PDF Version (127 KB) Fakten
In Deutschland darf ein Betrieb nur dann einen Ausbildungsplatz anbieten, wenn er die gesetzlichen Voraussetzungen zur Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. der Handwerksordnung (HwO) erfüllt. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren im Jahr 2007 etwa 43 Prozent der Betriebe nicht ausbildungsberechtigt. Etwa 31 Prozent aller Betriebe bildeten aus (Ausbildungsbetriebe); die verbleibenden 27 Prozent machten von ihrer Ausbildungsberechtigung keinen Gebrauch. Der Anteil der Ausbildungsbetriebe unter den ausbildungsberechtigten Betrieben ist seit Jahren stabil. Allerdings bilden nicht immer dieselben Betriebe aus: In der Zeit von 2001 bis 2007 beteiligten sich fast 80 Prozent der ausbildungsberechtigten Betriebe permanent oder mit Unterbrechungen an der Ausbildung.
Während nur die Hälfte der Kleinstbetriebe ausbildungsberechtigt ist, liegt der entsprechende Anteil bei Betrieben mit 250 und mehr Beschäftigten bei mehr als 90 Prozent. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein zur Ausbildung berechtigter Betrieb Auszubildende einstellt, steigt mit der Betriebsgröße. Trotzdem arbeiten in den Klein- und Kleinstbetrieben etwa 45 Prozent der Auszubildenden aber nur etwa 38 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Anders formuliert: Obwohl die Klein- und Kleinstbetriebe seltener ausbilden, stellen sie dennoch einen großen Teil der Ausbildungsplätze bereit.
Im Jahr 2007 wurden 625.914 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen – das ist der zweithöchste Wert seit der Wiedervereinigung. Dabei entfiel der Zuwachs an Ausbildungsplätzen von 2006 auf 2007 vor allem auf Westdeutschland (plus 10,7 Prozent). In Ostdeutschland stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge lediglich um 0,9 Prozent.
Trotz des Zuwachses an neu abgeschlossen Ausbildungsverträgen konnte das Ungleichgewicht zwischen angebotenen und nachgefragten Ausbildungsstellen nicht grundlegend beseitigt werden. So lag die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten Ausbildungsplatzbewerber, die sich Ende September 2007 nicht in dualer Berufsausbildung befanden und weiterhin eine Vermittlung wünschten, bei etwa 100.000. Davon waren 32.660 unversorgte Bewerber, etwa 70.000 hatten eine Alternative gefunden, wollten aber noch im laufenden Jahr mit einer Berufsausbildung beginnen. Zum selben Zeitpunkt lag die Zahl der noch offenen Ausbildungsstellen bei 18.359.
Insgesamt stand der Nachfrage in Höhe von 658.574 (neu abgeschlossene Ausbildungsverträge plus unversorgte Bewerber) ein Angebot von 644.273 (neu abgeschlossene Ausbildungsverträge plus unbesetzte Berufsausbildungsstellen) gegenüber. Auf 100 Nachfragen entfielen demnach 97,8 Angebote (Angebots-Nachfrage-Relation). Trotzdem haben Betriebe in einigen Regionen und Berufen größere Probleme, geeignete Bewerber zu finden.
Im Jahr 2006 lag der Anteil von Jugendlichen, die einen Ausbildungsvertrag abschlossen, bei knapp 60 Prozent. Das war die erste Steigerung der Ausbildungsbeteiligungsquote seit 1999 als die Quote noch knapp 69 Prozent betrug.
Die beliebtesten Ausbildungsberufe (neu abgeschlossene Verträge) waren bei den weiblichen Jugendlichen im Jahr 2006 Kauffrau im Einzelhandel, Bürokauffrau, Friseurin, Verkäuferin, medizinische Fachangestellte sowie Industriekauffrau. Unter den beliebtesten 25 Ausbildungsberufen bei Frauen ist nur einer stärker technisch geprägt – der 1998 neu geschaffene Beruf Mediengestalterin für Digital- und Printmedien (Platz 24). Insgesamt konzentrieren sich die weiblichen Auszubildenden noch stärker als die männlichen auf wenige Ausbildungsberufe: Im Jahr 2006 entfielen 77,1 aller Neuabschlüsse auf nur 25 Ausbildungsberufe (Männer: 59,5 Prozent).
Bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Jahr 2006 wurden von den männlichen Auszubildenden die meisten zum Kraftfahrzeugmechatroniker ausgebildet. Es folgten die Berufe Kaufmann im Einzelhandel, Koch, Industriemechaniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Elektroniker, Maler und Lackierer sowie Tischler.
Neben dem Geschlecht wird die Ausbildungsplatzwahl auch durch den Schulabschluss beeinflusst. Auszubildende mit Hochschul-/Fachhochschulreife konzentrieren sich überwiegend auf den kaufmännischen Bereich. An der Spitze stehen die Berufe Industriekaufmann und Bankkaufmann. Im Jahr 2006 entfielen innerhalb der Gruppe der Ausbildungsanfänger mit Studienberechtigung 47,6 Prozent auf nur zehn Ausbildungsberufe. Bei den Auszubildenden ohne allgemeinbildenden Schulabschluss entschieden sich die meisten für die Ausbildungsberufe Maler und Lackierer, Hauswirtschaftshelfer sowie Friseur.
