Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Antisemitismus

Die Feindschaft gegen Juden ist im Rechtsextremismus von grundsätzlicher Bedeutung: Sie ist die überzeitliche Konstante, einigendes Band zwischen verschiedenen Neonazi-Gruppen und neuerdings auch Bindeglied zwischen Rechtsextremen und Islamisten. Aber die Rechtsextremen haben kein Monopol auf den Judenhass. Allein die Verbreitung traditionell offener antisemitischer Einstellungen ist in Deutschland nach wie vor erschreckend hoch. So stimmten beispielsweise in einer Studie der Uni Leipzig von Oliver Decker und Elmar Brähler im Mai/Juni 2006 17,8 Prozent der Befragten in Ost und West der klassischen antisemitischen Aussage zu: "Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß."

Fotografien von ehemaligen jüdischen Häftlingen im Konzentrationslager Auschwitz in Häftlingskleidung, an einer Wand der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zusammengestellt.

Christopher Egenberger

Holocaustleugnung

In Deutschland ist es nach § 130 Abs. 3 des Strafgesetzbuches verboten, den nationalsozialistischen Völkermord an den europäischen Juden öffentlich zu billigen, zu verharmlosen oder zu leugnen. Aber noch immer gibt es Menschen, die danach streben, die Geschichte umzuwerten, umzudeuten und umzuschreiben. Weiter...

Beim Freundschaftsspiel Maccabi Haifa gegen OSC Lille werden Spieler aus der israelischen Mannschaft von Zuschauern attackiert.

Ronny Blaschke

Judenhass im Fußball

Judenhass im Fußball hat Tradition. Hartnäckig halten sich antisemitische Stereotype, die als Beleidigungen von rechten Fans aus den Kurven gebrüllt werden. Die Verbände haben lange gebraucht, um auf antisemitische Ausfälle zu reagieren. Inzwischen wird der Judenhass auch in den Fußballstadien immer öfter als Israelkritik getarnt. Eine Herausforderung für Vereine und Fanbeauftragte. Weiter...

Charlotte Knobloch, frühere Präsidentin des Zentralrates der Juden, am Donnerstag, 2. November 2006 in Berlin.

Interview Charlotte Knobloch

"Es scheint, als würde in Deutschland gerade ein letztes Tabu fallen"

Misstrauisch beobachtet Charlotte Knobloch, dass antisemitische Vorurteile in einigen Gesellschaftsschichten breite Akzeptanz erfahren. Für die Schule fordert sie ein intensives Nachdenken über die Würde des Menschen – und darüber, wie aus Menschen Täter werden. Weiter...

Logo des TUS Makkabi in Berlin

Nadja Müntsch

Antisemitismus im Fußball

"Wir vergasen euch" – wenn der TuS Makkabi den Rasen betritt, hagelt es mitunter widerliche Fan-Rufe. Aber die Mannschaft wünscht sich nicht nur Maßnahmen des Sportgerichts, sondern vor allem Zivilcourage. Weiter...

Gesehen auf einer Parkbank am Berliner Weissen See im Januar 2007.

Interview Wolfgang Benz

"Die Aufklärer aufklären"

Wo beginnt Antisemitismus? Was sollten Lehrer wissen, um ihm zu begegnen? Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, im Interview mit Holger Kulick. Weiter...

Ex-Neonazi Matthias Adrian zeigt seinen ehemaligen Personalausweis, auf dem er einen Hitlerbart trägt. Berlin, 24.10.2006. Heute versucht er in der Berliner Initiative Exit-Deutschland auch andere Neonazis zum Ausstieg zu bewegen.

Interview Matthias Adrian

Die Rolle des Antisemitismus in der rechten Szene

Der Hass auf "die Juden" ist eine zentrale Figur in der rechtsextremen Ideologie. Aussteiger Matthias Adrian erklärt im Interview, wie tief er im rechtstextremen Weltbild verwurzelt ist. Weiter...

Ausstellungstafeln der Amadeu Antonio Stiftung im Bundespresseamt über verschwiegenen Antisemitismus.

Anetta Kahane

Antisemitismus

Antisemitismus ist eine Gesellschaftstheorie, die so viel Anreiz bietet, weil sie für alles Schlechte dieser Welt einen Schuldigen benennt. Hat es also gar keinen Sinn, etwas dagegen zu tun? Anetta Kahane meint: nein. Ein Plädoyer für den entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus. Weiter...

Screenshot der Website www.hagalil.com, 14.12.2011.

Andrea Livnat

Antisemitismus im Internet

Im Internet hetzen Antisemiten weltweit in allen Sprachen. Engagierte Angebote wie hagalil.com versuchen mit gezielten Strategien, ein Gegengewicht zu bilden. Weiter...

Aktionswochen gegen Antisemitismus im November 2006 / Tagung in der Amadeu Antonio Stiftung.

Anetta Kahane

Praxisangebote gegen Antisemitismus

Was tun gegen Antisemitismus? Anetta Kahane stellt die Aufgaben der Praxis vor und nennt mögliche Partner in der Zivilgesellschaft. Weiter...

Gesehen in Schierke in Sachsen-Anhalt im Harz.

Andreas Zick / Beate Küpper

Antisemitismus in Deutschland

Antisemitismus ist ein soziales Vorurteil, eine Einstellung, die erlernt und weitergegeben wird. Andreas Zick und Beate Küpper untersuchen das Phänomen Antisemitismus – und fordern zivilgesellschaftliche Antworten. Weiter...

Das ehemalige Parlamentsgebäude der DDR, der Palast der Republik in Berlin, fotografiert am 22. Juni 2005.

Heike Radvan

Antisemitismus in den neuen Bundesländern

Nach der Wiedervereinigung schält sich der Antisemitismus in den neuen Bundesländern nach und nach aus seiner ideologischen Verpackung. Denn er ist anschlussfähig an die staatliche antizionistische Politik der DDR, meint Heike Radvan. Weiter...

Fassade der ehemaligen ADGB-Bundesschule in Bernau. Foto: Wolf

Joachim Wolf

Schulungsort für den Massenmord

Hetzreden gehörten hier zum Programm: In der ehemaligen ADGB-Bundesschule in Bernau wurden Funktionsträger der NSDAP geistig vorbereitet auf die verbrecherischen Ziele des Nationalsozialismus. Weiter...

Schwarz-Weiß-Foto: Antisemitisches Hinweisschild an einer Wand des Olympia-Verkehrsamtes für den Skiclubs Patenkirchen vom 25. Oktober 1935: "Juden: Zutritt verboten". Aufgrund der antisemitischen Diskreminierungen im Deutschen Reich - die Seitens der NS-Behörden im Vorfeld der Olympischen Spiele stets dementiert oder beschönigt wurden - entstand v.a. in den USA eine Kontroverse über einen möglichen Boykott der Spiele.

Was heißt Rechtsextremismus?

Antisemitismus im Rechtsextremismus

Wer den Antisemitismus verstehen will, muss die Geschichte der Judenfeindschaft kennen, in der das negative Judenbild geprägt wurde. Denn der heutige Antisemitismus greift auf alte Vorurteile zurück und aktualisiert sie. Weiter...