Blick auf Stiefel von Angehörigen der 13. Panzergrenadierdivision, die in der Leipziger General-Olbricht-Kaserne mit einem feierlichen Appell empfangen werden, aufgenommen am 04.05.2010. Die Einheit war in den vergangenen 14 Monaten für die Heereskontingente in Afghanistan und auf dem Balkan verantwortlich.

15 Jahre Bundeswehreinsatz in Afghanistan


15.12.2016
Seit Ende 2001 sind deutsche Soldaten in Afghanistan. Was als sechsmonatige Friedensmission begann, wurde für die Bundeswehr zum langjährigen Kampfeinsatz – mit Verwundeten und Gefallenen. Ein schnelles Ende des Einsatzes ist nicht in Sicht.

Im unscharfen Bildvordergrund stehen drei unbewaffnete Soldaten der Bundeswehr im Gespräch zusammen. Im Hintergrund sieht man dutzende weitere unbewaffnete Soldaten auf einer staubigen Straße bergauf laufen. Am ansteigenden Straßenrand stehen gepanzerte Fahrzeuge und Schützenpanzer der Bundeswehr mit aufmontierten schweren Waffen. Die Sonne scheint über den Hügel.Soldaten der Bundeswehr in Baghlan am 19. Oktober 2012: Der Außenposten in Nordafghanistan galt lange als gefährlichstes Einsatzgebiet der Bundeswehr. (© picture-alliance, JOKER)


Zwei Tage vor Weihnachten beschließt der Deutsche Bundestag im Jahr 2001 eine der längsten und blutigsten Missionen, in die die Bundesrepublik Deutschland ihre Streitkräfte schickte. "Wir entscheiden in einer Situation, in der der Frieden in Afghanistan wirklich näher gerückt ist", ruft Bundeskanzler Gerhard Schröder am 22. Dezember 2001 den Abgeordneten im Berliner Reichstag zu. Und gleichzeitig verspricht er, wie es der Ansicht im Regierungslager entspricht, einen kurzen, gezielten Einsatz der Bundeswehr. Auf sechs Monate ist diese Mission zunächst angelegt: "Es handelt sich um ein von den Aufgaben her, vom Einsatzort her und von der Zeit her begrenztes Mandat."

Die Abstimmung fällt eindeutig aus: Von 581 Abgeordneten befürworten 538 den Einsatz, getragen von der damaligen Regierungskoalition aus SPD und Grünen ebenso wie von der Union und der FDP. Die 35 Gegenstimmen kommen überwiegend aus der PDS (heute Die Linke), aber auch von einigen Abgeordneten aus FDP, Union und SPD. Acht Abgeordnete enthalten sich der Stimme. Die breite Mehrheit hält sich auch in den folgenden Jahren im Parlament, während die Bevölkerung den Einsatz in Afghanistan zunehmend kritisch beurteilt[1].

15 Jahre nach der Abstimmung stehen noch immer deutsche Soldaten in Afghanistan. 56 von ihnen verloren am Hindukusch ihr Leben, der überwiegende Teil durch Sprengfallen der Taliban oder in Gefechten mit den Aufständischen. Ob das Land auf Dauer stabil bleibt oder die Gegner der Regierung in Kabul wieder an Macht gewinnen, kann derzeit niemand voraussagen.



"Uneingeschränkte Solidarität"



Das scheint im Dezember 2001 noch ganz anders. Die deutsche Beteiligung an der International Security Assistance Force (ISAF) gilt als wenig kriegerischer Schritt. Schon im November hatte der Bundestag einige Soldaten auf den Weg geschickt: Im Rahmen der "uneingeschränkten Solidarität", die Kanzler Schröder den USA nach den Anschlägen in New York und Washington am 11. September zugesichert hatte, war ein kleines Kontingent deutscher Spezialkräfte zusammen mit US-Truppen zur Terrorbekämpfung in Afghanistan eingesetzt. Enduring Freedom (OEF), Dauerhafte Freiheit, hieß die Operation unter US-Kommando. Der Einsatz war innerhalb der rot-grünen Regierung so umstritten, dass sich Bundeskanzler Schröder gezwungen sah, für die Zustimmung die Vertrauensfrage im Bundestag zu stellen.

