Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Rechtsextreme und Medien

"Berichterstattung über Rechtsextremismus ist mühsam und vermutlich macht es mehr Spaß, über Fußball zu berichten", schreibt der Journalist Toralf Staud. In der Tat: Ans Thema trauen sich nicht viele Journalisten heran oder sind unsicher, wie sie es am besten bearbeiten sollen. Dieser Schwerpunkt erschließt das Thema auf vier Ebenen: Welche Medien bestimmen den rechtsextremen Diskurs? Wie umgehen mit Rechtsextremisten im Fernseh- oder Zeitungsinterview? Gibt es auch Ratgeber für die "richtige" Formulierung, zum Beispiel was fremdenfeindlich, was rassistisch ist? Und existieren aktuelle wissenschaftliche Studien über die Wechselwirkung von rechtsextremem Aktionismus und Sensationsberichterstattung? Die Antwort in diesem Fall: Ja - allerdings nur in der Schweiz. Ein weiterer Blick richtet sich auf die Opfer neonazistischer Gewalt: Wie können sie Aufmerksamkeit erlangen?

Hinterkoepfe von Parteimitglieder der rechtsextremen NPD sind waehrend des Parteitages in Berlin am Samstag, 11. November 2006, zu sehen.

Toralf Staud

Ein kurzer Ratgeber für Journalisten

Beim Thema Rechtsextremismus sind Redakteure oft unsicher – vor allem, wenn das Thema für sie journalistisches Neuland ist. Wie soll man mit Rechtsextremen umgehen? Ein Ratgeber von ZEIT-Autor Toralf Staud. Weiter...

Regelmäßig vor Ort, wo kaum andere hingehen: Frank Jansen vom Tagesspiegel (2.v.l.) als Beobachter eines Neonazi-Aufzugs vor der Strafanstalt in Berlin Tegel 2006. Foto: Kulick

Holger Kulick, Fabian Stroetges und Caspar Rehner

Wenn Redaktionen Flagge zeigen

Wie sollen Zeitungen über Rechtsextremismus schreiben? Parteiisch, empört – oder lieber gar nicht? Bauschen sie gar ein Randthema auf? Holger Kulick, Fabian Stroetges und Caspar Rehner meinen: Nur was deutlich beim Namen genannt wird, kann auch repariert werden. Weiter...

Bürgerinitiative reinigt in Halberstadt die Straße "vom braunen Geist" nach einem Aufzug rechtsextremer Kameradschaften 2006. Foto: Kulick

Annette Ramelsberger

Wer fährt schon gern bei der Müllabfuhr mit?

Rechtsextremismus wird von Medien nur in bestimmten Aufmerksamkeitsintervallen wahrgenommen, beklagt Annette Ramelsberger von der Süddeutschen Zeitung. Dem Aufschrei folgt die Beschwichtigung. Und dann? Weiter...

Sinnvolle Parteinahme? TAZ-Titel über die NPD im Umfeld der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern 2006.

Prof. Axel Buchholz

"Nicht aus der Rolle fallen"

Gibt es allgemeinverbindliche Regeln, die ein Journalist beherrschen sollte, wenn er über Rechtsextremismus berichten will? Der Mainzer Publizistik-Professor Axel Buchholz hat 18 Grundprinzipien aufgestellt. Weiter...

Ein Teilnehmer einer Demonstration von Rechtsextremen fasst sich vor dem Justizpalast in Nürnberg an seinen Pullover (Foto vom 14.10.06). Am Freitag (18.11.11) treffen sich die Innen- und Justizminister von Bund und Ländern in Berlin zu einer Sonderkonferenz zum Rechtsterrorismus. Anlass ist die jüngst bekannt gewordene Neonazi-Mordserie. Unter anderem soll beraten werden, wie die Erkenntnisse der verschiedenen Behörden über die rechte Szene zusammengeführt und besser ausgewertet werden können. Dazu ist eine sogenannte Verbunddatei ähnlich der Anti-Terror-Datei über islamitische Gewalttäter im Gespräch.

Anne Haeming

Korrespondent in national befreiter Zone

Glatzköpfig, ostdeutsch – rechtsextrem: Dieses Klischee ist längst Vergangenheit, die Szene hat sich stark verändert. Besonders für Lokaljournalistinnen und -journalisten heißt das: Ein Auge auf die rechtsextreme Bewegung in ihrem Verbreitungsgebiet haben und über das Geschehen vor ihrer Redaktionstür berichten. Weiter...

