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Parallelgesellschaften?

Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 1-2/2006)

Parallelgesellschaften?

Mit "Parallelgesellschaften" wird in der öffentlichen Debatte die Vorstellung von großen, ethnisch homogenen Bevölkerungsgruppen verbunden, die sich von der Mehrheitsgesellschaft abschotten: räumlich, sozial und kulturell.

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    Die Idee der multikulturellen Gesellschaft ist in Verruf geraten. Dazu hat unter anderem die im vergangenen Jahr in den Medien geführte Diskussion um "Parallelgesellschaften" beigetragen. "Zwangsheiraten", "Ehrenmorde" und andere, auch terroristische Gewaltverbrechen, in die Migranten involviert waren, lieferten den Anlass dafür. Es ging und geht dabei vor allem um die größte, die türkisch dominierte muslimische Minderheitengruppe in Deutschland.

    Mit "Parallelgesellschaften" wird in der öffentlichen Debatte die Vorstellung von ethnisch homogenen Bevölkerungsgruppen verbunden, die sich räumlich, sozial und kulturell von der Mehrheitsgesellschaft abschotten. Der Begriff impliziert zugleich massive Kritik an der Lebensweise von Migrantinnen und Migranten und enthält die Forderung nach kultureller Assimilation. Die Ursache für den freiwilligen oder unfreiwilligen Rückzug aus der Mehrheitsgesellschaft liegt nach Ergebnissen der Migrationsforschung in einer mangelhaften oder verfehlten Integrationspolitik.



    Seiten: 40, Erscheinungsdatum: 02.01.2006, Erscheinungsort: Bonn

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