ISAF aber soll eine ganz andere Mission werden: Die Soldaten sollen nicht in erster Linie den Terror bekämpfen, sondern den neu eingesetzten afghanischen Übergangspräsidenten Hamid Karzai unterstützen und das Land stabilisieren. Auf Grundlage der UN-Resolution 1386 und eines Militärisch-Technischen Abkommens mit der Übergangsregierung in Kabul beginnen einzelne Staaten, Truppenkontingente zu entsenden; die Führung dieses Einsatzes übernehmen zuerst die Briten.

Ein Bundeswehr-LKW fährt auf einer staubigen Straße dem Fotografen entgegen. Hinter ihm folgen mehrere zivile gelbe und weiße PKW und ein Mann auf einem Fahrrad. Vom Dach des Bundeswehr-LKWs aus winkt ein deutschen Soldat herunter. Er trägt ein rotes Barett. Hinter ihm stehen drei afghanische Polizisten mit weißen Helmen. Im Hintergrund ragt ein Gebirge auf.Am 14. Januar 2002 patrouillieren erstmals Soldaten der Bundeswehr durch Kabul. Sie fahren noch in ungepanzerten Fahrzeugen, tragen Barett statt Helm und haben keine Waffen im Anschlag. (© picture-alliance/dpa)


Erst Kabul, dann Kundus



Das erste Jahr nach dem Einsatzbeginn im Januar 2002 ist geprägt vom Bild einer Friedensarmee. In offenen Geländewagen patrouillieren die Bundeswehrsoldaten durch die afghanische Hauptstadt Kabul, Politiker und Journalisten auf Besuch – werden in örtlich angemieteten Bussen durch die Gegend gefahren. ISAF konzentriert sich auf Kabul und die unmittelbare Umgebung; einen Auftrag, die Unterstützung der Karzai-Regierung auf das ganze Land auszudehnen, sehen die beteiligten Staaten nicht – in den Provinzen kümmern sich doch die USA und einige Verbündete unter dem Dach der Operation Enduring Freedom um den Kampf gegen die Taliban.

Das ändert sich im Frühjahr 2003. Das von Kanzler Schröder angekündigte halbe Jahr ist längst verstrichen. Langsam ist auch in Deutschland klar, dass Afghanistan eine sehr langfristige Aufgabe wird. Nahezu gleichzeitig ereignen sich verschiedene Dinge, die den Kurs setzen für die kommenden Jahre: Nachdem anfangs der Oberbefehl und die Steuerung der ISAF-Truppen zwischen mehreren Nationen wechselte, übernimmt die NATO dauerhaft die Führung der Mission. Und die ISAF-Nationen beschließen, ihr Operationsgebiet auf ganz Afghanistan auszuweiten. Dabei müssen sie auch ein abnehmendes Interesse der USA ausgleichen: Deren Truppen sind inzwischen im Irak im Einsatz, Afghanistan ist an die zweite Stelle gerückt.

Nach Gesprächen zwischen den damaligen Verteidigungsministern Peter Struck (Deutschland, SPD) und Donald Rumsfeld (USA, Republikanische Partei) übernehmen die Deutschen bei dieser Ausweitung eine Vorreiterrolle: Das Regionale Wiederaufbauteam (PRT, Provincial Reconstruction Team) in der nordafghanischen Provinz Kundus, das die Bundeswehr im Herbst 2003 von den US-Amerikanern übernommen hatte, wird die erste ISAF-Station außerhalb Kabuls und gilt als vergleichsweise friedlich.

Gezielte Anschläge und erste Verluste



Vor der Übernahme des PRT Kundus hatte die Bundeswehr allerdings in Kabul erleben müssen, wie verwundbar die internationale Truppe ist. Auf dem Weg zum Flughafen, den Rückflug in die Heimat vor Augen, sterben im Juni 2003 vier deutsche Soldaten bei einem Sprengstoffanschlag auf ihren Bus – das dünne Blech des Fahrzeugs bot keinerlei Schutz. 29 Soldaten werden verwundet, einige von ihnen schwer. Es ist der erste Anschlag in Afghanistan, der sich gezielt gegen die Deutschen richtet.

