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Deutschland hat gewählt

13.10.2017
Deutschland wählte am 24. September
den 19. Deutschen Bundestag.
42 Parteien standen zur Wahl.
Sieben Parteien sind im neu gewählten Bundestag vertreten.


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    Über 60 Millionen deutsche Bürgerinnen und Bürger durften wählen.

    Der Plenarsaal des Bundestages ist auf diesem Foto zu sehen.
Die Zuschauertribünen sind gut gefüllt.
Auch viele Abgeordnete sind anwesend.
Angela Merkel steht am Rednerpult.Der Bundestag (© picture-alliance/dpa, Reiner Jensen)
    Diese Menschen nennt man Wahlberechtigte.
    Die Wahlberechtigten haben darüber entschieden,
    welche Kandidaten in den Bundestag kommen.
    Die Parteien haben die Kandidaten vorgeschlagen.
    Die Wähler haben also auch entschieden,
    • welche Parteien in dem Bundestag vertreten sind.
    • mit wie vielen gewählten Kandidaten sie vertreten sind.


    Die gewählten Kandidaten nennt man Abgeordnete.
    Die Abgeordneten sind Vertreter aller Bürgerinnen und Bürger.
    Sie entscheiden über Dinge,
    die alle etwas angehen.
    Zum Beispiel entscheiden sie darüber
    wie viel Geld für Straßenbau ausgegeben wird.
    Oder für den Umweltschutz.
    Die Strichzeichnung stellt eine Szene im Wahllokal dar. Im Vordergrund ist eine Frau zu sehen, die an einem Tisch steht. Hinter dem Tisch sitzen zwei Personen und schauen in Papiere vor ihnen. Neben dem Tisch steht eine Wahlurne. Neben der Frau wartet ein kleines Kind auf einem Laufrad. Im Hintergrund sind zwei Wahlkabinen zu sehen. Aus der einen Wahlkabine kommt eine Person heraus.Wahllokal (© bpb)
    Die Wahlbeteiligung war dieses Mal höher als vor vier Jahren.
    Die Wahlbeteiligung gibt den Anteil der Wahlberechtigten an,
    die bei einer Wahl tatsächlich gewählt haben.
    Die Wahlbeteiligung lag bei ungefähr 75 Prozent.
    Das heißt:
    Von 4 Wahlberechtigten sind 3 zur Wahl gegangen.


    Der Bundeswahlleiter


    Der Bundeswahlleiter bereitet die Wahlen zum Bundestag vor.
    Er prüft, ob die Parteien,
    die sich zur Wahl stellen,
    die Voraussetzungen des Parteiengesetzes erfüllen.


    Nach der Wahl und nach der Stimmenauszählung
    verkündet der Bundeswahlleiter das vorläufige amtliche Wahlergebnis.


    Der Bundeswahlleiter sagt also
    welchen Anteil an Zweitstimmen die Parteien bekommen haben.
    Das vorläufige amtliche Wahlergebnis ist aber
    noch kein endgültiges Ergebnis.
    Das Ergebnis kann sich ändern.
    Man kann deshalb auch sagen: das Wahlergebnis ist vorläufig.


    Nachdem der Bundeswahlleiter
    das vorläufige amtliche Ergebnis verkündet hat,
    prüft er ob Fehler bei der Stimmauszählung gemacht wurden.
    Er untersucht zum Beispiel,
    ob die Briefwahlunterlagen rechtzeitig eingegangen sind.
    Erst wenn alles geklärt ist,
    wird das endgültige amtliche Wahlergebnis verkündet.
    Der Bundeswahlleiter hat am 12. Oktober das
    endgültige amtliche Wahlergebnis veröffentlicht.


    Durch das endgültige amtliche Wahlergebnis bestätigt er:
    Die Auszählung der Stimmen ist korrekt verlaufen.
    Das Wahlergebnis ist glaubwürdig.
    Man kann auch sagen: das Wahlergebnis ist amtlich.
    Das endgültige amtliche Wahlergebnis kann anders sein,
    als das vorläufige amtliche Wahlergebnis.
    Meistens sind die Ergebnisse aber fast gleich.


    Endgültiges amtliches Wahlergebnis


    So lautet das endgültige amtliche Wahlergebnis:
    In einem Balkendiagramm wird die Verteilung der Zweitstimmen dargestellt.Zweitstimme (© Bundeswahlleiter)


    Die Christlich Demokratische Union (CDU) hat fast 27 Prozent der Stimmen bekommen.
    Die CDU konnte man in allen Ländern
    Deutschlands wählen. Außer Bayern.
    Die CDU arbeitet im Bundestag immer mit der
    Christlich Sozialen Union (CSU) zusammen.
    Die CSU konnte man nur in Bayern wählen.
    Die CSU hat gut 6 Prozent der Stimmen bekommen.
    Zusammen werden CDU und CSU auch Union genannt.
    Die Union hat 33 Prozent der Stimmen bekommen.
    Man kann auch sagen:
    Etwa jeder dritte Wähler hat die Union gewählt.


    Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
    wählten gut 20 Prozent der Wahlberechtigten.
    Von 5 Personen hat also
    etwa eine Person die SPD gewählt.
    Die drittmeisten Stimmen erhielt die Alternative für Deutschland (AfD).
    Die AfD erreichte fast 13 Prozent der Stimmen.
    Etwa eine von 10 Personen hat der AfD seine Stimme gegeben.
    Die Freie Demokratische Partei (FDP) bekam fast 11 Prozent.
    Die Linken erreichten gut 9 Prozent der Stimmen.
    Und die Grünen bekamen fast 9 Prozent.
    Die FDP, die Linke und die Grünen wurden jeweils von
    ungefähr einer von 10 Personen gewählt.


    Es sind also sieben Parteien im Bundestag vertreten.
    Nach der Bundestagswahl 2013 waren es nur fünf Parteien
    In einem Diagramm wird die Sitzverteilung dargestellt. Es ist ein Halbkreis. Die Parteien sind in ihren jeweiligen Farben kenntlich gemacht. Die Anordnung entspricht der Anordnung der Sitzplätze. Man sieht, dass die Anteile der Sitzplätze den Anteilen der Stimmen entsprechen.Sitzverteilung (© Bundeswahlleiter)



    Gewinne und Verluste


    Die CDU/CSU und die SPD haben
    deutlich weniger Stimmen bekommen als 2013.
    Die Union hat fast 9 Prozent weniger Stimmen bekommen
    als bei der letzten Wahl.
    Und die SPD über 5 Prozent.
    Die Linke und die Grünen konnten ein wenig dazugewinnen.
    Beide Parteien haben ungefähr so viele Stimmen bekommen
    wie vor vier Jahren.
    Die AfD und die FDP konnten ihre Ergebnisse deutlich verbessern.
    Die FDP hat etwa doppelt so viele Stimmen bekommen wie 2013.
    Und die AfD verbesserte ihr Ergebnis sogar noch deutlicher.


    Welche Koalitionen sind wahrscheinlich?


    Nach der Bundestagswahl wird ausgerechnet
    wie viele Sitze eine Partei im Bundestag bekommt.
    Je mehr Zweitstimmen eine Partei bekommt,
    desto mehr Sitze bekommt die Partei.


    Fraktionen
    Es bilden sich dann Fraktionen im Bundestag.
    In einer Fraktion sind die Abgeordneten aus einer Partei
    oder die Abgeordneten mit den gleichen Zielen.


    Vielleicht hat eine Fraktion die absolute Mehrheit
    der Sitze im Bundestag.
    Absolute Mehrheit bedeutet:
    Über die Hälfte aller Abgeordneten gehören zu dieser Fraktion.
    Dann braucht sich die Fraktion
    keine andere Fraktion als Partner suchen.
    Sie kann dann Abstimmungen alleine gewinnen.
    Und die Fraktion kann auch die Mehrheit bei der Wahl
    des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin haben.


    Koalitionen
    Meistens hat in Deutschland keine Fraktion die absolute Mehrheit:
    Dann sucht sich die Fraktion einen Partner.
    2013 haben sich zum Beispiel die CDU, CSU und die SPD
    Die Strichzeichnung zeigt drei Personen. Zwei Männer im Anzug und eine Frau mit Bluse, Blazer und Rock. Die beiden Männer geben sich die Hand. Alle drei Personen sind in einem Gespräch vertieft und gut gelaunt.Koalition (© bpb)
    eine Zusammenarbeit verabredet.
    Man kann auch sagen:
    Sie haben eine Koalition gebildet.


    Bevor sich eine Koalition bildet,
    verhandeln die Parteien miteinander.
    Das nennt man Koalitionsverhandlungen.


    Die Parteien diskutieren:
    Können wir zusammen regieren?
    Welche Ziele verfolgen wir gemeinsam?
    Wer soll wichtige Ämter bekommen?


    Koalitionsverhandlungen sind oft sehr schwierig.
    Niemand weiß, ob die Parteien sich einigen werden.
    Nach einer Wahl kann man deshalb nicht wissen,
    welche Koalition gebildet wird.


    Die meisten Parteien im Bundestag sind bereit
    über Koalitionen zu verhandeln.
    Die AfD Fraktion hat aber gesagt:
    Wir wollen in den nächsten vier Jahren keine Koalition bilden.
    Und keine andere Fraktion will mit der AfD eine Koalition bilden.
    Eine Koalition mit der AfD wird es also nicht geben.


    Es ist aber nach dem Wahlergebnis eine Koalition zwischen
    der Union und der SPD möglich.
    Diese Koalition wird auch „große Koalition“ genannt.
    In den letzten vier Jahren gab es eine große Koalition.
    Die SPD hat aber gesagt:
    Wir werden keine Koalition mit der Union bilden
    und Angela Merkel zur Kanzlerin wählen.


    Landesflagge JamaikaLandesflagge Jamaika (© Public Domain)
    Eine zweite Möglichkeit ist eine Koalition zwischen
    der Union, der FDP und den Grünen.
    Diese Koalition wird auch „Jamaika-Koalition“ genannt.
    Sie heißt so, weil die Farben der Parteien
    auch in der Flagge von Jamaika vorkommen.
    Jamaika ist ein Land in der Karibik.


    Ab Oktober 2017 sprechen Union, FDP und Grünen
    mit einander und versuchen eine Koalition zu bilden.


    Mehr Informationen zu Koalitionen finden Sie im
    einfach POLITIK Lexikon:
    Koalition


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    Parteien in Deutschland
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    :
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