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Finanzmärkte
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Fakten

Seit dem Zerfall der Weltwährungsordnung von Bretton Woods in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre und der anschließenden Liberalisierung des grenzüberschreitenden Kapitalverkehrs sind die Währungsreserven und der Handel mit Devisen stark gestiegen: Erstere auf das Neunfache, letzterer auf das 27-Fache seit Beginn der 1980er-Jahre. Der Umfang des Devisenhandels – der überwiegend nicht als Kassa- sondern als Terminhandel stattfindet – betrug von Beginn an ein Vielfaches des Betrages, der für die Abwicklung von grenzüberschreitenden Handels- und Direktinvestitionsströmen (einschließlich der Sicherung dieser Ströme gegen Wechselkursschwankungen) erforderlich wäre.

In den Jahren 1989 bis 1998 wechselten an jedem Handelstag Devisen in nahezu der gesamten Höhe der Währungsreserven den Besitzer. Dies deutet darauf hin, dass Devisenhandel zu erheblichen Teilen aus der Spekulation mit Aktien, Anleihen, Derivaten, Währungen und anderen Vermögensgegenständen resultiert, für die eine Preis- oder Kursänderung erwartet wird. Der Einbruch im Handel zwischen 1999 und 2001 ist vor allem auf die Einführung der Europäischen Währungsunion und den damit verbundenen Ersatz von zwölf Währungen durch den Euro zurückzuführen. Zwischen 2001 und 2007 nahmen sowohl die Währungsreserven als auch der Handel mit Devisen stärker zu, als in den Phasen davor.

Die internationalen Währungsreserven werden traditionellerweise überwiegend in US-Dollar gehalten. So betrug der Dollar-Anteil Ende 2007 rund zwei Drittel aller Währungsreserven. Der Euro hat sich allerdings zunehmend als Alternative etabliert, da der US-Dollar aufgrund des enormen Leistungsbilanzdefizits der USA großen Wechselkurs-Unsicherheiten ausgesetzt ist. Stabilität suchende Zentralbanken veranlasst dies zu einer stärkeren Diversifikation ihrer Währungsreserven. In mehreren Staaten ist auch eine grundsätzliche Änderung der Währungspolitik zu beobachten: weg von einer reinen Dollarbindung, hin zu einer Bindung an einen Währungskorb.

Rund zwei Drittel aller Währungsreserven halten asiatische Staaten. Seit dem Jahr 2006 besitzt China die größten Währungsreserven, gefolgt von Japan. Als Exportnationen wollen beide Länder den eigenen Wechselkurs in bestimmten Bandbreiten stabilisieren und Währungsspekulationen abwehren. Ende 2008 beliefen sich die Reserven Chinas auf rund 1,6 Milliarden US-Dollar, die Reserven Japans lagen bei nahezu einer Milliarde US-Dollar. Insbesondere China nutzt die ausländischen Währungen zur Stützung des Wechselkurses und wehrt sich gegen wachsenden internationalen Druck, den Yuan stärker aufzuwerten. China hält den Wechselkurs stabil zum Dollar, was den Export begünstigt.

Die führende Position im Devisenhandel hält relativ unangefochten Großbritannien, also in erster Linie die Londoner City. Hier konzentrierten sich im Jahr 2007 gut ein Drittel (34,1 Prozent) des gesamten weltweiten Devisenhandels. Mit großem Abstand folgten die USA (16,6 Prozent), Japan (6,0 Prozent), Hongkong/China (4,4 Prozent), Frankreich (3,0 Prozent) und Deutschland (2,5 Prozent). Die verbleibenden 33,4 Prozent entfielen auf 46 weitere Staaten.

Datenquelle

Bank for International Settlements (BIS): Triennial Central Bank Survey, 2002, 2005 und 2007, Annual Report, verschiedene Jahrgänge; International Monetary Fund (IMF): Financial Statistics, Juni 2007

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Bei den Währungsreserven handelt es sich um Jahresendbestände verschiedener weltweit gehandelter Währungen (US-Dollar, Yen, britisches Pfund, Schweizer Franken, bis 1999 DM und französischer Franc, nach 1999 Euro). Beim Devisenhandel erhebt die Bank für internationalen Zahlungsausgleich alle drei Jahre die Umsätze pro Handelstag. Um diese in Jahresumsätze umzurechnen, müssen sie mit der Zahl der Handelstage pro Jahr (ca. 250) multipliziert werden.

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/3.0/de lizenziert.

Währungsreserven und Devisenumsatz

In absoluten Zahlen, weltweit 1980 bis 2007

  Währungsreserven
am Jahresende,
in Mrd. US-Dollar
Devisenumsatz
pro Handelstag,
in Mrd. US-Dollar
1979/80 413 120
1989 768 590
1992 983 820
1995 1.358 1.190
1998 1.636 1.490
2001 2.022 1.200
2004 2.490 1.900
2007 3.543 3.210

Quellen: Bank for International Settlements (BIS): Triennial Central Bank Survey, 2002, 2005 und 2007, Annual Report, verschiedene Jahrgänge; International Monetary Fund (IMF): Financial Statistics, Juni 2007

 
Devisenumsatz

Geografische Konzentration, Anteile in Prozent, 1992 bis 2007

  Geografische Konzentration des
Devisenhandels, in Prozent des
weltweiten Devisenhandels
1992 1998 2004 2007
Großbritannien 27,0 32,5 31,0 34,1
USA 15,5 17,9 19,2 16,6
Japan 11,2 6,9 8,2 6,0
Hongkong, China 5,6 4,0 4,2 4,4
Frankreich 3,1 3,7 2,6 3,0
Deutschland 5,1 4,8 4,8 2,5
46 sonstige Staaten 30,0 33,4

Quelle: Bank for International Settlements (BIS): Triennial Central Bank Survey, 2002, 2005 und 2007




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