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Dossier - China
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Das alte China |
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| Thomas O. Höllmann |
Die Wurzeln der chinesischen Geschichte reichen 5.000 Jahre zurück. Im Laufe dieser Zeit bildeten sich Dynastien, die durch ein Wechselspiel von Krieg und Frieden, Annexion und Allianz geprägt waren.
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| Darstellung eines bewachten Tors (9. Jh.) (Aus der Publikation Thomas Höllmann: "Das alte China: Eine Kulturgeschichte", München, Verlag C.H. Beck, 2008) |
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 |  | Als kulturelle Keimzelle Chinas wird traditionell das Lößgebiet am Unterlauf des Huanghe betrachtet. Diese Deutung ist jedoch heute nicht mehr haltbar. Archäologische Funde aus vermeintlich peripheren Regionen belegen nämlich, dass in weiten Teilen des Landes höchst eigenständige Traditionen gepflegt wurden, deren materielle und geistige Impulse langfristig ebenfalls zur Herausbildung jener Charakteristika beitrugen, die wir heute mit dem Land und seinen Bewohnern verbinden.
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Zur Person |
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Prof. Dr. Thomas O. Höllmann, Jahrgang 1952. Sinologe und Ethnologe, seit 1988 Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Mitglied des Vorstands der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte, Archäologie und Ethnologie Asiens, darunter "Die Seidenstraße" (München: C.H. Beck 2007) und "Das alte China: Eine Kulturgeschichte" (München: C. H. Beck, 2008). |  |
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 |  | Allerdings reicht die Verwendung von Schrift nur in Zentralchina bis in das zweite Jahrtausend v. Chr. zurück. Zunächst exklusiv für rituelle Zwecke genutzt, bildete sie später die Voraussetzung für die dort entstehende Historiografie, die für die Könige der aufeinanderfolgenden Herrscherhäuser Xia, Shang und Zhou eine kontinuierliche Legitimationskette schuf. Zudem vermittelte die Geschichtsschreibung das Bild einer kulturellen Überlegenheit, der die benachbarten "Barbaren" nichts entgegenzusetzen hatten.
Kampf um die Vorherrschaft
Immerhin sorgten die vermeintlich unzivilisierten Horden jedoch 771 v. Chr. dafür, dass die Zhou-Hauptstadt nach Osten verlegt werden musste. Damit verlor die Dynastie den größten Teil ihrer Kronlande und damit das Fundament ihrer politischen Macht. Die Folge war eine durch die Etikette nur notdürftig vertuschte Zersplitterung Chinas in zahlreiche aus den einstigen Lehensterritorien hervorgegangene Einzelstaaten, zu denen sich an der Peripherie eine Reihe neu formierter Fürstentümer gesellte. Das anschließende Wechselspiel zwischen Krieg und Frieden, Annexion und Allianz endete mit einem Sieg des Herrscherhauses von Qin, dessen Oberhaupt die Konkurrenten um die Hegemonie nacheinander besiegte und die von ihnen regierten Staaten 221 v. Chr. zu einem Imperium einte, dem es den Namen seiner Herkunftsregion gab.
Die Reichseinigung
Um seinen umfassenden Machtanspruch zu unterstreichen, nahm der Reichsgründer den neugeschaffenen Titel Kaiser (huangdi: "Göttlich Erhabener") an. Zudem begab er sich zwei Jahre später auf eine Inspektionstour in die eroberten Gebiete, bei der er mehrere Berge bestieg und Steinstelen errichten ließ, die den Anbruch eines neuen Zeitalters verkündeten:
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Tonfigur eines Beamten (7. Jh.) (Aus der Publikation Thomas Höllmann: "Das alte China: Eine Kulturgeschichte", München, Verlag C.H. Beck, 2008)
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"Als der Kaiser sein Amt antrat, erließ er Vorschriften und Gesetze, und die Beamten erhielten ihre Insignien und Befehle. Im 26. Jahr [seiner Herrschaft über das ursprüngliche Territorium von Qin] einte er [die Gebiete] unter dem Himmel, und alle erwiesen ihm Respekt und Gehorsam. [...] Seine brillanten Vorgaben [setzen den Maßstab für] kommende Generationen, welche diese gehorsam und unverändert zu übernehmen haben. Der Kaiser, ein wahrer Weiser, hat seine Regierungspflichten nie vernachlässigt, seit er [die Gebiete] unter dem Himmel einte. [...] Seine Weisungen erreichen jeden, so daß Nah und Fern gleichermaßen wohlgeordnet sind."
