Europäische Schuldenkrise

28.6.2017 | Von:
Till van Treeck

Hat die Politik der Troika Griechenland genutzt oder gingen die Reformen zu weit?

Das Arbeitsblatt zu zwei Debatten im Dossier "Europäische Schuldenkrise", die sich mit der ökonomischen Situation in Griechenland befassen.

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M1 Simulation Staatsverschuldung (ods-Datei)

Aufgaben
  1. Setzen Sie in der Simulation die Staatsschuld im Jahr 0 auf 100, so dass die staatliche Schuldenstandquote 1,0 bzw. 100 Prozent beträgt (entspricht etwa der staatlichen Schuldenstandquote Griechenlands im Jahr 1999). Setzen Sie außerdem das staatliche Defizit und das nominale BIP-Wachstum für die Jahre 0-8 auf 0,06 bzw. 6 Prozent (entspricht etwa der Situation in Griechenland von 1999 bis 2007). Prüfen Sie, wie sich die staatliche Schuldenstandquote in der Simulation in den Jahren 0-8 entwickelt, und vergleichen Sie das Ergebnis der Simulation mit der tatsächlichen Entwicklung in Griechenland im Zeitraum 1999-2007.
  2. Setzen Sie nun das staatliche Defizit für die Jahre 9-13 auf 0,12 (12 Prozent) und das nominale BIP-Wachstum auf -0,03 (-3 Prozent) (entspricht etwa der durchschnittlichen Entwicklung in Griechenland in den Jahren 2008-2012). Prüfen Sie, wie hoch die staatliche Schuldenstandquote laut Simulation im Jahr 13 ist. Vergleichen Sie das Simulationsergebnis mit der tatsächlichen Entwicklung in Griechenland.
  3. Wie hoch wäre die staatliche Schuldenstandquote laut Simulation im Jahr 13 gewesen, wenn das nominale BIP-Wachstum in den Jahren 9-13 weiterhin 0,06 (6 Prozent) betragen hätte?
  4. Wie hoch wäre die staatliche Schuldenstandquote laut Simulation im Jahr 13 gewesen, wenn das nominale BIP-Wachstum in den Jahren 9-13 durchgehend 0,00 (0 Prozent), und das staatliche Defizit durchgehend 0,15 (15 Prozent) betragen hätte?

M2 Alexander Kritikos: Ohne Strukturreformen ist alles nichts

Aufgaben
  1. Alexander Kritikos stellt fest: "Warum das Land gerade für Unternehmer unattraktiv ist, liegt auf der Hand." Nennen Sie die wesentlichen Probleme der griechischen Volkswirtschaft im Sinne der Analyse durch Alexander Kritikos.
  2. Entwickeln Sie ein konkretes Reformprogramm für Griechenland, das auf der Analyse von Alexander Kritikos aufbaut.

M3 Andrew Watt: Der Aderlass hat Griechenland geschadet

Aufgaben
  1. Andrew Watt stellt fest: "Der Glaube daran, dass man eine Wirtschaft "gesundschrumpfen" kann, indem dem Wirtschaftskreislauf Kaufkraft ("Blut") entzogen wird, ist jedoch auch heute noch verbreitet." Stellen Sie die Parallelen zwischen der Praxis des Aderlasses in der antiken Medizin und der Austeritätspolitik in Griechenland dar.
  2. Andrew Watt stellt fest: "Die Staatsschulden stiegen trotz hartem Sparkurs unaufhörlich auf fast die zweifache jährliche Wirtschaftsleitung." Stellen Sie – auch auf der Grundlage der Ergebnisse in M1 – dar, wie es aus Sicht des Autors zu dieser auf den ersten Blick paradoxen Entwicklung kommen konnte.
  3. Entwickeln Sie ein konkretes Reformprogramm für Griechenland, das auf der Analyse von Andrew Watt aufbaut.
  4. Erörtern Sie, inwiefern sich die Reformvorschläge von Alexander Kritikos und Andrew Watt grundsätzlich widersprechen, bzw. inwiefern sie sich kombinieren lassen.

M4 Wachstum und Staatsverschuldung in Griechenland in der Krise

Staatsverschuldung und das nominale BIP in Griechenland 2007 - 2011

In Milliarden Euro

20072008200920102011
Staatsverschuldung239,92264,78301,06330,57356,29
BIP232,69
Staatliches Defizit in Prozent des BIP6,7110,1715,1511,2110,24
Nominales BIP-Wachstum in Prozent6,813,99-1,84-4,84-8,41


Aufgaben:
  1. Berechnen Sie das nominale BIP Griechenland für die Jahre 2008 bis 2011 auf Grundlage der in der Tabelle enthaltenen Informationen.
  2. Arbeiten Sie heraus, wie hoch die staatliche Schuldenstandquote in Griechenland in den Jahren von 2009 bis 2011 war. Warum ist sie nach 2008 gestiegen, obwohl das staatliche Defizit deutlich reduziert wurde?

Lösungsvorschläge

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Autor: Till van Treeck für bpb.de
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