PDF Version (139 KB) Fakten
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich die globale erdnahe Temperatur um fast ein Grad erhöht. Während der natürliche Treibhauseffekt eine Abkühlung der Erde verhindert, geht die Mehrheit der Wissenschaftler davon aus, dass die anhaltende Temperaturerhöhung vorwiegend Folge menschlicher Aktivitäten ist. Vor allem der Ausstoß von Treibhausgasen ist problematisch. Den Hauptanteil am anthropogenen, also vom Menschen verursachten, Treibhauseffekt hat mit 60 Prozent das Kohlendioxid (CO2). Es wird durch die Verbrennung fossiler Energieträger, Waldrodungen, Bodenerosion sowie Holzverbrennung freigesetzt. Methan, das primär in der Landwirtschaft und durch Massentierhaltung entsteht, trägt zu 15 Prozent zum anthropogenen Treibhauseffekt bei.
Wie außergewöhnlich die Temperaturerhöhung der letzten Jahrzehnte ist, wird deutlich, wenn die Verteilung der wärmsten Jahre betrachtet wird: Die zwanzig Jahre mit der höchsten Durchschnittstemperatur in den letzten 150 Jahren entfallen alle auf die Zeit nach 1980. Davon siebzehn sogar auf die Zeit nach 1990. Alle Jahre von 2001 bis 2008 gehören zu den zehn wärmsten überhaupt. Bezogen auf die nördliche Hemisphäre liegen die Temperaturen heute höher als zu irgendeinem Zeitpunkt in den letzten tausend Jahren.
Klimasimulationen des Max-Planck-Instituts für Meteorologie zeigen, dass sich die globale Mitteltemperatur bis Ende des 21. Jahrhunderts um weitere 2,5 bis 4,1°C erhöhen könnte, wenn die Emissionen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen unvermindert ansteigen. Andere Institutionen wie zum Beispiel das IPCC gehen davon aus, dass die Temperaturerhöhung noch stärker ausfallen kann.
Die Erderwärmung bringt mehrere Probleme mit sich. Infolge der thermischen Ausdehnung der Ozeane könnte der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 im globalen Mittel zwischen 20 und 30 cm steigen (relativ zum Mittel der Jahre 1961-1990). Die regionalen Unterschiede würden allerdings von einer leichten Absenkung bis hin zu einem Anstieg von mehr als einem Meter reichen. Hinzu käme ein Anstieg des globalen Meeresspiegels von bis zu zehn Zentimetern durch Änderungen des Inlandeises: Die beginnende Schmelze des Eises auf Grönland würde den Meeresspiegel um bis zu 15 cm steigen lassen, während der erhöhte Schneefall in der Antarktis den globalen Meeresspiegel um fünf Zentimeter absenken würde.
Der hohe von Menschen verursachte CO2-Ausstoß beeinflusst die Meere auch auf andere Weise: 2007 gelangten etwa 29 Milliarden Tonnen des Gases in die Atmosphäre, mehr als ein Drittel davon nehmen die Weltmeere als Kohlensäure auf und versauern dadurch schrittweise. Dies gefährdet wiederum die Fischbestände der Weltmeere und schädigt kalkbildende Organismen wie Muscheln, Schnecken und Korallen. Schon in 30 Jahren könnten mehr als 60 Prozent der tropischen Korallenriffe verschwunden sein.
Die Erderwärmung bzw. der Klimawandel hat weitere Folgen für den Menschen. Während in einigen Gebieten Überschwemmungen und intensive Regenfälle zunehmen, haben andere Regionen mit geringen Niederschlagsmengen bzw. lang anhaltenden Dürreperioden und Hitzewellen zu kämpfen. Hieraus resultieren wiederum Ernteausfälle und Probleme bei der Wasserversorgung bzw. Veränderungen ganzer Lebensräume.
Datenquelle
Climatic Research Unit (CRU): www.cru.uea.ac.uk; Max-Planck-Institut für Meteorologie: www.mpimet.mpg.de
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Um die Veränderung der globalen Durchschnittstemperatur zu ermitteln, existieren unterschiedliche Verfahren. Bei den hier verwendeten Daten wurden sowohl die bei den Landstationen gemessenen Lufttemperaturen als auch die von Schiffen und Bojen ermittelten Temperaturen der Meeresoberfläche kombiniert.
