PDF Version (95 KB) Fakten
Zwischen 1950 und 2003 hat sich die Menge des weltweit verbrauchten Fisches von etwa 19 Millionen Tonnen auf über 132 Millionen Tonnen erhöht – dies entspricht einer Steigerung von knapp 600 Prozent. Im Jahr 2003 wurden von den 132 Millionen Tonnen Fischverbrauch 103 Millionen Tonnen vom Menschen konsumiert, durchschnittlich 16,3 kg pro Kopf. Die verbleibenden 29 Millionen Tonnen wurden vor allem für die Produktion von Fischmehl und Ölen genutzt.
Während der Verbrauch von gezüchtetem Fisch im Jahr 1950 keine Rolle spielte und der mengenmäßige Anteil auch 1980 noch deutlich unter zehn Prozent lag, stammten 2003 knapp 32 Prozent des Fischverbrauchs aus der Fischzucht. Die auf offener See bzw. in Binnengewässern gefangenen Fische hatten im selben Jahr einen Anteil von gut 61 bzw. sieben Prozent an der insgesamt verbrauchten Fischmenge.
Trotz der relativen Abnahme der Menge des Fangfisches gegenüber der des Zuchtfisches hat sich die absolute Menge des gefangenen Fisches kontinuierlich erhöht. Insbesondere neue Fangmethoden und die nicht zuletzt durch das Bevölkerungswachstum gestiegene Nachfrage haben zu einer immer intensiveren Befischung und teilweise zu einer Überfischung der Meere geführt.
Von den weltweit 200 wichtigsten Fischarten, auf die über 65 Prozent des Fischfangs auf offener See entfallen, galten nach Aussagen der FAO Anfang der 1950er Jahre noch deutlich über 60 Prozent als gering befischt. Mitte der 1960er Jahre schrumpfte der entsprechende Anteil auf ein Drittel und Anfang der 1970er Jahre rutschte er unter zehn Prozent. Seit Ende der 1970er Jahre gilt keine der 200 wichtigsten Fischarten als gering befischt.
Im Jahr 1974 waren 39 Prozent der Fischbestände auf offener See moderat oder gering befischt. Dreißig Jahre später bewertete die FAO nur noch 23 Prozent der Fischbestände als moderat (20 Prozent) oder gering (3 Prozent) befischt. Parallel zu dieser Abnahme hat sich der Anteil der überfischten oder erschöpften Fischbestände deutlich erhöht. Waren 1974 nur zehn Prozent der weltweiten Fischbestände überfischt oder erschöpft, liegt der entsprechende Anteil seit Ende der 1980er Jahre bei oder über einem Viertel der Gesamtbestände. Auch im Jahr 2004 waren 17 Prozent der Fischbestände überfischt und sieben Prozent komplett erschöpft. Ein Prozent der weltweiten Fischbestände erholte sich im selben Jahr auf niedrigstem Niveau.
Datenquellen
Food and Agriculture Organization (FAO): The state of world fisheries and aquaculture 2004 (PDF-Version: 2.793 KB), Review of the state of world marine fishery resources, 2005 (PDF-Version: 443 KB)
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Um Aussagen über die Intensität der Befischung auf offener See machen zu können, trägt die Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) die Beobachtungen von über 580 Fischbeständen bzw. wichtigsten Arten zusammen. Bei etwa 440 Fischbeständen bzw. wichtigen Arten, auf die zusammengenommen 80 Prozent der gefangenen Fischmenge entfallen, sind die Informationen so umfangreich, dass sie in die – auch hier dargestellte – Auswertung einfließen.
Im Jahr 2002 hatte der weltweit gefangene Fisch einen Erstverkaufswert von 78 Milliarden US-Dollar, der Wert der Aquakulturen (inklusive pflanzlicher Produkte) betrug im selben Jahr 60 Milliarden US-Dollar. Der Export von Fisch und Fischereierzeugnissen hatte im Jahr 2002 ein Volumen von 50 Millionen Tonnen und einen Wert von über 58 Milliarden US-Dollar – das sind fünf Prozent mehr als zwei Jahre zuvor und 45 Prozent mehr als 1992.
Der Fischzucht- bzw. Aquakultur-Sektor ist seit 1970 um 8,9 Prozent pro Jahr gewachsen, schneller als jeder andere Lebensmittelsektor in dieser Zeit.
Die Zusammensetzung der zehn größten Fischfangnationen der Welt ist seit 1992 unverändert. Die zehn größten Fischfangnationen fangen etwa 60 Prozent aller gefangenen Fische. Allein China und Peru haben einen Anteil von deutlich über einem Viertel am weltweiten Fischfang.
Im Jahr 2002 wurden 91,2 Prozent der gezüchteten Fischmenge in Asien gezüchtet, was allerdings nur 82 Prozent des Gesamtwertes entsprach. Allein auf China entfielen im selben Jahr 71 Prozent der gezüchteten Fischmenge und knapp 55 Prozent des Wertes der weltweiten Fischzucht.
Fischbestände auf offener See
Nach Befischungsintensität, in Prozent der Gesamtbestände, weltweit 1974 bis 2004
| |
überfischt oder bereits erschöpft |
am biologischen Limit befischt |
moderat oder gering befischt |
| |
in Prozent der Gesamtbestände* |
| 1974 |
10 |
51 |
39 |
| 1978 |
8 |
51 |
41 |
| 1979 |
13 |
50 |
37 |
| 1981 |
13 |
49 |
38 |
| 1983 |
16 |
53 |
31 |
| 1985 |
18 |
51 |
31 |
| 1987 |
25 |
44 |
31 |
| 1989 |
27 |
43 |
30 |
| 1990 |
19 |
50 |
31 |
| 1992 |
25 |
46 |
29 |
| 1995 |
27 |
44 |
29 |
| 1997 |
24 |
50 |
26 |
| 2000 |
28 |
47 |
25 |
| 2003 |
24 |
52 |
24 |
| 2004 |
25 |
52 |
23 |
* teilweise abgeleitete Werte
|