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Ökologische Probleme
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Fakten

Zwischen 1950 und 2006 erhöhte sich die Menge des weltweit verbrauchten Fisches von etwa 19 auf 143,6 Millionen Tonnen pro Jahr – dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerung von jährlich rund 3,7 Prozent. Von den 143,6 Millionen Tonnen Fischverbrauch des Jahres 2006 wurden 110,4 Millionen Tonnen direkt vom Menschen konsumiert. Die verbleibenden 33,3 Millionen Tonnen entfielen vor allem auf die Produktion von Fischmehl und Ölen.

Im Jahr 2005 lag der weltweite Fischverbrauch bei durchschnittlich 16,4 kg pro Kopf (2006: 16,7 kg). Während der Fischverbrauch in Afrika und Südamerika mit 8,3 bzw. 8,4 kg pro Kopf deutlich unter dem Durchschnitt lag, war der Verbrauch in Nordamerika und Europa mit 24,1 bzw. 20,8 kg überdurchschnittlich hoch. China belegte im Jahr 2005 mit 26,1 kg pro Kopf eine Spitzenposition, insgesamt entfielen auf China mehr als 30 Prozent des weltweiten Fischverbrauchs.

Während der Verbrauch von gezüchtetem Fisch im Jahr 1950 keine Rolle spielte und der mengenmäßige Anteil auch 1980 noch deutlich unter zehn Prozent lag, stammten 2006 bereits 36 Prozent des Fischverbrauchs aus der Fischzucht. Die auf offener See bzw. in Binnengewässern gefangenen Fische hatten im selben Jahr einen Anteil von 57 bzw. sieben Prozent an der insgesamt verbrauchten Fischmenge.

Ausgehend vom Gewicht wurden im Jahr 2006 89,5 Prozent der gezüchteten Fische in Asien gezüchtet. Bezogen auf den Marktwert hatte der in Asien gezüchtete Fisch allerdings nur einen Anteil von 77,1 Prozent. Allein auf China entfielen im selben Jahr 66,7 Prozent der gezüchteten Fischmenge und 48,8 Prozent des Wertes der weltweiten Fischzucht. Die Produktion im Fischzucht- bzw. Aquakultur-Sektor ist seit 1970 um 8,7 Prozent pro Jahr gewachsen – schneller als jeder andere Lebensmittelsektor.

Trotz der relativen Abnahme der Menge des Fangfisches gegenüber der des Zuchtfisches hat sich die absolute Menge des gefangenen Fisches lange Zeit erhöht und stagniert seit Ende der 1980er-Jahre auf hohem Niveau. Insbesondere neue Fangmethoden und die nicht zuletzt durch das Bevölkerungswachstum gestiegene Nachfrage führen zu einer intensiven Befischung und teilweise Überfischung der Meere.

Von den weltweit 200 wichtigsten Fischarten, auf die über 65 Prozent des Fischfangs auf offener See entfallen, galten nach Aussagen der Food and Agriculture Organization (FAO) Anfang der 1950er-Jahre noch deutlich mehr als 60 Prozent als gering befischt. Mitte der 1960er-Jahre schrumpfte der entsprechende Anteil auf ein Drittel und Anfang der 1970er-Jahre rutschte er unter zehn Prozent. Seit Ende der 1970er-Jahre gilt keine der 200 wichtigsten Fischarten als gering befischt.

Im Jahr 1974 waren 39 Prozent der Fischbestände auf offener See moderat oder gering befischt. 2007 bewertete die FAO nur noch 20 Prozent der Fischbestände als moderat (18 Prozent) oder gering (2 Prozent) befischt. Parallel zu dieser Abnahme hat sich der Anteil der überfischten oder erschöpften Fischbestände deutlich erhöht. Waren 1974 nur zehn Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt oder erschöpft, liegt der entsprechende Anteil seit Ende der 1980er-Jahre bei rund einem Viertel der Gesamtbestände. Im Jahr 2007 lag der Wert mit 28 Prozent nochmals deutlich höher. Dabei waren 19 Prozent der Fischbestände überfischt und acht Prozent komplett erschöpft; ein Prozent der weltweiten Fischbestände erholte sich auf niedrigstem Niveau.

Im Jahr 2006 hatte der weltweit gefangene Fisch einen Erstverkaufswert von 91,2 Milliarden US-Dollar. Der Wert der Aquakulturen lag im selben Jahr bei 78,8 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2005 erreichte der Export von Fisch und Fischereierzeugnissen mit 56 Millionen Tonnen sein bisher höchstes Gewicht (2006: 54 Mio. Tonnen). Der Wert des Exports lag 2006 bei 85,9 Milliarden US-Dollar – das waren 9,6 Prozent mehr als 2005 und 62,7 Prozent mehr als 1996.

Die Zusammensetzung der zehn größten Fischfangnationen der Welt hat sich seit 1992 nur geringfügig verändert. Auf die zehn größten Fischfangnationen entfielen 2006 rund 55 Prozent aller gefangenen Fische. Allein China und Peru hatten einen Anteil von knapp einem Viertel am weltweiten Fischfang.

Datenquelle

Food and Agriculture Organization (FAO): The State of World Fisheries and Aquaculture 2008

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Um Aussagen über die Intensität der Befischung auf offener See machen zu können, trägt die Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) die Beobachtungen von mehr als 580 Fischbeständen bzw. wichtigsten Arten zusammen. Bei etwa 520 Fischbeständen bzw. wichtigen Arten waren die Informationen im Jahr 2007 so umfangreich, dass sie in die – auch hier dargestellte – Auswertung eingeflossen sind.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/3.0/de lizenziert.

Fischbestände auf offener See

Nach Befischungsintensität, in Prozent der bewerteten Gesamtbestände, weltweit 1974 bis 2007

  überfischt oder bereits erschöpft am biologischen Limit befischt moderat oder gering befischt
1974 10 51 39
1978 8 51 41
1979 13 50 37
1981 13 49 38
1983 16 53 31
1985 18 51 31
1987 25 44 31
1989 27 43 30
1990 19 50 31
1992 25 46 29
1995 27 44 29
1997 24 50 26
2000 28 47 25
2003 24 52 24
2004 25 52 23
2007 28 52 20

Quelle: Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO): The state of world fisheries and aquaculture 2008




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