Um Verzerrungen zu vermeiden, wurde als Bezugspunkt für die Schwankungsbreite die Durchschnittstemperatur der Jahre 1961 bis 1990 (14°C) gewählt. Auf diesen Zeitraum, in dem die Messungen überdurchschnittlich umfangreich waren und abgesichert sind, werden die Messungen der einzelnen Jahre bezogen und hier als Differenz dargestellt.
Angaben zu den weltweit gemessenen Durchschnittstemperaturen finden sich unter anderem bei der Climatic Research Unit (CRU) und dem Met Office. Die CRU bietet darüber hinaus genauere Angaben zu den verschiedenen Messmethoden und die neusten Daten unter: www.cru.uea.ac.uk/cru/data/temperature.
IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change

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Erderwärmung
Differenz zwischen der globalen erdnahen Temperatur und der Durchschnittstemperatur der Jahre 1961 bis 1990 in °C, 1850 bis 2008
| |
Differenz in °C |
|
|
Differenz in °C |
|
|
Differenz in °C |
| 1850 |
-0,447 |
1920 |
-0,314 |
1990 |
0,254 |
| 1852 |
-0,294 |
1922 |
-0,381 |
1991 |
0,212 |
| 1854 |
-0,307 |
1924 |
-0,360 |
1992 |
0,061 |
| 1856 |
-0,406 |
1926 |
-0,162 |
1993 |
0,105 |
| 1858 |
-0,513 |
1928 |
-0,255 |
1994 |
0,171 |
| 1860 |
-0,372 |
1930 |
-0,165 |
1995 |
0,275 |
| 1862 |
-0,540 |
1932 |
-0,155 |
1996 |
0,137 |
| 1864 |
-0,516 |
1934 |
-0,159 |
1997 |
0,351 |
| 1866 |
-0,303 |
1936 |
-0,152 |
1998 |
0,546 |
| 1868 |
-0,291 |
1938 |
0,009 |
1999 |
0,296 |
| 1870 |
-0,302 |
1940 |
0,018 |
2000 |
0,270 |
| 1872 |
-0,255 |
1942 |
-0,031 |
2001 |
0,409 |
| 1874 |
-0,397 |
1944 |
0,120 |
2002 |
0,464 |
| 1876 |
-0,403 |
1946 |
-0,205 |
2003 |
0,473 |
| 1878 |
0,023 |
1948 |
-0,204 |
2004 |
0,447 |
| 1880 |
-0,260 |
1950 |
-0,309 |
2005 |
0,482 |
| 1882 |
-0,246 |
1952 |
-0,074 |
2006 |
0,422 |
| 1884 |
-0,381 |
1954 |
-0,251 |
2007 |
0,405 |
| 1886 |
-0,275 |
1956 |
-0,349 |
2008 |
0,327 |
| 1888 |
-0,337 |
1958 |
-0,010 |
|
|
| 1890 |
-0,431 |
1960 |
-0,123 |
|
|
| 1892 |
-0,484 |
1962 |
-0,021 |
|
|
| 1894 |
-0,444 |
1964 |
-0,295 |
|
|
| 1896 |
-0,211 |
1966 |
-0,147 |
|
|
| 1898 |
-0,432 |
1968 |
-0,159 |
|
|
| 1900 |
-0,223 |
1970 |
-0,067 |
|
|
| 1902 |
-0,431 |
1972 |
-0,056 |
|
|
| 1904 |
-0,554 |
1974 |
-0,213 |
|
|
| 1906 |
-0,329 |
1976 |
-0,254 |
|
|
| 1908 |
-0,559 |
1978 |
-0,063 |
|
|
| 1910 |
-0,548 |
1980 |
0,077 |
|
|
| 1912 |
-0,491 |
1982 |
0,011 |
|
|
| 1914 |
-0,305 |
1984 |
-0,021 |
|
|
| 1916 |
-0,434 |
1986 |
0,029 |
|
|
| 1918 |
-0,388 |
1988 |
0,180 |
|
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Quelle: Climatic Research Unit (CRU): www.cru.uea.ac.uk
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