Die Anschläge lassen überlebende Soldaten traumatisiert zurück. Im Film "Ausgedient" von Michale Richter berichtet einer der Busfahrer vom verheerenden Anschlag im Juni 2003. +++ Hinweis: Der Ausschnitt zeigt drastische Bilder. (© 2014 Hanfgarn und Ufer Filmproduktion)


Kundus allerdings gilt als ruhige Zone, in der die Deutschen eine Insel der Stabilität errichten und ausbauen. Zunächst in einem gemieteten Gehöft mitten in der Stadt, bewacht von der Privatarmee des damaligen afghanischen Verteidigungsministers Fahim. Recht bald aber beginnt der Bau eines Feldlagers draußen am Flughafen. Auch das, so heißt es bei Baubeginn, nur als vorübergehende Maßnahme – wenn die Stabilität im Land gesichert sei, sollten die Afghanen das Gelände und die Gebäude übernehmen. Und in der Umgebung sollen die deutschen Soldaten nicht nur für Sicherheit sorgen, sondern beginnen auch eigene Projekte wie den Bau von Brunnen in abgelegenen Dörfern oder die Instandsetzung von Schulen, die das Leben der Bevölkerung verbessern sollen.

Nach einer langen, ruhigen Phase wird das alles anders. Ab dem Jahr 2006 häufen sich die Anschläge auf deutsche Patrouillen, gezielt werden aus Konvois die ungepanzerten Fahrzeuge herausgesprengt. Die Region um Kundus wandelt sich von einer Insel der Stabilität zu einem Ort der Auseinandersetzungen – auch wenn zunächst im Westen niemand so recht ernst nimmt, wovor der Think Tank "Senlis Council" in einer Studie warnt: Die "Rückkehr der Taliban".

Ein Soldat der Bundeswehr läuft im Bildvordergrund auf einem staubigen Feldweg, dem Betrachter abgewandt. Er trägt einen sandfarbenen Helm auf dem geschrieben steht: "Leg dich mit den Besten an und du wirst sterben wie alle dann!". Vor ihm im unscharfen Bildintergrund laufen weitere Soldaten. Rechts ist ein Feld zu sehen, links stehen niedrige Bäume.Kampfeinsatz: Bundeswehrsoldaten müssen sich in Afghanistan tödlichen Gefechten stellen. Das führt zu einem Wandel des Selbstbildes der Soldaten, die sich zunehmend als professionelle Kämpfer sehen. Ein Soldat auf einer Patroullie in Nawabad hat auf seinen Helm geschrieben: "Leg dich mit den Besten an und du wirst sterben wie alle dann!" (© picture-alliance, JOKER)


Bundeswehr im Kriegseinsatz



Die Bundeswehr bekommt das am deutlichsten im Mai 2007 zu spüren. Verwaltungsbeamte der Truppe, wie üblich als Reservisten in Uniform und bewaffnet unterwegs, wollen auf dem Markt in Kundus Kühlschränke für das Feldlager kaufen. Ein Selbstmordattentäter reißt drei von ihnen in den Tod, zudem mehrere afghanische Zivilisten.

Die Mission wird zu einem Kriegseinsatz – auch wenn in Deutschland dieser Begriff vorerst vermieden wird. Für das Empfinden der Soldaten am Hindukusch aber bewegen sie sich im Kriegsgebiet, mit einem überwiegend unsichtbaren Gegner, der vor allem mit Sprengfallen operiert. Immer wieder fallen deutsche Soldaten, das PRT Kundus wird regelmäßig mit Raketen beschossen. Zu fassen sind die Angreifer nie.

In Deutschland wird das zur Kenntnis genommen, wenn der Verteidigungsminister wieder einen Todesfall verkünden muss. Bis zum September 2009. Am 4. September ordnet der damalige deutsche PRT-Kommandeur Oberst Georg Klein einen Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tanklaster an, die einige Kilometer vom Feldlager entfernt am Kundus-Fluss feststecken. Dabei sterben zahlreiche Zivilisten, die auf kostenlosen Brennstoff gehofft hatten.

Der Luftangriff hat gewaltige Auswirkungen in Deutschland, am Ende müssen ein Minister und der Generalinspekteur zurücktreten, ein Untersuchungsausschuss und Gerichtsverfahren folgen. In einem wesentlichen Punkt ändern die deutsche Justiz und dann auch die Politik ihre Ansicht: In Afghanistan herrsche Krieg, und das Vorgehen deutscher Soldaten richte sich nach dem Völkerrecht und nicht nach dem deutschen Strafgesetzbuch. Strafrechtlich bleibt der Befehl für Oberst Klein ohne Folgen.

