Headerbild mit farblich unterschiedlichen, abstrakten Figuren

3.12.2018 | Von:
Maximilian Andorff-Woller

Deutschland hat gewählt

Deutschland wählte am 24. September
den 19. Deutschen Bundestag.
42 Parteien standen zur Wahl.
Sieben Parteien sind im neu gewählten Bundestag vertreten.



Über 60 Millionen deutsche Bürgerinnen und Bürger durften wählen.

Der Plenarsaal des Bundestages ist auf diesem Foto zu sehen.
Die Zuschauertribünen sind gut gefüllt.
Auch viele Abgeordnete sind anwesend.
Angela Merkel steht am Rednerpult.Der Bundestag (© picture-alliance/dpa, Reiner Jensen)
Diese Menschen nennt man Wahlberechtigte.
Die Wahlberechtigten haben darüber entschieden,
welche Kandidaten in den Bundestag kommen.
Die Parteien haben die Kandidaten vorgeschlagen.
Die Wähler haben also auch entschieden,
  • welche Parteien in dem Bundestag vertreten sind.
  • mit wie vielen gewählten Kandidaten sie vertreten sind.
Die gewählten Kandidaten nennt man Abgeordnete.
Die Abgeordneten sind Vertreter aller Bürgerinnen und Bürger.
Sie entscheiden über Dinge,
die alle etwas angehen.
Zum Beispiel entscheiden sie darüber
wie viel Geld für Straßenbau ausgegeben wird.
Oder für den Umweltschutz.
Die Strichzeichnung stellt eine Szene im Wahllokal dar. Im Vordergrund ist eine Frau zu sehen, die an einem Tisch steht. Hinter dem Tisch sitzen zwei Personen und schauen in Papiere vor ihnen. Neben dem Tisch steht eine Wahlurne. Neben der Frau wartet ein kleines Kind auf einem Laufrad. Im Hintergrund sind zwei Wahlkabinen zu sehen. Aus der einen Wahlkabine kommt eine Person heraus.Wahllokal (© bpb)
Die Wahlbeteiligung war dieses Mal höher als vor vier Jahren.
Die Wahlbeteiligung gibt den Anteil der Wahlberechtigten an,
die bei einer Wahl tatsächlich gewählt haben.
Die Wahlbeteiligung lag bei ungefähr 75 Prozent.
Das heißt:
Von 4 Wahlberechtigten sind 3 zur Wahl gegangen.

Der Bundeswahlleiter

Der Bundeswahlleiter bereitet die Wahlen zum Bundestag vor.
Er prüft, ob die Parteien,
die sich zur Wahl stellen,
die Voraussetzungen des Parteiengesetzes erfüllen.

Nach der Wahl und nach der Stimmenauszählung
verkündet der Bundeswahlleiter das vorläufige amtliche Wahlergebnis.

Der Bundeswahlleiter sagt also
welchen Anteil an Zweitstimmen die Parteien bekommen haben.
Das vorläufige amtliche Wahlergebnis ist aber
noch kein endgültiges Ergebnis.
Das Ergebnis kann sich ändern.
Man kann deshalb auch sagen: das Wahlergebnis ist vorläufig.

Nachdem der Bundeswahlleiter
das vorläufige amtliche Ergebnis verkündet hat,
prüft er ob Fehler bei der Stimmauszählung gemacht wurden.
Er untersucht zum Beispiel,
ob die Briefwahlunterlagen rechtzeitig eingegangen sind.
Erst wenn alles geklärt ist,
wird das endgültige amtliche Wahlergebnis verkündet.
Der Bundeswahlleiter hat am 12. Oktober das
endgültige amtliche Wahlergebnis veröffentlicht.

Durch das endgültige amtliche Wahlergebnis bestätigt er:
Die Auszählung der Stimmen ist korrekt verlaufen.
Das Wahlergebnis ist glaubwürdig.
Man kann auch sagen: das Wahlergebnis ist amtlich.
Das endgültige amtliche Wahlergebnis kann anders sein,
als das vorläufige amtliche Wahlergebnis.
Meistens sind die Ergebnisse aber fast gleich.

