Zahlen und Fakten: Globalisierung

The World Bank

Stimmenverteilung in Prozent, Stand: Juni/März 2017

Quelle: International Bank for Reconstruction and Development (IBRD): Subscriptions and voting power of member countries; International Development Association (IDA): Voting power of member countries
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1.10.2017
Entsprechend ihrer Entstehungsgeschichte vergab die Weltbank in den ersten Jahren überwiegend Kredite für den Wiederaufbau Europas. Heute stehen die Armutsbekämpfung und die Anhebung der unteren Einkommen in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten im Mittelpunkt. Im Geschäftsjahr 2016 vergab die Weltbankgruppe 64 Milliarden US-Dollar an Krediten, Zuschüssen, Beteiligungsinvestitionen und Garantien. Damit ist sie der weltweit wichtigste Geldgeber im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.

Fakten



Die Weltbank setzt sich aus zwei Institutionen zusammen: Der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD – International Bank for Reconstruction and Development) und der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA – International Development Association). Die IBRD wurde gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IMF – International Monetary Fund) im Jahr 1944 bei der Währungs- und Finanzkonferenz in Bretton Woods/USA gegründet. Sie ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) mit Sitz in Washington, D.C./USA. Die Gründung der IDA erfolgte im Jahr 1960.

Entsprechend ihrer Entstehungsgeschichte vergab die Weltbank in den ersten Jahren überwiegend Kredite für den Wiederaufbau Europas. Heute stehen die Armutsbekämpfung und die Anhebung der unteren Einkommen in den ökonomisch sich entwickelnden Staaten im Mittelpunkt. Die IBRD und die IDA bilden zusammen mit der International Finance Corporation (IFC), der Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA) und dem International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID) die Weltbankgruppe.

Während die IBRD Kredite zu marktnahen Konditionen an Staaten mit mittlerem Einkommen vergibt, vergibt die IDA langfristige, zinslose Kredite und Zuschüsse an die einkommensschwächsten Staaten. Die IFC fördert die Privatwirtschaft in ökonomisch sich entwickelnden Staaten durch Darlehen, Kapitalbeteiligungen und andere Finanzierungsprodukte. Die MIGA fördert ausländische Direktinvestitionen in ökonomisch sich entwickelnden Staaten durch Absicherung von nichtkommerziellen Risiken. Schließlich schlichtet das ICSID Investitionsstreitigkeiten zwischen Regierungen und ausländischen Investoren.

Im Geschäftsjahr 2016 (Juli 2015 bis Juni 2016) vergab die Weltbankgruppe 64,2 Milliarden US-Dollar an Krediten, Zuschüssen, Beteiligungsinvestitionen und Garantien an ihre Mitglieder und private Investoren in den Mitgliedstaaten (IBRD: 29,7 Mrd. US-Dollar / IDA: 16,2 Mrd. US-Dollar / IFC: 11,1 Mrd. US-Dollar / MIGA: 4,3 Mrd. US-Dollar / Treuhandfonds: 2,9 Mrd. US-Dollar). Im Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2015 lag der entsprechende Wert bei 54,9 Milliarden US-Dollar. Damit ist die Weltbankgruppe der weltweit wichtigste Geldgeber im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.

Im Juni 2017 waren 189 Staaten Mitglied der IBRD und 173 Staaten der IDA (IFC: 184 Staaten / MIGA: 181 Staaten / ICSID: 153 Staaten). Die Weltbank hat rund 11.000 Beschäftigte aus 174 Herkunftsländern und unterhält in 136 Staaten Länderbüros. Neben einem Grundstock an Stimmrechten für jeden Mitgliedstaat bestimmen der Kapitalanteil der einzelnen Staaten sowie die ökonomische Leistungsfähigkeit der Staaten maßgeblich über die Stimmenverteilung bei den Institutionen der Weltbankgruppe. Während die USA bzw. Japan bei IBRD, IDA, IFC und MIGA im März/Juni 2017 an erster bzw. zweiter Stelle bei der Stimmenverteilung standen, folgten jeweils China, Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich in wechselnder Reihenfolge.

Bis Ende der 1960er-Jahre förderte die Weltbank insbesondere Infrastrukturprojekte. Erst danach gewannen die Themen Gesundheit, Ernährung und Familienplanung an Bedeutung. Zwischen 1980 und 2000 unterstützte die Weltbank verstärkt marktorientierte Ansätze und förderte die Privatisierung. Entsprechend warfen Kritiker der Weltbank eine eindimensionale Ausrichtung auf ökonomische Wachstumsraten und die zu häufige Förderung von ökologisch und sozial bedenklichen Großprojekten vor.

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Bedeutung sozialer Themen wieder erhöht. Nach Angaben der Weltbank werden inzwischen die lokalen Gegebenheiten sowie die Nachhaltigkeit der Projekte stärker berücksichtigt. Nach eigenen Angaben will die Weltbank bis 2030 zwei Ziele erreichen: Erstens soll dann der Anteil der Personen, die in extremer Armut leben, an der Weltbevölkerung bei weniger als drei Prozent liegen. Zweitens möchte sich die Weltbank dafür einsetzen, dass in allen Staaten der Welt die Einkommen der unteren 40 Prozent der Einkommensbezieher steigen.

Datenquelle



The World Bank: www.worldbank.org, Annual Report 2016; Jahresbericht der Deutschen Exekutivdirektorin bei der Weltbankgruppe – Geschäftsjahr 2016

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Informationen zum Thema Armut weltweit erhalten Sie hier...

International Finance Corporation (IFC) – Internationale Finanz-Corporation

Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA) – Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur

International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID) – Internationales Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten

The World Bank (Weltbank)

Stimmenverteilung in Prozent, Stand: Juni/März 2017

1

IBRD1
USA 16,32
Japan 7,04
China 4,55
Deutschland 4,12
Frankreich 3,86
Vereinigtes Königreich 3,86
Indien 2,99
Russland 2,85
Saudi-Arabien 2,85
Italien 2,71
Kanada 2,50
Niederlande 1,97
Spanien 1,90
Brasilien 1,83
Südkorea 1,62
Mexiko 1,62
Belgien 1,61
Iran 1,51
Schweiz 1,50
Australien 1,37
Top 20 68,58
sonstige Mitgliedstaaten (169) 31,42
insgesamt 100,00

1

IDA1
USA 10,21
Japan 8,45
Vereinigtes Königreich 6,36
Deutschland 5,46
Frankreich 3,81
Saudi-Arabien 3,29
Indien 2,86
Kanada 2,67
Italien 2,32
China 2,20
Schweden 2,03
Polen 2,00
Niederlande 1,98
Brasilien 1,58
Argentinien 1,29
Schweiz 1,26
Australien 1,25
Spanien 1,13
Belgien 1,12
Norwegen 1,01
Top 20 62,28
sonstige Mitgliedstaaten (153) 37,72
insgesamt 100,00

1 International Bank for Reconstruction and Development (IBRD) / International Development Association (IDA)


Quelle: International Bank for Reconstruction and Development (IBRD): Subscriptions and voting power of member countries; International Development Association (IDA): Voting power of member countries


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