Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Schwerpunkt: Debatte um NPD-Verbot

Muss eine Partei, die gegen elementare Grundwerte unserer Verfassung ankämpft, verboten werden? Oder muss die Demokratie auch ihre Feinde aushalten? Seitdem die NPD nicht nur im sächsischen Landtag, sondern auch in das Parlament Mecklenburg-Vorpommerns eingezogen ist, ist die Debatte über ein Verbot der rechtsextremen Partei neu entflammt. Eine Debatte, die mit der Blockade des Verbotsverfahrens durch eine qualifizierte Minderheit von Verfassungsrichtern 2003 an Brisanz gewonnen hat. Denn die deutschen Verfassungsorgane sind seitdem in einer politischen Zwickmühle: Soll man die Beobachtung der Partei einstellen, um das prozessuale Hindernis für ein Verbot zu beseitigen? Soll der Staat dauerhaft auf ein Verbot verzichten, um Beobachtung und Repression weiter effektiv zu ermöglichen? Es gibt vielfältige Positionen, die alle in sich gut begründet sind.

Ein Anhänger der NPD nimmt am Samstag (29.01.11) in Hamburg an einer Kundgebung der NPD teil.

Dossier Rechtsextremismus

Weiche Schale, harter Kern

Nach Jahren der Stagnation wollte sich die NPD unter einem neuen Vorsitzenden modernisieren. Doch das Auffliegen der schlimmsten rechtsextremen Terrorgruppe seit Jahrzehnten droht, die Pläne zunichte zu machen. Sogar ein Verbot der Partei scheint wieder möglich. Weiter...

Holger Apfel, Spitzenkandidat der NPD, nach der Landtagswahl in Sachsen. Die Bewohner von Sachsen waren aufgefordert einen neuen Landtag zu wählen.

Rechtsextremismus

Rechtsextreme Parteien nach den Wahlen 2009

DVU und NPD stecken in der Krise: Nur in Sachsen schaffte die rechtsextreme NPD den Wiedereinzug in den Landtag, im Bund und den anderen Ländern reichte es nicht. Ein Grund zur Entwarnung ist dies allerdings nicht, meint Armin Pfahl-Traughber. Weiter...

Die NPD-Politiker Holger Apfel (l.), Udo Pastörs (3.v.l.), der Vorsitzende der NPD, Udo Voigt (r.), und der DVU-Vorsitzende Matthias Faust, posieren am Samstag (15.01.11) in der Aula der Max-Taut-Schule in Berlin - Lichtenberg waehrend einer Veranstaltung der NPD. Die NPD wollte in der Aula der Max-Taut-Schule in der Fischerstrasse am Nachmittag ihren Berliner Wahlkampfauftakt 2011 begehen und ihre Fusion mit der DVU feiern. Gekommen waren dazu nach Angaben des Polizeisprechers etwa 65 Teilnehmer.

Armin Pfahl-Traughber

Etabliert sich die NPD als Wahlpartei?

Der Wahlerfolg der NPD bei den Kommunalwahlen in Sachsen sorgte für Aufruhr: Sind die Erfolge der Rechtsextremen Ausgangsbasis für eine längerfristige politische Etablierung? Armin Pfahl-Traughber mit einer Analyse. Weiter...

Wahlplakate der Nationaldemokratischen Partei (NPD) hängen am Donnerstag (10.03.11) in Laucha an der Unstrut an einem Laternenmast, während im Hintergrund die Stadtkirche St. Marien steht. Gut eine Woche vor der Landtagswahl in.Sachsen-Anhalt am Sonntag (20.03.11) kämpfen SPD und Linke laut ZDF-Politbarometer von Freitag (11.03.11) Kopf an Kopf um die Gunst der Wähler. Die FDP liegt bei fünf Prozent, ebenso die Grünen sowie die rechtsextreme NPD, die möglicherweise erstmals in den Magdeburger Landtag einziehen könnte.

Frank Jansen

Sockel plus X

Es ist ein alarmierender Wahlerfolg: In Sachsen zieht die NPD flächendeckend in die Kreistage ein. Zwar verlor sie im Vergleich zur sächsischen Landtagswahl 2004 Wählerstimmen, konnte sich aber auf einen ausreichend stabilen Sockel von Stammwählern verlassen. Eine erste Wahlanalyse von Frank Jansen. Weiter...

Anhänger der NPD am Freitagabend, 11 .September 2009 während einer Kundgebung in Hamburg. Rund 50 Anhänger der NPD wurden von  mehreren Hundert Gegendemonstranten bei ihrer Veranstaltung gestört.

Holger Hövelmann

Neonazis haben im demokratischen Staat keinen Platz

Ein NPD-Verbotsverfahren macht klar: Neonazis haben keinen Platz im demokratischen Staat, fordert Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD). Weiter...

Ein Delegierter der NPD trägt am 5. April 2009 in Berlin beim Parteitag der NPD seine Stimmkarte in der Anzugtasche. In den Finanzen der rechtsextremistischen NPD gibt es laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung von Samstag, 25. April 2009, weitere Unregelmäßigkeiten.

Dierk Borstel

Falsche Hoffnung NPD-Verbot

An die Stelle eines kalten Verbots muss die feurige politische Auseinandersetzung mit ihren Werten, Zielen und politischen Aussagen treten, sagt der Politologe Dierk Borstel. Weiter...

Demonstranten protestieren am Freitag 1. Mai 2009, im Stadtteil Köpenick in Berlin gegen eine Demonstration der rechtsextremen NPD.

Joachim Wolf

Die aktuelle NPD-Verbotsdebatte

Seit Herbst 2006 ist die Debatte über ein Verbot der NPD neu entbrannt und 2007 zum Dauerthema geworden. Eine Chronologie. Weiter...

