Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Rechtsextremismus und Presse

"Berichterstattung über Rechtsextremismus ist mühsam und vermutlich macht es mehr Spaß, über Fußball zu berichten", schreibt der Journalist Toralf Staud. In der Tat: Ans Thema trauen sich nicht viele Journalisten heran oder sind unsicher, wie sie es am besten bearbeiten sollen. Dieser Schwerpunkt erschließt das Thema auf fünf Ebenen: Welche Medien bestimmen den rechtsextremen Diskurs? Wie umgehen mit Rechtsextremisten im Fernseh- oder Zeitungsinterview? Wie umgehen mit Vorwürfen, die von Rechtsextremen gegen die Presse erhoben werden? Gibt es auch Ratgeber für die "richtige" Formulierung, zum Beispiel was fremdenfeindlich, was rassistisch ist? Ein weiterer Blick richtet sich auf die Opfer neonazistischer Gewalt: Wie können sie Aufmerksamkeit erlangen?

Lügenpresse: Mit den Pegida-Demonstrationen ist ein Wort in die politische Auseinandersetzung zurückgekehrt, das in der völkischen und nationalsozialistischen Propaganda Konjunktur hatte. Ralf Klausnitzer zur Geschichte und Gegenwart des rechtspopulistischen Kampfbegriffs. (© bpb)

Eine Titelseite der BILD-Zeitung mit einem Bild von Beate Zschäpe im Anzug und der Schlagzeile: Der Teufel hat sich schick gemacht.

Medien

Der NSU und die Medienberichterstattung

Ein Jahrzehnt lang war die Berichterstattung über die rassistische Mord- und Anschlagsserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds" durch die Hypothesen der Ermittler und rassistische Stereotypen geprägt. Die Selbstenttarnung des NSU im November 2011 markiert auch eine Zäsur in der medialen Darstellung neonazistischen Terrors. Weiter...

Ein mit dem Wort "Lügner" beschmierter Zeitungsautomat mit der Kölner Boulevard-Zeitung "Express" steht am 17.04.2016 auf einem Gehweg in Köln.

Den demokratischen Dialog aufrechterhalten – Wie Online-Medien mit Leserkommentaren umgehen

Legt man die Nutzerkommentare in Online-Medien und Social-Media-Plattformen wie Facebook als Maßstab an, zeigt sich seit Jahren eine Verrohung der Debattenkultur, sagt der Journalist Thomas Mrazek. Wie man mit Hass, rechtsextremer Propaganda oder verschwörungstheoretischen Kommentaren umgehen soll, ist in den Redaktionen umstritten. Weiter...

Mehrere Männer und Frauen auf der Demonstration von vorne, drei von ihnen heben die Arme hoch, zwei Männer tragen Sonnenbrillen, zwei Frauen haben rotgefärbte Haare.

"Der Ton ist harscher geworden" – Die Medien und der Vorwurf der "Lügenpresse"

Ulrich Wolf ist Reporter der Sächsischen Zeitung in Dresden. Seit den Anfängen von Pegida 2014 beobachtet er deren Entwicklung. Wolf und seine Kollegen haben seither mehrere Hundert Meldungen, Berichte, Porträts und Reportagen über Pegida veröffentlicht. Mehrfach wurde Wolf für seine Arbeit mit Journalistenpreisen ausgezeichnet. Für Pegida-Anhänger gilt er als Inbegriff der "Lügenpresse". Das Interview führte Johannes Radke. Weiter...

Bürgerinitiative reinigt in Halberstadt die Straße "vom braunen Geist" nach einem Aufzug rechtsextremer Kameradschaften 2006. Foto: Kulick

Annette Ramelsberger

Wer fährt schon gern bei der Müllabfuhr mit?

Rechtsextremismus wird von Medien nur in bestimmten Aufmerksamkeitsintervallen wahrgenommen, beklagt Annette Ramelsberger von der Süddeutschen Zeitung. Dem Aufschrei folgt die Beschwichtigung. Und dann? Weiter...

Hinterkoepfe von Parteimitglieder der rechtsextremen NPD sind waehrend des Parteitages in Berlin am Samstag, 11. November 2006, zu sehen.

