000 Türken, darunter zahlreiche Mitglieder rechter türkischer Parteien, gegen die kurdische Arbeiterpartei PKK. (© picture-alliance/dpa)

Sie nennen sich selbst "Ülkücü"-Anhänger – ins Deutsche übertragen bedeutet das Wort "Ülkücü" so viel wie "Idealismus". Ihr Symbol ist der "Graue Wolf" (Bozkurt), der aus einem alttürkischen Mythos stammt und Stärke und Aggressivität der Bewegung symbolisieren soll. Sie propagieren einen „ethnischen Nationalismus“, ihr großes Ideal ist "Turan", ein großtürkisches Reich, sowie die Eliminierung der politischen Gegner.

Die Rede ist von der rechtsextremen, türkisch-nationalistischen Bewegung, die seit Jahrzehnten auch in Deutschland existiert. Sie ist unter anderem in hunderten lokalen Vereinen organisiert sowie in Dachverbänden wie Türk Federasyon, ATIB oder ATB. Die sogenannten "Grauen Wölfe" überhöhen die türkische Nation und betonen angeblich islamische Werte. Sie hetzen gegen tatsächliche oder vermeintliche Linke und alle Nicht-Türken – wozu sie auch Armenier oder Kurden zählen, selbst wenn diese die türkische Staatsbürgerschaft besitzen. Sie tragen Konflikte aus dem Mutterland auch in Deutschland aus. Mit schätzungsweise mehr als 18.000 Mitgliedern[1] dürfte sie sie die stärkste rechtsextreme Organisation hierzulande sein – zahlenmäßig mehr als dreimal so groß wie aktuell die NPD.

Vorläufer und Ursprung der "Grauen Wölfe"

Die ideologische und geschichtliche Basis des türkischen Rechtsextremismus – und damit auch der Grauen Wölfe – bilden der türkische Nationalismus und Turanismus, der bereits im Osmanischen Reich des 19. Jahrhunderts entstand. Deren Vordenker sind unter anderem Ziya Gökalp, Hüseyin Nihal Atsız, Fethi Tevetoğlu und Reha Oğuz Türkkan. Die Ideologie des Panturkismus und Turanismus[2] behauptet die rassistische, historische und moralische Einheit und Überlegenheit aller Turkvölker, von Afghanistan/China bis zum Südostzipfel des Balkans. Propagiert wurde und wird die Vereinigung dieser Völker in einem großtürkischen Reich unter türkischer Vorherrschaft. Die turanistische bzw. panturkistische Idee schließt jede Gleichberechtigung der verschiedenen Nationalitäten und Religionen von vornherein aus.

In der Schlussphase des Osmanischen Reiches hatte die sogenannte jungtürkische Regierung den Panturkismus und Turanismus zur Staatsdoktrin erhoben. Sie versuchte – erfolglos –, den bereits zerfallenden Vielvölkerstaat auf rein türkisch-nationalistischer und islamischer Grundlage wieder aufzubauen, was sich unter anderem in entfesselter Gewalt gegen die armenische Bevölkerungsgruppe und schließlich dem Genozid niederschlug.

Im Laufe des Zweiten Weltkrieges erstarkten auch in der Türkei faschistische Bewegungen. Kurz nachdem die Nationalsozialisten in Deutschland 1933 an die Macht kamen, begann eine neue Phase der deutsch-türkischen Beziehungen. Obwohl die Türkei offiziell neutral blieb, verstärkte sie die Beziehungen zu Deutschland immer mehr. Das Hitler-Regime seinerseits setzte die Politik des "Drangs nach Osten" fort, die Kaiser Wilhelm II. durch den Bau der Bagdad-Bahn (ab 1903) begonnen hatte. Die Nazis betrachteten die Türkei, den Iran und die arabischen Länder, die sie eng an sich zu binden suchten, als reiche Rohstoffquellen und ideologische Verbündete sowohl gegen die Westmächte als auch gegen das bolschewistische Russland unter Stalin. Beispielsweise gehörte die Türkei ab den 1930er Jahren zu einem der wichtigsten Lieferanten von Chromerz, das für die deutsche Kriegsindustrie wichtig war.

Unter Franz von Papen, im Nationalsozialismus Reichsbotschafter in der Türkei, förderten die Nazis faschistische türkische Bewegungen.[3] Sie zeigten großes Interesse an den turanistischen Kreisen, die ihrerseits von der NS-Ideologie begeistert waren.[4] Ziel der Zusammenarbeit mit turanistischen Kreisen war, die Türkei in der Balkan- und Nahost-Politik an die Seite Hitler-Deutschlands zu bringen. Mit Unterstützung Nazi-Deutschlands blühte ab den 1930er Jahren der Turanismus erneut auf, deren Anhänger insbesondere in der Vereinigung Türk Ocağı (Heim der Türken) organisiert waren. Bereits 1934 kam es in der Türkei auch zu Pogromen gegen Juden.

