Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Rechtsextreme Jugendkulturen

Rechtsextremisten ködern vor allem unter Jugendlichen ihren Nachwuchs. Das typische Einstiegsalter liegt zwischen 12 und 15, als Einstiegdroge Nummer eins gilt Musik von Nazibands wie "Landser" oder "Stahlgewitter". Aber auch Faktoren wie Kameradschaft und Abenteuertum, Geltungsdrang und Protest spielen eine große Rolle bei der jugendlichen Zielgruppe. In manchen Orten hat der Rechtsextremismus bereits die Vorherrschaft in den Jugendmilieus erobert und ist zur prägenden Ideologie geworden – über die Grenzen von Subkulturen hinaus.

Ein Mann in einem MMA-Trainingszentrum bindet eine Bandage um. Neben gewaltaffinen Spektren der Fußballfanszenen und rechter Musikkultur haben sich Teile der Kampfsportwelt zum dritten Standbein einer erlebnisorientierten Rekrutierung der extrem rechten Szene entwickelt.

Dossier Rechtsextremismus

Der extrem rechte Kampfsportboom

Das gewaltaffine Spektrum der Fußballfanszenen sowie Rechtsrock galten über Jahrzehnte als die zentralen Standbeine einer extrem rechten erlebnisweltorientierten Rekrutierung. Robert Claus berichtet, wie sie in den letzten Jahren durch den Kampfsport ergänzt wurde und die extreme Rechte professionalisieren sowie kommerzialisieren konnte.

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Karlevi-Runenstein auf Oeland in Schweden

Rudolf Simek

Runen gestern, heute, morgen

Nationalsozialisten und Neonazis nutzten und nutzen Runen intensiv für ihre Propaganda und ihr Konstrukt einer jahrtausendealten germanischen Rasse. Doch wissenschaftliche Betrachtungen zeigen: Wie Rechtsextreme diese frühhistorischen Schriftzeichen interpretieren, ist in den allermeisten Fällen purer Unsinn.

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Teilnehmende der Demonstration vom "III. Weg" am 1. Mai 2016 in Plauen, Sachsen mit schwarz-weiß-roter Flagge

Johannes Radke

Was macht rechtsextreme Jugendkulturen für junge Leute attraktiv?

Was bringt Jugendliche eigentlich dazu, sich der rechtsextremen Szene anzuschließen? Und ist Musik eigentlich noch das Rekrutierungsmittel Nummer Eins? Was den Rechtsextremismus für Jugendliche so attraktiv macht und wie sich die Szenen seit den 1990er Jahren verändert haben, erklärt der Rechtsextremismusforscher Christoph Schulze im Interview.

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Glatze und Springerstiefel waren der Einheitslook der Nazis. Doch das ist schon lange vorbei. Ein Spiel über den Look und die Codes der Szene.

Codes der rechtsextremen Szene

In der rechtsextremen Szene gibt es etliche Symbole und Codes. Mal wird auf den Nationalsozialismus Bezug genommen, mal auf die germanische Mythologie. Im fluter-Heft zum Thema „Nazis“ ist dazu ein Schaubild erschienen. Hier wurde es in ein Spiel übersetzt.

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Ein Teilnehmender der Neonazidemonstration "Tag der Deutschen Zukunft" (TDDZ) am 4. Juni 2016 in Dortmund trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "NTNL SZLST".

Felix Steiner

Vom Nazi-Skinhead zum Nipster – rechtsextreme Jugendkulturen im Wandel

Glatze, Bomberjacke, Springerstiefel – die klassischen Erkennungsmerkmale der rechtsextremen Szene gibt es immer noch. Doch längst schon lassen sich rechtsextreme Jugendkulturen nicht mehr so einfach erkennen. Das liegt auch daran, dass die neuen Neonazis sich bei anderen, auch bei linken Jugendszenen bedienen.

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Anhänger der rechtsradikalen "Identitären Bewegung" stehen am 17.06.2017 in Berlin mit Fahnen auf der Brunnenstraße.

Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin

Zum Umgang mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen in Jugendeinrichtungen

Rechtsextreme Orientierungen bei Jugendlichen zu erkennen, mit ihnen umzugehen und sie differenziert einzuordnen, sind nach wie vor große Herausforderungen für die Jugendarbeit. Einige Anregungen dafür liefert die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR).

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Bildstrecke: Rechtsextreme Jugendkulturen

Beweismaterial gegen das bayerische Neonazi-Netzwerk "Freies Netz Süd" (FNS). Ein Mitarbeiter des bayerischen Innenministeriums trägt nach einer Pressekonferenz im Juli 2013 ein großformatiges Foto, welches während einer Razzia bei einem führenden Rechtsextremisten aufgenommen wurde.

Michael Klarmann

Kameradschaften als Strategieelement

"Kameradschaften" waren fast zwei Jahrzehnte lang eine Strategie, die Rechtsextreme vor Verboten oder dem Ausheben ihrer Netzwerke schützen sollte. Nach dem Aufdecken des NSU gingen Behörden verstärkt gegen solche "Freien Kräfte" vor. Heute sind die Kameradschaften nur noch eine unter mehreren Organisationsformen.

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Ca. 250 Burschenschafter aus dem ganzen deutschsprachigen Raum versammeln sich zum Burschentag, dem Verbandstreffen der Deutschen Burschenschaft (DB). Eisenach, 13.06.2014

Bernd Weidinger und Alexandra Kurth

Burschenschaften: Geschichte, Politik und Ideologie

Wenngleich heute eine Randerscheinung an deutschen und österreichischen Universitäten, stehen Burschenschaften immer wieder im Fokus der Medien. Verantwortlich dafür ist ihre betont politische Ausrichtung auf deutschnationaler Grundlage, die sie von anderen Verbindungstypen abhebt. Teile des Burschenschaftsspektrums weisen inhaltliche und personelle Überschneidungen mit der extremen Rechten auf.

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Martialisch, modern – rechtsextrem: Die Website des Nazi-Labels spricht eine eindeutige Sprache. Screenshot vom 14.01.2014, http://white-rex.com/2013/07/otkry-tie-ligi-turnirov-jungsturm-league/

Johannes Radke

Kampfsport, Runen, Rassenhass

Eine neue rechtsextreme Modemarke sorgt in Russland für Aufsehen. Hochprofessionell richtet "White Rex" Kampfsport-Turniere und Rechtsrock-Konzerte aus. Die Unterwanderung des Sports durch Neonazis schreitet voran. Protest dagegen gibt es kaum. Jetzt drängt der rechtsextreme Kampfsportausrüster auch auf den deutschen Markt.

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Bei einer Razzia in 44 Wohnungen der "Unsterblichen" in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg im Januar 2012 fand die Polizei mehr als 250 Fackeln, dutzende weiße Masken, Waffen und Pyrotechnik.

Johannes Radke

Neonazis hinter weißen Masken

Mit weißen Masken und Fackeln ziehen die "Unsterblichen" durch die Nacht, skandieren rechtsextreme Parolen, Feuerwerkskörper explodieren. Die bedrohlichen Bilder dienen der Propaganda, sollen rechtsoffene Jugendliche begeistern. Es ist eine neue Aktionsform der Nazis, sie wollen einen Mythos konstruieren: von einer braunen Widerstandsbewegung.

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Bekenntnis zu Musik als Waffe: Neonazi-T-Shirt bei einem Aufmarsch in Arnstadt 2006.

Romano Sposito

Einstiegsdroge Musik

Vom Rechtsrock bis zum Nazi-Barden für heimelige Abende am Sonnenwend-Lagerfeuer: Im rechtsextremen Milieu ist Musik wesentliches Bindeglied, Lockmittel und wichtige Einnahmequelle. Auch die NPD hat die Macht der Musik entdeckt.

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Modelabel Steinar, gesehen bei einer NPD-Demonstration im Herbst 2006 in Berlin.

