Europäische Schuldenkrise

Glossar

Staatsinsolvenz (Staatsbankrott)



Eine Staatsinsolvenz liegt vor, wenn ein Land seine Außenstände nicht oder nur noch teilweise wie vereinbart abbauen kann. Wenn ein Staat eine eigene Währung hat, kann er über seine Zentralbank unbegrenzt Geld in Umlauf bringen, um seine Schulden zu bezahlen, das heißt: Für viele Länder ist ein Staatsbankrott eigentlich unmöglich. Dennoch gab es seit Beginn des 19. Jahrhunderts weltweit über 200 Staatsinsolvenzen. Denn ein Staat kommt dennoch in Turbulenzen, wenn das Geld in den Augen der mit ihm Handelnden rapide an Wert verliert. Deshalb ging Deutschland in den 1920er Jahren im Lauf der Hyperinflation bankrott: Das massenweise nachgedruckte Geld genoss unter den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch an den Devisenmärkten keinerlei Vertrauen mehr und war deshalb wertlos. Die Mitgliedsländer der Eurozone können ihre Landeswährung nicht nachdrucken, weil sie die Hoheit über die Währungspolitik an die Europäische Zentralbank abgegeben haben. Um die Risiken einer Anlage und damit eines etwaigen Zahlungsausfalls durch einen bevorstehenden Staatsbankrott einzuschätzen, vertrauen Kapitalgeber heute weltweit auf die Einschätzung von Ratings durch Agenturen.




16.06.2015


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