Im Zuge des Zweiten Weltkrieges tauchte erstmals Alparslan Türkeş auf der politischen Bühne auf, der spätere Anführer der "Grauen Wölfe". Trotz seines damals jungen Alters (Jahrgang 1917) spielte der Hitler-Sympathisant in der turanistischen Bewegung bereits eine führende Rolle. 1944, als der Sieg der Alliierten in Sichtweite rückte, ließ die türkische Regierung 23 führende politische Persönlichkeiten des Turkismus und Turanismus verhaften und verurteilen, unter ihnen Türkeş. Türkeş und seine Gesinnungsfreunde wurden in erster Instanz im sogenannten "Rassismus-Turanismus-Verfahren" zu unterschiedlich langen Freiheitsstrafen verurteilt – er selbst bekam zehn Jahre –, wurde später aber freigesprochen.[5] Als Grund für die Freilassung der Turanisten gilt der beginnende Kalte Krieg. Aus Sorge vor einem wachsenden Einfluss der Sowjetunion und des Kommunismus wandte sich die Türkei in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre mehr und mehr dem Westen zu, Linke und Kommunisten wurden stärker verfolgt als Turkisten und Ultranationalisten. Das war historisch betrachtet der Beginn einer Neuformierung des türkischen Rechtsextremismus'.


Die "Ülkücü"-Bewegung in der Türkei

Innerhalb der "Ülkücü"-Bewegung werden gegenwärtig zwei Hauptströmungen unterschieden: jene um die "Partei der Nationalistischen Bewegung" (MHP – Milliyetçi Hareket Partisi) sowie jene um die "Große Einheitspartei" (BBP – Büyük Birlik Partisi). Beide Strömungen sind in der Türkei selbst wie auch in Europa jeweils durch zwei Parteien, eigene Massenorganisationen und zahlreiche Vereine und Moscheegemeinden vertreten. Die MHP ist eine extrem nationalistische Partei, die zugleich auch das größte Sammelbecken der rechtsextremistischen Bewegung in der Türkei darstellt. Ihre Jugendorganisation "Ülkücü Gençlik" (Idealistische Jugend) ist auch in Deutschland aktiv.

Die MHP als faschistische Massen- und Aktionspartei entstand in den 1960er Jahren aus ihrer Vorgängerpartei, der Republikanischen Nationalen Bauernpartei (CKMP - Cumhuriyetçi Köylü Millet Partisi). Am 27. Mai 1960 stürzte eine aus 38 Offizieren bestehende Gruppe "Komitee der Nationalen Einheit" die national-konservative Regierung der Demokratischen Partei (DP) unter Adnan Menderes, die 1950 aus den ersten freien Wahlen in der Türkei hervorgegangen war. Menderes und zwei weitere Führungspersönlichkeiten der Regierung wurden im Zuge des Putsches hingerichtet und die DP verboten. Zu den Putschisten gehörte auch Alparslan Türkeş, der insbesondere seine turanistischen Ideen durchsetzen wollte. Er wurde jedoch bald aus dem Komitee ausgeschlossen und als Militärattaché an die türkische Botschaft Neu-Delhi versetzt.

1964 schied Türkeş aus dem Militärdienst aus und trat am 31. März 1964 der CKMP bei. Er und seine Anhängerschaft gewannen in der Partei schnell an Einfluss und setzten 1969 die Umbenennung in Nationalistische Bewegungspartei (MHP) durch. Die Fahne der Partei wurde in drei auf den Rücken gekehrte Halbmonde auf rotem Hintergrund geändert. Das Zeichen der drei Halbmonde – der offiziellen Flagge des einst mächtigen Osmanischen Reiches – sollte dazu dienen, weitere nationalkonservative und islamisch orientierte Wählerschichten anzusprechen.

In den 1960er und 1970er Jahren radikalisierte sich die Bewegung. Türkeş hatte eine Strategie der sogenannten drei Stufen ausgegeben und in der MHP-nahen Zeitung Devlet (Der Staat) beschrieben: Die Eroberung der Straßen, die Eroberung des Staates und die Eroberung des Parlaments. So wurden unter dem Namen "Graue Wölfe" militante Jugendgruppen gebildet und paramilitärische Kommandos aufgebaut, die mit Terror und Gewalt für die Eroberung der Straße zuständig sein sollten. Diese Gruppen verübten in den 1960er, 1970er, 1980er und 1990er Jahren in der Türkei zahlreiche, teils paramilitärische Mordanschläge gegen Sozialistinnen und Sozialisten, Gewerkschafter, Studentenanführer, fortschrittliche Lehrkräfte und Wissenschaftler, Journalisten oder kurdische Politikerinnen und Politiker, weiterhin Pogrome gegen Aleviten, etwa in Kahramanmaraş, Çorum, Sivas, Gazi, Ümraniye. Auch Mehmet Ali Ağca, der 1981 auf dem Petersplatz in Rom das Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübte, war Anhänger der Grauen Wölfe. Ihr Ziel bestand darin, in der Türkei einen Bürgerkriegszustand zu schaffen, der den Ruf nach dem "starken Mann" laut werden lassen und letztendlich die MHP an die Macht bringen sollte.