Demonstranten protestieren am Samstag (15.01.11) in Berlin - Lichtenberg vor der der Max-Taut-Schule gegen eine Veranstaltung der NPD. Mehrere hundert NPD-Gegner haben am Samstag in Berlin-Lichtenberg gegen eine NPD-Veranstaltung protestiert. Zu der Demonstration kamen nach Polizeiangaben rund 450 Menschen. Initiiert worden waren die Proteste unter anderen von den Landesverbaende von Gruenen und Linke sowie allen im Lichtenberger Bezirksparlament vertretenen demokratischen Parteien. (zu dapd-Text) Foto: Clemens Bilan/dapd

Joachim Wolf

Die NPD-Verbotsdebatte 2000-2006

Die NPD verbieten? Muss die Demokratie auch eine Partei aushalten, die ihre Werte nicht vertritt? Eine Chronologie der Debatte seit dem Jahr 2000 bis 2006. Weiter...

NPD-Spitze, hier bei einer Demonstration in Rostock.

Werner Treß

Strategie und Taktik der NPD in Brandenburg vor den Kommunalwahlen 2008

Strategie und Taktik der NPD in Brandenburg vor den Kommunalwahlen 2008. Eine Analyse aus dem Buch "Rechtsextremismus in Brandenburg" des Moses-Mendelssohn-Zentrums Potsdam. Autor Werner Treß beschreibt aus seiner Sicht zwingende Gründe für ein Verbot der NPD. Weiter...

Teilnehmer einer Demonstration protestieren am Sonntag (01.05.11) in Greifswald gegen einen NPD-Aufmarsch in der Hansestadt. Mehrere Tausend Demonstranten sind am Sonntag in Greifswald zu einem Demokratiefest gegen einen geplanten Aufmarsch der rechtsextremen NPD zusammengekommen. In der Innenstadt versammelten sich rund 3.000 Menschen.

Holger Kulick

Ausschluss rechtens?

Solange die NPD nicht verboten ist, wehrt sich die Zivilgesellschaft auf andere Weise gegen Neonazis. So werden NPD-Funktionäre zunehmend von Veranstaltungen ausgeschlossen, die sich um Rechtsextremismus drehen. Doch solche Ausschlusskriterien sind ein zweischneidiges Schwert. Ein Debattenbeitrag. Weiter...

Udo Pastörs, Fraktionsvorsitzender der NPD, Mitte, spricht im Plenarsaal des Landtages in Schwerin mit dem NPD-Abgeordneten Michael Andrejewski, rechts, und Fraktionsgeschäftsführer Peter Marx, links. Im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns sind erstmals fünf Parteien vertreten, neben CDU, SPD, PDS und FDP auch die rechtsextremistische NPD.

Gabriele Nandlinger

NPD ohne Schminke

Im Erscheinungsbild gibt sich die NPD immer gezähmter. Wer aber genau hinschaut und hinhört, stößt auf viele Belege, die zeigen, wie wenig die "Nationaldemokraten" von diesem Staat und seinen Verfassungswerten halten. Eine Zitatauswahl. Weiter...

Das Experten-Pro/Contra im stern.

Anetta Kahane / Bernd Wagner

Disput unter Freunden

Die NPD ist eher ein Symptom als die Krankheit selbst, sagt die Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane und plädiert gegen ein NPD-Verbot. Anders Bernd Wagner, der Leiter der Neonaziaussteigerinitiative EXIT. Er befürwortet ein Verbot und warnt: Die NPD will einen völkischen Staat, der das Prinzip der Menschenwürde aushebelt. Zwei Positionen. Weiter...

Dürfen demokratiefeindliche Parteien eigentlich in einer Demokratie zur Wahl stehen? Keine leichte Aufgabe für die Innenminister. Foto: Kulick

Holger Kulick

Die Positionen der Länder

Unter den Innenministern der Länder herrscht keineswegs Einigkeit, ein NPD-Verbot anzugehen. Eine Umfrage aus dem Jahr 2007. Weiter...

NPD-Verbot

Links und Literatur

Links und Literatur zum Thema NPD-Verbot. Weiter...

Dossier

"Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig in dessen Atelier in Köln. Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Boden einläßt. Inzwischen liegen "Stolpersteine" in über 300 Orten Deutschlands, ebenso in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 55 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte? Weiter... 

Podiumsdiskussion

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APRI
Rechtsextreme Demonstrantinnen einer freien Kameradschaft in Arnstadt 2006.

Rechter Terror und der Inlandsgeheimdienst oder: Wer überwacht die Überwacher?

Rechter Terror - wieso konnte jahrelang, ohne dass der Inlandsgeheimdienst von den rassistischen Morden Kenntnis erlangte, die rechtsextreme Organisation "Zwickauer Zelle" in Deutschland Menschenleben zerstören? Wie konnten die Taten mit rassistischen Hintergrund unentdeckt bleiben? Weiter...

Bündnis für Demokratie und Toleranz

Bündnis für Demokratie und Toleranz

Das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründete bundesweite Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) in der Bundeszentrale für politische Bildung will das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Toleranz in unserem Land sichtbar machen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zum Einsatz für unsere Demokratie ermutigen. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 haben sich eine Vielzahl von Organisationen dem Bündnis angeschlossen - von großen Verbänden bis hin zu kleinen Aktionsgruppen. Weiter... 

Zusammenhalt dur TeilhabeBundesprogramm

Zusammenhalt durch Teilhabe

Mit dem Programm "Zusammenhalt durch Teilhabe" fördert das Bundesministerium des Innern (BMI) Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus in Ostdeutschland. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt sollen dort gefördert werden, wo sie entstehen: an der Basis. Das BMI hat die bpb mit der Umsetzung des Bundesprogramms betraut. Weiter...