Titelkleingrau

9.7.2018 | Von:
Dr. Jan Wehrheim

Die überwachte Stadt

Öffentlicher Raum und soziale Kontrolle

Rechtfertigen die aktuellen Formen und Techniken sozialer Kontrolle, von überwachten Städten zu sprechen? Eine kritische Betrachtung von Sicherheit und Freiheit in der Großstadt.

(@ Meike Fischer)(@ Meike Fischer)

Historiker_innen zufolge wies Köln im Mittelalter die gleiche Rate an Gewalt auf wie die New Yorker South Bronx Ende der 1980er Jahre. Galt Köln jedoch als Ort des Friedens, so war die Bronx der Inbegriff des gefährlichen Underclass-Ghettos. Erklären lässt sich diese vermeintliche Paradoxie zum einen durch den Vergleichsmaßstab: Im Mittelalter waren die befestigten Städte im Vergleich zum Land, auf dem neben marodierenden Raubrittern gar der Teufel vermutet wurde, sicherere Orte. Zum anderen durch eine zunehmende Sensibilität: Der von dem Soziologen Norbert Elias beschriebene „Prozeß der Zivilisation“[1] hat nicht nur eine langfristige Abnahme interpersoneller Gewalt mit sich gebracht, sondern auch eine entsprechende Empfindlichkeit. Gesellschaften scheinen heute immer weniger bereit zu sein, Handlungen, die Individualität einschränken, zu akzeptieren.

Die anonyme Großstadt

Die objektivierbaren Merkmale, anhand derer Großstädte definiert werden – Größe, Dichte, Heterogenität, Arbeitsteilung –, deuten bereits ein grundlegendes Dilemma und eine Ambivalenz an. Großstädte sind sowohl durch strukturell bedingte Fremdheit und Anonymität als auch durch ein enormes Maß an wechselseitiger Abhängigkeit einander fremder Menschen gekennzeichnet. Die Stadt ist dadurch ein Ort der Produktivität, der Innovation, der Chance auf sozialen Fortschritt und der Befreiung der Individuen von den engen Zwängen dörflicher Gemeinschaften. Sie schafft die Freiheit zur Abweichung von einem Handeln- und „Denken-wie-üblich“[2]. Die anonyme Großstadt stellt die Nischen bereit, um sich von der dominanten moralischen Ordnung zu emanzipieren. Es ist eine „Sache der Freiheit, an wen man gebunden ist“[3]. Die sozialen Bezugssysteme sind nicht mehr vordefiniert, und dies erlaubt es erst, dass sich Individuen als Individualitäten begegnen.

Die Konfrontation mit sozial ungleichen und kulturell unterschiedlichen Menschen bedeutet aber auch eine permanente Krise. Fremdheit und Anonymität verunsichern: Der Fremde als Prototyp des Großstädters, weil er durch seine Position als außenstehender Beobachter die scheinbar selbstverständlichen Zivilisationsmuster hinterfragt und die Konfrontation mit anderen symbolischen Welten grundsätzliche Verunsicherungen mit sich bringt; die Anonymität, weil sie nicht nur eine negative Voraussetzung für Individualisierung ist, sondern auch mit Vereinzelung und einem Kontrolldefizit assoziiert wird. Die Ausdifferenzierung sozialer Milieus, Migration und Individualisierung überhöhen nun sowohl die produktiven und reizvollen als auch die verunsichernden Elemente von Großstädten.

Quellentext

Ambivalenz und großstädtische Fremdheit

Die Stadt ist der Ort von Lust und Gefahr, von Chance und Bedrohung. Sie zieht an und stößt ab und kann das eine nicht ohne das andere.

Quelle: Zygmunt Bauman 1997
Kontrolle in der Großstadt bedeutet damit in erster Linie Selbstkontrolle. Sie zeichnet sich in einem wechselseitig distanzierten Umgang mit Fremden aus: „Der urbane Mensch setzt in jedem Falle voraus, dass der andere – mag dessen Verhalten noch so sonderbar sein – eine Individualität ist, von der her sein Verhalten sinnvoll sein kann. (...) Das Verhalten ist geprägt durch resignierende Humanität, die die Individualität des anderen auch dann respektiert, wenn keine Hoffnung besteht, sie zu verstehen.“[4]

Voraussetzung für die auf Differenz beruhende Kultur der Stadt und damit ihr freiheitliches, produktives und emanzipatorisches Potential ist eine prekäre Balance sozialer Kontrolle: Kontrolle tritt nur dann in Erscheinung, wenn die Individualität des einen die des anderen einzuschränken droht.

