Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Rechtsextreme Musikszene

Hass und Gitarren: Musik gilt als Einstiegsdroge in die Neonaziszene. Mit Konzerten und CDs wird zudem ein Millionengeschäft gemacht. Dabei finden sich mittlerweile auch neue Bands und Stile wie "NS-Hardcore" oder "N-Rap" im braunen Musik-Sumpf, in dem sich früher vor allem Rechtsrock-Bands und heimelige Liedermacher suhlten.

Interview mit Henning Flad

Der Politologe Henning Flad erklärt, wie Neonazis die Indizierung umgehen.

Screenshot eines Videos der Band n'Socialist Soundsystem auf www.youtube.de. Hip-Hop dient der Band, die sich kurz auch Enessess nennt, als Infiltrierungsmethode, um ihre rassistischen Vorstellungen von Volksgemeinschaft und Überlegenheit des nationalsozialistischen Systems vor allem Jugendlichen nahezubringen.

Johannes Radke und Toralf Staud

Neue Töne von Rechtsaußen

Mit "NS-Rap" und dem brachialen "National Socialist Hardcore" haben sich zwei völlig neue Musikstile in der rechten Szene etabliert. Für die musikalische Modernisierung sind vor allem die jungen Autonomen Nationalisten verantwortlich. Weiter...

Besucher eines Neonazi-Konzerts fotografieren einen Auftritt. Fotos und Aufnahmen von Konzerten sind auch in rechtsextremen Kreise beliebt, vor allem, wenn – wie im Jahr 2009, aus dem diese Aufnahme stammt, Bands mit Kultstatus wie Lunikoff mit dabei sind.

Andreas Speit

Rechtsrock für's Vaterland

Seit mehr als 30 Jahren besteht eine Rechtsrockszene in Deutschland. Sie liefert den Sound für Hass und Hetze. Wie Nationale, Rechtsextreme und Neonazis über die Musik ihre Ideologie verbreiten, hat sich Autor Andreas Speit unter anderem auf dem Rechtsrockfestival in Berga angeschaut. Weiter...

Bildergalerie

Rechtsextreme Musik

CDs, Konzerte, Demos: Auch von rechtextremer Musik kann man sich ein Bild machen. Weiter...

Eine CD der der deutschen Rechtsrock Band Stahlgewitter. Auch wenn das Internet den Download von rechtsextremer und auch indizierter Musik so viel leichter gemacht hat, sind Tonträger wie CDs immer noch marktgerecht.

Henning Flad

Verklausulierte Volksverhetzung: Die vermeintliche Entschärfung von Rechtsrock-Texten

Wie geht Volksverhetzung, die nicht strafbar ist? Die neonazistische Musikszene unterliegt einem beständigen Verfolgungsdruck durch den Staat. Zahlreiche Alben sind indiziert, und vielfach werden Strafverfahren wegen Volksverhetzung eingeleitet. Damit stellt sich für die Szene seit langem die Frage, wie der Druck durch die Strafverfolgungsbehörden unterlaufen werden kann. Weiter...

CDs, T-Shirts, Accessoires: rechtsextreme Musik und Merchandising-Produkte sind noch immer ein florierendes Geschäft.

Maik Baumgärtner

Rechtsrock: Millionen mit Hass

Rechte Musik ist nicht nur eine "Einstiegsdroge" in die rechtsextreme Szene – sie ist auch ein durchaus einträgliches Geschäft. Wer wie womit harte Euro verdient – dem ist Maik Baumgärtner nachgegangen. Weiter...

2004 begannen Freie Kameradschaften, auf oder vor Schulhöfen kostenlose CDs zu verteilen mit Songs internationaler und deutscher rechtsextremer Bands. Die NPD nahm diese Idee auf und verteilte in den Folgejahren eigene CDs mit rechtsextremer Musik. Unter anderem die Schulhof-CD "Freiheit statt BRD" wurde von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert.

David Begrich

"Den Blick in den Abgrund wagen"

Verbieten? Ignorieren? Die inhaltliche Auseinandersetzung suchen? Was ist der richtige Umgang mit rechtsextremer Musik? Ein Interview mit David Begrich von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus beim Verein Miteinander e.V. in Sachsen-Anhalt. Weiter...

Im Rahmenprogramm einer NPD-Demonstration in Berlin trat auch die rechtsextreme Band Kategorie C auf. Ihr Name nimmt Bezug auf die Bezeichnung für gewaltbereite Fußballfans bei der Polizei.

Jan Raabe

Braune Töne – elf rechte Bands im Überblick

Für Laien und Außenstehende ist es häufig nur sehr schwer zu erkennen, welche Musik rechtsextrem ist, gerade in einer neuen Stilrichtung wie National Socialist Hardcore (NSHC) sind weder die Bandnamen noch die Songtexte eindeutige Indikatoren. Rechtsrock-Experte Jan Raabe stellt elf der wichtigsten Bands in aller Kürze vor. Weiter...

Rechtsrock - Musik einer sozialen Bewegung?

Interview mit Prof. Dr. Fabian Virchow

Interview mit Prof. Dr. Virchow über die Bewegungsforschung und ihre Anwendung auf die extreme Rechte der Bundesrepublik Deutschland.

Aus der Mediathek

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T-Shirt, gesehen in Arnstadt.

Holger Kulick

Musik als Tor zur Szene

Wenn Neonazis oder Aussteiger berichten, wie sie in die braune Szene gerutscht sind, spielt Musik häufig eine wichtige Rolle. Sie gilt als gezielt eingesetzte "Einstiegsdroge". Weiter...