In jener Zeit verzeichnete die MHP auch parlamentarische Erfolge. Bei Wahlen errang sie bis zu 6,8 Prozent der Wählerstimmen und beteiligte sich in den 1970er Jahren an zwei Mitte-Rechts-Regierungen der sogenannten "Nationalistischen Front". Die MHP verstand sich stets als militanter und radikaler Flügel des Staatsnationalismus'. Nach einem weiteren Militärputsch am 12. September 1980 wurden zunächst alle Parteien verboten und 1982 eine neue Verfassung ausgearbeitet, die u.a. eine Zehn-Prozent-Sperrklausel bei den Parlamentswahlen in Kraft setzte. Die MHP reagierte auf das Verbot 1983 mit Neugründung unter anderem Namen "Partei der Nationalistischen Arbeit" (MÇP – Milliyetçi Çalışma Partisi). Mit der Aufhebung des allgemeinen Parteienverbots 1992 nahm sie wieder den Namen MHP an.

1993 spaltete sich von der MHP die "Große Einheitspartei" (BBP – Büyük Birlik Partisi) als extrem nationalistische und zugleich stark am Islam ausgerichtete Partei ab. Sie verfügt über eine Massenjugendorganisation namens "Alperen[6] Ocakları", die ebenso eine radikale Linie vertritt. Die Morde am armenischen Journalisten Hrant Dink 2007 sowie an christlichen Geistlichen in Trabzon und Malatya werden dem Spektrum der BBP zugeordnet.[7] Der Führer der BBP war Muhsin Yazıcıoğlu, langjähriger Berater und Weggefährte von Türkeş. Nach dem Militärputsch 1980 saß er mehrere Jahre in Gefängnishaft, bevor er die BBP gründete. Im März 2009 kam er bei einem ungeklärten Hubschrauberabsturz ums Leben.

Der Konflikt um Minderheitenrechte für die Kurden und die Auseinandersetzung mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK)[8] trugen in den 1990er Jahren dazu bei, dass sich der – ohnehin starke – nationalistische Ton der gesamten türkischen Politik weiter verschärfte. Insbesondere nach der Verhaftung des PKK-Führers Abdullah Öcalan erreichte die nationalistische Stimmung 1998 einen Höhepunkt; die MHP übernahm in dieser Zeit eine wichtige Schlüsselrolle in der türkischen Politik. Nach dem Tod ihres Führers Türkeş 1997 entschied sich die MHP unter dem neuen Vorsitzenden Devlet Bahçeli für ein etwas moderateres Auftreten, Straßengewalt wurde von der Partei nun nicht mehr offen propagiert. So vergrößerte die MHP über die Jahre ihre Anhängerschaft weiter, überwand bei den Parlamentswahlen im November 2015 mit 11,9 Prozent die im internationalen Vergleich sehr hohe Sperrklausel von zehn Prozent und ist, nach anfänglichen Abgrenzungen, gegenwärtig wichtiger strategischer Verbündeter der AKP-Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan.

Im Zuge dieser äußeren Mäßigung und der Annäherung an die AKP-Regierung zeigten sich innerhalb der MHP neue Spaltungstendenzen. Beispielsweise versucht die inzwischen aus der MHP ausgeschlossene Meral Akşener, die beim Verfassungsreferendum 2017 ein Referendum gegen Präsident Erdoğan mobilisierte, gemeinsam mit dem ehemaligen Vize-Vorsitzenden der MHP, Ümit Özdağ, eine neue nationalistische und rechtspopulistische Partei zu gründen.[9]

Die Ideologie der Grauen Wölfe

Die Ideologie und Gesinnung der türkischen Rechtsextremisten und der Grauen Wölfe stützt sich auf ein Konglomerat verschiedener Diskurse und Grundpfeiler. Hierzu gehören neben rassistischen Positionen auch Sexismus, Homophobie, Antisemitismus und andere Ungleichwertigkeitsvorstellungen sowie Autoritarismus, Führerkult, Gewaltakzeptanz etc. Folgende Elemente sind insbesondere hervorzuheben:

Nationalismus und "Idealismus" (Milliyetçilik ve Ülkücülük)

Ausgangspunkt der politischen Ideologie der türkischen Rechtsextremisten ist ein sogenannter "idealistischer Nationalismus". Dieser beinhaltet einen ausgeprägten Nationalismus und Rassismus gegenüber allen (im ethnischen Sinne) nicht-türkischen Bevölkerungsteilen.