Bedrohte Urbanität

Diese Balance wird derzeit von zwei Seiten als gefährdet angesehen: Durch zunehmende Kriminalität, Anschläge und eine Informalisierung von Verhaltensstandards einerseits sowie durch neue Formen der Überwachung, die disziplinierende und räumlich exkludierende Effekte zeitigen sollen, andererseits.

Neue Formen von Kontrolle werden mit vermeintlich vermehrten oder neuen Bedrohungen begründet. Straßenkriminalität und Bombenanschläge in Städten sind solche Bedrohungen, die sich eignen, aus politischem Kalkül (Wahlkämpfe), aus ökonomischen Überlegungen (Sicherheit als Wachstumsmarkt und Sicherheitsgefühle als Standortfaktor) oder aus arbeitsmarktpolitischen Erwägungen (Arbeitsplätze bei Polizei, Sicherheitsgewerbe etc.) instrumentalisiert zu werden. Betrachtet man jedoch die in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfassten Häufigkeitsziffern, so zeigt sich, dass die registrierte Straßenkriminalität zwischen 1994 und 2014 nahezu kontinuierlich abgenommen hat: von 2.744 Fällen pro 100.000 Einwohner_innen auf 1.663. Die Anzahl der Fälle vollendeter Morde und Totschlagsdelikte verringerte sich in Deutschland im selben Zeitraum in absoluten Zahlen sogar um mehr als die Hälfte: von 1.480 auf 642.

Zu bedenken ist zudem, dass die besonders beunruhigenden Handlungen, sexualisierte Gewalt sowie Tötungsdelikte, Delikte sind, die ganz überwiegend im privaten Nahbereich stattfinden – Opfer und Täter kennen sich meist. Es sind also Bedrohungen, die gerade nicht mit der Anonymität der Großstadt in Zusammenhang stehen. Der Fremde im öffentlichen Raum als sozialer Typus ist verunsichernd, aber relativ selten Quelle von Gefahren für Leib und Leben.

Soziales Handeln erhält zudem seine Qualität erst durch intersubjektiv hergestellte Bedeutungen. Kriminalität ist nichts Dingliches; eine Handlung wird erst dazu, indem sie von Instanzen soziale Kontrolle (Polizei bzw. letztendlich Gerichte) so bezeichnet wird. Die Thematisierung von Kriminalität in Großstädten ist mithin Ausdruck der erwähnten Sensibilisierung und davon, dass rigidere Ordnungsvorstellungen aus kriminal- und stadtpolitischen sowie ökonomischen Erwägungen wieder an Gewicht gewinnen. Auch alltagsprachlich werden mehr Handlungen als Kriminalität oder zumindest als vermeintliche Vorstufe dazu bezeichnet. Dies zeigt sich bei so genannten „social and physical disorder“, unter die etwa Graffiti, Müll auf der Straße, öffentliches Urinieren oder auch Betteln, das noch in den 1970er Jahren explizit als „gemeinverträglich“ aus dem Strafgesetzbuch gestrichen wurde, subsumiert werden. Mit der „Broken Windows Theorie“[5] wird angenommen, solche „Unordnung“ verstärke Unsicherheitsgefühle und zöge „echte“ Kriminalität nach sich.

Nicht zuletzt der Kriminologe Sampson verweist jedoch darauf, dass Zusammenhänge zwischen Unordnung und Kriminalität größtenteils Scheinkorrelationen sind, und daran anknüpfende Kriminalpolitiken gerade in so genannten Brennpunkten kontraproduktiv erscheinen[6].

