PDF Version (166 KB) Fakten
Innerhalb der Gruppe der Erwerbstätigen spielen die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine besondere Rolle: Einerseits tragen sie maßgeblich zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme bei, andererseits erwerben sie über ihre Beitragszahlungen auch Leistungsansprüche. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass Teilzeitbeschäftigungen insbesondere marginale und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse und andere "atypische" Beschäftigungsformen in den vergangenen 35 Jahren an Bedeutung gewonnen haben und es parallel vor allem in den neunziger Jahren zu einem Abbau von "klassischer" sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung kam.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verringerte sich allein von Mitte 1993 bis Mitte 2005 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland um rund 2,4 Millionen Personen (minus 8,5 Prozent). Während sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Westdeutschland um 4,7 Prozent reduzierte, ging sie in Ostdeutschland um 21,8 Prozent zurück. Insgesamt verlor Deutschland in diesem Zeitraum etwa genauso viele sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze wie in den Jahren 1974 bis 1991 in Westdeutschland geschaffen wurden.
Allerdings hat das Wirtschaftswachstum in Deutschland etwa seit Beginn des Jahres 2006 zu einer Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung geführt. Während sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 2005 auf 2006 um 176.000 erhöhte, nahm sie von 2006 und 2007 nochmals um eine halbe Million zu. Auch im ersten Quartal 2008 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 2,4 Prozent über dem Vorjahreswert.
Im Jahr 2007 gingen in Deutschland 26,85 Millionen Personen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach davon 21,7 Millionen (80,9 Prozent) in Westdeutschland und 5,1 Millionen (19,1 Prozent) in Ostdeutschland. 1992 lagen die entsprechenden Werte noch bei 77,2 und 22,8 Prozent. Weiter waren 14,77 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte männlich (55,0 Prozent) und 12,08 Millionen weiblich (45,0 Prozent). Die Zahl der ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag Mitte desselben Jahres bei 1,84 Millionen davon 89.000 Personen aus Griechenland, 176.000 aus Italien und 478.000 aus der Türkei. Mehr als 38,5 Prozent aller ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stammten aus EU-Ländern.
Datenquelle
Statistisches Bundesamt; Bundesagentur für Arbeit (BA): Beschäftigtenstatistik, Analytikreport der Statistik 04/2008 (PDF-Version: 380 KB); www.statistik-portal.de
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zählen alle Arbeitnehmer einschließlich der Auszubildenden, die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig sind oder für die von den Arbeitgebern Beitragsanteile zu entrichten sind. Aus dieser Abgrenzung ergibt sich, dass in der Regel alle Arbeiter und Angestellten von der Sozialversicherungspflicht erfasst werden. In wenigen Fällen besteht auch für Selbstständige eine Versicherungspflicht. Unbezahlt mithelfende Familienangehörige und Beamte zählen grundsätzlich nicht zu dieser Gruppe. Ausschließlich geringfügig entlohnte Personen, die nur wegen der gesetzlichen Neuregelung in den Kreis der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gelangt sind, werden bei den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmern nicht nachgewiesen. Die Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wird von der Bundesagentur für Arbeit erstellt und beruht auf den Meldungen der Arbeitgeber zur Kranken-, Renten-, Pflege- und/oder Arbeitslosenversicherung.

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Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
In absoluten Zahlen und Anteile in Prozent, 1992 bis 2007*
| |
Deutschland |
Westdeutschland |
Ostdeutschland |
| in Tsd. |
| 1992 |
29.325 |
22.646 |
6.679 |
| 1993 |
28.596 |
22.242 |
6.354 |
| 1994 |
28.238 |
21.897 |
6.341 |
| 1995 |
28.118 |
21.763 |
6.355 |
| 1996 |
27.739 |
21.536 |
6.203 |
| 1997 |
27.280 |
21.321 |
5.959 |
| 1998 |
27.208 |
21.330 |
5.878 |
| 1999 |
27.483 |
21.646 |
5.837 |
| 2000 |
27.826 |
22.098 |
5.727 |
| 2001 |
27.817 |
22.267 |
5.550 |
| 2002 |
27.571 |
22.183 |
5.389 |
| 2003 |
26.955 |
21.730 |
5.224 |
| 2004 |
26.524 |
21.412 |
5.112 |
| 2005 |
26.178 |
21.206 |
4.972 |
| 2006 |
26.354 |
21.340 |
5.014 |
| 2007 |
26.855 |
21.737 |
5.117 |
| |
Anteile an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, in Prozent |
| Westdeutschland |
Ostdeutschland |
| 1992 |
77,2 |
22,8 |
| 1993 |
77,8 |
22,2 |
| 1994 |
77,5 |
22,5 |
| 1995 |
77,4 |
22,6 |
| 1996 |
77,6 |
22,4 |
| 1997 |
78,2 |
21,8 |
| 1998 |
78,4 |
21,6 |
| 1999 |
78,8 |
21,2 |
| 2000 |
79,4 |
20,6 |
| 2001 |
80,0 |
20,0 |
| 2002 |
80,5 |
19,5 |
| 2003 |
80,6 |
19,4 |
| 2004 |
80,7 |
19,3 |
| 2005 |
81,0 |
19,0 |
| 2006 |
81,0 |
19,0 |
| 2007 |
80,9 |
19,1 |
* jeweils Ende Juni; Inlandskonzept. Westdeutschland ohne Berlin. Quelle: Statistisches Bundesamt; Bundesagentur für Arbeit (BA): Beschäftigtenstatistik, Analytikreport der Statistik 04/2008
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