Rassismus

Auch wenn innerhalb der Grauen Wölfe aus taktischen Gründen eine offene rassistische Position ausgeblendet oder häufig geleugnet wird, bildet der Rassismus einen zentralen Pfeiler der MHP-Ideologie. Er richtet sich vor allem gegen Armenier, Kurden und Juden. Nihal Atsız, ein Vordenker der Grauen Wölfe, hat die wichtigsten Elemente des Turkismus vor mehr als 60 Jahren wie folgt formuliert: "Ein Türke glaubt an die Überlegenheit der türkischen Rasse, schätzt deren nationale Vergangenheit und ist bereit, sich für die Ideale des Türkentums zu opfern, besonders gegen Moskau [also die damalige, kommunistische Sowjetunion], den erbitterten Feind."[10] Nicht zuletzt zeigt sich der Rassismus von MHP und Grauen Wölfen auch in der kurdenfeindlichen Positionierung, etwa der drohenden Aussage von Alparslan Türkeş: "Wenn ihr Kurden weiterhin eure primitive Sprache sprecht (…), werdet ihr von den Türken auf die gleiche Weise ausgerottet, wie man schon Georgier, die Armenier und die Griechen [auf türkischem Boden] bis auf die Wurzeln ausgerottet hat."[11]

Neun-Lichter-Doktrin (Dokuz Işık)

Im Zentrum der MHP-Politik steht die sogenannte Neun-Lichter-Doktrin von Alparslan Türkeş, in der er übersteigerten, extremen Nationalismus und islamische Frömmigkeit vereinte. Die neun Eckpunkte der MHP-Ideologie sind laut Türkeş: Nationalismus, Idealismus, Ehrgefühl, Wissenschaft, Einheit, Bauernschaft, Freiheit und Selbstständigkeit. Das Wichtigste an der Neun-Lichter-Doktrin ist jedoch weniger ihr Inhalt, sondern vielmehr dass durch sie Türkeş' Autorität als Ideologiestifter begründet und permanent gefestigt wurde. Die Politikwissenschaftler Karl Binswanger und Fethi Sipahioğlu stellen in diesem Sinne fest, dass "Diktion und Inhalt (…) an Hitlers 'Mein Kampf' erinnern".[12]

Führerprinzip (Başbuğ)

Autoritäre Strukturen und unhinterfragbare Gefolgschaft spielen bei Grauen Wölfen wie MHP eine wichtige Rolle. Parteigründer Türkeş wird auch lange nach seinem Tod als "Führer" (Başbuğ) verehrt. Sein Foto hängt in allen Lokalitäten der Grauen Wölfe und wird auf Großveranstaltungen gezeigt. Die Biografie von Türkeş ist auf allen Internet-Seiten der Bewegung zu finden. Seine Prinzipien werden von der Anhängerschaft der Grauen Wölfe wie ein Befehl befolgt.

Islamischer Nationalismus und Türkisch-Islamische Synthese

Im Laufe der Geschichte der MHP wurde der Islam in verschiedenen Phasen unterschiedlich akzentuiert. Zwar steht ein "idealistischer" türkischer Nationalismus im Zentrum der MHP-Ideologie, doch wird dem Islam eine relativ starke Bedeutung zugeschrieben. Die Bezugnahme auf den Islam diente und dient im Rahmen des gesellschaftlichen Diskurses als Gegenpol zum Einfluss säkularer, liberaler und oft pluralistischer Ideen, wie etwa Minderheitenrechte und Gleichstellung. Die MHP hat damit einen aktiven Beitrag dazu geleistet, dass die von Politologen sogenannte "Türkisch-Islamische Synthese"[13] zu einem Kernideologem des türkischen Rechtsnationalismus' wurde. Die zentrale Implikation dieser "Türkisch-Islamischen Synthese" ist die Vorstellung der Untrennbarkeit von türkisch-nationalen und islamischen Bestandteilen in der türkischen Geschichte. Zugleich dient die Betonung des Islam durch die MHP dazu, breitere islamisch geprägte Bevölkerungsgruppen stärker beeinflussen und leichter rekrutieren zu können. Dies gilt derzeit nicht allein für die MHP, sondern alle konservativ-nationalistischen Parteien und islamischen Bewegungen in der Türkei.

Mobilisierung des "Europäischen Türkentums"

Im Zuge der polarisierenden migrationspolitischen Diskussionen der 1990er Jahre in Deutschland prägte der damalige MHP-Vorsitzende Türkeş 1995 auf einer Jahreshauptversammlung der Türk Federasyon in Essen den Begriff des "Europäischen Türkentums" (Avrupa Türklüğü) als Sammelbegriff für die türkisch-nationalistische Identität von Anhängern außerhalb der türkischen Landesgrenzen. Damit sind türkei-stämmige Menschen angesprochen, die zwar ihren Lebensmittelpunkt in (West-)Europa haben, aber dennoch ihre türkisch nationalistische Identität weiterverbreiten sollen. Dieser Logik entspricht auch der Slogan "Werde Deutscher, bleibe Türke!", mit dem nahezu alle türkisch-rechtsextremistischen Organisationen in der Bundesrepublik ihre Mitglieder auffordern, zwar die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben, doch diese dann für angeblich türkisch-nationale Interessen und die Bildung einer starken türkisch-nationalistischen Lobby in Deutschland zu nutzen. Insbesondere geht es dabei um die Rekrutierung türkischsprachiger Jugendlicher der dritten oder vierten Einwanderer-Generation, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, aber häufig in Identitätsschwierigkeiten stecken. Sie sollen politisiert und für die türkisch-rechtsextremen Organisationsstrukturen mobilisiert werden.