Mit neuen kommunalen Sicherheits- und Ordnungsgesetzen wird aber der definitorische Übergang fließend: „Any activity or behaviour containing an element of the unknown, a dimension of uncertainty, can be translated as being anti-social“[7]. Dies gilt gerade auch für eigentumsrechtlich privatisierte Räume, wenn etwa Shopping-Center in Hausordnungen „angemessene Kleidung“ vorschreiben oder Musikhören und das Verteilen von Flugblättern verbieten. Das von der lokalen Normalität abweichende Fremde wird als konsumstörend definiert und damit assoziierte Personen aus den Räumlichkeiten ausgeschlossen – eine verbreitete Sanktionsmöglichkeit gegenüber unerwünschtem Verhalten.

Vier Dimensionen sozialer Kontrolle

Damit ist die erste Dimension neuer Formen sozialer Kontrolle in Städten angesprochen: eine zunehmende Verrechtlichung von urbanen Verhaltensweisen und Räumen – denn viele Bestimmungen gelten lediglich an bestimmten Orten: Fußgängerzonen, Parks, ...

Unmittelbar im Zusammenhang damit stehen Neuerungen auf der organisatorischen Ebene (zweite Dimension). Hierzu gehört der vermehrte Einsatz kommerzieller Sicherheitsdienste. Bewachten sie früher als Werkschutz die privaten Areale der Industriebetriebe, so schützen sie heute die Partikularnormen der Eigentümer_innen de jure privater, aber überwiegend allgemein zugänglicher Räume der Dienstleistungsstadt: Einkaufszentren, Bahnhöfe, Passagen etc. Zunehmend sind sie aber auch im eigentumsrechtlich öffentlichen Raum und im Auftrag der Kommunen oder von Nachbarschaftsorganisationen tätig. Gerade letzteres deutet darauf hin, dass Sicherheit zu einer Dimension sozialer Ungleichheit in Städten wird: Sie wird zu einem Gut für diejenigen, die es sich leisten können.

Des Weiteren verfügt auch die Polizei über neue Handlungsspielräume. Sie vermag Platzverweise und teilweise Monate andauernde Aufenthaltsverbote auszusprechen sowie an von ihr selbst definierten „gefährlichen Orten“ verdachtsunabhängige Kontrollen durchzuführen. Sie setzt somit die für Rechtsstaaten konstitutive Unschuldsvermutung lokal außer Kraft. Gleichermaßen räumlich ausgerichtet sind jüngere Konzepte polizeilichen Handelns, die mit unterschiedlichen Ausprägungen sowohl in den Quartieren unterer sozialer Schichten wie in den Quartieren der Besserverdienenden praktiziert werden. Gelten erstere entgegen empirisch und theoretisch begründeten Zweifeln als Orte, an denen Kriminalität entsteht, geht es bei letzteren um die Abgrenzung nach Außen: Die Strategie der Null-Toleranz, bereits gegen die erwähnten Formen von „disorder“ offensiv vorzugehen, widerspricht bereits in ihrer Begrifflichkeit Vorstellungen von Urbanität.

In Verbindung mit „racial profiling“ – als einer nach Hautfarbe und Ethnizität selektiven polizeilichen Kontrollpraxis – gilt sie sogar als eine der Ursachen für die Riots in den französischen Banlieues 2005, in London 2011 oder in Ferguson 2014. Aber auch die weniger repressiv ausgerichteten Ansätze des „Community Policings“ oder die Aktionen „wachsamer Nachbar“ können als anti-urban angesehen werden: Nachbarn und lokale Institutionen sollen Probleme artikulieren, selbst als Kontrolleure agieren und Sicherheit soll als Vehikel der Vergemeinschaftung fungieren.

Vergemeinschaftung steht jedoch Vergesellschaftung als Merkmal und Prinzip des Städtischen entgegen, und entsprechende Programme unterliegen der Gefahr, alles (Orts-)Fremde als Problem zu definieren. Abgrenzende sowie „problemverlagernde“ Praktiken überhöhen Segregation und unterminieren zudem den produktiven Austausch zwischen unterschiedlichen Stadtteilen und ihren Bewohner_innen. Eine solche auf Abgrenzung und Ausgrenzung verweisende Orientierung zeigt sich auch in einer dritten Dimension der Kontrolle: bauliche und gestalterische Änderungen.

