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Arbeitslosigkeit
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Fakten

Von dem Problem der Arbeitslosigkeit sind die einzelnen Länder sehr unterschiedlich betroffen. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen – lag im Jahr 2007 zwischen 18,1 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und 5,5 Prozent in Baden-Württemberg. Auffällig sind vor allem die hohen Arbeitslosenquoten in den ostdeutschen Ländern und den Stadtstaaten. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Ostdeutschland lag im Jahr 2007 bei 16,8 Prozent und war damit doppelt so hoch wie in Westdeutschland (8,4 Prozent). Selbst Thüringen, das im selben Jahr die niedrigste Arbeitslosenquote in Ostdeutschland hatte, lag mit einer Quote von 14,0 Prozent 3,9 Prozentpunkte über dem Durchschnitt Deutschlands (10,1 Prozent). Unter den Flächenstaaten in Westdeutschland hatte 2007 Nordrhein-Westfalen mit 10,6 Prozent die höchste Arbeitslosenquote. Von den 3,78 Millionen Arbeitslosen in Deutschland im Jahr 2007 waren 34,2 Prozent in Ostdeutschland und 65,8 Prozent in Westdeutschland gemeldet.

In allen Ländern reduzierten sich sowohl von 2005 auf 2006 als auch von 2006 auf 2007 die Arbeitslosenquoten. Allerdings bestehen auch hier deutliche Unterschiede: In Baden-Württemberg und Bayern fiel die Arbeitslosenquote im Jahr 2007 um 21,9 bzw. 21,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr; in Berlin und Brandenburg lagen die entsprechenden Werte bei 11,1 und 11,8 Prozent. Von 2005 auf 2006 waren Schleswig-Holstein (minus 12,8 Prozent), Bayern (minus 11,6 Prozent) und Bremen (minus 10,4 Prozent) die Spitzenreiter bei der Reduzierung der Arbeitslosenquote. Schlusslichter waren Hamburg (minus 2,3 Prozent), Nordrhein-Westfalen und Hessen (jeweils minus 4,2 Prozent).

Die Höhe der Arbeitslosenquote fällt nicht nur zwischen den Ländern unterschiedlich aus, auch innerhalb der Länder bestehen erhebliche regionale Unterschiede. So lag beispielsweise im Jahr 2006 die Bandbreite der Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – in Nordrhein-Westfalen in den dazugehörigen Arbeitsagenturen zwischen 6,9 und 17,6 Prozent. Und auch in Ländern mit einer insgesamt niedrigen Arbeitslosenquote wie zum Beispiel Bayern lagen höchste (10,3 Prozent) und niedrigste (3,8 Prozent) Arbeitslosenquote 6,5 Prozentpunkte auseinander.

Die höchste Arbeitslosenquote mit 20,3 Prozent entfiel 2007 auf den Agenturbezirk Sangerhausen in Sachsen-Anhalt. Auf der anderen Seite hatten im selben Jahr die Arbeitslosenquoten einzelner Agenturbezirke ein Niveau, das für ganz Deutschland zuletzt Anfang der 1970er Jahre zu finden ist – so zum Beispiel Freising und Ingolstadt in Bayern (3,2 und 3,4 Prozent) aber auch Ravensburg und Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg (3,4 und 3,8 Prozent).

Datenquelle

Bundesagentur für Arbeit (BA): Arbeitsmarkt in Zahlen – Arbeitslose nach Ländern (PDF-Version: 130 KB), Arbeitsstatistik 2006/2007 (PDF-Version: 1.630 KB), Jahresbericht 2006 (PDF-Version: 1.800 KB)

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Das Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III) definiert als Arbeitslose alle Arbeitsuchenden im Alter von 15 bis 64 Jahren, die keine Beschäftigung haben oder weniger als 15 Wochenstunden arbeiten, eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Arbeitsagenturen zur Verfügung stehen und nicht arbeitsunfähig erkrankt sind. Außerdem ist die Registrierung bei einer Agentur für Arbeit erforderlich.

Die Arbeitslosenquote entspricht dem prozentualen Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbspersonen. Die Erwerbspersonen setzen sich aus den Erwerbstätigen und den Arbeitslosen zusammen. Je nach Definition werden die Arbeitslosen auf die abhängigen zivilen Erwerbspersonen oder auf alle zivilen Erwerbspersonen bezogen.

Alle zivilen Erwerbstätigen ergeben sich aus der Summe der abhängigen Erwerbstätigen (ohne Soldaten und Soldatinnen) sowie der Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen.

Alle abhängigen zivilen Erwerbstätigen ergeben sich aus der Summe der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (einschl. Auszubildender), der geringfügig Beschäftigten sowie der Beamten (ohne Soldaten und Soldatinnen). Diese Art der Quotenberechnung hat in Deutschland die längere Tradition (seit 1950).

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
by-nc-nd/2.0/de lizenziert.

Arbeitslosigkeit nach Ländern

Arbeitslose in absoluten Zahlen und Arbeitslosenquoten in Prozent, 2007

  Arbeitslose
Mecklenburg-Vorpommern 145.989
Berlin 261.042
Sachsen-Anhalt 202.098
Brandenburg 199.651
Sachsen 322.821
Thüringen 158.972
Bremen 41.156
Nordrhein-Westfalen 855.457
Hamburg 81.305
Niedersachsen 353.019
Schleswig-Holstein 119.557
Saarland 42.567
Hessen 236.162
Rheinland-Pfalz 133.676
Bayern 350.425
Baden-Württemberg 272.530
 
Deutschland 3.776.425
Westdeutschland 2.485.852
Ostdeutschland 1.290.573
 

  Anteile der Arbeitslosen
an den abhängigen
zivilen Erwerbspersonen,
in Prozent
Mecklenburg-Vorpommern 18,1
Berlin 17,9
Sachsen-Anhalt 17,4
Brandenburg 16,5
Sachsen 16,4
Thüringen 14,4
Bremen 14,0
Nordrhein-Westfalen 10,6
Hamburg 10,5
Niedersachsen 9,9
Schleswig-Holstein 9,6
Saarland 9,2
Hessen 8,6
Rheinland-Pfalz 7,3
Bayern 6,1
Baden-Württemberg 5,5
 
Deutschland 10,1
Westdeutschland 8,4
Ostdeutschland 16,8
 

  Anteile der Arbeitslosen
an allen
zivilen Erwerbspersonen,
in Prozent
Mecklenburg-Vorpommern 16,5
Berlin 15,5
Sachsen-Anhalt 16,0
Brandenburg 14,9
Sachsen 14,7
Thüringen 13,2
Bremen 12,7
Nordrhein-Westfalen 9,5
Hamburg 9,2
Niedersachsen 8,9
Schleswig-Holstein 8,4
Saarland 8,4
Hessen 7,6
Rheinland-Pfalz 6,5
Bayern 5,3
Baden-Württemberg 4,9
 
Deutschland 9,0
Westdeutschland 7,5
Ostdeutschland 15,1

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA): Arbeitsmarkt in Zahlen – Arbeitslose nach Ländern




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