Toralf Staud

Ein kurzer Ratgeber für Journalisten

Beim Thema Rechtsextremismus sind Redakteure oft unsicher – vor allem, wenn das Thema für sie journalistisches Neuland ist. Wie soll man mit Rechtsextremen umgehen? Ein Ratgeber von ZEIT-Autor Toralf Staud. Weiter...

Regelmäßig vor Ort, wo kaum andere hingehen: Frank Jansen vom Tagesspiegel (2.v.l.) als Beobachter eines Neonazi-Aufzugs vor der Strafanstalt in Berlin Tegel 2006. Foto: Kulick

Holger Kulick

Wenn Redaktionen Flagge zeigen

Wie sollen Zeitungen über Rechtsextremismus schreiben? Parteiisch, empört – oder lieber gar nicht? Bauschen sie gar ein Randthema auf? Holger Kulick, Fabian Stroetges und Caspar Rehner meinen: Nur was deutlich beim Namen genannt wird, kann auch repariert werden. Weiter...

Sinnvolle Parteinahme? TAZ-Titel über die NPD im Umfeld der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern 2006.

Prof. Axel Buchholz

"Nicht aus der Rolle fallen"

Gibt es allgemeinverbindliche Regeln, die ein Journalist beherrschen sollte, wenn er über Rechtsextremismus berichten will? Der Mainzer Publizistik-Professor Axel Buchholz hat 18 Grundprinzipien aufgestellt. Weiter...

Ein Teilnehmer einer Demonstration von Rechtsextremen fasst sich vor dem Justizpalast in Nürnberg an seinen Pullover (Foto vom 14.10.06). Am Freitag (18.11.11) treffen sich die Innen- und Justizminister von Bund und Ländern in Berlin zu einer Sonderkonferenz zum Rechtsterrorismus. Anlass ist die jüngst bekannt gewordene Neonazi-Mordserie. Unter anderem soll beraten werden, wie die Erkenntnisse der verschiedenen Behörden über die rechte Szene zusammengeführt und besser ausgewertet werden können. Dazu ist eine sogenannte Verbunddatei ähnlich der Anti-Terror-Datei über islamitische Gewalttäter im Gespräch.

Anne Haeming

Korrespondent in national befreiter Zone

Glatzköpfig, ostdeutsch – rechtsextrem: Dieses Klischee ist längst Vergangenheit, die Szene hat sich stark verändert. Besonders für Lokaljournalistinnen und -journalisten heißt das: Ein Auge auf die rechtsextreme Bewegung in ihrem Verbreitungsgebiet haben und über das Geschehen vor ihrer Redaktionstür berichten. Weiter...

Die Debatte um ein "sichtbares Zeichen" gegen Vertreibung spiegelte sich auch in der polnischen und deutschen Presse. Foto: AP

Britta Schellenberg

Rechtsextremismus und Medien

Die Medien prägen den politischen Diskurs zum Thema Rechtsextremismus auf allen Ebenen. Inwieweit werden sie dem Phänomen Rechtsextremismus aber gerecht? Wie kann ein angemessener Umgang mit dem Thema aussehen? Weiter...

Rechtsgerichtete Skinheads singen anlässlich des Nationalfeiertages auf dem Rütli die Nationalhymne.

Linards Udris, Patrik Ettinger und Kurt Imhof

Rechtsextremismus und Öffentlichkeit in der Schweiz

Rechtsextremismus/-radikalismus in der öffentlichen Kommunikation der Schweiz, 1960-2005. Eine Studie vom Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich (fög). Weiter...

Ratgeber: Informationen für Journalisten zum korrekten sprachlichen Umgang mit rechtsextremistischen oder rassistisch motivierten Straftaten.

Medien

Kleiner Formulierungs-Ratgeber für Journalisten

In den Medien gibt es oft Ungereimtheiten darüber, wann von einer rechtsextremen Straftat gesprochen werden kann, ob Ausländerfeindlichkeit oder doch Rassismus die Hintergründe einer Tat darstellen. Ein Ratgeber hilft. Weiter...

 

Mediathek

Kombat Sechzehn

Der 16-jährige Georg zieht von Frankfurt am Main nach Frankfurt an der Oder um, weil sein Vater dort einen neue Arbeit gefunden hat. Nur schwer findet er sich in der neuen Situation zurecht. In seiner Isolation und Orientierungslosigkeit gerät Georg zunehmend in den Sog einer rechtsextremen Clique... Weiter...