(@ Meike Fischer)(@ Meike Fischer)

„Crime Prevention Through Environmental Design“ (Kriminalitätsprävention durch Umweltgestaltung) setzt neben situativer Kriminalprävention ebenfalls bei Vergemeinschaftung an. Territoriale Verantwortungen und nachbarschaftliche Beziehungen sollen durch bauliche Eingrenzungen gestärkt werden und Gemeinschaften definieren sich vor allem durch Abgrenzung nach außen. Die symbolische Schließung oder eine Ästhetisierung von Raum soll eine selektive Zugangsbereitschaft bewirken. Sie kann Exklusion bedeuten, ohne dass Polizei oder Sicherheitsdienste Platzverweise oder Hausverbote aussprechen. Öffentliche Räume verlieren dadurch ihren Charakter allgemeiner Zugänglichkeit: Der Einsatz von Luxus suggerierendem Marmor oder Granit kann in Innenstädten genauso als „sozialer Filter“ wirken wie Graffiti, die in den USA Territorien von Gangs anzeigen sollen, oder wie symbolische Zufahrtsbeschränkungen in Nachbarschaften – lediglich die Adressat_innen der Symbole variieren. Baulich-gestalterische Änderungen sind oft auch Voraussetzungen für den Einsatz von Kameras, denn Raum muss dafür einsehbar sein.

Überwachte Stadt

Insbesondere die vierte Dimension von Kontrolle – Technik – rechtfertigt es, von Überwachung zu sprechen. Videokameras sind derzeit die entscheidende Ausprägung. Sie sind das Symbol der überwachten Stadt. Bereits 2004 wurde für London deren Zahl auf vier Millionen geschätzt, und jede_r Einwohner_in wurde dort durchschnittlich etwa 300mal am Tag von Kameras erfasst. 2016 boomt die (Diskussion um) polizeiliche Videoüberwachung auch in deutschen Städten (wieder) – auch wenn die absoluten Zahlen an Kameras nach wie vor deutlich niedriger sind als in London.

Wirkungen von Videoüberwachung sind umstritten. Eindeutig ist lediglich, dass Aussagen, die nur auf der polizeilichen Kriminalstatistik beruhen, nicht haltbar sind. Methodisch aufwändigen Studien im Auftrag des Britischen Innenministeriums aus den Jahren 2002 und 2005 zufolge wirken Kameras bei Diebstählen von und aus Kraftfahrzeugen präventiv. Andere Diebstahlsdelikte reduzieren sie nur minimal, und auf Gewalthandlungen im öffentlichen Raum haben sie gar keinen Einfluss. Kameras als Disziplinarinstrumente können nur auf rationales, nicht auf emotionales Handeln zielen, und selbst dann – das zeigen etwa Videoaufnahmen von Anschlägen nachdrücklich – sind präventive Effekte offenbar begrenzt.

Die Idee des Benthamschen Panopticons – bei dem sich Menschen bereits aufgrund vermuteter Beobachtung normkonform verhalten, selbst wenn sie gar nicht beobachtet werden – greift in der Stadt nicht, weil die Überwachungssituationen in der Reizüberflutung der Großstadt kaum wahrgenommen werden (können) und (bislang) nicht per se von dauerhafter Beobachtung überall ausgegangen werden kann. Studien, inwiefern Kamerabilder zur Aufklärung von Straftaten dienen, fehlen bislang.

Nach wie vor in den Kinderschuhen steckende Versuche, in Datenbanken gespeicherte Personen oder typisierte Verhaltensweisen automatisch zu identifizieren, verweisen gleichwohl auf eine neue Dimension der Überwachung. Datenbanken mit digitalisierten Passfotos bieten die Basis dafür, alle Menschen oder selektiv bestimmte Gruppen permanent zu überwachen. Die Anonymität, die es einem erlaubt, Rollen zu wechseln und Stigmatisierungen zu umgehen würde unterminiert – und damit auch die Freiheit der Großstadt, sich unerkannt für politisch marginale Positionen zu engagieren, Sexshops oder soziale Beratungsstellen aufzusuchen. Die Verbindung von Datamining – also dem „Aufspüren“ statistischer Auffälligkeiten in großen Datensätzen (etwa Handydaten, facebook-Einträgen oder Daten zum Kaufverhalten) – mit biometrischer Gesichtserkennung und Kamerabildern verweist auf neue Dystopien des Großstädtischen, bei denen Orwellsche Thesen des „Big Brother“ mit privatwirtschaftlichen Interessen Synergien eingehen. „Google Glass“ – eine Brille, bei der in das Blickfeld weitere Daten eingeblendet und mit der die jeweiligen Gegenüber automatisch identifiziert werden sollen – würde zudem den zentralen großstätischen Integrationsmodus „Indifferenz“ unterminieren.