Im Jahr 2007 betrug der Durchschnitt der tariflichen Ausbildungsvergütung (während der gesamten Ausbildungszeit) 628 Euro pro Monat (West: 644 Euro; Ost: 551 Euro). Spitzenvergütungen von bis zu 859 Euro in Westdeutschland bzw. 679 Euro in Ostdeutschland wurden im Bauhauptgewerbe gezahlt (Maurer, Zimmerer, Straßenbauer u.a.). Überdurchschnittlich hoch war auch die Vergütung im Ausbildungsberuf Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (817 Euro). Beispiele für eher niedrige Ausbildungsvergütungen (400/300 Euro) sind die Berufe Maler Lackierer, Friseur, Florist und Bäcker.
Datenquelle
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Schaubilder zur Berufsbildung (PDF-Version: 1.120 KB); Bundesagentur für Arbeit (BA), BIBB: Ausbildungsmarktstatistik 2007, Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt 1991 bis 2001 (PDF-Version: 25 KB), 1996 bis 2006 (PDF-Version: 20 KB); Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): IAB Kurzbericht 19/2008 (PDF-Version: 720 KB)

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Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt
In absoluten Zahlen, Stichtag 30.9., 1991 bis 2007
| |
1991 |
1993 |
1995 |
1997 |
| neu abgeschlossene Ausbildungsverträge |
612.969 |
570.120 |
572.774 |
587.517 |
| davon: |
|
| Industrie und Handel |
351.907 |
265.994 |
262.787 |
286.239 |
| Handwerk |
169.993 |
203.931 |
219.628 |
211.571 |
| Freie Berufe |
57.291 |
63.119 |
58.256 |
53.075 |
| Landwirtschaft |
11.902 |
12.400 |
12.954 |
15.504 |
| öffentlicher Dienst |
21.876 |
24.676 |
14.180 |
16.520 |
| Hauswirtschaft |
- |
- |
4.828 |
4.460 |
| Seeschiffahrt |
- |
- |
141 |
148 |
| unversorgte Bewerber |
13.626 |
17.759 |
24.962 |
47.399 |
| unbesetzte Berufsausbildungsstellen |
135.142 |
85.737 |
44.214 |
25.865 |
| Gesamtangebot |
748.111 |
655.857 |
616.988 |
613.382 |
| Gesamtnachfrage |
626.595 |
587.879 |
597.736 |
634.916 |
Angebots-Nachfrage-Relation, in Prozent |
119,4 |
111,6 |
103,2 |
96,6 |
| |
1999 |
2000 |
2002 |
2003 |
| neu abgeschlossene Ausbildungsverträge |
631.015 |
621.693 |
572.323 |
557.634 |
| davon: |
|
| Industrie und Handel |
333.551 |
334.418 |
311.363 |
308.565 |
| Handwerk |
210.550 |
199.482 |
173.888 |
165.783 |
| Freie Berufe |
51.043 |
52.493 |
53.254 |
49.408 |
| Landwirtschaft |
15.654 |
14.735 |
13.991 |
15.010 |
| öffentlicher Dienst |
14.940 |
15.577 |
14.815 |
13.822 |
| Hauswirtschaft |
5.118 |
4.848 |
4.830 |
4.899 |
| Seeschiffahrt |
159 |
140 |
182 |
147 |
| unversorgte Bewerber |
29.365 |
23.642 |
23.383 |
35.015 |
| unbesetzte Berufsausbildungsstellen |
23.439 |
25.690 |
18.005 |
14.840 |
| Gesamtangebot |
654.454 |
647.383 |
590.328 |
572.474 |
| Gesamtnachfrage |
660.380 |
645.335 |
595.706 |
592.649 |
Angebots-Nachfrage-Relation, in Prozent |
99,1 |
100,3 |
99,1 |
96,6 |
| |
2004 |
2005 |
2006 |
2007 |
| neu abgeschlossene Ausbildungsverträge |
572.980 |
550.180 |
576.153 |
625.914 |
| davon: |
|
| Industrie und Handel |
322.759 |
316.165 |
336.935 |
367.484 |
| Handwerk |
168.290 |
157.025 |
162.604 |
179.698 |
| Freie Berufe |
46.538 |
43.617 |
42.110 |
44.556 |
| Landwirtschaft |
15.191 |
14.785 |
15.813 |
15.902 |
| öffentlicher Dienst |
15.130 |
14.171 |
14.082 |
13.412 |
| Hauswirtschaft |
4.876 |
4.119 |
4.320 |
4.474 |
| Seeschiffahrt |
196 |
298 |
289 |
388 |
| unversorgte Bewerber |
44.084 |
40.504 |
49.487 |
32.660 |
| unbesetzte Berufsausbildungsstellen |
13.378 |
12.636 |
15.401 |
18.359 |
| Gesamtangebot |
586.358 |
562.816 |
591.554 |
644.273 |
| Gesamtnachfrage |
617.064 |
590.684 |
625.640 |
658.574 |
Angebots-Nachfrage-Relation, in Prozent |
95,0 |
95,3 |
94,6 |
97,8 |
Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB); Bundesagentur für Arbeit (BA)
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