Vergleicht man deutschen und türkischen Rechtsextremismus, so zeigen sich viele Parallelen – aber auch einige bedeutsame Unterschiede.

Organisationen und Aktivitäten der Grauen Wölfe in Deutschland

In Deutschland sind schon seit der sogenannten Gastarbeiter-Einwanderung in den 1960er und 1970er Jahren zahlreiche türkisch-rechtsextreme Vereine entstanden. Viele von ihnen schlossen sich 1978 im Dachverband ADÜTDF (Türkische Föderation der Idealistenvereine in Deutschland, heute bekannt als Türk Federasyon) zusammen. Die Türk Fedarasyon ist als eingetragener Verein mit Sitz in Frankfurt/Main juristisch selbstständig, inhaltlich und ideologisch aber kann sie als Tochterorganisation der MHP bezeichnet werden. Ähnlich der Türk Fedarasyon gibt es Dachverbände für MHP-Anhänger in zahlreichen weiteren westeuropäischen Ländern (etwa in Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Österreich oder in der Schweiz), aber zum Beispiel auch in Australien und den USA.

Im Zuge interner Auseinandersetzungen spalteten sich von der Türk Federasyon die ATB (Europäisch-Türkische Union) und ATIB (Türkisch Islamische Union Europa) ab, die sich mehr als islamisch orientierter Flügel der Szene der "Grauen Wölfe" verstehen. Bundesweit unterhalten Türk Federasyon, ATIB und ATB gemeinsam ungefähr 300 lokale Vereine und Zweigstellen[14] und lassen mit geschätzt mehr als 18.000 Mitgliedern beispielsweise die NPD weit hinter sich. [15]

Die Türk Federasyon ist sehr hierarchisch strukturiert. Laut Satzung gehört zu den Organen des Vereins neben Vorstand und Aufsichtsrat auch ein "Disziplinarrat", der Verstöße gegen die Prinzipien des Verbandes ahnden soll. Seinen Mitgliedsvereinen macht die Türk Federasyon strenge Vorgaben: Beispielsweise haben sie die ausdrückliche Pflicht, "Entscheidungen der Föderationsorgane zu verwirklichen", einen zentral festgelegten Teil der eigenen Einnahmen abzuführen und vom Dachverband "nicht befürwortete Aktivitäten zu unterlassen".[16] Die Bundesrepublik ist in mehr als zehn Regionalverbände aufgeteilt. Manche umfassen mehrere Bundesländer, demgegenüber sind Bundesländer mit einer hohen Zahl von Mitgliedsvereinen (zum Beispiel Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen) in bis zu drei Regionalverbände unterteilt.

Die Namen der lokalen Mitgliedsorganisationen lassen bisweilen auf die Zugehörigkeit zur Szene der Grauen Wölfe schließen, sie lauten beispielsweise "Türkischer Idealistenverein [Ortsname] e.V." Häufig klingen die Namen aber auch völlig unpolitisch, etwa "Türkisches Kulturzentrum", "Verein türkischer Arbeitnehmer" oder "Türkisch-Deutscher Freundschaftsverein".[17] Ein Teil des Erfolgsrezepts der drei Dachverbände ist, dass sich ihre lokalen Mitgliedsvereine häufig als türkische Selbsthilfeorganisationen und Moscheegemeinden etablieren konnten. So haben Türk Federasyon, ATIB und ATB Einfluss auf zahlreiche Kultur- und Elternvereine, Unternehmerverbände, Jugendgruppen, Fußballclubs und Moscheen – und damit auf das soziale Leben vieler türkei-stämmiger Menschen in Deutschland. Auch sind sie aktiv in Integrationsräten,[18] teilweise treten sie hier auch in Bündnislisten mit islamischen Vereinigungen auf. Zudem gibt es Bestrebungen von Funktionären und Anhängern der Grauen Wölfe, in deutsche Parteien (z.B. CDU, CSU SPD, Grüne) einzutreten und aktiv mitzuarbeiten, um ihre ideologisch-politischen Inhalte dort zu vertreten.[19]

Alparslan Türkeş' Konzept des "Europäischen Türkentums" wird jedenfalls auch in Deutschland von der Türk Federasyon aktiv propagiert: "Wir kämpfen für den Erhalt der nationalen und ideellen Werte der hiesigen türkischen Volksgemeinschaft und deren Weitergabe an die nachfolgenden Generationen", sagte der damalige Vorsitzende Şentürk Doğruyol im Mai 2009 auf einem bundesweiten Kongress der ADÜTDF in Essen. Auch nach Annahme des deutschen Passes hätten eingebürgerte Türken "doch türkische Wurzeln und sind ehrenvolle Angehörige des großen türkischen Volkes. (...) Wir europäischen Türken tragen den türkischen Ausweis mit Stolz und werden ihn auch weiterhin mit Stolz tragen."[20] Bereits im Oktober 2004 wies der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz darauf hin, dass die Grauen Wölfe "zur Entstehung einer Parallelgesellschaft in Europa" beitragen und somit "ein Hindernis für die Integration der türkischstämmigen Bevölkerung" bilden.[21]

