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Schriftenreihe (Bd. 386)
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5.3 Biometrie |

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Mittel zur Identifizierung |
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"Absolute Identifizierung ist eine verlockende Idee, unglücklicherweise hat sie einen fundamentalen Fehler: Diese Methoden identifizieren nicht Menschen, sondern Körper."
(Simson Garfinkel, Autor von "Database Nation")
Auf Grund der zunehmenden Beschleunigung der Gesellschaft werden die Prozesse zur Identifizierung des Individuums zunehmend technisiert. Denn einerseits kann den traditionellen bürokratischen Identifikationstechnologien ausgewichen werden – Reisepässe und Unterschriften können gefälscht und Daten können manipuliert werden. Zum anderen sind die bürokratischen Identifikationstechnologien auch sehr langsam und können mit der Informatisierung nicht Schritt halten. Die Lösung dieses Problems wird heute von Industrie und Regierungen bevorzugt in der Biometrie gesehen: die automatische Identifizierung durch die digitale Vermessung von Körpermerkmalen, die bei jeder Person anders ausgebildet sind: etwa die Iris oder Fingerabdrücke.
Identifizierungsmittel in der Geschichte
In den biometrischen Technologien wird das Subjekt auf seine physischen, unveräußerlichen Eigenschaften reduziert. Das Subjekt ist nur mehr insofern ein Subjekt, als es zum Objekt der Vermessung gemacht werden kann. Sobald es diesem Prozess, der sich aus dem Bestreben nach Messbarkeit ergibt, Widerstand leistet, sind persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen. Die Biometrie stellt den Traum der vollkommen sicheren Identitätskontrolle in Aussicht.
Die Frage der Identifizierung ist nicht auf den modernen Staat beschränkt. Die Babylonier und Chinesen verwendeten Fingerabdrücke in Ton, um die Verfasser von Schriftstücken zu identifizieren, während die Römer bereits Handschriften systematisch verglichen.
Besonders bedeutsam ist die Identifizierung im Militär. Zu den ersten Maßnahmen, denen die Soldaten beim Eintritt in das Militär unterzogen werden, zählen Identifizierungsprozesse und die Erhebung der Körpermaße. Diese Maße werden katalogisiert, mit anderen Daten verbunden und ergeben den sogenannten Datenkörper der Soldaten. Wenn die Datenkörper in Besitz der Staatsgewalt sind, so sind die Soldaten nicht mehr in der Lage, sich frei in ihrem sozialen Gefüge zu bewegen, sondern abhängig von der Disziplinärstruktur der militärischen Institutionen. Die soziale Existenz der Soldaten wird so von den militärischen Institutionen definiert.
Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass in modernen Gesellschaftsformen die militärischen und zivilen Bereiche ineinander übergreifen. Die Ambivalenz der hochentwickelten Technologien führt dazu, dass häufig nicht mehr eindeutig unterschieden werden kann, ob eine Technologie für demokratische oder autoritäre Zweck eingesetzt wird. Die Vermessung körperlicher Eigenschaften und die Erschaffung von Datenkörpern kommen in allen Bereichen der modernen Gesellschaften zur Anwendung. |
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15. März 2010
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Spezial |
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UN-Weltgipfel zur Informations- gesellschaft
Wie lässt sich die digitale Kluft zwischen reichen und Entwicklungsländern schließen?
Der Gipfel "World Summit on the Information Society" in Tunis suchte nach konkreten Lösungen. |
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