Endgültiges amtliches Wahlergebnis

So lautet das endgültige amtliche Wahlergebnis:
In einem Balkendiagramm wird die Verteilung der Zweitstimmen dargestellt.Zweitstimme (© Bundeswahlleiter)


Die Christlich Demokratische Union (CDU) hat fast 27 Prozent der Stimmen bekommen.
Die CDU konnte man in allen Ländern
Deutschlands wählen. Außer Bayern.
Die CDU arbeitet im Bundestag immer mit der
Christlich Sozialen Union (CSU) zusammen.
Die CSU konnte man nur in Bayern wählen.
Die CSU hat gut 6 Prozent der Stimmen bekommen.
Zusammen werden CDU und CSU auch Union genannt.
Die Union hat 33 Prozent der Stimmen bekommen.
Man kann auch sagen:
Etwa jeder dritte Wähler hat die Union gewählt.

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
wählten gut 20 Prozent der Wahlberechtigten.
Von 5 Personen hat also
etwa eine Person die SPD gewählt.
Die drittmeisten Stimmen erhielt die Alternative für Deutschland (AfD).
Die AfD erreichte fast 13 Prozent der Stimmen.
Etwa eine von 10 Personen hat der AfD seine Stimme gegeben.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) bekam fast 11 Prozent.
Die Linken erreichten gut 9 Prozent der Stimmen.
Und die Grünen bekamen fast 9 Prozent.
Die FDP, die Linke und die Grünen wurden jeweils von
ungefähr einer von 10 Personen gewählt.

Es sind also sieben Parteien im Bundestag vertreten.
Nach der Bundestagswahl 2013 waren es nur fünf Parteien


In einem Diagramm wird die Sitzverteilung dargestellt. Es ist ein Halbkreis. Die Parteien sind in ihren jeweiligen Farben kenntlich gemacht. Die Anordnung entspricht der Anordnung der Sitzplätze. Man sieht, dass die Anteile der Sitzplätze den Anteilen der Stimmen entsprechen.Sitzverteilung (© Bundeswahlleiter)



Gewinne und Verluste

Die CDU/CSU und die SPD haben
deutlich weniger Stimmen bekommen als 2013.
Die Union hat fast 9 Prozent weniger Stimmen bekommen
als bei der letzten Wahl.
Und die SPD über 5 Prozent.
Die Linke und die Grünen konnten ein wenig dazugewinnen.
Beide Parteien haben ungefähr so viele Stimmen bekommen
wie vor vier Jahren.
Die AfD und die FDP konnten ihre Ergebnisse deutlich verbessern.
Die FDP hat etwa doppelt so viele Stimmen bekommen wie 2013.
Und die AfD verbesserte ihr Ergebnis sogar noch deutlicher.

Welche Koalitionen sind wahrscheinlich?

Nach der Bundestagswahl wird ausgerechnet
wie viele Sitze eine Partei im Bundestag bekommt.
Je mehr Zweitstimmen eine Partei bekommt,
desto mehr Sitze bekommt die Partei.

Fraktionen
Es bilden sich dann Fraktionen im Bundestag.
In einer Fraktion sind die Abgeordneten aus einer Partei
oder die Abgeordneten mit den gleichen Zielen.

Vielleicht hat eine Fraktion die absolute Mehrheit
der Sitze im Bundestag.
Absolute Mehrheit bedeutet:
Über die Hälfte aller Abgeordneten gehören zu dieser Fraktion.
Dann braucht sich die Fraktion
keine andere Fraktion als Partner suchen.
Sie kann dann Abstimmungen alleine gewinnen.
Und die Fraktion kann auch die Mehrheit bei der Wahl
des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin haben.

Koalitionen
Meistens hat in Deutschland keine Fraktion die absolute Mehrheit:
Dann sucht sich die Fraktion einen Partner.
2013 haben sich zum Beispiel die CDU, CSU und die SPD
Die Strichzeichnung zeigt drei Personen. Zwei Männer im Anzug und eine Frau mit Bluse, Blazer und Rock. Die beiden Männer geben sich die Hand. Alle drei Personen sind in einem Gespräch vertieft und gut gelaunt.Koalition (© bpb)
eine Zusammenarbeit verabredet.
Man kann auch sagen:
Sie haben eine Koalition gebildet.

Bevor sich eine Koalition bildet,
verhandeln die Parteien miteinander.
Das nennt man Koalitionsverhandlungen.

Die Parteien diskutieren:
Können wir zusammen regieren?
Welche Ziele verfolgen wir gemeinsam?
Wer soll wichtige Ämter bekommen?