Auf den gescheiterten Putsch vom Juli 2016 in der Türkei hat die Erdoğan-Regierung mit der Wiederbelebung ihrer Repressionspolitik in den kurdischen Regionen und mit einer regelrechten Hetzjagd auf tatsächliche oder vermeintliche Kritiker reagiert, beispielsweise auf – wiederum tatsächliche oder vermeintliche – Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung, die von der türkischen Regierung für den Putschversuch verantwortlich gemacht wird. Diese Mobilisierung und die innertürkische Polarisierung hat zu einem stärkeren Auftreten der Grauen Wölfe auch in Deutschland geführt: Beispielsweise folgten am 31. Juli 2016 in Köln tausende Menschen einem Demonstrationsaufruf von Erdoğan und anderen AKP-Politikern, darunter zahlreiche, an Fahnen und Symbolen der Bewegung erkennbare Anhänger der Grauen Wölfe. Auf einer Pro-Erdogan-Demonstration in München hatten Teilnehmer den sogenannten Wolfsgruß gezeigt.[22] In Berlin, Hamburg, Stuttgart, Gelsenkirchen und anderen Städten kam es zu gewalttätigen Angriffen auf kurdische Einrichtungen und Gülen-nahe Bildungsvereine, die türkeistämmigen Ultranationalisten zugeschrieben wurden.[23] Anfang März 2017 kam es in Hamburg zu einem besonders bemerkenswerten Auftritt: Bei einer Rede des türkischen Außenministers Mevlüt Cavuşoğlu auf dem Gelände des dortigen Generalkonsulats erhoben zahlreiche Zuhörer und auch Cavuşoğlu selbst den rechten Arm zum markanten Gruß der Grauen Wölfe.[24]

Doch nicht erst seit dem Putsch vertreten Anhänger der Grauen Wölfe die nationalistische Politik der türkischen Regierung hierzulande auch auf martialische Weise. Am 26. März 2016 rief in Duisburg der türkisch-rechtsnationalistische Rocker- und Boxclub "Turan e.V." (der die großtürkisch-turanistische Zielstellung bereits im Namen trägt) zu einer Demonstration unter dem Motto "Wir unterstützen den Anti-Terrorkampf der türkischen Sicherheitsbehörden" auf, an der mehr als 350 Personen teilnahmen.[25] Als der Bundestag im Juni 2016 eine Resolution zum Völkermord der jungtürkischen Regierung an den Armeniern beschloss, wurden zahlreiche Befürworter dieser Resolution unter anderem von türkischen Nationalisten bedroht.[26] Knapp ein Dutzend Bundestagsabgeordnete wurden daraufhin unter Polizeischutz gestellt[27] – wie ernst diese Drohungen aus dem Spektrum der Grauen Wölfe zu nehmen sind, zeigen nicht zuletzt mehrere Anschläge, die von ihren Anhängern in den 1970er und 1980er in Deutschland verübt wurden.

Nähe zwischen deutschen und türkischen Rechtsextremisten

Der Rassismus deutscher Rechtsextremisten und die Zunahme rassistisch motivierter Gewalt ab Ende der 1970er Jahre brachten die türkei-stämmigen Rechtsextremisten in eine paradoxe Situation. Bei ihren gewalttätigen Aktionen gegen türkische oder kurdische Linke in der Bundesrepublik sahen sie die hiesigen Neonazis als Verbündete und sich von der allgemeinen antikommunistischen Stimmung der 1970er und 1980er Jahre in der Bundesrepublik bestärkt.[28] Aufgrund dieser ideologischen Verwandtschaft fiel es militanten Grauen Wölfen schwer, gegen fremden- bzw. türkenfeindliche Aktionen der deutschen Rechtsextremisten eine klare Position zu entwickeln.

In einem Rundschreiben von 1977 betonte Alparslan Türkeş die ideologische Nähe von MHP und NPD ausdrücklich: "… um die vorgesehenen Ziele zu erreichen, sind unbedingt die Aktionseinheit unserer Partei und der NPD sowie deren Erfahrung und Arbeitsmethoden auszunutzen. Den von der Zentralleitung der MHP entsandten Anweisung ist dabei Folge zu leisten".[29] Umgekehrt bekundeten deutsche Neonazis offene Sympathie: So erklärte Michael Kühnen von der militanten "Aktionsfront Nationaler Sozialisten" (ANS) 1978 in einem Interview: "Wir haben zu allen entsprechenden Organisationen im In- und Ausland sehr gute Kontakte. Wir kennen die Leute – wir achten sie. Die Grauen Wölfe sind praktisch eine Art Entsprechung, wenn auch auf der nationalen Tradition in der Türkei, und wir haben große Sympathie für ihre Zielsetzung."[30]