Joachim Wolf

Symbolwandel

Anfang der 1990er Jahre war alles einfach: Zum Outfit eines Rechtsextremen gehörten schwere Stiefel, Glatze und Bomberjacke. Diese "Klassiker" gibt es heute zwar auch noch. Aber die Zeit ist vorbei, in der Neonazis eindeutig zu erkennen sind. Das hat auch taktische Gründe.

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Nicht auf den ersten Blick als Nazimode zu erkennen: Ein NS-Hardcore-Shirt.

Patrick Gensing

Neonazis und das Internet

Rechtsextremisten setzen bei der Verbreitung ihrer Ideologie und bei der Rekrutierung neuer Mitglieder auf das Internet - vor allem, weil es sie besonders gut vor Strafverfolgung schützt.

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Jugendkultur

Erlebnisorientierte Gruppen

Basecap, Skaterschuh, Kapuzenpulli – und rechtsextrem? Immer stärker durchmischen sich szentypische Codes und Kleidung. Das macht es für die Polizei schwer, Rechtsextreme von Linksextremen zu unterscheiden. Ein Interview mit dem Berliner Polizeidirektor Oliver Tölle.

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Dossier Rechtsextremismus

Initiativenblog

Welche Konzepte gegen die extreme Rechte sowie gegen Rassismus, Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Abwertungen gibt es? Hier stellen sich Initiativen mit ihren eigenen Ideen und Berichten aus der praktischen Arbeit vor: Ein Initiativenblog, der stetig wächst und die Vielfalt an konzeptionellen Ansätzen abbildet.

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Mediathek

Die Arier

In einer sehr persönlichen Reise begibt sich die Afrodeutsche Mo Asumang auf die Suche nach den Ursprüngen des Arierbegriffs und dessen Missbrauch durch Rassisten in Deutschland und den USA.

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Mediathek

Kombat Sechzehn

Der 16-jährige Georg zieht von Frankfurt am Main nach Frankfurt an der Oder um, weil sein Vater dort einen neue Arbeit gefunden hat. Nur schwer findet er sich in der neuen Situation zurecht. In seiner Isolation und Orientierungslosigkeit gerät Georg zunehmend in den Sog einer rechtsextremen Clique...

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Rassismus, Antisemitismus, Homophobie… Aspekte der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit begegnen uns in vielen Bereichen der Gesellschaft. Die "Begegnen-Reihe" soll in unterschiedlichen Formaten auf Aussagen und Handlungen vorbereiten, in denen Menschen ausgegrenzt und diskriminiert werden.

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Sie benötigen ein Bild zur Illustration Ihres Presseartikels, wollen sich einen Überblick über das bpb-Angebot zum Thema verschaffen oder Pressemitteilungen nachlesen? Hier finden Sie Informationen zum breiten Engagement der bpb gegen Rechtsextremismus.

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Hier finden Sie Publikationen der bpb zum Thema Rechtsextremismus.

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Fortbildungskonzept

Qualifiziert handeln!

Bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und abwertenden Haltungen gewinnt ein Thema mehr und mehr an Bedeutung: Qualifiziertes Handeln. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat daher in Kooperation mit drei ausgewählten Partnern ein umfassendes Fortbildungskonzept entwickelt: Das DGB-Bildungswerk Bund, der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben und die Evangelischen Akademien in Deutschland führen Fortbildungen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit jeweils besonderen Schwerpunkten durch.

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Das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründete bundesweite Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) in der Bundeszentrale für politische Bildung will das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und Toleranz in unserem Land sichtbar machen und möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zum Einsatz für unsere Demokratie ermutigen. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 haben sich eine Vielzahl von Organisationen dem Bündnis angeschlossen - von großen Verbänden bis hin zu kleinen Aktionsgruppen.

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Mit dem Programm "Zusammenhalt durch Teilhabe" fördert das Bundesministerium des Innern (BMI) Projekte für demokratische Teilhabe und gegen Extremismus in Ostdeutschland. Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt sollen dort gefördert werden, wo sie entstehen: an der Basis. Das BMI hat die bpb mit der Umsetzung des Bundesprogramms betraut.

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