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Konfliktporträts
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Nahost |
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| Margret Johannsen |
Geschichte des Konflikts
Die UNO verabschiedete am 29. November 1947 die Resolution 181, die eine Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat sowie die Internationalisierung Jerusalems vorsah. Die arabischen Staaten lehnten die Teilung ab. Trotzdem proklamierte die jüdische Selbstverwaltung (Jischuv) am 14. Mai 1948 den Staat Israel. Am folgenden Tag begann der Angriff arabischer Staaten. Israel wehrte ihn ab und gewann Gebiete über das ihm zugesprochene Territorium hinaus, darunter West-Jerusalem. Der Gaza-Streifen kam unter ägyptische Verwaltung, die West Bank mit Ost-Jerusalem ging an Jordanien. Vor den Kämpfen flohen 726.000 Palästinenser in die arabischen Nachbarstaaten.
Im Sechs-Tage-Krieg von 1967 eroberte Israel die West Bank mit Ost-Jerusalem, den Gaza-Streifen, die ägyptische Sinai-Halbinsel und die syrischen Golan-Höhen. Bis auf den Sinai hält Israel die Gebiete bis heute besetzt. Nach der verheerenden Niederlage der arabischen Staaten machte die palästinensische Fatah-Bewegung unter der Führung von Arafat die PLO zu einem Instrument des Widerstands gegen die Besatzung. Seit 1974 warb Arafat für einen palästinensischen Staat in der West Bank und im Gaza-Streifen mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. 1988 akzeptierte er vor der UN-Vollversammlung eine Zwei-Staaten-Lösung und erklärte seine Ablehnung des Terrorismus.
Im Dezember 1987 entluden sich die Spannungen in einer mehrjährigen Rebellion (1. Intifada) der Palästinenser gegen die Besatzungsmacht. In der Intifada entstand der PLO mit der Hamas eine national-religiöse Konkurrenz. Auf der Nahost-Konferenz 1991 in Madrid wurde der Konflikt erstmals zum Gegenstand direkter Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. Eine in Oslo ausgehandelte und 1993 in Washington unterzeichnete Prinzipienerklärung schuf den Rahmen für die Errichtung der palästinensischen Autonomie. Besonders schwierige Streitfragen (Grenzen, Jerusalem, Siedlungen, Sicherheit, Flüchtlinge) blieben jedoch ungelöst.
Der Friedensprozess wurde insbesondere durch den andauernden israelischen Siedlungsbau und die Anschläge palästinensischer Selbstmordattentäter untergraben. Die Spannungen gipfelten im Herbst 2000 in der 2. Intifada, die zum Abbruch der Verhandlungen führte.
Literatur
Johannsen, Margret (2011): Der Nahost-Konflikt, in: Staack, Michael (Hrsg.): Einführung in die Internationale Politik: Studienbuch, 5., vollständig überarb. Auflage, München/Wien: Oldenbourg Verlag, S. 613-648.
Johannsen, Margret (2011): Der Nahost-Konflikt, 3., aktualisierte Auflage, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Flores, Alexander (2009): Der Palästinakonflikt, Freiburg: Verlag Herder.
Links
Themenheft zum Nahost-Konflikt (2010): Aus Politik und Zeitgeschichte (ApuZ 9/2010).
Steinberg, Gerald M. (2008): Asymmetrie, Verwundbarkeit und die Suche nach Sicherheit, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (ApuZ 17/2008).
Zertal, Idith (2008): Sünde und Strafe: Israel und die Siedler, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (ApuZ 17/2008).
Salem, Walid (2007): Eine internationale Friedenslösung für Nahost, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 19/2007).
Hirschfeld, Yair (2007): Ein Fünfpunkte-Friedensplan für Nahost, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 19/2007).
Krell, Gert (2006): Die USA, Israel und der Nahost-Konflikt, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 14/2006).
Themenheft zum Nahost-Konflikt (2004): Aus Politik und Zeitgeschichte (B 20/2004).
Themenheft zum Nahost-Konflikt (2002): Gewalt und Gegengewalt im "Heiligen Land", Aus Politik und Zeitgeschichte (B 35-36/2002).
Israel, in: Fischer Weltalmanach
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14. November 2011 |
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