Die gegenseitige Wertschätzung hält seit Jahrzehnten an. So fand der damalige NPD-Landeschef von Hessen, Jörg Krebs, im Jahr 2009 lobende Worte: "Bei den jüngsten Parlamentswahlen am 22. Juli 2007 schaffte es die einzige ernstzunehmende nationale türkische Partei – die uns deutschen nationalen Aktivisten sehr wohl bekannte – MHP (Partei der Nationalistischen Bewegung – Graue Wölfe) mit atemberaubenden 14,29 Prozent zurück ins türkische Parlament. 70 MHP-Abgeordnete vertreten nunmehr konsequent eine Politik, die sich in erster Linie an den Interessen des eigenen Volkes orientiert und die daher einen Beitritt der Türkei zum 'Melting Pot' EU kategorisch ablehnt. Damit ist die MHP natürliche Verbündete aller nationaldenkenden Deutschen, die einen EU-Beitritt der Türkei ebenfalls ablehnen. Dieses gilt es aus meiner persönlichen Sicht in Zukunft auch im Hinblick auf den Umgang mit nationalistischen Türken in der Bundesrepublik viel stärker zu bedenken. (...) Denn ein Grundsatz gilt heute mehr denn je: 'Der Feind meines Feindes ist mein Freund'".[31]

Doch trotz dieser teils großen ideologischen Nähe kam es über die Jahrzehnte kaum zu einer wahrnehmbaren, tatsächlichen Kooperation zwischen deutschen Rechtsextremen und Grauen Wölfen. Ereignisse wie im April 2016 in Nürnberg dürften deshalb eher die Ausnahme bleiben: Dort demonstrierten Graue Wölfe Seite an Seite mit Aktivisten der neonazistischen Partei "Die Rechte" gegen die linke, kurdische PKK.[32]