Beschlagnahmte Musik-CDs der Skinhead-Musikgruppe Race War werden im Stuttgarter Landesamt für Verfassungsschutz gezeigt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen die 4 Mitglieder der Gruppe wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung erhoben, der Prozess beginnt vor dem Landgericht Stuttgart.

Nadja Ritter

Rechtsextremes Liedgut

Das Repertoire von rechtsextremem Liedgut besteht fast ausnahmslos aus Songs mit rassistisch-gewaltverherrlichenden Inhalten. Nadja Ritter stellt die Nazilyrik beispielhaft vor. Weiter...

Michael Regener, links, Bandleader der deutschen rechtsextremistischen Musikgruppe "Landser" und sein Anwalt Arnold Wendorff warten auf das Urteil des deutschen Bundesgerichtshofs in Karlsruhe.

Christopher Egenberger

Landser

"Landser" gilt als bekannteste deutsche Neonaziband, die sich durch volksverhetzende Texte gezielt einen Namen in der Neonaziszene gemacht hat. Damit hat "Landser" einen ungeheuren Einfluss auf Jugendliche, die anfällig für hasserfülltes Gedankengut sind. Weiter...

Konzertpublikum bei NPD-Demonstration mit Bandauftritten in Berlin 2007 vor einer Strafanstalt, in der der Landser-Musiker 'Lunikoff' inhaftiert worden war.

Antonie Rietzschel

Schlechter Geschmack

Von Landser bis Rennicke – die Palette rechtsextremer Musik ist groß. Christian Dornbusch forscht darüber, in seinem Archiv stapeln sich über 3.000 Tonträger mit rechtem Liedgut. Antonie Rietzschel sprach mit ihm über trällernde Landtagsabgeordnete und über die Schwierigkeit, Musik heute noch als eindeutig rechtsextrem zu identifizieren. Weiter...

Publikum bei Neonazikonzert in Berlin.

Interview mit Thomas Kuban

Undercover in der Szene

Jahrelang besuchte der Journalist Thomas Kuban Neonazi-Konzerte, filmte heimlich mit und klärte mit Fernsehbeiträgen darüber auf, wie intensiv Naziideologie bei solchen "Szeneevents" eine Rolle spielt. "Die Konzerte dienen der Rekrutierung des Nachwuchses", sagt Kuban im Interview über seine Arbeit. Weiter...

DVDs mit "nationalen Musikgruppen" an einem Verkaufsstand beim Maifest der NPD 2009 in Berlin.

Frank Huber und Thomas Kuban

Europa rockt völkisch

Der Kampf gegen die Globalisierung und die USA lässt Nationalisten zu überzeugten Europäern werden. Statt dem "Großdeutschen Reich" wird zunehmend ein "Europa der Völker" propagiert. Längst gibt es eine europäische Neonazi-Skinhead-Szene. Sie nutzt die offenen Grenzen, um konspirativ organisierte Konzerte hin und her zu verschieben, bis ein Ort beziehungsweise ein Land gefunden ist, an dem die Polizei nicht eingreift. Weiter...

Die vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt sichergestelltes Propagandamaterial der verbotenen rechtsextremistischen Vereinigung "Blood and Honour".

Jürgen Maier

Klassenkampf und Rassenhass

Deutsche Rechtsrockfans weichen immer häufiger ins Ausland aus, weil es für Neonazibands in der Bundesrepublik zunehmend schwieriger wird, Räume anzumieten und unentdeckt zu bleiben. Eine Reportage aus Belgien. Weiter...

Website der Band "Noie Werte". Screenshot, 30. November 2011, http://www.noie-werte.de/band/musiker.html.

Anton Maegerle und Holger Kulick

Biedermänner hinterm Mikrofon

"Ich kenne deinen Namen, ich kenne dein Gesicht, Du bist die Faust nicht wert, die deine Nase bricht..." lautet eine Textzeile der Baden-Württembergischen Rechtsaußen-Band "Noie Werte", die inzwischen ihre Auflösung bekannt gegeben hat. Ihr Frontman war Jurist. Weiter...

Die NPD wirbt mit neonazistischen Bands auf den Schulhof-CDs. Screenshot, 30. November 2011, http://www.npd.de/schulhof-cd/.

Holger Kulick

Argumentationshilfen gegen Schulhof-CDs

Im Jahr 2004 kam es erstmals zu einer Aktion Schulhof-CD. Kostenlos wurden in kurzen Propagandaaktionen vor Schulen, Jugendclubs, Diskotheken und an Busbahnhöfen CDs verschenkt mit Titeln neonazistischer Bands und Liedermacher. In den Folgejahren griff die NPD das Rezept auf, vor allem in Landtagswahlkämpfen und im Bundestagswahlkampf. Wie damit umgehen? Weiter...

Die deutsche Band Silbermond engagiert sich mit ihrer Musik für "Laut gegen Nazis". Screenshot des Blogs der Initiative, 30. November 2011, http://bit.ly/vTMCnJ

Interview mit Silbermond

Laut gegen Nazis: Silbermond

Nicht viele Bands engagieren sich aufrichtig gegen Rechtsextremismus. Viele würden gern, aber ihre Manager raten ab. Eine engagierte Ausnahme ist die ursprünglich aus Bautzen stammende Band Silbermond. Ob unter dem Motto "Laut gegen Rechts" oder "Laut gegen Nazis", Silbermond zeigt Flagge. Auch im Interview. Weiter...