Der mit unterschiedlichen Schwerpunkten von den Soziologen Simmel, Goffman und Bahrdt beschriebene Modus basiert darauf, dass die jeweils anderen eben nur mit einem Ausschnitt ihrer Persönlichkeit sichtbar und bekannt sind. Somit können sich die Menschen mental distanziert und gleich-gültig begegnen, also wechselseitige Freiheit ermöglichen. Eine ubiquitäre Nutzung der Brille dagegen – so muss man aktuell zumindest annehmen – würde die Großstädter_innen überfordern und zu Krisen und Konflikten im öffentlichen Raum führen. Die über die sichtbare Verbindung verschiedenster Daten entstehende Verhaltenstransparenz würde zudem zum Zusammenbruch des Normensystems führen[8].

Neben dieser Entwicklung und in Verbindung damit gewinnt für die Diagnose „überwachte Stadt“[9] aktuell ein zweiter Trend an Bedeutung: „Geopolicing“ sowie „predictive policing“ sind die dazugehörigen Stichworte[10]. Über die Geocodierung von Daten der Sozialstruktur, der Gebäude- und Infrastruktur sowie von Ereignisdaten sollen Interventionen von Instanzen sozialer Kontrolle ortsspezifischer als bisher erfolgen sowie auf statistischer Basis ermöglichen können, „kriminelle“ Ereignisse vorherzusehen. Entsprechende Software wird 2016 unter anderem in Bayern und Nordrhein-Westfalen erprobt. Ob im Zuge solcher technisierter und automatisierter Überwachung der Besuch einer Schwulenbar, einer Synagoge, einer Moschee oder die Haut- oder Haarfarbe verdachtsleitend ist oder vielleicht das längere Stehen an einer bestimmten Stelle, ist gleichwohl immer noch eine Frage von Zuschreibungen und Machtverhältnissen, sei es ex ante bei der Softwareprogrammierung oder ex post bei der Sichtung der Daten[11].

Wie auch immer definiert: Umfassende Sicherheit kann es in Großstädten nie geben, und bereits Emilé Durkheim[12] wies mit seiner Klostermetapher darauf hin, dass es ebenso wenig eine Gesellschaft ohne Kriminalität geben kann. Aber selbst hinsichtlich Sicherheitsgefühlen gelten neuere Kontrollansätze als ambivalent: Kameras und Mauern erinnern permanent an Gefahren, und seien sie nur auf der anderen Seite der Mauer vermutet wie im mittelalterlichen Köln.

Fußnoten

1.
Elias 1989
2.
vgl. Schütz 1972
3.
Simmel 1992: 458
4.
Bahrdt 1998: 164
5.
vgl. Kelling/Wilson 1982
6.
vgl. Sampson 2004
7.
Bannister et al. 2006: 929 – „Jede Aktivität oder jegliches Verhalten, das ein Element des Unbekannten oder eine Dimension des Ungewissen enthält, kann als unsozial oder gesellschaftsfeindlich übersetzt werden“ (Übersetzung JW).
8.
vgl. Popitz 1968
9.
Wehrheim 2012
10.
vgl. Frers et al. 2013
11.
vgl. Wehrheim 2014
12.
vgl. Durkheim 1974
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.


Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 48/2017)

Stadt

In vielen Städten stellt sich die neue Wohnungsfrage. Urbane Annehmlichkeiten kommen zunehmend nur mehr den Wohlhabenden zu, die nicht ganz so Zahlungskräftigen werden (weiter) an die Ränder gedrängt. Neben der Frage nach der sozialen Mischung bleibt Mobilität ein entscheidendes Thema für die Zukunft der Stadt.

Mehr lesen