Koalitionsverhandlungen sind oft sehr schwierig.
Niemand weiß, ob die Parteien sich einigen werden.
Nach einer Wahl kann man deshalb nicht wissen,
welche Koalition gebildet wird.

Die meisten Parteien im Bundestag sind bereit
über Koalitionen zu verhandeln.
Die AfD Fraktion hat aber gesagt:
Wir wollen in den nächsten vier Jahren keine Koalition bilden.
Und keine andere Fraktion will mit der AfD eine Koalition bilden.
Eine Koalition mit der AfD wird es also nicht geben.

Es ist aber nach dem Wahlergebnis eine Koalition zwischen
der Union und der SPD möglich.
Diese Koalition wird auch „große Koalition“ genannt.
In den letzten vier Jahren gab es eine große Koalition.
Die SPD hat aber gesagt:
Wir werden keine Koalition mit der Union bilden
und Angela Merkel zur Kanzlerin wählen.

Landesflagge JamaikaLandesflagge Jamaika (© Public Domain)
Eine zweite Möglichkeit ist eine Koalition zwischen
der Union, der FDP und den Grünen.
Diese Koalition wird auch „Jamaika-Koalition“ genannt.
Sie heißt so, weil die Farben der Parteien
auch in der Flagge von Jamaika vorkommen.
Jamaika ist ein Land in der Karibik.

Ab Oktober 2017 sprechen Union, FDP und Grünen
mit einander und versuchen eine Koalition zu bilden.


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Parteien in Deutschland
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zu den Bundestagswahlen
:
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Partei

Die Strichzeichnung zeigt einen Stehtisch mit Schirm. Auf dem Schirm ist der Schriftzug ‚Partei XY‘ zu lesen. Ein junger Mann lehnt an dem Tisch. Er ist in einem Gespräch mit einer Frau. Auf dem Tisch liegen Blätter. Rechts neben dem Tisch stehen drei Personen. Sie unterhalten sich. Eine der Personen hat einen Luftballon mit dem Schriftzug ‚XY‘.An Infoständen der Parteien kann man sich über das Wahlprogramm informieren. (© bpb)
Eine Partei ist eine Gruppe von Menschen,
die ähnliche politische Interessen haben,
und sich zusammengeschlossen haben.


Parteien sind in einer Demokratie wichtig.
Menschen in einem Staat haben verschiedene Interessen.
In Parteien tauschen sie sich über ihre Meinungen aus.
Und sie entwickeln gemeinsam Ideen.

Damit viele Ideen entstehen,
und möglichst viele Menschen eine Partei finden,
die ihre Ideen und Interessen vertritt,
braucht eine Demokratie mehrere Parteien.

Jeder kann in eine Partei eintreten und dort mitmachen.
Man kann zusammen mehr erreichen,
wenn man etwas verändern möchte.
So wirken die Menschen bei der Politik in einem Staat mit.
In Artikel 21(1) steht dazu:
"Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit".

Parteien können sich frei gründen.
Das heißt:
Menschen die eine Partei gründen wollen,
brauchen dafür keine Erlaubnis.

Parteien müssen sich an
demokratische Grundsätze halten.
Die Regeln in einer Demokratie gelten auch in einer Partei.
Zum Beispiel haben alle Mitglieder ein gleiches Stimmrecht.
Oder ein Vorstand wird gewählt und nicht einfach bestimmt.
Die Mehrheit der Stimmen entscheidet, wer gewählt ist.

Reiche und mächtige Menschen sollen
die Parteien nicht heimlich durch Geld beeinflussen.
Sie sollen ihnen nicht heimlich viel Geld geben,
damit die Parteien machen, was sie wollen.

Deshalb steht im Grundgesetz:
  • Parteien müssen sagen, woher sie Geld bekommen.
  • Parteien müssen sagen, wofür sie Geld ausgeben.
Das dürfen alle Menschen in Deutschland wissen.

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Abgeordneter/Abgeordnete

Die Abgeordneten sind Personen, die in ein Parlament gewählt wurden.

Die Abgeordneten werden von den Wählern und Wählerinnen
in einer Wahl gewählt.
In einer Demokratie gibt es Abgeordnete:
Vertreter der Bürger und Bürgerinnen.
Abgeordnete arbeiten in Parlamenten.
Dies können sein:
Ein Landtag, der Bundestag,
das Europäische Parlament.