Zwei Soldaten stehen am frühen Morgen mit Trauerflor auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn. Vor Ihnen werden vier Holzsärge auf einer gelben Ladefläche aus einer grauen Luftfrachtmaschine der Bundeswehr geladen. Auf den Särgen liegen deutsche Dienstflaggen.56 Soldaten der Bundeswehr sind bislang in Afghanistan gestorben. Die Gefallenen werden zur Bestattung in Luftfrachtmaschinen nach Deutschland überführt, wie hier am 21. April 2010 auf dem Flughafen Köln/Bonn. Die vier toten Soldaten waren bei einem Gefecht in der Provinz Baghlan getötet worden. (© picture-alliance/dpa)


Gefechte und Gefallene



Der Krieg rund um Kundus findet 2010 weitgehend vor der Haustür des deutschen Feldlagers statt: Wenige Kilometer westlich, im Bezirk Char Darrah. Kundus und die strategisch wichtigen Punkte Höhe 431 und Höhe 432 sind die Orte, die für Deutschland den Einsatz in Afghanistan markieren.

Dieser erreicht seinen Tiefpunkt für die Bundeswehr am Karfreitag 2010. In der Ortschaft Isa Khel geraten deutsche Soldaten in einen Hinterhalt. Es folgt ein stundenlanges Gefecht. In dem Schusswechsel fallen drei deutsche Soldaten, mehrere werden teils schwer verwundet. Für die Aufständischen ist das "Karfreitagsgefecht" ein Propagandaerfolg, für Deutschland ein Schock.

Im Vergleich zu ihren Verbündeten sind die Gefechte und Opferzahlen der Bundeswehr jedoch deutlich geringer, vor allem gegenüber denen der US-Truppen und denen der Briten. Die Aufstockung der internationalen Truppen in der folgenden Zeit, auch hier vor allem seitens der USA, spiegelt sich aber auch im deutschen Engagement wieder: Mit 5.433 Soldaten erreicht die deutsche Truppenstärke in Afghanistan im Jahr 2011 ihre höchste Zahl.

Das deutsche Engagement gilt dabei nicht nur Kundus und Umgebung, auch wenn das in der Heimat meist so wahrgenommen wird. Unter deutschem Befehl ist das ISAF-Regionalkommando Nord für ein Gebiet zuständig, das halb so groß ist wie Deutschland. Deutsche Soldaten sind weit im Osten in der unwegsamen Provinz Badakshan stationiert, im Westen kämpfen sie in der Provinz Badghis gegen die Taliban.

Drei Bundeswehrsolaten auf Minensuche: Im unscharfen Bildvordergrund steht rechts ein Soldat mit Helm mit dem Rücken zum Betrachter. Er hält eine Kamera oder ein Fernglas in der Hand. Vor ihm ist ein kleiner Bach. Auf einer kleinen Kanalbrüce, die den Bach überspannt, stehen zwei bewaffnete Soldaten. Ein Soldat kniet und untersuch die Brücke, der andere steht wachsam hinter ihm. In Hintergrund stehen mehrere gepanzerte Fahrzeuge auf einer staubigen Straße. Von hinten nähert sich ein ziviler LKW.Hoch gerüstet: Statt in ungepanzerten Fahrzeugen patrouillieren deutsche Soldaten im Oktober 2012 mit griffbereiter Waffe, Kampfausrüstung und mit geschützen Fahrzeugen, die über schwere Waffen verfügen. Hier bei einer Minensuche im nordafghanischen Kundus. (© picture-alliance, JOKER)


Das Ende von ISAF



Unterdessen setzt die internationale Gemeinschaft darauf, die Verantwortung für die Sicherheit in den Regionen schrittweise an die Afghanen zu übertragen, deren Sicherheitskräfte, Polizei und Militär, mit viel Ausbildungshilfe und Geld aus dem Westen aufgebaut werden. Formal funktioniert das auch. Im Oktober 2013 übergibt die Bundeswehr das Feldlager in Kundus an die Afghanen.