Qin Shihuangdi (dem "Ersten Kaiser der Qin") verblieb nur ein gutes Jahrzehnt, um seine Vorstellungen vom Einheitsstaat umzusetzen. Viele Reformen kamen daher über den Ansatz kaum hinaus. Obgleich die Dynastie schon kurz nach seinem Tod zusammenbrach, war es ihm aber gelungen, politische Grundlagen zu hinterlassen, von denen sich – entgegen der offiziellen Sprachregelung – auch das Herrscherhaus der Han nicht lösen konnte, das in den folgenden vier Jahrhunderten die Geschicke des Landes bestimmen sollte.
Fremdherrschaft
Einen ähnlich bedeutsamen Einschnitt in die Geschichte stellt die Eroberung durch die Mongolen dar, in deren Verlauf erstmals das gesamte Land unter die Herrschaft von Fremden gelangte. Die damit markierte Zäsur wurde nicht zuletzt durch die Namenswahl der ab 1280 regierenden Dynastie Yuan ("Anfang") unterstrichen. Ihr Begründer, Kublai Khan, hatte allerdings schon zwei Jahrzehnte zuvor den Willen bekundet, eine neue Ära einzuleiten:
"Einst eroberten unsere Ahnen durch Überlegenheit und Tapferkeit die Welt. Zwar regierten sie mit Aufrichtigkeit und Tugend über ihre Untertanen, doch fanden sie zunächst keine Muße für eine verfeinerte Kultur. Im Zuge der politischen Veränderungen sind nunmehr freilich geregelte Beziehungen entstanden, so daß wir nicht nur die Tradition fortführen, sondern auch neue Pläne vorantreiben können. [...] Daher werden unsere erhabenen Ziele in hellem Glanz erstrahlen und sich die Segnungen einer geordneten Regierung entsprechend manifestieren. Es wird eine neue Ära anbrechen."
Dieses Edikt wurde – das zeigt schon die Rhetorik – von chinesischen Beratern entworfen, und die darin enthaltenen Versprechungen ließen sich nur sehr bedingt einhalten. Auch lässt sich trefflich darüber streiten, welcher Aspekt in der Folgezeit stärker zum Tragen kam: die Einverleibung in das mongolische Weltreich oder die Sinisierung der Fremdherrscher? Somit brachte das Ende der Song-Dynastie im Jahre 1279 zwar keinen völligen Bruch mit der Tradition, aber doch einen wichtigen Wendepunkt, der von einer ganzen Reihe von Historikern zur Epochenabgrenzung herangezogen wurde. Im Übrigen kam es auch erst danach zur ersten direkten Begegnung mit Europäern, von denen manche – wie Marco Polo (1251-1324) – ihre Reiseeindrücke einer erstaunten Öffentlichkeit präsentierten. Die mit fantastischen Elementen angereicherte Kunde von einem Riesenreich im fernen Osten fand freilich nur begrenzte Resonanz, und erst den christlichen Missionaren, die unter den Dynastien Ming und Qing in China wirkten, sollte es gelingen, ein ernsthaftes Interesse an dem Land zu wecken.
07. August 2008 |
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Themenblätter im Unterricht |
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Olympialand China
Die Olympischen Spiele 2008 in Peking stehen im Mittelpunkt einer breiten politischen Debatte. Bedeutende Ereignisse im Vorfeld der Spiele heizen die Diskussionen weiter an. |
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Informationen zur politischen Bildung |
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Volksrepublik China
Im 21. Jahrhundert wird China zur Weltmacht aufsteigen. Den guten Entwicklungschancen stehen große Risiken gegenüber. Wie China diesen Herausforderungen begegnet, wird sich weltweit auswirken. |
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Aus Politik und Zeitgeschichte |
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Sportpolitik und Olympia
Zweifellos wird China seine Chance als Gastgeber der Olympischen Spiele sportlich und ökonomisch nutzen. Ob die Spiele auch gesellschaftlich etwas bewirken, wird sich erst viel später zeigen. |
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