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Sonderprogramm von Berlinale und bpb zu 40 Jahre Vietnamkongress

War at Home – Der Vietnamkrieg im US-amerikanischen Kino

28.1.2008
Die bpb nimmt gemeinsam mit der Berlinale den 40. Jahrestag des Vietnamkongresses zum Anlass, die US-amerikanische Perspektive auf den Vietnamkrieg in einem kompakten Filmprogramm nachzuzeichnen.

Im Februar 1968 fand in Berlin der "Vietnamkongress" des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) statt. Diese Veranstaltung bildete den Auftakt für die Protestbewegung, die als "Mai 1968" Geschichte machte. Der Kongress war eine Initialzündung für die deutsche Studentenbewegung, deren Aufmerksamkeit nicht mehr vorrangig dem Krieg in Fernost galt und zunehmend den Umgang der jungen Bundesrepublik mit der eigenen Nachkriegsgeschichte fokussierte.

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb nimmt gemeinsam mit der Berlinale den 40. Jahrestag des Vietnamkongresses zum Anlass, die US-amerikanische Perspektive auf den Vietnamkrieg in einem kompakten Filmprogramm nachzuzeichnen. Hollywood produzierte kritische Kriegsspielfilme wie M.A.S.H. (Robert Altman, 1970) und Catch 22 (Mike Nichols, 1971), die zugleich den Beginn des New Hollywood markieren. Zu sehen sind darüber hinaus Dokumentarfilme und Protestfilme der amerikanischen Newsreel-Aktivisten, die von den Traumata berichten, die der Krieg zuhause auslöste.

Die Filmvorführungen der Reihe finden vom 8. bis 15. Februar 2008 jeweils ab 18.00 im Filmpalast Berlin statt.

M.A.S.H. USA (1970) von Robert Altman
In seiner Komödie über drei zwangsverpflichtete Ärzte, die alles flicken, was ihnen unter das Messer kommt, sah Altman die einzig adäquate Art, auf den Vietnamkrieg zu reagieren – und gewann mit dem Film die Goldene Palme in Cannes 1970.

The War at Home USA (1979)
von Barry Brown und Glenn Silber
Lebendiges und heute noch sehr nahes Porträt der Anti-Vietnam-Bewegung der 60er und 70er Jahre, als große Teile der US-Bevölkerung in scharfer Opposition zur eigenen Regierung standen. Glenn Silber, einer der beiden Autoren, wird den Film auf der Berlinale vorstellen.

Catch 22 USA (1971) von Mike Nichols
mit Anthony Perkins, Orson Welles, Martin Sheen, Alan Arkin, Jon Voight. Joseph Hellers Antikriegsroman galt als unverfilmbar, bis der junge Regiestar Mike Nichols (Die Reifeprüfung) dies Projekt umsetzte: Der Film spielt im Zweiten Weltkrieg und erzählt von der irrwitzigen Logik des Krieges und einer starrköpfigen Bürokratie.

Winter Soldier USA (1972) von Winterfilm Collective
Dokumentation einer Konferenz, zu der die "Vietnam Veterans against the war" 1971 nach Detroit einluden, um Vietnam Veteranen zusammenzubringen; sie tauschen sich über ihre Kriegserfahrungen aus, zu denen auch Vergewaltigungen, Folterungen und Morde gehören.

In the Year of the Pig USA (1968) von Emile de Antonio
Politischer Experimentalfilm, der Archivmaterial, Interviews und Ausschnitte aus Fernsehprogrammen in ironischer Weise mit einer fast heroischen Musik montiert. Der Film sollte als "antiimperialistisches Kino" verstanden werden – er zeichnet Ho Chi Minh als heldenhafte Figur des vietnamesischen Volkes.

Basic Training USA (1971) von Frederick Wiseman
Der Alltag in einem Marine Camp, in dem aus jungen Wehrpflichtigen Soldaten werden: Der Film folgt der Ausbildung der Rekruten, beschreibt den Verlust der Individualität in der Kaserne und das dort herrschende System der Unterwerfung, der vollkommenen Konformität.

The Green Berets USA (1968) von Ray Kellog mit John Wayne
Hollywoods wohl einziger Film, der den Krieg in Vietnam zu rechtfertigen suchte. Die Erzählweise folgt der bekannten Struktur des Westerns, in dem die Rolle der Indianer von den Vietcong übernommen wird und in der der Held über jede Kritik erhaben bleibt. Vorbild waren die realen Ereignisse der Schlacht von Nam Dong.

Coming Home USA (1978) von Hal Ashby mit Jane Fonda
Eine eindringliche Dreiecksgeschichte, die ohne den Krieg tatsächlich zu zeigen von den Verletzungen und Wunden der Zurückgebliebenen und der Heimkehrer erzählt. Jane Fonda gewann für ihre Darstellung der Sally 1979 einen Oscar.

Das Filmprogramm ergänzt ein mehrmonatiges Begleitprogramm zur Ausstellung "'68 - Brennpunkt Berlin" der Bundeszentrale für politische Bildung im Amerika Haus Berlin. Bis Mai 2008 stehen dort die Folgen der Studentenbewegung in Lesungen, Podiums- und Zeitzeugengesprächen zur Diskussion. Zudem werden Teile dieses Berlinale Filmprogramms in einer umfangreichen Filmreihe mit 68er Filmen wiederholt.

Die Pressemitteilung als PDF-Icon PDF-Version (95 KB)

Pressekonferenz zur Ausstellung, den Filmreihen sowie den weiteren Veranstaltungen

Termin


30.01.2008
11:00

Ort


Amerika Haus
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10623 Berlin

Anmeldung


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