Im Camp Marmal, dem großen internationalen Feldlager in Masar-i-Scharif in der Nordprovinz Balkh, bleibt die Bundeswehr aber präsent – auch als die internationalen Truppen den ISAF-Einsatz zum Jahresende 2014 auslaufen lassen. Auf ihn folgt die Mission "Resolute Support". Diese soll nicht mehr mit eigenen Soldaten in die Kämpfe zwischen den afghanischen Sicherheitskräften und den Aufständischen eingreifen, sondern nur noch Polizei und Armee auf ihrem weiteren Weg begleiten: "Train, Assist, Advise" heißt die neue Aufgabe: Ausbilden, unterstützen und beraten.

Rund 1.000 deutsche Soldaten, die meisten davon in Masar-i-Scharif, sind weiterhin in Afghanistan präsent. Sie greifen zwar nicht ein, wenn die Taliban – wie 2015 und erneut in diesem Jahr – die Stadt Kundus vorübergehend unter ihre Kontrolle bringen. Aber sie sitzen mit den afghanischen Kommandeuren im Lagezentrum, um ihnen das sinnvollste Vorgehen gegen die Aufständischen zu empfehlen.



Bundeswehr bleibt vorerst am Hindukusch



Der Einsatz am Hindukusch bleibt damit vorerst die größte und teuerste Auslandsmission der Bundeswehr. Fast 10 Milliarden Euro hat der Einsatz in Afghanistan bis heute allein an "einsatzbedingten Zusatzausgaben" wie bspw. Einsatzzuschlägen gekostet. Und darin sind die Gehälter der Soldaten und Kosten für die Beschaffung von auch für den normalen Bundeswehr-Betrieb genutztem Material und Fahrzeugen noch gar nicht enthalten.

Eigentlich hatten sich die Bundeswehrsoldaten - wie ihre Kameraden aus anderen Nationen – darauf eingestellt, diese Präsenz im Norden des Landes demnächst zu beenden, nur noch eine Kernmannschaft sollte in Kabul bleiben. Das ist angesichts der weiterhin instabilen Lage am Hindukusch wieder in weite Ferne gerückt. Bis 2020, so die jüngsten Überlegungen der NATO, könnte die Unterstützung für die Regierung in Kabul entscheidend bleiben, um das Land nicht wieder im Chaos versinken zu lassen.

Am 15. Dezember 2016 hat der Deutsche Bundestag der Verlängerung von "Resolute Support" um ein weiteres Jahr zugestimmt. Aus dem auf sechs Monate angelegten Einsatz wurden eineinhalb Jahrzehnte. Und es werden, so sieht es derzeit aus, noch ein paar Jahre mehr.



Weiterführende Literatur und Links



Clair, Johannes (2012): Vier Tage im November – Mein Kampfeinsatz in Afghanistan, u.a. Ullstein Verlag, Berlin.

Glatz, Rainer L./ Tophoven, Rolf (Hrsg., 2015): Am Hindukusch – und weiter? Die Bundeswehr im Auslandseinsatz. Erfahrungen, Bilanzen, Ausblicke, erschienen in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn.

Münch, Philipp (2015): Die Bundeswehr in Afghanistan – Militärische Handlungslogik in internationalen Interventionen, Rombach Verlag, Freiburg.

Seiffert, Anja/ Langer, Phil C./ Pietsch, Carsten (Hrsg. 2012): Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Sozial- und politikwissenschaftliche Perspektiven, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden.

Plenarprotokoll der Debatte und Abstimmung im Deutschen Bundestag am 22. Dezember 2001

Übersicht des Deutschen Bundestags über alle ISAF-Mandate (Anträge der Bundesregierung)

Liste der im ISAF-Einsatz durch "Feindeinwirkung" gefallenen deutschen Soldaten auf augengeradeaus.net

Chronologie auf augengeradeaus.net: Es begann als "Insel der Stabilität": Zehn Jahre Bundeswehr in Kunduz


Fußnoten

1.
Für eine Übersicht der Entwicklung der Einstellungen der deutschen Bevölkerung u.a. zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr siehe: Studien zum Sicherheits- und verteidigungspolitischen Meinungsklima in der Bundesrepublik Deutschland durch das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr. Diese sind online verfügbar unter: http://www.mgfa.de/html/publikationen/sozialwissenschaften/forschungsbberichte.
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Autor: Thomas Wiegold für bpb.de
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