In den Parlamenten gibt es viel
zu besprechen und zu entscheiden.
Das können nicht alle Bürger und Bürgerinnen machen.
Deshalb gibt es Abgeordnete.

Abgeordnete werden immer für eine feste Zeit gewählt.
Meistens sind das 4 oder 5 Jahre.

Abgeordnete haben verschiedene Aufgaben.
Die Aufgaben können sich in verschiedenen Parlamenten unterscheiden.
Manche Aufgaben sind in allen Parlamenten ähnlich:
  • Die Abgeordneten entscheiden über neue Gesetze.
    Und sie können Gesetze ändern, die es schon gibt.
  • Die Abgeordneten halten im Parlament Reden und
    sagen ihre Meinung zu wichtigen Fragen.
  • Die Abgeordneten sprechen in ihren Wahlkreisen mit
    den Bürgern und Bürgerinnen.
  • Die Abgeordneten arbeiten auch in Ausschüssen des Parlaments.
    In einem Ausschuss prüft und diskutiert
    eine Gruppe von Abgeordneten Gesetzesvorschläge.
    Ein Ausschuss ist für ein politisches Thema zuständig.
    Zum Beispiel: Gesundheit oder Bildung.
  • Die Abgeordneten entscheiden über den Haushalt.
    Der Haushalt ist ein Gesetz, das festlegt,
    für was wie viel Geld ausgegeben werden darf.
  • Manche Aufgaben sind in den verschiedenen Parlamenten unterschiedlich:

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Fraktion

Ein Zusammenschluss von Abgeordneten mit gleichen Zielen.

Nach einer Wahl bilden sich Fraktionen im Parlament
In einer Fraktion sind die Abgeordneten aus einer Partei
oder die Abgeordneten mit den gleichen Zielen.
Eine Fraktion arbeitet in einem Parlament zusammen.
Sie möchte die Ziele ihrer Mitglieder durchsetzen.
Mehrere Fraktionen können zusammen eine Koalition bilden.

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Koalition

Die Strichzeichnung zeigt drei Personen. Zwei Männer im Anzug und eine Frau mit Bluse, Blazer und Rock. Die beiden Männer geben sich die Hand. Alle drei Personen sind in einem Gespräch vertieft und gut gelaunt. (© bpb)
Eine Koalition ist ein Zusammenschluss
von zwei oder mehreren Fraktionen für eine festgelegte Zeit.

Nach einer Wahl bilden sich Fraktionen im Bundestag.
Sie wollen bei Abstimmungen gewinnen.
Und möglichst viele ihrer Ziele erreichen.
Sie brauchen dazu viele Abgeordnete,
die so abstimmen, wie die Fraktion das will.

Vielleicht hat eine Fraktion die absolute Mehrheit im Bundestag.
Absolute Mehrheit bedeutet:
Über die Hälfte aller Abgeordneten gehören zu dieser Fraktion.
Eine Fraktion mit absoluter Mehrheit
hat auch bei Abstimmungen die Mehrheit.
Die Fraktion braucht sich keine andere Fraktion als Partner suchen.
Sie kann Abstimmungen auch alleine gewinnen.

Meistens hat in Deutschland keine Fraktion die absolute Mehrheit:
Dann sucht sich die Fraktion einen Partner.
Man kann auch sagen Sie bilden eine Koalition.

Die Koalition hat im Parlament dann meistens die absolute Mehrheit.
Mehr als die Hälfte der Abgeordneten gehören zu der Koalition.
Die Koalition kann dann Abstimmungen gewinnen. Die Koalition kann so auch die Mehrheit bei der Wahl
von wichtigen Ämtern haben.
Zum Beispiel im Bundestag bei der Wahl
des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin.
Die Koalition bestimmt also,
wer Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin wird.

Bevor sich eine Koalition bildet,
verhandeln die Parteien miteinander.
Das nennt man Koalitionsverhandlungen.

Die Parteien diskutieren:
Können wir zusammen regieren?
Welche Ziele verfolgen wir gemeinsam?
Wer soll wichtige Ämter bekommen?

Nach den Verhandlungen können sich die Parteien
für oder gegen eine Koalition entscheiden.
Wenn sich mehrere Parteien
für eine Koalition entscheiden, schließen sie einen Koalitionsvertrag.
Sie regieren dann gemeinsam.

Eine große Koalition nennt man den Zusammenschluss
der stärksten Fraktionen.
In Deutschland sind das CDU/CSU und SPD.