Fußnoten

1.
Eine präzise Zahl über die Mitgliedschaft der Grauen Wölfen in Deutschland ist nicht bekannt. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz sprach für 2015 von bundesweit ca. 7.000 Mitgliedern – wobei sich dies nur auf die Türk Federasyon bezog, einen von drei Dachverbänden. Die Schätzung von mehr als 18.000 berücksichtigt alle drei Dachverbände. Ein Recherche-Team des ZDF sprach 2015 von 303 Mitgliedsvereinen der drei Dachverbände in Deutschland "mit mindestens 18.500 Mitgliedern". Vgl. Anna Feist/Herbert Klar/Steffen Judzikowski: Webstory "Graue Wölfe. Eine Chronologie der stillen Macht", ZDF online vom 26. Mai 2015 – http://webstory.zdf.de/graue-woelfe/ – Zu beachten ist, dass es bei einer informellen Bewegung wie den "Grauen Wölfen" neben formellen Vereinsmitgliedern auch noch eine bedeutsame Zahl weiterer Sympathisanten und Anhänger gibt.
2.
Die Begriffe Turanismus und Panturkismus werden in diesem Text synonym verwendet.
3.
Vgl. Franz von Papen (1951): Der Wahrheit eine Gasse, München.
4.
Vgl. zum Wirken und zur Organisation der NS-Ideologie in der Türkei beispielsweise: Anne Dietrich (1998): Deutschsein in Istanbul: Nationalisierung und Orientierung in der deutschsprachigen Community von 1843 bis 1956, Opladen oder auch Zehra Önder (1977): Die türkische Außenpolitik im Zweiten Weltkrieg, München.
5.
Vgl. Irkçılık-Turancılık [Rassismus-Turanismus], Türk İnkilap Enstitüsü, 1944; Alparslan Türkeş: 1944 Milliyetçilik Olayı [1944 – Der Nationalismus-Vorfall], Türk Federasyon, Frankfurt/Main.
6.
Alperen ist ein in der türkischen Mythologie und Geschichte vorkommender, männlicher Vorname und bedeutet "heiliger Krieger oder Held". Die "Ülkücü"-Bewegung benutzt diesen Begriff gegenwärtig als ehrenvoll gemeinte Eigenbezeichnung und Symbol für die Militanz der Bewegung.
7.
Vgl. beispielsweise Bianet vom 25. Februar 2008 (http://bianet.org/english/minorities/105171-dink-trial-criminal-organisation-is-protected) oder Spiegel Online vom 26. März 2007 (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ermittlungen-tuerkischer-politiker-im-mordfall-dink-festgenommen-a-473816.html)
8.
Die PKK ist seit 1993 in Deutschland verboten und wurde 2002 auch von der EU u.a. vor dem Hintergrund von ihr verantworteter Anschläge in den 1980er- und 1990er- Jahren als "Terrororganisation" eingestuft. Angesichts der Bedeutung kurdischer, PKK-naher Organisationen im Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien und dem Irak haben in jüngerer Zeit in Deutschland und Europa einige Politiker gefordert, das Verbot zu überdenken.
9.
Vgl. z.B. Deutschlandfunk vom 19. 09. 2017 – http://www.deutschlandfunk.de/die-nationalistische-politikerin-meral-aksener-konkurrenz.795.de.html?dram:article_id=396207
10.
Nihal Atsız (1956): "Türk Ülküsü" [Die Türkische Idee], İstanbul 1956.
11.
Zitiert nach Rainer Werle/ Renate Kreile (1987): Renaissance des Islam. Das Beispiel Türkei. Hamburg, S. 90.
12.
Karl Binswanger/ Fethi Sipahioğlu (1988): Türkisch-islamische Vereine als Faktor deutsch-türkischer Koexistenz, München.
13.
Vgl. Dagmar Zeller-Mohrlock (1992): Die Türkisch-Islamische Synthese. Eine Strategie zur Kanalisierung innen-politischer wirtschaftlicher Konflikte in der Türkei in den 80er Jahren, Bonn.
14.
Vgl. Anna Feist/Herbert Klar/Steffen Judzikowski: Webstory "Graue Wölfe. Eine Chronologie der stillen Macht", ZDF, abgerufen am 06. Juli 2017.
15.
Das nordrhein-westfälische Innenministerium spricht allein für die Türk Federasyon von bundesweit 7.000 Mitgliedern – schon dieser Dachverband allein ist also deutlich größer als die NPD. In: http://www.mik.nrw.de/fileadmin/user_upload/Redakteure/Verfassungsschutz/Dokumente/VS-Berichte/Auslaenderextremismus/2015/Uelkuecue.pdf
16.
Zitiert nach einer Antwort des baden-württembergischen Innenministeriums auf eine Landtagsanfrage, Drucksache 15/383 – http://fraktion.cdu-bw.de/fileadmin/user_upload/infothek/Recht_und_Verfassung/Antrag_15_383_Graue_W%C3%B6lfe__3_.pdf
17.
Eine Reihe von Namen lokaler Vereine in Baden-Württemberg nennt das dortige Landes-Innenministerium in dieser Antwort auf eine Landtagsanfrage, Drucksache 15/383 – http://fraktion.cdu-bw.de/fileadmin/user_upload/infothek/Recht_und_Verfassung/Antrag_15_383_Graue_W%C3%B6lfe__3_.pdf ; Einige Beispiele für Mitgliedsvereine in Bayern finden sich in dieser Antwort auf eine Landtagsanfrage: https://katharina-schulze.de/wp-content/uploads/2017/01/2017_01_03_aktivitaet_rechtsextrem_graue_woelfe.pdf
18.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1040543.graue-woelfe-draengen-in-die-migrationsraete.html
19.
siehe z.B. Die Welt vom 11.07.2014 – https://www.welt.de/politik/deutschland/article130046195/Das-Problem-der-CDU-mit-tuerkischen-Nationalisten.html oder Stuttgarter Zeitung vom 10.07.2015 – http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.tuerkischer-arbeitnehmerverein-graue-woelfe-im-schafspelz.91436c3f-5e30-40d8-9ab8-b6b8b5d143e5.html
20.
Antwort des baden-württembergischen Innenministeriums auf eine Landtagsanfrage, Drucksache 15/383 – http://fraktion.cdu-bw.de/fileadmin/user_upload/infothek/Recht_und_Verfassung/Antrag_15_383_Graue_W%C3%B6lfe__3_.pdf
21.
Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (2004): Türkischer Nationalismus: "Graue Wölfe" und "Ülkücü" (Idealisten)-Bewegung. Düsseldorf: Innenministerium des Landes NRW, S. 3.
22.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article157140254/Erdogan-Anhaenger-verbreiten-Angst-in-Deutschland.html
23.
http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-drohungen-und-gewalt-gegen-erdogan-gegner_id_5744051.html
24.
Vgl. Hamburger Abendblatt vom 8. März 2017 – https://www.abendblatt.de/hamburg/article209871713/Diese-Gesten-alarmieren-den-Verfassungsschutz.html
25.
Pressemitteilung der Duisburger Polizei – www.presseportal.de/blaulicht/pm/50510/3286432
26.
Spiegel Online vom 31. Mai 2016 – www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestag-vor-armenien-resolution-drohmails-an-abgeordnete-a-1094944.html
27.
Süddeutsche Zeitung vom 11. Juni 2016 – www.sueddeutsche.de/politik/nach-armenien-resolution-tuerkischstaemmige-abgeordnete-erhalten-verstaerkten-polizeischutz-1.3029422
28.
Damals kam es sogar zu direkten Kontakten des CSU-Vorsitzenden Franz-Josef Strauß mit dem Anführer der Grauen Wölfe, Alparslan Türkeş, und der damalige bayrische Innenminister Gerold Tandler äußerte sich wohlwollend über die MHP und die Türk-Federasyon - vgl. z.B. www.spiegel.de/spiegel/print/d-14327589.html und www.juergen-roth.com/blog/graue-wolfe-turkische-rechtsextremisten-und-ihre-unterschlagene-vergangenheit/
29.
Zit. nach Hoffmann u.a. 1981, S. 99
30.
Altonaer Echo 3/1978.
31.
Krebs, 3.6.2009, in: http://gesamtrechts.wordpress.com; vgl. http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/weitere-landesverbaende/artikel/joerg-krebs-npd-fordert-deutsch-tuerkische-querfront.html (abgerufen am 06. Juli 2017)
32.
Vgl. www.br.de/nachrichten/rechtsaussen/graue-woelfe-mhp-bayern-100.html
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