Schüler demonstrieren gegen Rechts

Britta Schellenberg

Ansätze und Strategien gegen Rechtsextremismus

Die Politik muss dem Rechtsextremismus offensiv begegnen. Sie ist gezwungen, sich mit den sozialen Problemlagen, die Rechtsextreme aufgreifen, auseinanderzusetzen und ihre Argumentationsmuster zu entkräften. Weiter...

Die Debatte um ein "sichtbares Zeichen" gegen Vertreibung spiegelte sich auch in der polnischen und deutschen Presse. Foto: AP

Britta Schellenberg

Rechtsextremismus und Medien

Die Medien prägen den politischen Diskurs zum Thema Rechtsextremismus auf allen Ebenen. Inwieweit werden sie dem Phänomen Rechtsextremismus aber gerecht? Wie kann ein angemessener Umgang mit dem Thema aussehen? Weiter...

Propagandareiche kleine Szene-Zeitschriften, die ganz rechtsaußen positioniert keinen Hehl daraus machen, was sie anstreben: Nationalen Sozialismus, sprich Nationalsozialismus. Foto: Kulick

Gabriele Nandlinger

Rechtsextreme Schwarz-Weiß-Malerei

Rechtsextreme Zeitschriften dienen als publizistisches Bindeglied für die Neonaziszene. Die führenden einschlägigen Publikationen sind seit Jahrzehnten auf dem Markt. Eine Vielzahl meist kleinerer Blätter sind dagegen von eher kurzlebiger Dauer. Ein Überblick von Gabriele Nandlinger. Weiter...

Youtube Video der rechtsextremen Ein-Mann-Band Division Germania. Screenshot vom 19.12.11

Dominik Schenkel

Neonazis auf YouTube

Rund 1000 neonazistische Internetauftritte werden bundesweit gezählt, in denen sich über Ideologie, Termine und Kontaktdaten ausgetauscht wird. Die rechtsextreme Szene nutzt aber auch ganz allgemeine Foren, die das Web 2.0 bietet, für mehr oder weniger subtile Propaganda. Zum Beispiel YouTube. Weiter...

Ratgeber: Informationen für Journalisten zum korrekten sprachlichen Umgang mit rechtsextremistischen oder rassistisch motivierten Straftaten.

Anna Fischer

Kleiner Formulierungs-Ratgeber für Journalisten

In den Medien gibt es oft Ungereimtheiten darüber, wann von einer rechtsextremen Straftat gesprochen werden kann, ob Ausländerfeindlichkeit oder doch Rassismus die Hintergründe einer Tat darstellen. Ein Ratgeber hilft. Weiter...

Rechtsgerichtete Skinheads singen anlässlich des Nationalfeiertages auf dem Rütli die Nationalhymne.

Linards Udris, Patrik Ettinger und Kurt Imhof

Rechtsextremismus und Öffentlichkeit in der Schweiz

Rechtsextremismus/-radikalismus in der öffentlichen Kommunikation der Schweiz, 1960-2005. Eine Studie vom Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich (fög). Weiter...

In modernen Neonazimedien finden sich Sprache, Stil und Ideologie von Hitlers Propagandablättchen wieder. Foto: Kulick

Silke Dürrhauer

Hitlers Jugendpropaganda

Gezielt missbrauchten die Nationalsozialisten die Medien. Zahlreiche Jugendzeitschriften sorgten dafür, dass das nationalsozialistische Gedanken- gut bis in die Kinderzimmer hineingetragen wurde. Jungen sollten so zu brauchbaren Soldaten und Mädchen zu "Reinhalterinnen des Volkes" erzogen werden. Weiter...

 

Mediathek

Kombat Sechzehn

Der 16-jährige Georg zieht von Frankfurt am Main nach Frankfurt an der Oder um, weil sein Vater dort einen neue Arbeit gefunden hat. Nur schwer findet er sich in der neuen Situation zurecht. In seiner Isolation und Orientierungslosigkeit gerät Georg zunehmend in den Sog einer rechtsextremen Clique... Weiter...