bpb-Publikationen
Schriftenreihe (Bd. 10392)
Die Kriegsverbrecherlobby

Die Kriegsverbrecherlobby

Bundesdeutsche Hilfe für im Ausland inhaftierte NS-Täter

In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg wurde der Großteil der im Ausland inhaftierten NS-Kriegsverbrecher aus der Haft entlassen. Fünf Täter blieben in Italien und den Niederlanden im Gefängnis. Felix Bohr beschreibt das breite Unterstützernetzwerk, das sich in für die Inhaftierten einsetzte.

7,00 € zzgl. Versandkosten (ab 1 kg Versandgewicht)
Lieferzeit in Deutschland: ca. 1 bis 7 Werktage (Details)
Lieferzeit ins Ausland: ca. 5 bis 63 Werktage (Details)

   in den Warenkorb

Inhalt

Ab den 1950er-Jahren befanden sich nur noch wenige deutsche NS-Kriegsverbrecher im Ausland in Haft. Lediglich fünf SS-Männer waren in Italien und in den Niederlanden zu hohen Haftstrafen verurteilt worden: Herbert Kappler, verantwortlich für das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen, war in Italien inhaftiert. Joseph Kotalla, Ferdinand aus der Fünten, Willy Lages und Franz Fischer saßen aufgrund ihrer zentralen Rolle bei der Ermordung der niederländischen Juden im Gefängnis von Breda. Bis in die 1980er-Jahre hinein unterstützten die jeweiligen Bundesregierungen die Inhaftierten in rechtlicher, finanzieller und politischer Hinsicht – aus, wie es hieß, "humanitären" Gründen. Massiven Einfluss hierauf nahm ein breites Unterstützernetzwerk, das sich für die Kriegsverbrecher einsetzte und Lobbyarbeit betrieb, darunter kirchliche Kreise, Diplomaten und Veteranenverbände. Damit waren sie immerhin so erfolgreich, dass das Thema auf der politischen Agenda blieb und sich hochrangige Politiker verschiedener Parteien für eine Begnadigung einsetzten.



Autor: Felix Bohr, Seiten: 558, Erscheinungsdatum: 03.12.2019, Erscheinungsort: Bonn, Bestellnummer: 10392